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    Erfahrungsbericht Hysterektomie (LAVH Methode)

    Hallo zusammen,

    Ich hatte am 13.12.2016 eine totale Hysterektomie OP (Gebärmutter, Gebärmutterhals und Eileiter entfernt, Eierstöcke sind erhalten geblieben). Da ich im Vorfeld viel auf Foren unterwegs war um mich zu informieren, möchte ich Euch allen, denen das ggf. noch bevorsteht meine Geschichte erzählen. Deshalb habe ich mich hier registriert, um meinen Bericht hochzuladen, und vielleicht kann ich Euch bei der Entscheidung helfen und/ oder erleichtern.

    Also, ein paar Eckdaten. Ich bin 37 und weiss schon einige Jahre, dass ich viele und grosse Myome an der Gebärmutter habe. Alle waren von aussen angesiedelt, zT. in die Wand der Gebärmutter gewachsen. Ich hatte keine grösseren Beschwerden, was meinen Zyklus anbelangt. Keine Menstruationsbeschwerden, keine abnormal starke oder unregelmässige Periode. Allerdings war innerhalb des letzten Jahren der Druck auf meine Blase grösser geworden, so dass ich wirklich häufig auf die Toilette musste, was bei einem aktiven Lebensstil (ich wandere gern und mache viel Musik) schon nervig ist. Birgt auch andere Gefahren für die Nieren und ggf. Inkontinenz später.

    Somit meinten meine Frauenärztin und die auch die Ärzte des operierenden Spitals, ich habe 2 Möglichkeiten: 1. Man könne die Myome entfernen. Das wäre nur per Bauchschnitt möglich gewesen, da diese sehr blöd quer über den Uterus verteilt wuchsen. Oder aber 2. man könnte gleich die gesamte Gebärmutter entfernen. Das war mit der LAVH (laproskopisch assistierte vaginale Hysterketomie) möglich.

    Vorteil von 1.: Ich könnte danach noch Kinder bekommen. Nachteil: Grössere Narben (innen wie aussen), Myome würden ggf. nachwachsen und eine weitere OP wäre dann ggf. nötig. Eine Entbindung wäre eh nur per Kaiserschnitt möglich.

    Vorteil von 2.: kleine OP (minimal-invasiv), keine bzw. minimale hormonellen Veränderungen da die Ovarien im Körper bleiben, keine Folge-OP nötig, keine Menstruation mehr. Nachteil: Kann keine eigenen Kinder bekommen.

    Ich habe ein Jahr lang überlegt, weitere ärztliche Meinungen eingeholt und abgewogen, was die richtige Entscheidung ist und mich für die Hysterektomie entschieden. Dies war auch eine sehr gute Entscheidung für mich, aber das muss wirklich jede Frau abwägen und für sich ausloten. Ich wollte nie Kinder bekommen und fühle mich auch ohne Gebärmutter als vollwertige Frau. Ich habe es mir nicht leicht gemacht und wie gesagt – viel recherchiert und mit anderen gesprochen. Das rate ich jeder! Wägt ab und lasst Euch Zeit, wenn ihr könnt.

    Nun zum Ablauf der OP und der Heilung und Nachsorge. Ich bin mal so ausführlich wie möglich, da mich das auch interessiert hätte.

    Eintritt ins Spital war am Morgen der OP. Ich musste am Tag vorher ein Abführmittel nehmen und durfte nach 15 Uhr nichts mehr essen. Das war jetzt nicht gerade angenehm … Bauchkrämpfe und Durchfall, aber nach ein paar Stunden war das überstanden. Durfte noch Wasser und Tee oder Brühe trinken. Ich habe gut geschlafen und am nächsten Morgen dann ab ins Spital.

    Ich bezog mein Zimmer und machte mich mit meiner Bettnachbarin bekannt (eine tolle Frau mit gleichem „Schicksal“ - wir sind seitdem gut befreundet) und wechselte die Kleidung in ein Krankenhaushemd. Ca. 2 Stunden später war es dann so weit. Und da hatte ich dann doch Bammel… Würde ich was merken? Würde ich Schmerzen haben nach der OP? Als ich in der „Schleuse“ (vom OP Vorraum zum OP) ankam, beruhigten mich aber ein sehr netter Zivi und der Anästhesist. Ich bekam einen Venenzugang und etwas zur Beruhigung – und ab dem Zeitpunkt war ich völlig entspannt und genoss den legale Drogenrausch, hehehe. …. Next thing I know: Aufwachraum. 4 Stunden sind vergangen. Mir ist kalt, ich zittere richtig, bekomme aber sofort eine Art Bettheizung. Keine Schmerzen, dafür weiterhin Schmerzmittel, die mich in Watte gepackt wegfliegen lassen. Der Drogenrausch hält noch eine Weile an ;-). Ständig hält emand meine Hand und kümmert sich um mich, checkt meinen Blutdruck, meine Temperatur etc. erc. Fühle mich wohlig warm und sehr gut aufgehoben.

