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  1. Registriert seit
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    AW: Schweizerdeutsch?

    Ich dachte mir fast, dass das noch anecken wird. ABER Ich spreche immerhin von meinem eigenen Dialekt, und ja, ich finde es öfter mal irgendwo zwischen schade und dämlich, dass ich keine einzige "richtige" Sprache akzentfrei sprechen kann.

    Hätte ich wenigstens einen schönen Schweizer Dialekt...

    Aber du hast Recht, besser man denkt das, vor allem als Deutscher in der Schweiz, huiuiui. Ich glaube, Schweizer sind da oft ein wenig empfindlich, weil das Land so klein ist und man aktiv seine Identität gegenüber dem "grossen Nachbarn" erhalten will (nur eine Theorie).

    Wahrscheinlich würde sich jeder Aussenstehende totlachen, wüsste er, wie oft und ausführlich man sich hier bisweilen über andere Kantone (inkl. deren Dialekte) aufregt.


  2. Registriert seit
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    AW: Schweizerdeutsch?

    Zitat Zitat von meteor Beitrag anzeigen
    Ich dachte mir fast, dass das noch anecken wird. ABER Ich spreche immerhin von meinem eigenen Dialekt, und ja, ich finde es öfter mal irgendwo zwischen schade und dämlich, dass ich keine einzige "richtige" Sprache akzentfrei sprechen kann.
    Für Leute aus der Schweiz ist es eine völlig unmögliche Idee, dass man den geliebten Dialekt als "keine richtige Sprache" betrachtet. Klar ist das eine richtige Sprache, was denn sonst? wohl viel "richtiger" als die relativ künstlichen und von Institutionen überwachten Konstrukte, die sich "Hochsprache" nennen. Dialekt ist, was ich von meiner Mutter lernte. Meine Muttersprache.

    Hätte ich wenigstens einen schönen Schweizer Dialekt...
    Schönheit liegt in den Ohren der Zuhörenden, Zürcher oder St. Galler Dialekt klingen auch nicht wie Musik in allen Ohren...


    Ich glaube, Schweizer sind da oft ein wenig empfindlich, weil das Land so klein ist und man aktiv seine Identität gegenüber dem "grossen Nachbarn" erhalten will (nur eine Theorie).
    Dialekte sind regional, nicht national. (Basler, Berner, Zürcher, Urner... etc Dialekt) Und dem Basler ist es wohl wichtiger, sich gegen Zürcher abzugrenzen, statt gegen Deutsche. ("Was ist das Beste in Zürich?" - "Der Zug nach Basel" )


    Wahrscheinlich würde sich jeder Aussenstehende totlachen, wüsste er, wie oft und ausführlich man sich hier bisweilen über andere Kantone (inkl. deren Dialekte) aufregt.
    man mach mal Witze und findet bestimmte Wendungen lustig oder interessant, aber dass man sich über andere Dialekte aufregt, das hab ich noch nie mitgekriegt.

    Aber eben: Dialekte sind in der Schweiz etwas Positives. Dass das in Deutschland anders ist, habe ich erst vor Kurzem mit reichlich Erstaunen festgestellt.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


  3. Registriert seit
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    AW: Schweizerdeutsch?

    Zitat Zitat von meteor Beitrag anzeigen
    I
    Aber du hast Recht, besser man denkt das, vor allem als Deutscher in der Schweiz, huiuiui. Ich glaube, Schweizer sind da oft ein wenig empfindlich, weil das Land so klein ist und man aktiv seine Identität gegenüber dem "grossen Nachbarn" erhalten will (nur eine Theorie).
    Ich bin Schweizerin, habe aber aufgrund von einer Fernbeziehung auch schon über viele Jahre viel Zeit in Deutschland verbracht.

    Ich finde Du übertreibst ein bisschen, Du hast jetzt mehrmals sinngemäss erwähnt, dass der Schweizer den Deutschen nicht mag. Klar gibt es das immer noch, aber die grosse Welle und Stimmungsmache gegen die Deutschen ist doch schon lange vorbei. Mittlerweile kennt vermutlich fast jeder Schweizer Deutsche die er mag und wir haben uns alle an "Hallo" und "Tschüss" und die etwas direktere Art gewöhnt. Klar KANN das immer noch anecken, aber so grundsätzlich lebt man mittlerweile problemlos miteinander.

    Beim Schweizerdeutsch schliesse ich mich an: Verstehen ja, sprechen muss man nicht.

