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  1. Registriert seit
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    AW: "Discovering Hands" statt Mammografie-Screening ab 50 - sinnvolle Alternative?

    Zitat Zitat von Chrissie16 Beitrag anzeigen
    Ich möchte ein Spiel mit der Angst ausschließen und leider deuten schon einige Beiträge von Euch für mich darauf hin.

    Ich war gottseidank vor 19 Jahren schwanger, konnte die Schwangerschaft genießen ohne zig zumeist kostenpflichtigen aber ja „freiwilligen“ Zusatzuntersuchungen zuzustimmen, denn seien wir mal ehrlich: gerade in der Situation fühlt man sich geradezu genötigt, zu bejahen.
    Denn: man will ja nur das Beste.

    Ist es denn das Beste, sich das Hirn zu zermartern beim Warten auf Ergebnisse?
    Im Zusammenhang mit Untersuchungen in der Schwangerschaft sollte nicht vergessen werden, dass sich Frauen dadurch unter Umständen in einer falschen Sicherheit wiegen: Die bei weitem größte Zahl an Behinderungen entsteht nicht während der Schwangerschaft, sondern durch Komplikationen während der Geburt. (Und durch Alkohol- und anderen Substanzenmissbrauch während der Schwangerschaft.) Außerdem kommt es dazu, dass Frauen, die ein Kind mit (zum Beispiel) Trisomie 21 zur Welt bringen, sich fragen lassen müssen, warum sie es nicht abgetrieben haben.

    Was das Beste ist, kann nur jede Frau für sich selbst entscheiden, in der Schwangerschaft, bei der Einladung zur Mammographie und übrigens auch sonst im Leben.

  2. Avatar von Chrissie16
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    AW: "Discovering Hands" statt Mammografie-Screening ab 50 - sinnvolle Alternative?

    Zitat Zitat von rodrigue3 Beitrag anzeigen
    Korrigiert mich, wenn ich falsch liege: Aber "Discovering Hands" können meines Wissens nach DCIS nicht ertasten. Damit wird also nicht die Mammographie ersetzt.

    Jede Frau kann nur für sich selbst entscheiden, wie sie das Risiko, eine Krebsvorstufe behandeln zu lassen, die VIELLEICHT nie zu Krebs geworden wäre, abwägt gegen das Risiko, die Eine von Tausend zu sein, bei der durch Mammographie ein zusätzlicher Krebsfall entdeckt wird.
    Das unterschreibe ich alles, ich möchte hinterfragen, ob die Vorgehensweise sinnvoll ist, bzw. welche Interessen dahinter stecken.
    Massenhaft Frauen fühlen sich durch den Brief genötigt und setzen sich immensem Stress aus.
    Durchleben schlimme Ängste, die vielleicht unnötig wären.

    Ich frage mich das, weil ich an dieser Gabelung stehe, an der ich für mich überlegen kann, was für mich besser oder schlimmer wäre.

    Mit der Teilnahme an dem screening Programm kann ich in eine miese Mühle geraten.
    Das Leben ist am schönsten, wenn es einen Glauben an die Zukunft gibt, wenn man Optionen hat.
    (Kappuziner, 15.11.2010, 22.30 Uhr)


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    AW: "Discovering Hands" statt Mammografie-Screening ab 50 - sinnvolle Alternative?

    Zitat Zitat von Salbeiblatt Beitrag anzeigen
    Mir ist schon klar, dass Sonografie eine Ultraschalluntersuchung uns Screening ein Röntgenverfahren ist. Mir geht es darum, wie genau die Untersuchung ist.
    Sowohl bei Mammographie wie bei Tastuntersuchung können (insbesondere bei Frauen mit "dichter Brust") in Einzelfällen Tumore übersehen werden, die durch einen zusätzlichen Ultraschall entdeckt werden können. Zahlen dazu weiß ich nicht.

  4. Avatar von Chrissie16
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    AW: "Discovering Hands" statt Mammografie-Screening ab 50 - sinnvolle Alternative?

    Zitat Zitat von Chrissie16 Beitrag anzeigen
    Mit der Teilnahme an dem screening Programm kann ich in eine miese Mühle geraten.
    Mit der Nicht-Teilnahme natürlich auch.
    Das Leben ist am schönsten, wenn es einen Glauben an die Zukunft gibt, wenn man Optionen hat.
    (Kappuziner, 15.11.2010, 22.30 Uhr)


  5. Registriert seit
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    AW: "Discovering Hands" statt Mammografie-Screening ab 50 - sinnvolle Alternative?

    Zitat Zitat von Chrissie16 Beitrag anzeigen
    Das unterschreibe ich alles, ich möchte hinterfragen, ob die Vorgehensweise sinnvoll ist, bzw. welche Interessen dahinter stecken.
    Ob das FÜR DICH sinnvoll ist, kannst du nur allein entscheiden. Da hilft auch Hinterfragen, welche Interessen dahinter stecken, nicht.

    Klar kannst du mit der Teilnahme am Screening-Programm in eine miese Mühle geraten, die darin besteht, dass du in der Zeit des Wartens aufs Ergebnis ein nervliches Wrack bist. Dagegen kannst du mit Meditation, Gelassenheit, Achtsamkeit, Ablenkung, whatever, angehen.