    Nach ca. 1 Stunde im Aufwachraum darf ich zurück auf Station. Meine Bettnachbarin hat ihren Eingriff zu dem Zeitpunkt noch vor sich und amüsiert sich herrlich über das inkohärente Zeug, dass ich von mir gebe. Aber ich kann sie beruhigen, dass es mir gut geht und ich keine Schmerzen habe. Den Rest der Nacht bekomme ich nicht wirklich mit, aber alls paar Stunden sieht einer nach mir. Ich habe noch eine Tamponade in der Scheide und trage eine Binde, und einen Katheter habe ich ebenfalls noch. Letzterer ist total unangenehm; mein Harnausgang brennt und ich kann nicht richtig liegen. Meine Ärztin kommt noch am Abend vorbei und sagte mir, alles sei gut gelaufen, und es sein allerhöchste Eisenbahn gewesen, etwas zu tun. Eine normale Gebärmutter wiegt um die 60g. Meine wog 960g…!!

    Am nächsten Morgen (ca. 12 Stunden nach OP Ende) werden die Tamponane und der Katheter entfernt. Ich will nicht lügen: Das tat weh und war echt S******. Dauerte aber auch nur eine Minute, insofern – alles nicht so schlimm. Meine Blase war schon echt irritiert. Anfangs brannte es ständig. Beim Liegen, Sitzen, Stehen und vorm allem beim Pinkeln. Ich hatte Angst, mir eine Blasenentzündung zugezogen zu haben, zumal auch Blut im Urin war. Aber es stellte sich heraus, dass das Blut aus der Scheide stammte (normaler Wundfluss in den ersten Tagen). Und nach einigen Tagen war auch meine Blase wieder ruhiger. Sie hatte in den letzten Jahren ja eh ein Schattendasein gefristet, ständig eingeklemmt hinter der riesigen Gebärmutter, und musste sich erstmal an den Platz gewöhnen.

    Ich konnte recht schnell wieder essen und der Appetit kam wieder. Anfangs gab es Schonkost (nichts Blähendes, viel Kartoffelpüree, leichtes Brot und literweise stilles Wasser, Brühe und Kräutertee).

    Meine Aktivität kam peu a peu zurück. Am 2. Tag, nach Ziehen des Katheters, konnte ich allein aufstehen und unternahm zunächst allein, dann mit meiner Bettnachbarin, kleine Spaziergänge auf der Station. Bewegung ist gut. Denn bei der OP wird Luft in den Bauchraum gepumpt, damit ein Hohlraum zum Operieren entsteht. Die meiste Luft wird wieder „abgelassen“ aber der Rest muss halt nach und nach raus. Die verbleibende Luft drückt auf alles im Bauch, von Rippenfell bis Darm, und Magnseiumtabletten aber eben vor allem Bewegung helfen um sie loszuwerden. Also jeden Tag ein bisschen mehr Aktivität, aber hauptsächlich lag ich rum, las, hörte Musik und schlief. So eine Vollnarkose haut einen schon ordentlich um, und man muss sich einfach Zeit geben. Die Nachblutung und der Wundfluss waren schnell vorbei, da hatte ich Glück. Anfangs tat es trotz Schmerzmittel etwas weh im Unterbauch, aber auch das wurde besser. Keine schlimmen Schmerzen - einfach unangenehm.

    Man darf nicht vergessen: Es wird einem ein Organ entfernt. Und je nach dem, wie gross die Gebärmutter am Ende war, muss sich der Körper an das „Loch“ im Bauchraum gewöhnen. Der Darm und die Blase müssen sich neu positionieren. Jeder Pups, jede Verdauungsbewegung ist unangenehm.

