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Thema: Frauenarzt


  1. Registriert seit
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    1

    Frauenarzt

    Hallo.

    Ich bin 39 Jahre alt und habe panische Angst vor dem Frauenarzt. Gehe nur selten dahin da ich bei meiner alten Frauenärztin schlechte Erfahrungen gemacht habe. Ich hatte jedes mal schmerzen gehabt während der Untersuchung und sie hatte nie aufgehört. Nun bin ich bei einem Arzt der mit Feingefühl ran geht. Mir läuft es schon kalt den Rücken runter wenn ich daran denke mich unten rum nackt einen fremden Menschen auf diesen komischen Stuhl zu präsentieren. Das letzte mal war ich vor 5 Jahren dort und es wurden 2 Zysten festgestellt. Wie werden diese normalerweise entfernt ? Habe große Angst davor. Wird es im Krankenhaus gemacht oder kann es auch in der Praxis gemacht werden ?

  2. Avatar von coryanne
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    AW: Frauenarzt

    Du wirst wohl nicht drum herumkommen, nochmal zum Frauenarzt zu gehen. Nach 5 Jahren kann sich viel verändert haben. Die Zysten können auch verschwunden sein. Alle Fragen, die du hast, solltest du vor dem Termin aufschreiben und dann dem Arzt stellen. Ansonsten vergisst man vor Aufregung manchmal etwas.

  3. Moderation Avatar von Stina
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    AW: Frauenarzt

    Mach kleine Schritte.
    Nimm Deinen Mut zusammen und ruf in der Praxis an. Sag, dass Du Angstpatientin bist und deshalb lange nicht da warst. Diese "Flucht nach vorne" nimmt Dir bestimmt schon einen Teil des Drucks - wenn Du es selbst ansprichst, wird ein einfühlsamer Arzt es Dir nicht als Versäumnis vorwerfen, sondern Dich drin bestärken, dass es gut ist, dass Du jetzt da bist.

    Einen Termin zu haben, nimmt auch etwas Druck, denn das Gefühl "ich sollte, aber ich schaff es nicht, mich zu kümmern", fällt weg.

    Und dann gehst Du hin. Wahrscheinlich mit Herzklopfen und Angst, aber dem Gedanken im Kopf, dass spätestens in einer Stunde der Termin hinter Dir liegt.

    Und die Liste mit den Fragen ist auch ein sehr guter Tipp.

    Ich selbst hab übrigens keine Angst vorm Frauenarzt, aber mein Mann hatte eine ganz schlimme Zahnarztphobie und kann aber mit Hilfe dieses Vorgehens und aufgrund eines sehr guten Zahnarzts inzwischen alle Termine völlig normal wahrnehmen. Er freut sich nicht drauf (wer tut das??, er ist auch etwas nervös, aber er schläft in der Nacht davor und hat keine körperlichen Angstsymptome mehr).

    Viele Glück, geh es an
    12 26. We are Family.

    Moderation in Erziehung & Freundschaft

  4. Avatar von Mediterraneee
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    AW: Frauenarzt

    Es ist schon mal gut, dass Du jetzt einen Arzt hast, der mehr Feingefühl hat als Deine frühere Ärztin.

    Ich stimme Stina zu, sag dem Arzt spätestens im Vorgespräch, dass Dein Besuch bei ihm Dich sehr viel Überwindung kostet. Dann kann er darauf eingehen, zum Beispiel, indem er vor jedem Schritt genau erklärt, was er als nächstes tun wird etc.

    Dass Du Dich in Deiner Nacktheit unwohl fühlst, wird der Arzt gut kennen, das geht wohl den allermeisten Patientinnen so. Versuche Dir zu vergegenwärtigen, dass er a) das den ganzen Tag macht und es für ihn nichts besonderes ist, dann kannst Du selbst vielleicht auch ein bisschen selbstverständlicher damit umgehen und b) er alles, was er tut, nur tut, damit Du gesund bleibst, dann fühlt es sich vielleicht nicht mehr so schlimm an.

    Hast Du eine Freundin, Schwester o.ä., die vielleicht mit hingehen könnte?

    Nimm Dir doch vor, dass Du nach dem Termin irgendwas ganz Schönes machst, um Dich für Deine "Tapferkeit" zu belohnen. Kauf Dir hinterher eine schöne Bluse oder ein Buch oder geh in einem Café Deinen Lieblingskuchen essen. Dann hast Du was Schönes, auf das Du Dich freuen kannst.

    Hat man Dir denn bei Deinem letzten Besuch gesagt, dass die Zysten entfernt werden müssen? Zysten sind ja Wasseransammlungen im Körper, die müssen nicht zwingend operativ entfernt werden.
    Manche Menschen leben so vorsichtig, die sterben wie neu.



