Hallo,
Nach meiner letzten Mädels-WG (4 Mädels) hatte ich gesagt: Nie wieder!
Allerdings war das eine Zweck-WG.
Nun hab ich mich im Sommer mit einem Mädel angefreundet,wir waren auch jeden Tag bei ihr.
Sie wollte wissen ob ich Lust hätte mit ihr und einem weiteren Mädel zusammenzuziehen.
Wir verstanden uns bisher super und konnten bei Streitereien auch immer wieder miteinander reden und wohnten den letzten Monat zu Dritt in einer kleinen Wohnung.
Nun ziehen wir gerade in die neue Wohnung und es ist Stress ohne Ende und es gibt jeden Tag Streit.
Einerseits könnte man das auf den Stress scheiben,andererseits herrscht mittlerweile schon eine abgekühlte Stimmung und ich überlege fast schon das Ganze sein zu lassen.
Ich bin nun erstmal ein paar Monate im Ausland,evtl.legt sich das Ganze,im Moment ist es aber sehr anstrengend.
Wie waren Eure Erfahrungen,können durch WGs gute Freundschaften zerstört werden?
Danke!!
Antworten
Ergebnis 1 bis 7 von 7
-
23.11.2010, 13:45
Wie waren Eure Erfahrungen mit WGs?
-
23.11.2010, 14:14Inaktiver User
AW: Wie waren Eure Erfahrungen mit WGs?
Aber ja. Meines Erachtens kommt es bei WGs weniger auf den Grad der Freundschaft an, sondern wie man mit dem Alltag umgeht oder was man für Vorstellungen vom Zusammenleben hat.
Will man jeden Abend zusammen kochen? Oder gar nicht? Oder nur, wenn sich das ergibt?
Kauft man zusammen ein? Hat jeder sein Fach? Darf sich der andere auch mal den Joghurt aus meinem nehmen, wenn ich nicht da bin?
Hat der andere ein ähnliches Reinlichkeitsbedürfnis wie ich? Wäscht er nur aller zwei Wochen ab, oder lässt er das Geschirr ewig herumstehen? Und so weiter und so fort...
Umgekehrt konnte ich viele gut funktionierende WG-Beziehungen nach dem Auszug nicht mehr als Freundschaft aufrecht erhalten - da fehlte dann der gemeinsame Horizont. Meine Lieblingsmitbewohnerin war eine kleine Punkerbraut, da ging nach WG-Ende nichts mehr. Aber so mit ihr, war's cool.
-
23.11.2010, 14:39Inaktiver User
AW: Wie waren Eure Erfahrungen mit WGs?
Lass mich mal überlegen, ich habe in meinem Leben (bin aber schon Mitte 40) insgesamt 6-mal in einer WG gelebt, grosszügig gerechnet.
Das erste Mal habe ich abends im Bus einen lockeren Bekannten gesehen, der mir gesagt hat, er hätte die Wohnungskündigung bekommen. Ich habe unvorsichtigerweise gesagt, ehe er auf der Strasse stehe, könne er sich bei mir melden. Dies hat er dann auch getan, er stand mit Sack und Pack vor der Tür.
Ich habe ihm mein Wohnzimmer gegeben und hatte dann noch zwei ganz kleine Zimmer. Soweit so gut. Es gab einen Warmwasseraufbereiter für ca. 50 Liter (oder waren es 100?). Dies musste aber den ganzen Tag reichen. Wenn er Lust auf ein Vollbad hatte, hatte ich eben Pech gehabt. Kein Warmwasser bis am anderen Morgen mehr. Zur ersten eigenen Wohnung habe ich von meiner Mutter ein Teeservice bekommen, ein günstiges, aber trotzdem. Eines Tages waren die Tassen voller Erde. Er habe Lust verspürt, Samen auskeimen zu lassen und da seien meine Tassen gerade recht gekommen. Und so gings weiter. Oben lebte ein älteres Ehepaar und das Haus war sehr, sehr hellhörig. Es war ihm doch egal, ob die älteren Herrschaften gestört waren, wenn er abends nach 22.00 noch baden wollte. Und so weiter. Irgendwann hat die Vermieterin ihn rausgeworfen, worüber ich froh war.
Dann habe ich mit meinem Ex-Freund in einer WG gelebt, nachdem wir nicht mehr zusammen waren. Es ging gut.
