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  1. Registriert seit
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    AW: Mammographie pro und contra

    Ich kenne diese Diskussionen und auch die Hoffnung der Patienten, die sie in die sog. Vorsorge setzen. Ich teile diese Hoffnung nicht, sondern sehe das recht nüchtern.

    Es bleibt bei einer Abwägung zwischen den Risiken einer Untersuchung (Belastung, Fehlinterpretationen etc) und dem Risiko zu erkranken. R-Rokeby hat das für mich perfekt zusammen gefasst.

    Ich lasse KEINE Mammographie machen, denn ich sehe keine Veranlassung, mich selbst unnötiger Strahlenbelastung auszusetzen. Jede Untersuchung erhöht gleichzeitig mein Erkrankungsrisiko. Diejenige Vorsorge, die für mich ein gutes Nutzen/Risiko/Profil hat, lasse ich machen, wenn ich daran denke.

    Ansonsten sehe ich ein, dass das Leben endlich und mit Risiken behaftet ist. Ich werde sterben. Wann, das liegt nur sehr begrenzt in meiner und der Hand von behandelnden Ärzten.

  2. Avatar von Sandra71
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    AW: Mammographie pro und contra

    Zitat Zitat von Carcasonne Beitrag anzeigen
    Man mag zur Mammographie stehen, wie man will - doch diese Schwadroniererei über ein Thema, von dem du offensichtlich keine Ahnung hast, ist sehr, sehr schwer zu ertragen.
    Als Nichtbetroffener kann man doch super große Reden schwingen.

    Wenn man dann doch selber mal von einer Krebsdiagnose betroffen ist, ändert sich die Meinung ggf. ganz schnell.

  3. VIP Avatar von katelbach
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    AW: Mammographie pro und contra

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Aber so einen magischen Glauben an "Vorsorge" - sorry, das teile ich nicht.
    Wir sprechen von Wahrscheinlichkeiten. Von Statistik.
    Der Einzelfall kann immer ganz anders aussehen - in jeder Richtung. Doch die Statistik zeigt eine Richtung an.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


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  4. Avatar von Prilblume
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    AW: Mammographie pro und contra

    Gerd Gigerenzer & Odette Wegwarth: Risikoabschätzung in der Medizin am Beispiel der Krebsfrüherkennung.

    Wer Lust hat, viel trockenen Text zu lesen.
    Ich habe zwei Hörbücher von Gigerenzer zum Thema Entscheidungsfindung (Missverstehen/Fehlinterpretieren von Statistik, absoluten vs relativen Werten, informierter Patient, etc., vor allem an den Beispielen Brust- und Prostatakrebs) gehört und fand das sehr erhellend/hilfreich für mich.

    Bei der Mammographie war ich noch nicht, ich habe es zunächst auch nicht vor (A-Körbchen, sehr drüsig, das Übliche).
    Stattdessen lasse ich die Brust regelmäßig bei meiner Gynäkologin ultraschallen. Bei der letzten Untersuchung ist ihr etwas aufgefallen, und jetzt gehe ich übermorgen zum MRT. Dieser Vorgehensweise vertraue ich mehr.

    @Syriana: Dir alles Gute!
    Das Internet schweigt.


  5. Registriert seit
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    AW: Mammographie pro und contra

    Ich bin da auch hin- und hergerissen. Ich habe dieses Jahr erstmals die Einladung erhalten, und weil mir meine FÄ schon seit mehreren Jahren in den Ohren liegt, ich soll da mal hingehen (große Brüste, etwas weit drinnen wäre evtl. nicht so gut tastbar), habe ich es jetzt erstmal gemacht. Bin aber sehr im Zweifel, ob das wirklich alle 2 Jahre sein muss.

