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  1. Registriert seit
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    AW: Mammographie pro und contra

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Der Körper sagt´s einem schon. Fragt sich wann.
    meiner Beobachtung nach sind Körper recht kommunikativ, aber der Mensch oft hört nicht gerne hin.

    und dass die grossen Hämmer dann kommen, wenn schon über längere Zeit die feineren, subtileren Hinweise übergangen wurden. Weil... "es geht schon irgendwie", "ich kann mir aufgrund der beruflichen/familiären Situation keine Ruhe leisten", "ach das ist einfach das Alter", "das geht vorbei", "keine Zeit für sowas" "ich schluck eine Pille, dann tut's nicht mehr weh" "ich hab das schon immer so gemacht"....

    auch als Angehörige oder bekannte/befreundete Person, die sehr wohl mitkriegt, dass es bei jemandem nicht so toll läuft - stösst man eigentlich nie auf Musikgehör. im besten Fall auf "ich weiss schon, dass XY ein Problem ist, aber *Grund um nichts zu ändern*". na dann. Dann ändert man eben nichts - bis man muss, weil es anders nicht mehr geht, weil man zusammenklappt und schlicht nicht mehr kann. doch zu diesem Zeitpunkt ist die Katastrophe womöglich schon gross, womöglich nicht mehr umkehrbar.

    ***

    grundsätzlich vertraue ich auf mein Körpergefühl, das ich intensiv, seriös und mit zeitaufwendig pflege (= Vorsorge, damit ein Problem womöglich nicht entsteht oder sehr klein schon gelöst wird), kultiviere und reflektiere, mehr, als auf irgendwelche technischen Untersuchungen (=Früherkennung eines Problems mit technischen Methoden).

    bedeutet auch: wenn es heisst "stop" vom Körper her, auch ein leises und diskretes Stop, ein geringes Unwohlsein, kleine Zeichen dafür, dass ich nicht fit bin - respektiere ich das. Und handle entsprechend.

    Das Ausbilden der Wahrnehumgsfähigkeit und Ehrlichkeit sich selbst gegenüber sind Voraussetzungen, damit das klappen kann.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


  2. Registriert seit
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    AW: Mammographie pro und contra

    Zitat Zitat von Carcasonne Beitrag anzeigen
    Ob du Vorsorge befürwortest oder nicht, sei dir unbenommen.
    ich befürworte Vorsorge und pflege sie intensiv.

    Früherkennung erachte ich allerdings nicht als ein Mittel, das für mich taugt. nach Abwägung von pro und contras scheinen mir die contras zu überwiegen. (falsch-positive Fälle mit darauffolgenden weiteren Tests und ev. Behandlung, iatrogene Schäden, die immer geschehen können bei jeder Behandlung... ... ach, und dann noch nicht im strikten Sinn medizinische Nebenwirkungen wie sowas:
    Millionenfach Patientendaten ungeschutzt im Netz | BR24)


    Deine Ausführungen und Vorstellungen, wie der Lebensweg mit einer unerkannten, gering oder nicht behandelten Krebserkrankung aussieht, sind unvorstellbar naiv und lebensfremd!
    ich hoffe, dass ich genug kräftig und beweglich sein werde, um meinem Leben selbst ein Ende setzen zu können, wenn es nicht mehr gehen sollte.

    und natürlich kriege ich mit, wie Krebskranke in meinem Umfeld mit ihrer Krankheit umgehen. (arme Schweine, ich beneide sie nicht)


    Ein Familienmitglied starb an Brustkrebs. Heute, viele Jahre später, wäre er möglicherweise rechtzeitig erkannt worden.
    vielleicht. Vielleicht auch nicht. Das kann man nicht wissen.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


  3. Registriert seit
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    AW: Mammographie pro und contra

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Wir sprechen von Wahrscheinlichkeiten. Von Statistik.
    Der Einzelfall kann immer ganz anders aussehen - in jeder Richtung. Doch die Statistik zeigt eine Richtung an.
    Die man sehr kritisch betrachten sollte. Gerade bei Statistiken gilt es, genau hinzuschauen. Aber das weisst Du natürlich.

  4. Avatar von Hair
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    AW: Mammographie pro und contra

    Zitat Zitat von _vorbei Beitrag anzeigen
    Ja, das wurde ja auch mehrfach geschrieben, das muss man jetzt nicht noch x-fach wiederholen, da sich hierüber alle einig sind.

    Ich hab mich aber eben auf einen anderen Sachverhalt bezogen, diese Aussage kam damals vom behandelnden Arzt und ich denke, es bezog sich auf Tumorgröße, Wachstumsgeschwindigkeit, Metastasierung und eben der Tumorart, die man - dem Ermessen nach - in einer früheren Stadium sowohl bei der Früherkennung erkennen als auch gut hätte behandeln können.

    Ich finde das eine plausible Aussage.
    Über so eine Aussage würde ich mich tierisch aufregen. Das bedeutet doch, dass der mir suggerieren will, dass ich selber schuld bin. Wäre ich mal früher gekommen, hätte der Held mic selbstverständlich heilen können.