Später habe ich mit einer Frau in einer WG gelebt, es ging recht gut. Obwohl: ich denke, ich war mehr dazu da, die Hälfte der Miete zu bezahlen als wirklich da zu wohnen. Jedenfalls hat sie bestimmt, wie das Wohnzimmer, das Bad, de Flur etc. auszusehen hätten. Nach zwei, drei Monaten (erinnere mich nicht mehr so genau) fand sie, dass die Energien zwischen uns nicht mehr fliessen würden und ich solle mir doch bitte baldmöglichst eine neue Bleibe suchen. Wunderbar, umziehen alle 2 bis 3 Monate ist wirklich der Hit.
Bis vor einigen Jahren habe ich dann nochmals in einer WG gelebt, die aber ganz straff durchorganisiert war. Es lief erstaunlich gut, es waren nämlich immerhin 6 Bewohner.
Je zwei haben sich ein Bad geteilt. Ging gut.
Jeder bezahlte XY Euro in die WG-Kasse ein und davon wurden alle Lebensmittel gekauft. Wenn jemand gekocht hat, war es Pflicht, für alle zu kochen. Dafür mussten die Köche dann nicht abwaschen. Wir hatten eine Putzfrau, daher gab es nie Streit um den Putzplan. Einmal pro Jahr haben sich alle an einer Grossputzaktion beteiligt und die ganze Wohnung wurde komplett durchgeputzt.
Ach ja, und die WG bei meinem Ex (damals schon gegen 40): altes Bauernhaus, beide in einem sozialen Beruf tätig und bio-angehaucht. Geputzt hat man, wenn man Lust hatte (mein Ex also nie), aber das war auch in Ordnung. Am Wochenende waren wir jeweils zu viert (oder noch mehr Leute), jemand hat gekocht, wir haben Wein getrunken, es war wirklich friedlich. Spielte es vielleicht eine Rolle, dass wir zu viert waren, aber mit nur einer Frau (mir)? Der WG-Partner meines Ex war nämlich homosexuell. Leider hatte er, der WG-Partner dann nach knapp zwei Jahren genug und ist ausgezogen und die WG hat sich komplett aufgelöst.
Jetzt habe ich aber sicher nicht deine Fragen beantwortet. Sorry.
Wo ist denn euer Problem?
-
26.11.2010, 19:57
AW: Wie waren Eure Erfahrungen mit WGs?
Meine ersten 3 Wohnungen waren WGs. die erste, da waren wir um die 20, bestand aus 4 Freunden, die von zuhause weg wollten und kein Geld hatten.
mit 20 hat man eigentlich überwiegend Party im Kopf und so gings bei uns auch immer lustig zu und die Bude war immer voll.....Reibereien gabs von meiner Seite, weil sich beim Haushalt einer immer drückte......
Aus Geldgründen ging es dann zuende und drei von den vieren zogen in ein kleines Bauernhaus an Arsch der Welt. Der 4. hatte eine Freundin gefunden, die seit ihrer Ausbildung schon gut verdiente und die hatte die WG-Wohnung übernommen. Was mich freute, denn ich hatte mehrere großformatige Wandbilder fabriziert und die überstreichen, bzw neu tapezieren.....
In der neuen WG lernte unser Freund und Mitbewohner die Frau seines Lebens kennen, zeitweise lebten wir mit mehreren Kindern aus der ersten Ehe der Frau zusammen, was für uns gewöhnungsbedürftg war. Die Kinder wurden antiautoritär erzogen und durften einfach alles, so kam es vor, dass unser Besteck im Garten im Möhrenbeet steckte, "na stellt euch mal nicht so an" oder der Zahnputzbecher meines Freundes als Ufo in der Regentonne herhalten musste "Was hat der auch so einen komischen Zahnputzbecher".
Irgendwann sind die dann ausgezogen und ich war mit meinem Freund alleine.
Als ich zum Studieren wegging, kam das Thema WG nochmal, in unsere Wohnung zog eine Freundin von mir um Kosten zu sparen, später war sie nur noch "eine Bekannte". Es gab massive Probleme mit Haushalt, etc.
Ebenso in der Studenten-WG beim Studium: es gab massive Probleme mit Sauberkeit, wer macht das Bad, wer bringt dem Müllweg, wer kümmert sich....ich hatte mich ausgenutzt gefühlt und den Damen ein Ultimatum gesetzt: es ändert sich oder ich ziehe aus, ich bin ausgezogen und sie waren sauer auf mich, weil ihnen die Wohnung allein zu teuer war.
Das hört sich an, als ob ich ein Putzteufel wäre, bin ich aber ganz bestimmt nicht.