    Mein Avatar zeigt ein Gemälde von Ramón Lombarte.
    Geändert von Mediterraneee (27.08.2019 um 17:49 Uhr)

  5. Moderation Avatar von Flau
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    AW: Frauenarzt

    Ich moechte Dich auch dazu ermutigen, mit Deiner Angst offen umzugehen und Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hast Du denn grundsaetzlich Vertrauen zu diesem Arzt? Wie die Vorschreiberinnen schon vorschlugen: besprich das einfach mal mit ihm, ggf. in einem reinen Gespraechstermin, vollstaendig bekleidet an seinem Schreibtisch. Vor dem brauchst Du auch gar keinen Bammel zu haben, und dann haettest Du schonmal den sprichwoertlichen Fuss in der Tuer.

    Eine Begleitung mitzunehmen kann auch eine gute Idee sein. Die bleibt dann in Kopfnaehe und kann Dir was erzaehlen, so dass es keine weitere Person ist, die Dich nackert sieht.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass Du durch die ruppige Behandlung von frueher ein kleines Trauma hast, aber da Du das weisst, kannst Du das bestimmt aufloesen.
    Moderatorin im Forum Über Treue und Lügen in der Liebe, Politik und Tagesgeschehen, Was bringt Sie aus der Fassung?, Medizinische Haarprobleme und Zähne


    [Damals] wurde weniger Geschiss gemacht und insgesamt war alles besser. Was an den Müttern lag. Denen von damals. Wenn sie ihren Kindern doch bloß [...] noch beigebracht hätten, wie man Kinder erzieht.
    Userin Minstrel02 im Forum Erziehung


  6. Registriert seit
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    AW: Frauenarzt

    Ich bin auch für Offenheit.
    Also gleich mit der Tür ins Haus fallen:

    "ich habe furchtbar Angst, schäme mich in der Situation und war daher ewig nicht".

    Weil - allein anhand der Reaktion auf diese Eröffnung kannst du einfach und schnell feststellen, ob du da in guten, passenden Händen bist

    Gehen wir mal davon aus, dass "ja" (weil sonst, suchst du dir gleich einen anderen Arzt. Nicht jedem ist alles gegeben. Leider)

    Du gehst hin.
    Du machst dir innerlich klar, dass das jetzt kein schöner Freizeittermin ist, sondern sowas wie "Arbeit/Präsentation/Audit/Lehrprobe/..../"
    So ziehst du das durch. Also innerlich bisschen gewappnet, geschäftsmäßig.

    Wenn es weh tut, sag "das tut weh, können Sie bitte vorsichtiger/langsamer/mit mehr anwärmen/.../ "
    Wenn du dir blöd vorkommst:
    1. der Arzt sieht das mehrmals täglich. Das ist für jeden Arzt vollkommen normaler Alltag. Solltest du die Befürchtung haben - auch für männliche Ärzte ist das was komplett anderes wie der private Zugang zum Thema. Komplett.
    Die männlichen Gyns, die ich kenne, kapieren immer gar nicht, wie man (Frau) auf die Idee kommt, dass...

    Die meisten Männer, die Gyn werden, werden das übrigens nicht, weil sie dann dauernd nackte Weiber sehen, sondern weil es eine Fachrichtung ist, die unvorstellbar Schönes (Geburt) und herausforderndes (OPs) und vielfältiges (vom Teen zur älteren Frau) etc. etc. etc. bietet.
    Der Rest wird's, weil es ein Zufall war (in der Abteilung hängen geblieben, Chef gut gefunden, Stelle bekommen, sowas...)

    Also, die Zysten.
    Können durchaus sog. funktionelle Zysten gewesen sein. Also Zyklus abhängig und wieder verschwunden.

    Wenn du während der Untersuchung aufgeregt bist, und der Arzt das nicht eh von sich aus macht, frage!
    Frage. Bitte ihn. "bitte erklären Sie mir, was Sie gerade machen/sehen". Dann seid ihr beide beschäftigt.
    Oft plaudern Ärzte ähnlich wie Friseure (schon im Urlaub heuer/Wetter/Parkplatzsituation bei Praxis/Weihnachtsgeschenke schon/.../).
    Wenn dir das liegt, steig drauf ein. Inhalt egal.
    Wenn du Sorge hast, ob der Arzt noch gut untersuchen kann, während er über ... redet. Kann er .

    Dann hast du es überstanden. Ich wünsche dir, dass alles easy war und nur ein bisschen unangenehm. Irgendwie unangenehm. ist es leider immer.
    Die ganze Situation ist einfach strange. Da gibt es nix zu beschönigen. Wenn du dir das einfach zugestehst und dir sagst "ist so." dann kann es das einfacher machen.

    Danach! Danach gönnst du dir zur Belohnung der überstandenen Herausforderung was Nettes nach deinem Geschmack:
    das kann eine schöne Tasse Kaffee sein,
    ein Strauß Sonnenblumen
    ein tolles Duschgel

    Irgendwas, was dir sagt "gut gemacht"

    Nochmal in drei Schritten:

    1. in der Praxis sagen, was Sache ist. Deutlich, klar, direkt
    2. Während der Untersuchung: Fragen bzw. mitreden
    3. Danach: Kompensations-Ritual

    alles Gute und geh hin

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