Hallo zusammen,
sacht ma nu wollt Ihrs aber wissen hm...
Mein grösstes Problem ist:
ich habe, nach einem Jahr Arbeitslosigkeit, "nur" einen Halbtagsjob - in einer Minifirma. Also: so richtig mini - so daß die Möglichkeit, jemanden über die Arbeit kennenzulernen, enorm begrenzt ist (und die finanziellen Möglichkeiten natürlich auch).
Gönne mir aber seit drei Monaten ein Fitnessstudio - ist vom Geld her richtig zum Zähneknirschen, aber immer nur daheim hängen und Bewerbungen schreiben kanns ja auch net sein.
Meine alten Kollegen haben sich in der Zwischenzeit in alle Winde verstreut, und daß ich hier insgesamt noch nicht lang lebe, macht wohl auch viel aus...
ich sags Euch, im nächsten Leben pfeif ich aufs kreative Studium und werd Lehrer oder so, irgendwas mit Beamtentum - ich habe das Glück, daß mir notfalls Familie und mein Freund unter die Arme greifen können, speziell mein Freund ist einfach unheimlich verständnisvoll (lebt aber in einer anderen Stadt),
ganz ehrlich: ich weiß nicht, wie andere Arbeitslose/Minijobber das schaffen.
Ich würde jetzt nicht behaupten, daß ich im sozialen Abseits stehe, Gott bewahre - aber die Tatsache, daß ich entweder Leute mit Kindern kenne, die diesbezüglich schwer beschäftigt sind, oder Leute mit ohne Kinder, dafür mit Job, die halt auch mal ins Kino wollen...
da kann ich echt nicht mithalten.
So, nu is aber gut mit Jammern - ich finds schonmal gut, daß es hier den Austausch überhaupt gibt, fühlt man sich gleich weniger allein
Grüßle!
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21.07.2010, 17:57
AW: Akuter Einsamkeitsanfall - wo und wie findet man neue Freunde?
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21.07.2010, 18:34Inaktiver User
AW: Akuter Einsamkeitsanfall - wo und wie findet man neue Freunde?
Jahaa, Schmitti!
Aber Schwaben? Weit gefehlt ...
Ich bin aber gut im Dialekte nachmachen (zumindest schriftlich, aber auch nicht wirklich, LOL!)
Ich erzähl' hier dann auch einfach nochmal, daß ich mal in der Administration in einem Seniorenheim gearbeitet habe und kann sagen, daß das Leben in solch einer Institution von aussen oft grausig aussieht, aber von innen manchmal wirklich nett sein kann. "Mein Mann ist dann ja gestorben und dann kamen die Zipperlein und nun bin ich hier. Aber ich wollte es auch gar nicht anders nun." sagte Frau Kunz, Vorsitzende des Einwohner-Rats. Klar, es gibt auch Prügeleien im Wohnbereich um den gemütlichsten Sessel, aber sowas soll ja gesund sein laut des Artikels weiter oben, nicht wahr?
Gestern hatte ich so ein paar Stunden, da fühlte ich mich so richtig gemocht und aufgehoben, nichts fehlte. Ich habe vegane Kekse gebacken (habe mich ja noch nie getraut, die jemandem anzubieten, sind ja so schrecklich gesund) für meine Kollegin zur Entschädigung, der ich neulich ganz aus Versehen und zum zweiten Mal schon die Kräcker weggefressen habe.
Na, jedenfalls kann die keine Bananen ab und da kam die andere Kollegin rein und sagte, wie hungrig sie doch sei und da bot ich ihr halt vegane Bananen-Kekse an. Die hat sie in Stücke gebrochen und an alle rumgereicht: "HM! Probiert mal, hier, hat Catinka selber gebacken!" Und alle so
Ich war echt von den Socken, es hat aber so gut getan.
Willst Freunde haben? Back' ma' Kekse!
