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  1. Registriert seit
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    AW: Mammographie pro und contra

    Zitat Zitat von ambiva Beitrag anzeigen
    das ist alles nachvollziehbar - der alte menschliche traum, das schicksal selbst bestimmen zu können
    man kann nicht alles bestimmen, aber einiges schon. und warum sollte man das, was man bekannterweise tun kann, damit es einem gut geht, nicht tun?

    es gibt nicht nur schwarzweiss, sondern auch Zwischentöne.


    Zitat Zitat von ambiva Beitrag anzeigen
    was mir ganz und gar nicht gefällt daran: in dieser logik sind diejenigen, die krebs bekommen, dann auch noch "selber schuld".
    angenommen, jemand sei starker Raucher über lange Zeit - wie sehr würdest du dich bei dieser Person über einen Krebs der Atemwege wundern?

    andererseits: wo genau sollte jemand schuld sein, in eine Familie geboren zu werden, wo Krebs häufig ist, und eine entsprechende Disposition zu erben?

    und nein, eine theoretische Kenntnis (un)günstiger Verhaltensweisen bedeutet noch längst nicht, dass die Person fähig sei, diese zu ändern. alle Raucher wissen genau, dass Rauchen nicht gesund ist. aber gegen eine Sucht kommt man eben nicht leicht an, auch das könnten alle wissen, die es wissen wollen!

    Diskussion zu " Schuld" sind komplett überflüssig. braucht kein Mensch und schon gar nicht ein kranker Mensch.

    andererseits: der Entschluss eines gesunden Menschen, seine Gesundheit durch ihm zweckmässig erscheinende Methoden zu pflegen, ist keineswegs ein Vorwurf an irgendwen.

    und wie schon gesagt: Garantiert ist nur eins, nämlich, dass wir alle sterben werden. alles andere ist offen.


    auch wenn du das für dich so entscheidest, postulierst du doch mit deiner äußerung hier diese theorie, und ihr möchte ich ausdrücklich widersprechen.
    nein, ich postuliere diese Theorie sehr empathisch und definitiv NICHT.

    nicht direkt, nicht indirekt. gar nicht!

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao

  2. Avatar von Misirlu
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    AW: Mammographie pro und contra

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Prilblume,
    mit den epidemiologischen Grundbegriffen tun sich viele schwer, mach dir da keinen Kopf.
    Genau, Prilblume.

    Und zwar auch Frauenärzte (wenn auch nicht Deine, wie es scheint). Manche erzählen da wirklich Unsinn, und schätzen z.B. den Nutzen der Mammografie , oder die Aussagekraft ihrer Ergebnisse, völlig falsch ein. Jemand hatte ja schon auf das Buch von Gigerenzer aufmerksam gemacht, da kann man das u.a. nachlesen.
    Toleranz ist der Verdacht, dass der andere recht haben könnte.
    Kurt Tucholsky

  3. Avatar von Misirlu
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    AW: Mammographie pro und contra

    Zitat Zitat von Bae Beitrag anzeigen
    Ich stelle hier meine (!) Überlegungen dar, meine (!) Entscheidungen für mein (!) Leben.
    Wir wissen alle, dass Du nur um Dich kreist, und Provokation Dein Lebenselixier ist. Aber vielleicht nimmst Du mal zur Kenntnis (und nein, ich weiß, das wirst Du nicht tun), dass hier auch noch andere Menschen unterwegs sind, für die Dein "hopp und weg" gerade ein sehr aktuelles Problem darstellt.

    Und es gibt viele Leute, die sich für gefeit halten und/oder behaupten, für sie wäre Leid und Tod ja gar kein Problem. So etwas läßt sich ja treffend behaupten, so lange es einen nicht betrifft. Wenn es dann mal so weit ist, sieht es IMMER anders aus.

    Für mich heißt das nur, dass jemand so große Angst vor dem Thema hat, dass er das maximal verdrängt.
    Toleranz ist der Verdacht, dass der andere recht haben könnte.
    Kurt Tucholsky


  4. Registriert seit
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    AW: Mammographie pro und contra

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Die Therapiemöglichkeiten bei Brustkrebs sind in Industrienationen hervorragend. Flächendeckend Brustzentren.
    Immer erprobtere Medikamente und immer bessere Perspektiven.
    Davon kann man bei anderen Krebsarten nur träumen.