    Nach 4 Tagen wurde ich entlassen mit der Anweisung mich sofort zu melden, wenn ich Fieber bekomme, mehr Schmerzen habe, der Wundfluss stärker würde oder sonst irgendwas komisch sei. Ich bekam Ibuprofen, einen Magensäurehemmer und eine Vaginalcreme mit. Ich sollte 3-4 Wochen nicht mehr als 6 Kilo heben und mich schonen. Ich bekam eine Krankschreibung für denselben Zeitraum.

    Wieder Zuhause ging es dann ebenso stetig bergauf. Aber man muss sich WIRKLICH daran halten sich zu schonen. Also keine Hausarbeiten!! Staubsaugen, herumräumen etc – das alles fällt flach. Mal ab und zu das Waschbecken putzen, ein bisschen kochen, Geschirr abwaschen oder eine Maschine Wäsche anstellen – okay. Aber schon beim Bettenbeziehen habe ich mir Hilfe geholt. Müll runtertragen? Vergiss es. Einkaufen, okay aber mit 1 L Milch, Brot, ein paar Eiern und noch etwas Aufschnitt reicht es auch schon. Man muss kritisch über jede Bewegung nachdenken. Am besten sollten man sich auch nicht bücken, sondern immer in die Knie gehen. Und zwar IMMER. Vom Schuhe anziehen bis zu „eben mal was aufheben“…

    Ich hatte in der ersten Wochen nach meiner Entlassung meinen guten Freund zu Besuch, der mit alles abgenommen hat. Er hat meinen Haushalt geschmissen, für uns gekocht, etwas aufgeräumt und mich „entertained“. In der zweiten Woche waren dann meine Eltern bei mir und konnten helfen. Erst ab der drottenWoche war ich allein und da ging es auch schon besser. Ich war doch noch sehr oft müde und schlapp in der ersten Zeit. Und mal geht es super, mal spielt auf einmal der Darm verrückt oder die Temperatur geht etwas hoch und man fühlt sich einfach maddelig… All das ist normal und zeigt, dass mal dem Körper einfach Ruhe geben muss.

    Nun ist die 4. Woche nach der OP und ich bin auf dem Weg der Besserung. Ich gehe täglich 30-45 Minuten spazieren, habe Teile meiner alten Energie wieder und habe heute auch schon wieder meine Klarinette in die Hand genommen. Mit dem Spielen warte ich aber noch – dafür braucht es zuviel „Baucharbeit“. Aber es kommt. Es wird.

    Allen, die die OP vor sich haben, hoffe ich Mut gemacht zu haben. LAVH ist eine schonende Methode, und ich habe kleine Narben. Mein Körpergefühl ist sehr gut; vaginal fühlt sich alles an wie vor der OP. Sex kann ich theoretisch in 2 Wochen auch wieder haben (4-6 Wochen darf man nicht, nach der OP). Keine Ahnung, ob ich dann Lust haben werde ;-) aber zumindest wird mich die OP nicht davon abhalten. Alles fühlt sich gut an. Beckenboden stabil und Blase im Griff :-)

    Also, Ladies! Toi toi toi. Dies ist keine leichte, einfache Entscheidung. Aber wenn es medizinisch nötig ist, dann gibt es keinen Grund zu verzweifeln. Alles Gute!

    LG Antonia79

  2. Inaktiver User

    AW: Erfahrungsbericht Hysterektomie (LAVH Methode)

    Hallo Antonia,

    wir geht es Dir denn heute?

    Ich habe das noch vor mir. Letzte Woche wurde bei mir eine fraktionierte Abrasio durchgeführt. Ich warte noch auf den Befund, danach bekomme ich einen OP-Termin und je nachdem wie das Ergebnis ausfällt, entscheidet sich damit auch die Operationsmethode. Ich möchte, dass mein Gebärmutterhals auch mit entfernt wird.
    Musstest Du denn vorher keine Ausschabung machen lassen, wegen des Gewebes?
    Momentan stagniert jedenfalls alles irgendwie, das Wochenende lag dazwischen, ich warte auf den Befund, kann nicht viel machen, blute immer noch, hab auch leichte Schmerzen...
    Ich habe mir die Entscheidung auch nicht leicht gemacht, das geht schon seit knapp 2 Jahren so..., aber es geht nicht mehr anders. Bin in den Wechseljahren, meine Gebärmutter ist stark vergrößert durch Adenomyose (Unterform der Endometriose), habe ein großes Myom, habe seit vielen Wochen blutigen Ausfluss und bekomme meine Periode sehr unregelmäßig. Letztens hatte ich wieder starke Blutungen und sehr starke Schmerzen. Schmerztabletten helfen schon lange nicht mehr. Die Ärzte meinten auch, je eher wir die OP machen, desto besser.
    Irgendwie tut es mir doch leid, und ich bin auch sehr traurig darüber, aber diese Schei..-Krebsangst und diese ständigen starken Schmerzen haben mich jetzt doch dazu gebracht, die OP machen zu lassen.
    Manchmal hatte ich wochenlang Schmerzen, die bis in den Rücken und die Oberschenkel ausstrahlten, saß jeden Tag mit einem Körnerkissen und im Jogging-Anzug auf der Couch, nahm Schmerztabletten, trank Tees, hatte keinen Appetit und konnte nicht aufrecht gehen. Druck auf die Blase hatte/habe ich auch.