Aber im Ernst: manchmal muss man glaube ich auch einfach mal richtig die Augen aufmachen. Ja, mir mangelt es an der speziellen Busenfreundin, aber ich habe so viele liebe Menschen in meinem Leben - auf der Arbeit hängen die oft vor allem bei mir rum und es ist immer sehr nett. Ich werde doch gemocht. Und meine Kekse auch!
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21.07.2010, 18:57Inaktiver User
AW: Akuter Einsamkeitsanfall - wo und wie findet man neue Freunde?
He! Deine letztes Posting grade erst gelesen, Schmiddi!

Ich sage Dir, so wie Dir geht's mir auch. Ich arbeite auch bloss Teilzeit, allerdings bin ich schon länger in dem Laden und kenne da nun auch so 2, 3 Leute, mit denen es ab und an mal zu Treffen kommt.
Ich habe mir das mit der Teilzeit aber bewusst ausgesucht. Der Herr Gemahl verdient 'n Haufen Kohle (zur Zeit) und macht keinen Finger krumm zu Hause (gesundheitsbedingt kann er nicht gut...). Deswegen habe ich mir gesagt: bin ich bescheuert und mache mich hier kaputt mit Doppelbelastung, wenn ich's nicht nötig habe?
Trotzdem muss ich nun aber schon auch sehr auf die Kohle gucken, denn aushalten lasse ich mich ja widerum auch nicht. Von wegen Taschengeld oder sowas, fehlte noch! Also, obwohl Kohle genug da ist prinzipiell, bin ich eher arm wie eine Kirchenmaus, so sehe ich das zumindest. Komische Voraussetzungen sind das. Und einige verstehen das auch nicht so recht. Meistens verrate ich gar nicht, daß der Knabe so viel Geld verdient und wo ich wohne und sowas. Will ja keinen Neid erwecken. Und auch nicht angeben. Und wie gesagt: ich bin ja eigentlich arm. Und es kann sich ja auch jederzeit was ändern...
Es wissen auch die wenigsten, daß ich nur Teilzeit arbeite, wieder v.a. wegen dem Neid-Faktor und ich will auch nicht ständig einspringen müssen auf der Arbeit, weil ich "ja Zeit" habe. Deswegen habe ich noch 2 imaginäre Nebenjobs. Sehr anstrengend. *Schwitz*
Tja, die meisten arbeiten, wenn ich Zeit hätte. Und die, die nicht ausserhäuslich arbeiten, haben kleine Kinder. Genau, und soviel Geld für mein Vergnügen kann ich auch nicht verschleudern. Da kriege ich immer gleich ein schlechtes Gewissen.
Aber im September will ich einer Selbsthilfegruppe beitreten, die für Angehörige von Leuten mit dieser Krankheit ist, die mein Gatte hat. Bestenfalls komme ich da gut rein. Ich kann mir auch vorstellen, später mal selber Gruppen zum Thema zu leiten oder Leute zu beraten. Die nötige Ausbildung habe ich allemal.
Für mich habe ich festgestellt, daß es mit dem Kontakte knüpfen immer am besten klappt, wenn da ein Ziel, ein Zweck dahintersteckt. Nicht einfach nur so Trallala zum Käffchen trinken gehen, sondern eben: dieser Sachverhalt ist grosser Mist und gemeinsam machen wir was dran.
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21.07.2010, 21:01
AW: Akuter Einsamkeitsanfall - wo und wie findet man neue Freunde?
Huhu Catinka,
erstmal: her mit den Keksen, aber flott
Ist ne gute Idee eigentlich. Ich mein, Kollegen hab ich wie gesagt nicht - nur eine Chefin. Die ist also Chefin und Kollegin in Personalunion, aber meiner supernetten Nachbarin könnt ich echt mal nen Kuchen mitbringen.
Wenn Liebe durch den Magen geht, wieso nicht auch Freundschaft
Catinka,
das mit dem Teilzeitjob ist doch das Vernünftigste, wasde machen kannst in der Situation - ich versteh zwar nicht, wieso Du da so furchtbar beneidet wirst von anderen, zumal es doch genug Frauen gibt, die gesunde Männer haben und trotzdem nicht oder nur Teilzeit arbeiten - aber gegen Neid ist halt kein Kraut gewachsen.