    In wie weit die Screenings dazu beitragen ist halt umstritten.
    Ich hab dazu eine ganz schlichte Meinung - gut behandelbar ist nur ein Tumor der früh entdeckt wird, und daher geh ich zur Früherkennung.

    Grad weil es dann gute Heilungschancen gibt.

    Im Ärzteblatt gibt es zum Thema Nutzen einen guten Artikel, mir leuchtet der durchaus ein was die Statistik angeht:

    Die vorliegende Arbeit zeigt, dass eine effektive Krebsfrüherkennung in dem nach den Screening-Studien gültigen Altersbereich kaum einen Einfluss auf die Gesamtmortalität in zwei repräsentativen westeuropäischen Populationen der 2010-er Jahre haben kann. Daher sind folgende Aussagen zum Mammographie-Screening falsch: „die Gesamtsterblichkeit in der Screening-Gruppe [ist] gleich hoch wie in der Nicht-Screening-Gruppe“, „durch Mammographie wird überhaupt kein Leben gerettet“ (12) oder „PSA-Screening erhöhte Schäden ohne Veränderung der Gesamtmortalität“.

    https://www.aerzteblatt.de/archiv/199033/Einfluss-des-Krebs-Screenings-auf-die-Gesamtmortalitaet

    Und wenn ich die eine von tausend oder auch einer Million bin, die profitiert - dann hat sich das für mich gelohnt. Für die Gesellschaft die das finanziert natürlich nicht, der bin ich als Individuum egal und muss es auch sein. Aber das ist mir dann eben auch egal.

  5. Avatar von Misirlu
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    AW: Mammographie pro und contra

    Die Schwäche dieser Untersuchung ist allerdings, dass alle möglichen Screeningverfahren zusammen gemixt wurden.

    Dass Untersuchungen wie z.B. der Pap-Test hoch effektiv sind, ist unbestritten. In Industrienationen gibt es nur noch selten Endometrialkrebs, der erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt wird.
    Toleranz ist der Verdacht, dass der andere recht haben könnte.
    Kurt Tucholsky


  6. Registriert seit
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    AW: Mammographie pro und contra

    uiuiu. Aus aktuellem Anlass habe ich diesen Strang noch einmal gelesen. Da kommt mir ja das kalte Grausen. Ein Danke an Misirlu und Katelbach, die wenigstens versuchen ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen

    Ich denke man muss bei alle Studien uns immer zwischen dem individuelle Nutzen und dem für die Gesamtbevölkerung unterscheiden.

    Als Krankenkasse "lohnt"sich das Ganze natürlich nur, wenn nicht zu viele falsch positive Befunde mit entsprechenden Nebenwirkungen (Ängste, evtl. nicht notwendige Therapie) auf eine entsprechenden Anzahl an tatsächlich Erkrankten und auch als solchen Erkannten kommen.

    Individuell sieht das dann aber ganz anders aus, insbesondere, wenn ich eben gerade keine "durchschnittliche" Kundin bin, sondern aus irgendwelchen Gründen ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs habe (familiäre Disposition, Lebenswandel, etc). Dann lohnt es sich eigentlich immer. Denn die Sorge habe ich ja eh schon.

    Ich habe zwei kleine Kinder. Ich käme im Traum nicht auf die Idee, auf die Mammographie zu verzichten, nur weil ich dann vielleicht 5 Jahre leben könnte ohne etwas davon zu merken, mich aber andernfalls in die Mühlen der Medizin begeben müsste. Diese Mühlen bescheren nämlich bei frühzeitiger Erkennung sehr sehr vielen Patientinnen noch ein langes Leben nach dem Brustkrebs.

    Meine erste Mammographie hatte ich mit 25 (wg. Knotens), meine letzte, plus Ultraschall, vor drei Wochen. Seeehhr dichtes Brustgewebe, Körbchen B-C: letztes Jahr hat es etwas weh getan, dieses Jahr nicht, aber alles locker aushaltbar. Wobei ich dämlicherweise auch zum falschen Zykluszeitpunkt hingegangen bin, da macht ja auch nochmal viel aus.

    Leider habe ich ein familiäre Disposition für eine weitere Krebsart, die quasi nicht früherkennbar ist und eine niedrige Überlebensraten hat. Ich würde sehr viel drum geben, wenn man da ähnlich gut vorsorgen könnte wie beim Brustkrebs!

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