    Na, mal sehen, was da auf mich zukommt..., die Zeit danach soll ja sehr anstrengend werden. Bis zu drei Monaten kann das dauern, hab ich mir sagen lassen. Immerzu schonen...

    Wünsche Dir alles Gute und Danke für den tollen Beitrag! So ungefähr hab ich mir das auch vorgestellt...

    Liebe Grüße
    NoTrouble
    Geändert von Inaktiver User (16.01.2017 um 18:47 Uhr)


  3. Registriert seit
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    AW: Erfahrungsbericht Hysterektomie (LAVH Methode)

    Hallo "No Trouble",

    Ich hoffe, Du bist nicht zu nervös wegen der OP. Man kann sich auch ganz schön verrückt machen mit googeln usw. ;-)

    Für mich klingt das so, als sei die Hysterektomie eine Entscheidung, die Du nach gutem Abwägen getroffen hast. Du leidest (Blutungen, Schmerzen, Druck auf der Blase etc.) und bist auch nicht mehr im gebärfähigen Alter. Hast sicher mit den Ärzten Alternativen besprochen. Insofern: Toi toi toi!

    Um auf Deine Frage zu antworten: Ich musste keine Ausschabung vornehmen lassen. Meine Myome lagen alle von aussen auf dem Uterus und haben meine Periode nicht beeinflusst.

    Heute (5 Wochen nac h der OP) geht es mir schon wieder recht gut. Ich habe immer noch etwas Ziehen im Unterleib, meist im Darmbereich. Eine Weile hatte ich auch Schmerzen beim tiefen Atmen, was auf die Schonhaltung und Luft im Körper zurückzuführen war. Aber ich fühle mich insgesamt zu sagen wir mal 85% wieder hergestellt. Gehe täglich spazieren, mache mogens ein bisschen sanfte Gymnastik (so eine Art Atemübung mit Beckenbodentraining, 15 Minuten) und gönne mir viiiiiiel Ruhe. In 1.5 werde ich wieder arbeiten gehen.

    Also, Ich drücke Dir die Dauem für Deinen Eingriff! Kommt schon alles gut!

    Herzlich,
    Antonia


  4. Registriert seit
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    AW: Erfahrungsbericht Hysterektomie (LAVH Methode)

    Seit meiner Hysterektomie mit stehen gebliebenem GM-Hals sowie den Eierstöcken sind inzwischen 2 Wochen vergangen. Mir macht am meisten zu schaffen der aufgetriebene Bauch. Keine noch so locker sitzende Hose (Jogginghose, Schlafanzughose) paßt schmerzfrei. Konntet ihr diesen dicken Bauch auch bei euch beobachten?

    Da ein Organ entfernt wurde, hätte ich eher erwartet, dass der Bauch etwas in sich zusammenfällt, oder gleich bleibt. Aber so?

    Man sagt ja, dass sich Blase und Darm neu positionieren und daß in manchen Fällen der Darm nach vorne drängt. Wie macht sich das bemerkbar? Das wäre meine Horrorvorstellung, da ich bereits vor der Hysterektomie Darmentleerungsprobleme hatte.