Ich fänds auch nicht schlimm, wenn Du Dir, vom eigenen und dem Geld Deines Mannes ein flottest Leben machen würdest, aber ich kann gut verstehen, daß Du das nicht magst - würde ich auch nicht wollen.
Nu, wie auch immer, bei der Hitze kommst Du hoffentlich nicht allzuschnell aus der Puste mit Deinen vielen Nebenjobs
Arbeitest Du jetzt auch im gesundheitlichen Bereich?
Ich habe mir auch überlegt, etwas ehrenamtliches zu machen.
Ist nur so...ich hatte mal ein Pflegepraktikum absolviert, im Krankenhaus, da waren zu 80 Prozent Menschen um die 70 oder älter auf der Station. Auch wenn viele offensichtlich das Krankenhaus nicht mehr verlassen konnten, hat mir der Umgang mit ihnen Freude gemacht, ich hatte da keine Berührungsangst.
Dann war ich selber mal im KKH, wegen ner Lappalie, aber ne fette Depri im Gepäck. Ich war mit Ende 20 locker mit 40 Jahren Abstand die jüngste auf der Station, und um mich herum, naja, die alten Leute waren halt am Sterben, mehr oder weniger.
Und mir gings so dermaßen hundsmiserabel...also eh schon, und dann halt noch zusätzlich...bis heraus kam, daß ich nur eine Lappalie hatte, und dann der Seelenmüll dazu, meine Güte, war das ätzend.
Ist ein paar Jahre her, aber seitdem hab ich - total beknackt!!! - Angst, daß ich dem nicht gewachsen sein könnte, dem Umgang mit wirklich alten, hilfsbedürftigen Menschen. Hat sich alles so verwickelt bei mir im Gefühl.
So, nu is aber gut mit dem Gejammer, ich hab heut Problemtag wies ausschaut
Dein Mann, ich hoffe, es geht ihm einigermaßen.
Ist er zuhause auf Dich angewiesen, sprich, kann er soweit selber anziehen etc.?
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21.07.2010, 21:09
AW: Akuter Einsamkeitsanfall - wo und wie findet man neue Freunde?
Jemand schrieb hier - oder war es im Nachbarstrang von zulieb? - dass man auch mal die Augen aufmachen sollte!
Man klagt ja gerne darüber, dass diese oder jene so weit weggezogen sind und/oder wegen des Kindersegens keine Zeit mehr haben. Ich klage da gerne mal mit
.
Aber wenn z.B. ich mal so in mich gehe, fallen mir spontan 3 (in Worten: drei) Frauen ein, von denen ich sagen würde, dass sie sich so verhalten, als würden sie sehr gerne einen näheren Kontakt zu mir haben. Und ich halte mich bedeckt. Wieso eigentlich?
Eine der dreien hat ein Kind und sagte neulich doch glatt, dass sie immer so unsicher sei und glaube, dass sie Berufstätige ohne Kinder einfach nur störe
. Ich wusste gar nicht, was ich sagen sollte, da ich es bisher so gewohnt bin, dass die Freunde mit Kindern so furchtbar wenig Zeit haben!
Und während ich das schreibe, nehme ich mir gerade vor, bei nächster Gelegenheit bei der Frau vorbei zu gehen. Ich war dort noch nie, wir trafen uns immer unterwegs. Aber sie wohnt mit ihrer Familie in einem selbst restaurierten Bauernhaus, das aussieht, wie einer Vorabendserie vom ZDF entsprungen. Ich glaube, es könnte Spass machen, dort im Obstgarten mit einer Zitronenlimo zu sitzen
.
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21.07.2010, 21:31Inaktiver User
AW: Akuter Einsamkeitsanfall - wo und wie findet man neue Freunde?
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22.07.2010, 08:13
AW: Akuter Einsamkeitsanfall - wo und wie findet man neue Freunde?