    Ich dagegen kenne leider sehr viele Ärzte, die sich weigern mir Untersuchungen zu machen oder zu verschreiben, weil sie es ja so viel besser wissen.

    Im Alter von 30 Jahren begann bei mir eine Makuladegeneration. Das hat ewig gebraucht das zu diagnostizieren, weil ich ja noch zu jung dafür war.

    Ähnliche Fälle ziehen sich durch mein gesamtes Leben und haben mir und meiner Familie schon viel Leid gebracht. Bei meiner Mutter hat das Vertrösten und Bagatellisieren durch den Arzt einen bei der Entdeckung nun unoperablen Tumor (weil zu groß) gebracht.

    Mein Vertrauen in die Ärzteschaft ist nunmehr äußerst niedrig.
    Geändert von Hair (18.09.2019 um 09:30 Uhr)


  5. Registriert seit
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    AW: Mammographie pro und contra

    Zum Thema "auf den Organismus hören" möchte ich gern etwas aus meiner Erfahrungs-Kiste beisteuern:

    Die meisten Menschen haben verlernt, auf sich zu achten. Sie nehmen sich erst dann wahr, wenn der Organismus brüllt = Schmerz überhand nimmt und bereits chronisch ist. Schmerz ist eines der meist missachteten Symptome überhaupt - Menschen sind in der Regel daran interessiert, ihn "weg" zu machen, entsprechend ist der Konsom von Analgetika, von denen eine erkleckliche Anzahl frei verkäufliche Präparate sind. Missbrauch ist hier vorprogrammiert und auch vom System gewünscht - siehe beispielsweise die intensive Werbung für topische Analgetika. Das ist immerhin ein Riesenmarkt.

    Ich habe einen guten Einblick in die Spür/Wahrnehmungsfähigkeit von Otto und Ottilie Durchschnitt. Sie ist mangelhaft und das aus gutem Grund: Wir bekommen diese Fähigkeit vom Stuhlkreis im Kindergarten an systematisch aberzogen. Sich selbst wahrzunehmen und auf Signale zu reagieren führt in Konflikte und in der Arbeitswelt häufig zu Sanktionen.

    Im Sport ist es verpönt, aufmerksam und achtsam mit sich umzugehen - es geht um Leistung, häufig auf Kosten der Gesundheit.

    Wir erachten den Missbrauch des Körpers durch Medikamente, die etwas "abstellen" sollen, als normal. Derselbe Missbrauch ist Alltag in Form von Übergewicht, das wir ebenfalls inzwischen als Norm betrachten. Süchte erzeugen massive Probleme im Organismus, die schlicht ignoriert und kompensiert werden.

    Wie soll bei dieser Konstellation das zarte Stimmchen eines Organismus durch dringen, das über Unbehagen ankündigt: Mensch, schau doch mal! Hier stimmt was nicht! ?


  6. Registriert seit
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    AW: Mammographie pro und contra

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Gesund oder krank ist man oft einfach so. Ohne "weil"
    man kriegt eine Konstitution mit auf den Weg - eine bessere oder schlechtere, je nach Glück/Zufall/Gottesgabe - und man kriegt eine Kindheit mit auf den Weg - eine bessere oder schlechtere, je nach Glück/Zufall/Gottesgabe.

    und aus diesem Grundmaterial kann und muss man ein Leben gestalten.

    Es gibt ein paar Sachen, die man tun oder lassen kann um Wahrscheinlichkeiten zu erhöhen.
    ziemlich viele Sachen, ja.

    Man kann die stärkste Rossnatur klein kriegen, wenn man den Tag mit Bier anfängt, um dann zur Zehnuhrpause zum Schnaps überzugehen, und jeden Tag als verloren betrachtet, an dem man nicht mindestens zwei Pack Zigaretten raucht.

    und man kann andererseits, mit recht grosser Wahrscheinlichkeit, das gegebene Niveau an Kraft/Gesundheit, das man hat, durch sinnvolles Verhalten erhalten und pflegen. nach dem Motto "everything in moderation, including moderation"

    Ich wäre aber sehr dagegen, da Folgerichtigkeiten zu lesen. Gesundheit ist einfach Glück. Zufall. Und "unverdient".
    Bei jungen Leuten und Kindern, ja; je älter man wird, desto mehr wird deutlich, welche Entscheidungen ein Mensch getroffen und umgesetzt hat. Es gibt welche, die machen aus bescheidenen Voraussetzungen sehr viel; andere haben super Voraussetzungen, und machen nichts daraus. Die Möglichkeit, das eigene Leben bewusst zu gestalten, steht allen offen. Egal aus welcher Ausgangslage jemand kommt.