    Zu Operation selber kann ich sagen, sie ist viel weniger schlimm als befürchtet und ich habe sie nicht bereut. Kann jemand von euch Betroffenen zu meinen Fragen etwas sagen? Das wäre schön
    Geändert von tomatenbrot (05.02.2017 um 15:09 Uhr)


  5. Registriert seit
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    AW: Erfahrungsbericht Hysterektomie (LAVH Methode)

    Hallo Tomatenbrot :-D (super Name)

    Das ist normal, so kurz nach der OP. Während der OP wurde Dir ja Luft in den Bauchraum gepumpt, und das dauert eben, bis da alles wieder raus ist. Und auch eine gewisse Schwellung nach der OP ist sicher noch da. Du wirst sicher auch noch eine Weile mit Blähungen und Drücken auf den Därmen zu tun haben, oder?

    Ja, alles positioniert sich neu, aber mach Dich mal nicht verrückt... Das kommt schon gut. Gib dem Körper Zeit, ruh Dich gut und viel aus, 2 (inzwischen 3) Wochen nach der OP sind sicher Spaziergänge drin, aber Dein Arzt wird Dir sicher was geraten haben. Nicht schwer heben! Das ist wichtig - schon den Bauchraum, damit alles in Ruhe an seinen Platz rutschen kann.

    Und nicht den Teufel an die Wand malen ;-). Ich wünsche Dir alles Gute!

    LG Antonia


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    AW: Erfahrungsbericht Hysterektomie (LAVH Methode)

    Guten Tag ,
    es gibt sehr unterschiedliche medizinische Gründe, welche eine Gebärmutterentfernung entweder wirklich notwendig machen oder diese schwere Operation zu indizieren.
    Auf diesen Unterschied möchte ich hier im Forum hinweisen, aber auch darauf, dass seitens der Gynäkologen Frauen selten auf organerhaltende Alternativen hingewiesen werden.
    Anhand meiner Situation möchte ich zum Nachdenken anregen und darauf aufmerksam machen, dass Frauen ab um die 35 / 40 Jahre gefährdet und gar zur Gebärmutterentfernung gedrängt werden.
    Auf die Hintergründe komme ich später.
    Im Alter von 42 Jahren wurde ich wegen einer vermeintlichen fortgeschrittenen Krebserkrankung des Uterus mit einer gynäkologischen Radikaloperation behandelt.
    Gebärmutter, Eierstöcke und Eileiter, Lymphbahnen des Beckens, großer Bauchschmitt. Diese Diagnose würde anhand des Ergebnisses einer Konisation gestellt.
    Das Ergebnis lautete 1b1, R1.
    Das heißt,,Tumor entfernt, in meinem Fall R1 lediglich an der äußeren Ektozervix, dass heißt, kein Sicherheitsabstand nur an dieser Stelle! Alle anderen diagnostischen Ergebnisse, einschließlich MRT, wiesen keinerlei Malignität auf!
    Zum Zeitpunkt der Aufklärung war somit kein Tumor vorhanden.
    Die Aufklärung war damit schon grundsätzlich falsch!
    Ich habe gefragt, ob noch irgendwelche Chancen bestehen, meine Organe zu erhalten.
    Aus onkologischer Sicht keine Organerhaltung mehr möglich, ich müsse nun auch nachbestrahlt werden und deshalb können auch die Eierstöcke und Eileiter, Begriff dafür ist Adnexe, nicht erhalten werden.
    Ich habe geglaubt, wegen der vermeintlichen Fortgeschrittenheit sterben zu müssen, wenn ich mich nicht so operieren lassen würde und musste in diese Behandlung einwilligen.
    Der Eingriff dauerte unter Komplikationen und Transfusion 8 Stunden.
    Im Anschluss wartete ich auf die Bestrahlung, welche dann nicht erfolgte. Heute weiß ich , dass die Nachbestrahlungsankündigung nur den Druck auf mich erhöhen sollte, in die geplante Operation einzuwilligen und die Adnexe herzugeben, welche bei einem Tumor der Zervix erhalten werden können und auch, wenn nachbestrahlt werden müsste, diese erhalten werden können, da die Adnexe während der Op aus dem Strahlengebiet heraus gebunden werden können.
    Die Operation erfolgte damit unter unseriösen Voraussetzungen .
    Meine niedergelassene Gynäkologin kritisierte sofort die Entfernung der Adnexe,;eher aber, dass ich in diese Entfernung eingewilligt hatte. Ich nehme an, dass sie glaubte, man hätte mir eine Wahl gelassen.
    Der nächste Gynäkologe sagte, da sind sie ganz schönen ausgenommen worden.
    Massive Schäden machten sich bemerkbar, Inkontinenz, Gewichtszunahme,;Bauchschmerzen.
    Von der Lymphbahnenentfernung erfuhr ich erst viel später durch den MDK, so dass ich auch erst 5 Jahre nach diesem Radikaleingriff regelmäßige Lymhdrainagen erhielt. Die Gewichtszunahme war dann dem , nun chronischen Lymphödem zu zuordnen.

