Hallo,
ich habe folgende Beobachtung gemacht:
Ich (w, 27) gerate immer wieder an Frauen mit einen dominaten Einschlag, die sich mit mir anfreunden. Nur komme ich selbst mit diesem Menschentyp überhaupt nicht klar. Ich fühle mich dann oft manipuliert, zu irgendwelchen Dingen genötigt und erlebe zu viel Einmischung von denen, was meine Meinungsbildung und mein Leben angeht.
Wenn ich dann Kontra gebe, dann führt es zu stundenlangen Diskussionen, denen ich dann meist aus Erschöpfung nachgebe, um meine Ruhe zu haben oder der Spiess wird manipulativ umgedreht (nach dem Motto "ich wollte doch nur helfen" ," Ich dachte wir sind Freunde")und ich werde dann als das "Böse" dargestellt und die Situation verschlimmert sich. Das war sowohl in der Vergangenheit so und ist es heute immer noch.
Ich selbst bin nicht der Typ, der gerne rumdiskutiert oder unbedingt das letzte Wort haben muss, da ich keine Lust auf den Kinderkram habe d. h. natürlich nicht, dass ich das tue was andere sagen. Ich bin mehr der Typ, der nicht diskutiert, aber letzlich das tue, was ich für richtig halte, aber es nicht so darstelle. Ich bin vom Grundtyp sehr diplomatisch. Aber: Am Ende habe ich dann doch den Mund aufgemacht und diese Freundschaften sind in Streit auseinander gegangen.
Ich habe z. B. aktuell eine Bekannte, die nett ist, aber leider auch ein sehr dominanter und rechthaberischer Typ. Sie mischt sich dann auch oft in private Dinge ein, die sie nichts angehen z.B. aktuell wen ich zu meiner Geburtstagsfeier einladen soll und wen nicht. Ich habe dann trotzdem die Personen, die sich nicht dabei haben wollte, eingeladen und es so dargestellt, dass ich es schon vorher gemacht hatte, bevor sie sich dazu geäußert hat. Da ich weiß, dass ein Kontra meinerseits zu einer monatelangen Diskussion führen könnte ( das habe ich selbst miterlebt, wie sie augfrund von Meinungsverschiedenheiten mit einer Person über 2 Monate einen Diskussionskonflikt hatte), sage ich nichts, aber tue dennoch mein Ding. Mittlerweile handhabe ich es so, dass ich nicht den Mund aufmache, sondern mich von solchen Personen distanziere (Ich kann die Menschen eh nicht ändern).
Ich weiß nur nicht generell, wie ich mit solchen Menschen umgehen soll. Wahrscheinlich scheint meine harmoniebedürftige Persönlichkeit das zu sein, was diese Menschen anzieht. Doch das möchte ich nicht. Ich möchte mich auch nicht extra mit denen streiten oder absichtlich rumdiskutieren, nur um denen zu zeigen " Hey ich bin schwierig, also halte dich von mir fern".
Aber ich ziehe diese Menschen wie das Licht die Mücken an. Dieser Menschentyp begegnet mir immer wieder und sie sind teilweise sehr hartnäckig, was die Freundschaft angeht.
Kennt Ihr das vielleicht? Wie geht man mit sowas um? Was sollte ich anders machen?
Semmelchen
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20.06.2011, 01:22Inaktiver User
Freunde, die ich nicht haben will
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20.06.2011, 09:47
AW: Freunde, die ich nicht haben will
ich kenne das auch und kann dir leider keinen richtigen Rat geben.
Ich gerate auch immer wieder an Menschen, die sehr dominant sind. Das ist mir leider erst vor Kurzem klar geworden. Ich setze schon meine Interessen durch, finde das aber zur Zeit sehr anstrengend.
Zu allem, was ich mache, gibt meine Freundin ihren Kommentar im Kommando-Ton ab. Das braucht man nicht und dies braucht kein Mensch, das macht man so und so..... Doch, ich brauch das so und ich mach das eben anders. Was ich meinem Mann durchgehen lasse, oder nicht, es wird im Kommando-Ton bewertet. Ich Schaf argumentiere lieb, wieso ich das anders entschieden habe. Leider stimmt bei mir das "Fein-Tuning" nicht, irgendwann ist das Faß am Überlaufen und ich flippe aus und sage dann heftig meine Meinung....Kommt nicht so gut.
Blöderweise ist mein Mann auch so und dieses ewige Durchsetzen kostet mich enorm viel Kraft....
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20.06.2011, 14:03
AW: Freunde, die ich nicht haben will
Hm.