Nach diesen Erfahrungen und schlechten Erfahrungen mit Männern wollte ich eigentlich nie wieder mit jemanden zusammen ziehen, aber wohne seit zwei Jahren wieder mit Partner zusammen, er kam und blieb
Beim Projekt WG muss vorher genau abgeklärt werden, wer wofür zuständig ist und man muss genau hingucken, mit wem man zusammen zieht. Bei der einen Bekannten hätte ich vorher, am Zustand ihrer Wohnung schon ablesen können, was für einen Sauberkeitsstandart sie hat...
Trotz alledem habe ich schon mehrere Anfragen wegen "Alters-WG"Geändert von Maccaroni (01.12.2010 um 08:36 Uhr)
-
30.11.2010, 22:56
AW: Wie waren Eure Erfahrungen mit WGs?
ich habe festgestellt, dass ich am besten in zweier-wgs leben kann - sofern es eine wg braucht. habe mal in einer fünfer, und mal in einer dreier-wg gelebt... das war irgendwie nix dolles, ständig war irgendeine form von unruhe (und ich kann auch viel unruhe machen
), haufenweise leute da... wenn man zu zweit lebt, ist das alles irgendwie nett, überschaubar, familiär. bei mehr... und ungerade zusammenstellungen fand ich eben auch ungünstig, aus der dreierwg habe ich mit einem mitbewohner den anderen "verlassen" (nee, war keine beziehung. war nur ne prima zweier-wg danach...)....
bin aber mittlerweile, nach insgesamt 10 jahren unterm strich positiven wg-erfahrungen, froh, allein zu leben.
-
14.12.2010, 11:54
AW: Wie waren Eure Erfahrungen mit WGs?
Es gibt ja verschiedene Arten von WGs. Diejenigen, wo man gemeinsam einkauft und wo man auch viel Freizeit miteinander verbringen soll, weil das der Anspruch ist, sind nicht so mein Ding, denn ich möchte mir meine Freunde schon aussuchen und nicht unbedingt unter meinen Wohngenossen suchen müssen. Ich will auch selbst bestimmen, was von meinem Geld gekauft wird.
Mit WGs, wo man sich die Wohnung geteilt und ab & an mal was zusammen gemacht hat, hab ich gute Erfahrungen gemacht. Es waren immer Leute da, und es gibt auch nicht einen, der Hygiene-Standards aufstellt, die dann alle einhalten müssen, sondern man einigt sich auf ein Level.
Nicht so gefallen haben mir die Zweier-WGs in der Konstellation Hauptmieter-Untermieter, wo ich die Untermieterin war. Wenn sich dann rausgestellt hat, dass der Hauptmieter doch nicht mit mir klar kam, weil mein Freund angeblich zu oft zu Besuch war oder weil ich nicht ganz so super-hygienische Vorstellungen habe, saß ich auf der Straße.
Am besten hat das mit meinem Ex geklappt, da gab es nie Streit wegen der Hygiene, und auch mit dem Einkaufen lief alles gut, da hab ich meine Spezialwünsche angemeldet, und er hat für uns beide eingekauft, weil er mehr frei verfügbare Zeit hatte.
Heute würde ich aber nicht mehr in eine WG ziehen. Alleine wohnen macht mehr Spaß und bringt weniger Nerv, als ich dachte!
Liebe keinen, der nicht auch Dich liebt!
-
19.12.2010, 00:55
AW: Wie waren Eure Erfahrungen mit WGs?
Ja.
Wenn man einen gemeinsamen Haushalt führt, können einem Sachen, an die man sonst nie einen Gedanken verschwendet hatte, gewaltig auf die Nerven gehen. Man versucht dann, nichts zu sagen, man ist ja unter Freunden, wird immer genervter, der Streßlevel steigt,und die allgemeine Gereiztheit, es gibt Streit, und alles geht einem noch viel mehr auf die Nerven.
Ist mir mit einer guten Freundin aus Schultagen passiert.
Muß aber nicht.
Zwei weitere meiner guten Freundinnen haben auch in meiner WG gelebt, und wenn es auch haufenweise Krach und Streß gab, haben wir doch in der Zeit jede Menge Spaß gehabt und eine Menge guter Sachen hingekriegt.
Was ganz wichtig ist: Jede/r muß wissen, was seine/ihre Verpflichtungen sind, und imstande sein, die zu erfüllen. Mich hat die Bande auf den Renovierungskosten sitzen lassen.
nudelholz:
Nach meiner Erfahrung funktionieren große (4-6er) WGs wo man sich mag, aber nicht besonders dicke miteinander ist, am harmonischsten, oder kleinere WGs wo man relativ getrennt nebeneinander herlebt.


Zitieren