    Jetzt wäre die Resonanz, es war ja Krebs, verständlich, mir sollte geholfen werden. Ich möge doch dankbar sein.
    Das wäre ok so, wenn ich nicht belogen worden wäre.
    Es war genau genommen eine aufgenötigt Operation.
    Ich hätte mit dem Wissen um diese R2 Resektion einen Versuch der Organerhaltung unternommen. Ganz für mich selbst! Es wäre meine Schlussfolgerung gewesen, bei der wahrheitsgemäßen Aufklärung. Ich sollte das nicht wissen!
    Zum zweiten, Nein, es war kein
    " Krebs"!
    Im Konisationspräparat befand sich ein " villoglanduläres Adenokarzinom"
    1b1.
    Erstens gab es keine Größenangabe und kein Bericht über ein invasives Wachstum!
    Zweitens ist das villoglanduläre Adenokarzinom kein echtes Karzinom, sondern ein Adenom.
    Und das heißt, der gesamte Eingriff und damit die gynäkologische Radikalität durfte vermieden werden, diese war medizinisch nicht unbedingt nötig, kann aber indiziert werden.
    Damit sind wir wieder bei meinem Motiv, hier im Forum aufzutreten.
    Ich habe im Ereignisjahr 2003 nicht gewusst, dass idern der Ausbildung zum Facharzt für Gynäkologie auch 40 Gebarmutterentfernungen erledigt werden müssen .
    Ich habe nicht gewusst, dass die Kliniker Frauen in den mittleren Jahren grundsätzlich nicht über mögliche Organerhatung informieren , und gar schwere Erkrankungen vortäuschen, wie in meinem Fall mir passiert ist.
    Die Ärzte [editiert], welche mich behandelten schrieben, Organerhaltung machen sie nur bei jüngeren Frauen mit Kinderwunsch, hatten mich dazu aber nicht befragt.
    Heute bin ich nur wegen der Folgeschäden schwer krank! Nicht
    das entfernte Adenom ist eine Gefahr für die Gesundheit und das Leben, sondern die Einstellung der Gynäkologen der Frau gegenüber, mangelnder Respekt und die Forderung und Förderung der Organentfernungen in der Gynäkologie.
    OP-Schäden infolge werden von der Gynäkologen sogar bagatellisiert und ignoriert.
    Die Hysterektomie ist ein sehr oberflächlicher Begriff für die Gebärmutterentfernung, der die unterschiedlichen Formen der chirurgischen Ausdehnung nicht einschließt.
    Darüber wissen die Frauen nicht viel und somit sind auch die Erfahrungen durchaus verschieden.
    Ich kann nur raten, keine Erlaubnis für Erweiterungen unter der Operation zu erteilen und auch immer eine Kopie des Aufklarungsbogens zu verlangen, denn, wie in meinem Fall, können diese nachträglich beschriftet werden.
    Geändert von Utetiki (15.02.2017 um 15:27 Uhr) Grund: editiert aus Anonymitätsgründen

  7. Inaktiver User

    AW: Erfahrungsbericht Hysterektomie (LAVH Methode)

    Zitat Zitat von tomatenbrot Beitrag anzeigen
    Seit meiner Hysterektomie mit stehen gebliebenem GM-Hals sowie den Eierstöcken sind inzwischen 2 Wochen vergangen. Mir macht am meisten zu schaffen der aufgetriebene Bauch. Keine noch so locker sitzende Hose (Jogginghose, Schlafanzughose) paßt schmerzfrei. Konntet ihr diesen dicken Bauch auch bei euch beobachten?

    Da ein Organ entfernt wurde, hätte ich eher erwartet, dass der Bauch etwas in sich zusammenfällt, oder gleich bleibt. Aber so?

    Man sagt ja, dass sich Blase und Darm neu positionieren und daß in manchen Fällen der Darm nach vorne drängt. Wie macht sich das bemerkbar? Das wäre meine Horrorvorstellung, da ich bereits vor der Hysterektomie Darmentleerungsprobleme hatte.