Du ziehst ja nicht nur die Leute an, sondern sie ziehen dich an, sonst würdest du ihnen ja von Anfang an aus dem Weg gehen. Was ist die gute Kehrseite, die du siehst? Kannst du dein Verhältnis dazu oder deine Reaktion darauf ändern, bzw. mehr auf Leute fokussieren, die diese erst mal anziehenden Charakteristika nicht haben?
Tust du etwas, um Leute in eine dominante Rolle zu drängen, die sie dann übererfüllen? Wenn du ungerne Entscheidungen triffst, oder Sorge hast, nicht gemocht zu werden und deswegen behauptest, keine Meinung zu haben wenn du eine hast, fallen Leute leicht in die ihnen zugewiesene Rolle und kleistern dir ihre Ansichten über. Und wenn du dann protestierst, sind sie sauer, denn du hast diese Aufgabe doch an sie delegiert, sie haben da Überlegung und Identität reingesteckt, und jetzt ziehst du ihnen das weg?
Ich bin selber ungeduldig und lasse mich leicht in dominantes Verhalten drängen, obwohl mir das gar keinen Spaß macht, aber ein stundenlanges nicht-hier-und-nicht-da macht mir noch weniger Spaß, und wenn jemand erst nichts gebacken kriegt und sich dann über meine Bäckerei beschwert, werde ich auch grumpfig, daß der mich eine Arbeit machen läßt, die ich nicht mag und die mir nicht liegt und nicht eher die Zähne auseinanderkriegt, daß ihm nicht paßt, was ich tue.
Tipp: Mach eher den Mund auf. Sei weniger diplomomatisch. Habe von Anfang an eine Meinung, sage und vertrete sie. Man muß nicht alles klären, man kann auch verträglich unterschiedlicher Meinung sein. Und kurze, deklarative Sätze ("Ich möchte ins Kino zu gehen", "mir gefällt das", "Ich will xxx nicht einladen", "ich habe keine Lust, das auszudiskutieren") sind deine besten Freunde.
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20.06.2011, 17:25Inaktiver User
AW: Freunde, die ich nicht haben will
@ Wildwusel
es könnte gut sein, dass ich diese Leute unbewusst suche. Nur merke ich es nicht sofort, dass sie so ticken, sondern erst einige Zeit später, so dass es meist schon zu spät ist. Mag sein, dass ich eine schlechte Menschenkenntniss habe.
Z.B. hat eine andere, aber dafür flüchtige Bekannte letztens gefragt, wieviel ich Miete zahle. Ich habe sie selbst nie nach ihrer Miete oder Wohnsituation gefragt und ich habe nie etwas über meine Wohnung gesagt, so dass ich ihr einen Grund gegeben hätte mich danach zu fragen. Die Frage war ja überhaupt nicht schlimm. Aber da fing auch schon die Diskussion an, dass sie meine Miete zu hoch findet und ich würde ja zu weit weg wohnen und blabla. Ich habe ihr dann erklärt, dass meine Wohnung neu ist und ich mit der Gegend und allem sehr zufrieden bin und auch nicht vorhabe, einfach so umzuziehen. Naja, sie hörte dann mit der Diskussionen nicht auf und ich habe dann wieder gesagt, dass ich nicht vorhabe umzuziehen. Irgendwann meinte ich dann nur noch "hmmm... ja, ja ok". Ich selbst habe sie bis heute nicht nach ihrer Miete gefragt und selbst wenn sie auf einem Baum wohnen würde, würde mir niemals einfallen zu sagen, dass sie es nicht tun soll. Warum? Weil mich diese Dinge auch nicht interessieren.
Aber, ich wüßte nicht wo ich ihr einen Grund gegeben hätte sich einzumischen ? Aber das sind genau diese Einmischungen, die ich nicht mag und ich erlebe das ständig. Das war jetzt nur ein harmloses Beispiel, aber es gibt auch extreme Fälle.
Woran liegt das??
LG
Semmelchen
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20.06.2011, 21:41Inaktiver User
AW: Freunde, die ich nicht haben will
Semmelchen, wie kam das Gespräch auf Deine Miete? Gab es vorher einen Anlass, so das das ein logisches nächstes Thema war? Oder ist sie ein Typ, der beim Reden schnell auf Abwege kommt und die Frage ursprünglich als Überleitung zu ihrer eigenen Miete beabsichtigt war und dann in Vergessenheit geriet?
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20.06.2011, 21:51Inaktiver User
AW: Freunde, die ich nicht haben will
Semmelchen
ich neige wohl auch eher zu dem Verhalten "leben und leben lassen" und mische mich nicht ungebeten in das Leben anderer ein. Genau wie du kenne ich Zeitgenossen, die sich so ähnlich wie deine "Freunde" verhalten.