Hallo Kathi und Schoenbuerzel,
ja, ich denk mir das auch oft - wenn mein Freund jetzt auf und davon gehen würde, was mach ich denn dann?
Blöd wär das, aber so richtig.
Ansonsten: schönen Tach zusammen
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22.07.2010, 08:43Inaktiver User
AW: Akuter Einsamkeitsanfall - wo und wie findet man neue Freunde?
Qwertyboy, meine Hand drauf; es gibt offensichtlich die weitverbreitete Meinung, ein Kennenlernen auf diesem Weg hat etwas Geschmäckle und korreliert zwangsläufig mit Paarungsabsichten, das ist böse. Zwangloses Bekanntschaftenschliessen ist offensichtlich keine real existierende Männerintention. Und verliebt man sich doch, ist das irgendwie schlampig.
Geht man mit eindeutigen Paarungsabsichten in eine Singlebörse, ist das offensichtlich plötzlich legitim, also hat es gefälligst auch dort zu bleiben, hier bitte nicht. Mir erschliesst sich das irgendwie auch nicht. Ich habe zwei meiner Beziehungen durch die Bri kennengelernt, einer ist ein guter Freund geblieben, der zweite ist seit fast 2 Jahren mein Lebensgefährte.
Und mir war das Geschmäckle auch gar nicht bewusst. Bis ich gestern eine PN erhielt, die das nach meinem Geschmack auf ziemlich abstoßende Weise thematisierte.
Es deutet also darauf hin, daß es offensichtlich doch eine Frage des inneren preussischen Wertekonservatismus ist, die dir mitunter zum Verhängnis wird.
Sorry für den Einwurf, Jenny. Ich lese hier sehr gerne mit und jetzt hat es mal grad so gut gepasst.Geändert von Inaktiver User (22.07.2010 um 09:56 Uhr) Grund: Zusatz an die TE
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22.07.2010, 12:03Inaktiver User
AW: Akuter Einsamkeitsanfall - wo und wie findet man neue Freunde?
Hallo Schmitti,
ich mag daran eigentlich gar nicht denken, aber dieser Gedanke kommt dann doch immer einmal wieder, gerade wenn man aktuell eine Trennung mit bekommt oder dieses Thema mit der Freundin bequatscht (meiner Freundin geht es genauso)...
Bei meiner besten Freundin beobachte ich das genaue Gegenteil, bei Ihr ist immer etwas los.
LG
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22.07.2010, 12:46Inaktiver User
AW: Akuter Einsamkeitsanfall - wo und wie findet man neue Freunde?
@ Schmitti: Diese Situation kenne ich auch: neue Stadt, neuer Job, keine Kollegen, wenig Geld :( Ich hab nach dem Studium ein Volo in einer Agentur gemacht, die aus mir und meiner Chefin bestand... Später sind dann zum Glück noch zwei Uni-Freundinnen in die neue Stadt nachgekommen, sodass ich dort nicht mehr alleine war. Aber mittlerweile haben die mich längst überholt, weil sie hauptsächlich durch ihre Jobs ne Menge Leute kennengelernt haben.. und gerade im Vergleich zu ihnen wird mir halt immer bewusst, wie wenig sich bei mir getan hat, seit ich hier wohne..
@ all: Ja, ich habe auch manchmal den Gedanken, wie blöd ich da stehen würde, wenn mein Freund mal nicht mehr wäre. Aber vielleicht würde man sich dann noch viel mehr anstrengen, Leute kennenzulernen oder es würden sich andere Sachen ergeben, weil man dann zB wieder mehr ausgehen würde.. Wenn man in ner Beziehung ist, macht man es sich ja unbewusst doch etwas bequem..
Kekse für die Kollegen, Kuchen für die Nachbarn sind super Ideen, ohne Eigeninitiative geht es einfach nicht. Ich habe mir gaaanz fest vorgenommen, bald ein Hofgrillen zu organisieren - zumal gestern wieder neue, junge Leute eingezogen sind :)


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