    Zu Operation selber kann ich sagen, sie ist viel weniger schlimm als befürchtet und ich habe sie nicht bereut. Kann jemand von euch Betroffenen zu meinen Fragen etwas sagen? Das wäre schön
    Wieso wurde der GM Hals nicht mit entfernt? Der wird doch nicht mehr benötigt?


  8. Registriert seit
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    AW: Erfahrungsbericht Hysterektomie (LAVH Methode)

    ...Ich habe vor wenigen Minuten über eine gynäkologische Radikaloperation berichtet.
    Mir sind zwei wichtige Fehler aufgefallen.
    Es gab eine R1 Resektion und das Adenom ist keine Ernst zu nehmende Erkrankung im dem Sinn, gleich radikal operieren zu müssen! Ein Adenom sollte entfernt werden, und das lokal an dieser Stelle, wo es aufgetreten ist.

    ...um auf die Fragen der Folgeschäden von Hysterektomien einzugehen, wäre es wichtig zu wissen, weshalb die Hysterektomie erforderlich gemacht wurde und ob der Zervixbereich mit der Parametrien erhalten wurde oder erhalten werden soll.
    In der Regel, und das ist schon sehr bedenklich, wird der Gebärmutterhals mitgenommen. Auch können die Parametrien nur zum Teil entfernt werden.
    Durch die Parametrien verlaufen die Ureter ( Harnleiter), Blutgefäße des Uterus, und Nervenbahnen für die Innervation der Ausscheidungsorgane und funktionelle Sexualität .
    Es kommt daher , wenn es um die Beurteilung der Wahrscheinlichkeit von Folgeschäden bei der Hysterektomie darauf an, ob der Operateur auf Ihre Beckenstrukturen Rücksicht nimmt, oder diese nicht berücksichtigt und entfernt.
    De halb ist es wichtig im Aufklärungsgespräch informiert zu werden, was in der Regel nicht erfolgt!


  9. Registriert seit
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    AW: Erfahrungsbericht Hysterektomie (LAVH Methode)

    Zitat Zitat von Antonia1979 Beitrag anzeigen
    Hallo Tomatenbrot :-D (super Name)

    Das ist normal, so kurz nach der OP. Während der OP wurde Dir ja Luft in den Bauchraum gepumpt, und das dauert eben, bis da alles wieder raus ist. Und auch eine gewisse Schwellung nach der OP ist sicher noch da. Du wirst sicher auch noch eine Weile mit Blähungen und Drücken auf den Därmen zu tun haben, oder?

    Ja, alles positioniert sich neu, aber mach Dich mal nicht verrückt... Das kommt schon gut. Gib dem Körper Zeit, ruh Dich gut und viel aus, 2 (inzwischen 3) Wochen nach der OP sind sicher Spaziergänge drin, aber Dein Arzt wird Dir sicher was geraten haben. Nicht schwer heben! Das ist wichtig - schon den Bauchraum, damit alles in Ruhe an seinen Platz rutschen kann.

    Und nicht den Teufel an die Wand malen ;-). Ich wünsche Dir alles Gute!

    LG Antonia
    Hallo Antonia,
    lieben Dank für deine Aufmunterung. Ja, der Bauch ist zwischenzeitlich auch schon ein bißchen abgeschwollen, ich sehe es jetzt auch als ganz normalen Heilungsprozess an. Schwer heben darf ich nicht, so sagte der Arzt und ich könnte es mir auch gar nicht vorstellen. Schon aufrecht stehen ist eine Herausforderung, aber ich gehe gemütlich meine Spaziergänge und bin sicher, es wird alles langsam aber sicher verheilen.


  10. Registriert seit
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    AW: Erfahrungsbericht Hysterektomie (LAVH Methode)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wieso wurde der GM Hals nicht mit entfernt? Der wird doch nicht mehr benötigt?
    Es wurde nicht genau begründet. Im Vorgespräch wurde die GM-Entfernung besprochen und bezüglich der Eileiter war die Aussage, daß diese auch veränderungsgefährdet seien und somit am besten mit entfernt werden. Der Rest sei unproblematisch und könne daher verbleiben.

    Wie wurde bei dir denn aufgeklärt? Ist bei dir alles entfernt? GM mit Hals / Eileiter / Eierstöcke? Mit welcher Begründung?

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