    Vor allen Dingen haben sie so eine nette Broschüre mitgeschickt, der man entnehmen konnte, dass es fast genau so viele Fälle gibt, in denen unnötig behandelt wird, wie es Fälle gibt, die durch die Mammo rechtzeitig entdeckt werden konnten. Da fragt man sich dann schon, wie viel Sinn das alles wirklich macht. Ich habe im Bekanntenkreis einige Frauen um die 50, die gerade mit der Brustkrebsbehandlung durch sind - nur bei einer wurde der Tumor durch die Mammographie entdeckt, und bei der wurde sie aufgrund eines Verdachts gemacht, nicht wegen Screening.

    Also, ich muss mir das alles auch noch mal gut überlegen. Insbesondere gehöre ich nicht im geringsten zur Risikogruppe - in meiner gesamten erweiterten Familie gab es noch gar keinen Fall von Brustkrebs.

    @Syriana: auch von mir alles Gute - ich drücke die Daumen, dass alles gut geht bei Dir.

  6. Moderation
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    AW: Mammographie pro und contra

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Kein Mensch kann wissen, welche Chancen er gehabt hätte.
    Ist im Leben immer so. Man tut was man kann, ohne genau zu wissen, was man tut und was man kann, und hofft das Beste, auch wenn man nicht weiß, warum.

    Wenn etwas immer funktioniert, ist es Physik, nicht Biologie, und schon gar nicht Leben, wie wir es kennen.

    Zitat Zitat von Tigerente Beitrag anzeigen
    Vor allen Dingen haben sie so eine nette Broschüre mitgeschickt, der man entnehmen konnte, dass es fast genau so viele Fälle gibt, in denen unnötig behandelt wird, wie es Fälle gibt, die durch die Mammo rechtzeitig entdeckt werden konnten. Da fragt man sich dann schon, wie viel Sinn das alles wirklich macht
    Hängt eben davon ab, wie sehr einen ein Fehlalarm streßt.

    Wenn (Prozent Fehlalarme) mal (Streß eines Fehlalarms) größer ist als (Prozent rechtzeitig entdeckt für erfolgreiche Behandlung) mal (Streß von "zu spät"), dann sollte man nicht hingehen.

    Wobei ich erwarten würde, daß nach einer Biopsie eigentlich Gewißheit bestehen sollte, oder irre ich mich da? So ein Fehlalarm würde dann gar nicht bis zur Behandlung reichen.

    Und wenn man jemand ist, der hingeht, sich aber bei einem möglicherweise positiven Befund (= "da ist was") oder gewiß positivem Befund ("und es ist böse") unter der Bettdecke versteckt und einen großen Bogen um jeden Arzt macht... dann braucht man auch nicht hinzugehen. (Habe mir kürzlich in einem Austausch mit einer Ärztin erzählen lassen, ja, das gibts. Und ich dachte, das gäb's nur bei Briefen vom Amt.)

    Man muß sich einfach kennen. Da hilft's, mal Szenarien mental durchzuspielen und zu gucken, wie man sich dabei fühlt.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **
    Geändert von wildwusel (17.09.2019 um 22:30 Uhr)

  7. VIP Avatar von katelbach
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    AW: Mammographie pro und contra

    Zitat Zitat von Tigerente Beitrag anzeigen
    Vor allen Dingen haben sie so eine nette Broschüre mitgeschickt, der man entnehmen konnte, dass es fast genau so viele Fälle gibt, in denen unnötig behandelt wird, wie es Fälle gibt, die durch die Mammo rechtzeitig entdeckt werden konnten. Da fragt man sich dann schon, wie viel Sinn das alles wirklich macht.
    Bitte versteht das doch! Eine falsche Interpretation der Aufnahmen ist keine falsche Behandlung. Auch keine unnötige, weil die nicht stattfindet.
    Bei einem auffälligen Befund im Screening wird nicht behandelt, sondern der Befund wird abgeklärt. Man wrd erneut einbestellt und es werden weitere Untersuchungen veranlasst. Wenn diese einenbegründeten Verdacht ergeben, wird der Herd biopsiert (Stanzbiopsie). Je nachdem, wie die Histologie ist, wird behandelt.
    Thank you for observing all safety precautions.