Allerdings beende ich schnell Kontakte zu Besserwissern, was zwar nicht gerade dazu führt, dass ich haufenweise Bekannte habe, doch die wenigen Freunde, die ich habe, passen zu mir.
Gut, was will ich damit sagen ... wenn du bist, wie du bist, also zurückhaltend und eher ruhig, dann ist es vielleicht NICHT dein Ding, dich gegen die anstrengenden Besserwisser durchzusetzen. Vielleicht aber schaffst du es, wenigstens gebetsmühlenartig NEIN zu sagen oder Abgrenzung zu üben - das ist jedenfalls erlernbar und kann dir auch sonst im Leben nutzen. Oder wenigstens die nervenden Kontakte abzubrechen, ist vielleicht einfacher, zumindest anfangs.
Viel Erfolg!
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21.06.2011, 12:34
AW: Freunde, die ich nicht haben will
Ich erlebe das oft, daß Leute sich von Gegensätzen angezogen fühlen, die sie dann nicht abkönnen. Ich lande ganz oft bei extrovertierten Leuten, weil ich das so toll finde, wie offen sie auf einen zugehen, und dann bin ich nach nicht allzulanger Zeit genervt, weil sie das mit allen machen, ich mich unzureichend wahrgenommen fühle, oder die Leute dann oberflächlich finde.
Was da oft hilft ist, sich zu fragen, "Was zieht mich an dieser Person an?" und von da mal weiterzumachen.
Nie rechtfertigen.
Das stachelt immer zu noch mehr Diskussion an und man erfährt nie, was der andere eigentlich wollte.
Wüste Spekulation: Vielleicht wollte sie wissen, ob ihre Miete gerechtfertigt ist, und sie hat gehofft, daß du etwas niedriges sagst, und war dann genervt, weil du etwas gesagt hat, was sie nicht hören wollte... Und dann habt ihr die ganze Zeit über dich geredet statt über sie, und sie ist jetzt irgendwie mit der Gesamtsituation unzufrieden und weiß nicht, wie das passiert ist.
So oder so, was man z.B. machen kann, ist zu sagen, "So-und-so viel, wieso?" und dann mal kommen lassen.
"Das ist doch viel zu hoch!" "Findest du?"
"Ich zahle nur..." "Schön für dich. Warum ist das interessant?"
Oder: "Echt, soviel? Und ich dachte, meine Bude wäre teuer..." und dann kommt man hoffentlich in ein gemütliches Schwatzen.
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21.06.2011, 14:17Inaktiver User
AW: Freunde, die ich nicht haben will
Hallo Ihr Lieben,
vielen Dank für Eure Antworten.
Ich denke ich werde versuchen mich besser selbst zu beobachten, was mich daran reizt, dass ich mich von solchen Menschen angezogen fühle.
Übrigens habe ich es gleich umgesetzt.
Hatte von einer Bekannten einen Anruf bekommen, weil ich gestern Abend bei einer Veranstaltung alle anwesenden Bekannte am Tisch von einer Veranstaltung erzählt habe, die ich toll finde. Sie fand es doof, dass bestimmte Personen das mitbekommen hatten und wollte nicht, dass die eventuell mitkommen. Also hat sie angerufen und wollte mich "erziehen". Sie meinte, dass sie nicht mit diesen Leuten nichts zu tun haben möchte. Ich, zwar immer noch indirekt: Also ich habe nichts gegen die und deswegen habe ich das denen erzählt, aber wenn du lieber ohne die dorthin gehen möchtest, kann ich es in Zukunft so handhaben, dass ich die anonym frage und du nichts von denen mitkriegst und die auch nichts von dir, dann kann ich mit denen gemeinsam dorthin gehen und du kannst dann selbst. Dann hat sie nichts mehr gesagt.
Ich werde in nächster Zeit einfach experiementieren, wie ich kontern kann. So ein direktes Nein ist mir too much.
LG
Semmelchen
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24.06.2011, 13:13
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24.06.2011, 15:04
AW: Freunde, die ich nicht haben will
Das muß man üben.

Und ich mußte deine Beschreibung dreimal lesen um sie auseinanderzuklamüstern. Du hast ihr unterm Strich gesagt, daß du ihr in Zukunft so was nicht mehr erzählen wirst und sie gefälligst alleine gehen soll, wenn sie sich so anstellt? Frech!
Ich glaube, ich hätte mich auf ein "ich hab nix dagegen, mit denen zu gehen, wenn es dich stört, brauchst zu ja nicht mitzukommen" beschränkt.


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