  4. Avatar von Iceman0905
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    AW: Schweizerdeutsch?

    Ich bin zwar kein regelmäßiger Grenzgänger, habe aber beruflich viel mit Schweizern zu tun, und zwar sowohl mit deutsch- als auch mit französischsprachigen. Ich persönlich empfinde es als manchmal als unkomplizierter, mit letzteren auf Französisch zu reden als mit ersteren auf Deutsch. Man umgeht damit einige der "Fallen", die hier schon genannt wurden. Zumal Französisch ja per se eine Sprache ist, die eleganter klingt und mehr Höflichkeitsfloskeln bietet, also hat man diesen Punkt schon automatisch erfüllt.

    Das hilft natürlich nicht bei den deutschsprachigen Schweizern, denn die empfänden es sicher als merkwürdig, wenn man sie auf Französisch anspräche. Deshalb versuche ich, mich an die Grundregeln zu halten:

    - Bloß nicht selber selber ins Schweizerdeutsch fallen (bzw. es versuchen, man schafft es ja eh nicht), um sich anbiedern zu wollen.

    - Versuchen, einen ruhigen, entspannten Moment für ein Gespräch zu finden, um eben diese als "typisch deutsch" empfundene Hektik und das "Drängende" zu vermeiden. Telefonate und Skype-Konferenzen möglichst durch eine Mail (in der Schweiz übrigens: ein Mail ) ankündigen und vorbereiten.

    - Gelegenheiten zu persönlichen Treffen nutzen, um eine Vertrauensbasis aufzubauen. Diese ist dann meist sehr stabil und verlässlich, wie ich kürzlich erfahren durfte, als ich nach über zehn Jahren Pause wieder mit einem Schweizer Kollegen in Kontakt trat und er mir bei meinem Anliegen ganz hervorragend helfen konnte.

    Punkt 2 und 3 gelten natürlich nicht nur für den Dialog mit Schweizern, sondern auch für viele andere Nationalitäten und Kulturen und können eigentlich nie schaden.


  5. Registriert seit
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    AW: Schweizerdeutsch?

    Zitat Zitat von Iceman0905 Beitrag anzeigen
    Das hilft natürlich nicht bei den deutschsprachigen Schweizern, denn die empfänden es sicher als merkwürdig, wenn man sie auf Französisch anspräche.
    Vor allem hätten die meisten grösste Mühe, was zu verstehen, oder, oh Schreck, gar in Französisch zu antworten!

    - Bloß nicht selber selber ins Schweizerdeutsch fallen (bzw. es versuchen, man schafft es ja eh nicht), um sich anbiedern zu wollen.
    Es ist mir aufgefallen, dass die hiesigen Ossis als Erstes das schweizerische "schaffen" (im Sinn von "arbeiten") annehmen und benutzen. Das klingt sehr lustig, wenn einer erst im Ossislang redet und auf einmal ein paar breite Schweizer Wörter mitten dazwischen sitzen.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  6. Avatar von Iceman0905
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    AW: Schweizerdeutsch?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    die hiesigen Ossis
    Da scheint es einige zu geben. Sah kürzlich eine Reportage über einen Ostdeutschen, der in Zürich als Straßenbahn-, pardon, Tramfahrer arbeitet.

    Wobei ich sagen muss, dass "schaffen" auch bei uns in Hessen durchaus gebräuchlich ist. Mit einem ganz weichen Doppel-f, fast schon w, ausgesprochen...
    Geändert von Iceman0905 (22.04.2019 um 13:37 Uhr) Grund: Typo

  7. Avatar von Sugarnova
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    AW: Schweizerdeutsch?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Es ist mir aufgefallen, dass die hiesigen Ossis als Erstes das schweizerische "schaffen" (im Sinn von "arbeiten") annehmen und benutzen. Das klingt sehr lustig, wenn einer erst im Ossislang redet und auf einmal ein paar breite Schweizer Wörter mitten dazwischen sitzen.

    gruss, barbara
    Bae, würde mal tippen, dass "schaffen" durchaus geläufig im Bairisch-Schwäbischen ist.

  8. gesperrt
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    AW: Schweizerdeutsch?

    Zitat Zitat von Sugarnova Beitrag anzeigen
    Bae, würde mal tippen, dass "schaffen" durchaus geläufig im Bairisch-Schwäbischen ist.
    Auch in anderen Teilen Deutschlands. Aber der Schweizer spricht es irgendwie anders aus, von der Sprachmelodie her.


  9. Registriert seit
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    AW: Schweizerdeutsch?

    Zitat Zitat von Sugarnova Beitrag anzeigen
    Bae, würde mal tippen, dass "schaffen" durchaus geläufig im Bairisch-Schwäbischen ist.
    ja aber doch nicht bei den Ossis! Die sagen doch normalerweise "arbeiten".

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  10. Avatar von Iceman0905
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    AW: Schweizerdeutsch?

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    ja aber doch nicht bei den Ossis! Die sagen doch normalerweise "arbeiten".
    Oder sind "uff Arbeed"...

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