    Du kannst eine der Frauen werden, die "überbehandelt" wird, also deren DCIS vielleicht nie zu einem Krebs geworden wäre (was man vorher nicht wissen und hinterher nicht wissen kann).

    Du kannst, wenn du nicht teilnimmst, an Brustkrebs erkranken, der nicht oder zu spät erkannt wird.

    Besorg dir die neuesten Zahlen und entscheide dann so rational wie möglich, mit welchem Risiko du am besten leben kannst. Und wenn du weißt, du bist eine, die sich immer vorwerfen wird, irgendetwas versäumt oder übersehen zu haben: Dann geht zur Mammographie UND zu den Discovering Hands.


  6. Registriert seit
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    AW: "Discovering Hands" statt Mammografie-Screening ab 50 - sinnvolle Alternative?

    Zitat Zitat von Salbeiblatt Beitrag anzeigen
    Mir ist schon klar, dass Sonografie eine Ultraschalluntersuchung uns Screening ein Röntgenverfahren ist. Mir geht es darum, wie genau die Untersuchung ist.
    Nur der Vollständigkeit halber: Screening bezeichnet nicht die Art der Untersuchung (in diesem Fall Mammographie), sondern die systematische Untersuchung einer definierten Gruppe von Menschen (in diesem Fall Frauen zwischen 50 und 69).

  7. Avatar von red_gillian
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    AW: "Discovering Hands" statt Mammografie-Screening ab 50 - sinnvolle Alternative?

    Zitat Zitat von rodrigue3 Beitrag anzeigen
    Was das Beste ist, kann nur jede Frau für sich selbst entscheiden, in der Schwangerschaft, bei der Einladung zur Mammographie und übrigens auch sonst im Leben.
    Sehe ich auch so.
    Die Mammographie zeigt auch kleine Verkalkungen, die auf evtl. Krebs hinweisen könnten, und die kann niemand tasten. Getastet werden bereits existierende Knoten.
    Man hat immer Entscheidungsfreiheit - will man wegen entdeckter Kalkherde eine Stanzbiopsie machen lassen oder nicht?
    Ich war bereits zweimal in der Situation mich für oder gegen Stanze entscheiden zu müssen und habe mich nach Bauchgefühl einmal dagegen entschieden (vor über 20 Jahren) und einmal dafür (nach meiner ersten Teilnahme am Mammographie-Screening). Beide Male kam als Endbefund "alles ok". raus.
    Man kann sich immer auch dafür entscheiden, im Falle eines entdeckten Risikos keine Stanze machen zu lassen, sondern engermaschige Kontrollen zu fahren und zu sehen, ob sich da was entwickelt. (Das habe ich vor über 20 Jahren so gehandhabt).
    Whoever is unjust, let him be unjust still.
    Whoever is righteous, let him be righteous still.
    Whoever is filthy, let him be filthy still.
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    - Johnny Cash, When the man comes around


  8. Registriert seit
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    AW: "Discovering Hands" statt Mammografie-Screening ab 50 - sinnvolle Alternative?

    Zitat Zitat von Chrissie16 Beitrag anzeigen
    Ich denke, man kann gar nicht NICHT Deine Beweggründe nachvollziehen.

    Ganz sicher hast Du für Dich das Richtige getan und für Dich sehr gut gesorgt. Und ich finde das sehr sehr stark von Dir, Chapeau.
    Vielen Dank!

    Zitat Zitat von Chrissie16 Beitrag anzeigen
    Das unterschreibe ich alles, ich möchte hinterfragen, ob die Vorgehensweise sinnvoll ist, bzw. welche Interessen dahinter stecken.
    Ich habe es bisher so verstanden, dass man eine Gruppe definieren kann (Frauen ab 50 bis ?), wo diese Krebsfrüherkennung Nutzen hat. Was bei anderen Gruppen (röntge alle Raucherlungen) nicht so wäre - weil, gute Nachricht, Brustkrebs heute gut heilbar sein kann, was vielleicht bei Lungenkrebs, den man beim Röntgen finden würde, eher nicht so ist? Denk ich mir so, wobei ich mich mit Lungenkrebs nicht auskenne.

    Massenhaft Frauen fühlen sich durch den Brief genötigt und setzen sich immensem Stress aus.
    Durchleben schlimme Ängste, die vielleicht unnötig wären.
    Das halte ich dann aber für ein eigenes Problem und eine Frage der Haltung, das muss ja nicht so sein und dafür kann das Mammo-Screening nix.

    Ich selbst dachte (nach dem ersten Schrecken) eigentlich eher: wie gut dass ich da war und man es früh gefunden hat. Mich hat das dann eher beruhigt.

    In meinem Umfeld weiß ich von ein paar Fällen, wo den Leuten gesagt wurde, wären sie mal früher gekommen, dann hätte man noch was machen können. Das find ich dann echt bitter.
    Liebhaben von Mensch zu Mensch, das ist vielleicht das Schwerste, was uns aufgegeben ist, das Äußerste, die letzte Probe und Prüfung, die Arbeit, für die alle andere Arbeit nur Vorbereitung ist.
    Rainer Maria Rilke

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