    Garantien gibt es natürlich nicht, aber es ist auch nicht so, als ob da alles eine Lotterie wäre mit völlig unberechenbarem Ausgang. Speziell nicht bei den Dingen, die man selbst beeinflussen kann, und das sind viele.

    gruss, barbara
    It's easy.
    Manny Pacquiao


  7. Registriert seit
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    AW: Mammographie pro und contra

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Hängt eben davon ab, wie sehr einen ein Fehlalarm streßt.
    Es waren keine Fehlalarme gemeint. In der Broschüre ging es um Fälle, wo ein Tumor gefunden und behandelt wird, der aber evtl. gar keine Probleme gemacht hätte. Frag mich nicht, wie man das statistisch macht. Vermutlich stellt man bei einer gewissen Anzahl an gestorbenen Frauen, die aus irgendeinem Grunde seziert werden, fest, dass sie einen Tumor hatten, evtl. schon viele Jahre, aber am Ende an Herzinfarkt sterben, oder Autounfall, oder was auch immer. Ich habe mich auch gefragt, wie man so eine Statistik erstellt. Aber das stand wirklich in der hochoffiziellen Aufklärungsbroschüre. Hier: https://www.mammo-programm.de/downlo...bf.pdf#page=10

    Sie nennen es "Überdiagnosen".

  8. Avatar von Prilblume
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    AW: Mammographie pro und contra

    Zitat Zitat von Tigerente Beitrag anzeigen
    Es waren keine Fehlalarme gemeint. In der Broschüre ging es um Fälle, wo ein Tumor gefunden und behandelt wird, der aber evtl. gar keine Probleme gemacht hätte. Frag mich nicht, wie man das statistisch macht. Vermutlich stellt man bei einer gewissen Anzahl an gestorbenen Frauen, die aus irgendeinem Grunde seziert werden, fest, dass sie einen Tumor hatten, evtl. schon viele Jahre, aber am Ende an Herzinfarkt sterben, oder Autounfall, oder was auch immer. Ich habe mich auch gefragt, wie man so eine Statistik erstellt. Aber das stand wirklich in der hochoffiziellen Aufklärungsbroschüre. Hier: https://www.mammo-programm.de/downlo...bf.pdf#page=10

    Sie nennen es "Überdiagnosen".
    Das meinte ich auch, Tigerente, danke.
    Ich bin weder pro noch contra Mammographie per se. Eigentlich finde ich das gut. Aber die Screenings finde ich ein bisschen problematisch, weil ich glaube, dass damit insgesamt Sachen suggeriert werden, die nicht absolut stimmen: Vorsorge, Sicherheit.
    Erstens ist die mögliche Früherkennung keine Vorsorge, zweitens bietet sie keine Sicherheit, geheilt zu werden, und drittens hat die Früherkennung selbst ihre eigenen Risiken (die man ohne Früherkennung vermieden hätte).

    Wichtig finde ich, dass jede Frau so gut und umfassend wie möglich informiert wird/ist, damit sie für sich selbst entscheiden kann. Mir gelingt das z. B. besser, wenn nicht mit Prozentsätzen hantiert wird, sondern mit absoluten Zahlen. Ich glaube z. B. auch, dass nicht alle Ärzte oder Organisationen die Werte richtig wiedergeben oder interpretieren können. Bei einem Beratungsgespräch sagte mir die behandelnde Ärztin kürzlich z. B., Eierstockkrebs sei ein sehr seltener Krebs, pro Jahr erkrankten daran in Deutschland nur 8000 Frauen (die Ärztin riet mir zu einer Entfernung der Eierstöcke, daher glaube ich nicht, dass sie das Risiko herunterspielen wollte). Wenig später las ich auf einer Informationsseite im Inet die Angabe, dass von Eierstockkrebs soundsoviele Frauen (einstelliger Prozentbereich) im Laufe ihres Lebens betroffen seien. Das kann ja nun nicht beides stimmen. Das nur als Beispiel dafür, wie unzuverlässig manche Angaben sind.

  9. VIP Avatar von katelbach
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    AW: Mammographie pro und contra

    Natürlich weiß man bei sehr kleinen Tumoren nicht unbedingt was über ihrWachstumsgeschwindigkeit. Auf der anderen Seite kann ein winziger Tumor auch schon metastasieren. Und es ist ja seltener der Primärtumor, der das Leben direkt bedroht, sondern die Metastasierung limitiert die Zeit und gefühlte Gesundheit.

    Mir ist es egal, was der/die Einzelne macht, außer es handelt sich um Menschen, die ich mag und die mir nahe stehen.

    Mir geht aber das Bashing ziemlich auf die Nerven.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

  10. Avatar von Kleinfeld
    Registriert seit
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    AW: Mammographie pro und contra

    Es wird doch niemand gezwungen zur Mammographie zu gehen. Wer nicht möchte weil er Angst hat, lässt es ganz einfach.
    Ich für meinen Teil bin froh, das es das Angebot gibt und nehme es bald zum zweiten mal in Anspruch.
    Klar wäre ich gerne die, die vor dem Frühstück Yoga macht oder joggt.
    Ich bin aber die, die halb bewußtlos Kaffee macht und atmet.

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