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  8. Registriert seit
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    AW: Mammographie pro und contra

    Zitat Zitat von KlaraKante Beitrag anzeigen
    Ich kenne diese Diskussionen und auch die Hoffnung der Patienten, die sie in die sog. Vorsorge setzen. Ich teile diese Hoffnung nicht, sondern sehe das recht nüchtern.

    Es bleibt bei einer Abwägung zwischen den Risiken einer Untersuchung (Belastung, Fehlinterpretationen etc) und dem Risiko zu erkranken. R-Rokeby hat das für mich perfekt zusammen gefasst.

    Ich lasse KEINE Mammographie machen, denn ich sehe keine Veranlassung, mich selbst unnötiger Strahlenbelastung auszusetzen. Jede Untersuchung erhöht gleichzeitig mein Erkrankungsrisiko. Diejenige Vorsorge, die für mich ein gutes Nutzen/Risiko/Profil hat, lasse ich machen, wenn ich daran denke.

    Ansonsten sehe ich ein, dass das Leben endlich und mit Risiken behaftet ist. Ich werde sterben. Wann, das liegt nur sehr begrenzt in meiner und der Hand von behandelnden Ärzten.
    Genau so sehe ich das auch.

  9. Avatar von Prilblume
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    AW: Mammographie pro und contra

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Bitte versteht das doch! Eine falsche Interpretation der Aufnahmen ist keine falsche Behandlung. Auch keine unnötige, weil die nicht stattfindet.
    Bei einem auffälligen Befund im Screening wird nicht behandelt, sondern der Befund wird abgeklärt. Man wrd erneut einbestellt und es werden weitere Untersuchungen veranlasst. Wenn diese einenbegründeten Verdacht ergeben, wird der Herd biopsiert (Stanzbiopsie). Je nachdem, wie die Histologie ist, wird behandelt.
    Ich bin nicht vom Fach, aber ich erinnere mich an die Information, dass es aufgrund falsch positiver Diagnosen, auch bei der Biopsie, eben doch zu unnötigen Behandlungen kommen kann - nicht alle Tumore sind beispielsweise invasiv/bösartig - mit dann auch allen Risiken, die üblicherweise mit einem Eingriff verbunden sind. Ebenso gibt es bei allen Diagnoseverfahren auch falsch negative Ergebnisse. Das kann frau in die Entscheidungsfindung miteinfließen lassen. Für mich spielt es eine Rolle.
    Das Internet schweigt.

  10. VIP Avatar von katelbach
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    AW: Mammographie pro und contra

    Eine gelegentliche Fehlbeurteilung gibt es überall - sprich: die Pathologen können auch mal was falsch beurteilen. Das ist aber nicht so häufig wie hier gern behauptet wird. Und es kann auch passieren, dass die Histologie bei einem tastbaren Knoten falsch positiv oder falsch negativ beurteilt wird.

    Die Aussage 115 Frauen von 1000 werden falsch behandelt ist falsch. Früher, noch in den späten 80ern/Anfang der 90er wurde jede Frau, die "was getastet" hatte, schnell mammografiert (damals teils noch beim Gyn direkt!) und ratzfatz operiert. Damals gab es den Schnellschnitt (vielleicht noch in einer Belegklinik ): Die Frau lag im OP in Narkose bis der das Präparat für den Schnellschnitt "schnell weggebracht, schnell angeschaut" war und das vorläufige Ergebnis in den OP kommuniziert wure. Dann wurde weiteroperiert - je nach dem vorläufigen Ergebnis. Und oft genug ein paar Tage später wieder operiert. Oder: die Brust wurde gleich amputiert, die Lymphknoten entfernt - nur auf Basis des Schnellschnitts.

    Heute weiß man in der Regel vor der OP, womit man es zu tun hat: neben der allgemeinen Histologie Hormonrezeptoren, HER2 etc. ... Nicht zu vergessen Wächterlymphknoten, Chemosensitivitätsassays. Nahezu immer stimmt das auch.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


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