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    Trachelektomie-Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium

    Ihr Lieben,

    ich bin Betroffene und da ich leider vergeblich in dieser community etwas zu diesem Thema gesucht habe möchte ich gerne meine Erfahrungen hier mitteilen und dadurch anderen Frauen vielleicht hilfreiche Infos hinterlassen:
    Letzten Sommer war ich beim Gyn und hatte -wie immer- einen unauffälligen (PAP II) Abstrich. Bei der nächsten Routinekontrolle sechs Monate später, lautete der Befund PAP IV a. Mein Gyn empfahl mir eine Konisation. In dieser Situation hat mir der Strang „Keine Angst vor Konisation Ihr Lieben“ sehr geholfen und mir die Panik vor diesem Eingriff genommen. Auch die kompetenten und engagierten Beiträge-besonders von Schneechen- waren hilfreich.
    Leider ergab die Histologie nach der Konisation, dass es sich bei mir nicht wie angenommen um eine Krebsvorstufe, sondern bereits um einen invasiven Tumor handelte (pT1a2 ,L0,V0) der knapp im Gesunden (R0) entfernt werden konnte. Somit war klar, dass noch weitere Maßnahmen ergriffen werden mussten und die erfolgte Koni nicht ausreichte.

    By the way: Ich möchte hier niemandem Angst machen, denn dass nach einer Koni so ein Befund raus kommt und es sich nicht „nur“ um schlimmstenfalls ein Carcinoma in situ handelt ist ziemlich selten.

    Die Standardtherapie bei dieser Diagnose ist die Gebärmutterentfernung und die Entfernung der Beckenlymphknoten, sozusagen als „Sicherheitsmaßnahme“. Häufig betrifft die Diagnose Cervixkarzinom aber relativ junge Frauen die teilweise noch einen Kinderwunsch haben. So auch ich. Von daher war für mich ziemlich schnell klar, dass dieser Eingriff so nicht für mich in Frage kommt. Mein Gyn berichtete dann von einer gebärmuttererhaltenden OP-Variante, der Trachelektomie, die allerdings bislang nur in wenigen Zentren in Deutschland durchgeführt wird und die Möglichkeit danach schwanger zu werden erhält. Die Trachelektomie kann durchgeführt werden wenn der Tumor kleiner als 2 cm ist und keine weiteren Risikofaktoren wie bspw. ein Einbruch in Lymph- oder Blutgefäße (L/V) vorliegen. Da es sich um eine technisch schwierige OP handelt ist es wichtig, dass dies ein erfahrener Operateur durchführt. Besonders die Charité in Berlin ist auf diesem Gebiet renommiert. Wichtig zu wissen ist in diesem Zusammenhang auch, dass nach heutigem Erkenntnisstand die Trachelektomie die gleiche onkologische Sicherheit bietet wie die Gebärmutterentfernung, man geht also kein höheres Risiko ein wenn man sich für diese Variante entscheidet.
    Ich reiste also nach Berlin, lies mich von Prof. Schneider operieren und kann nur Gutes berichten: Alles ist super gelaufen, ich konnte nach fünf Tagen aus der Klinik entlassen werden und hatte mit keinerlei Nachwirkungen zu kämpfen.

    Dies alles ist die Kurzfassung. Natürlich war das alles (auch psychisch) ein ziemlich schwieriger Weg und es war eine Herausforderung im Vorfeld alle notwendigen Infos zusammenzubekommen. Vor allem gibt es wenig Erfahrungsberichte im Netz oder einen Austausch von betroffenen Frauen. Falls jemand noch an detaillierten Infos oder einer Diskussion interessiert ist: Nur zu! Gerne auch per PN.

    LG Maxi

  2. Inaktiver User

    AW: Trachelektomie-Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium

    Ui, jetzt hab ich aber in mehrfacher Hinsicht einen Kloß im Hals: Einerseits freut es mich, dass ich etwas helfen konnte, das ist der Grund warum ich immer noch in diesen Strängen schreibe, obwohl ich oft das Gefühl habe, ich wiederhole ständig dieselben Inhalte. Andererseits ist der Anlass dafür natürlich bescheiden....

    Während des Lesens deines Berichtes durchlief ich einige Stadien...

    Diese Diagnose tut mir leid für dich, sowas muss ein Schock sein, besonders bei dem Kinderwunsch.
    Selbst ohne den Kinderwunsch habe ich die Empfehlung des Arztes, bei meinem PAP 4a, zwei Jahre nach der ersten Koni wegen durchgängigem 3d, eine Gebärmutterentfernung vorzunehmen, weit von mir gewiesen.
    Irgendwie habe ich ein Verlangen nach der Vollständigkeit meiner Organe.
    Dieser Arzt hat mich Minuten vor der zweiten Koni noch unterschreiben lassen, dass ich auf eigenes Risiko den kleineren Eingriff machen lasse. Es könne ja dann in den nächsten Jahren Schlimmeres passieren... naja bisher, fast vier Jahre später ist noch nichts passiert. Es war ein Carcinoma in Situ.

    Umso besser, dass du diese OP-Methode für dich gefunden hast. Klingt total interessant, vor allem, weil ich es auch mit Ü40 noch nicht einsehe, mich von dem Organ zu trennen, wenn es nicht sein muss. Da reicht mir das Lesen bei den Gebärmutterlosen im Strang, und empfindlich wie ich bin, gehöre ich wahrscheinlich zu denen, die nicht gut klarkommen.
    Gab es keine Diskussion mit der Krankenkasse? Das war doch sicherlich teurer?

    Und, wann kommt der Nachwuchs?

    Alles Gute!


  3. Registriert seit
    15.03.2013
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    AW: Trachelektomie-Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium

    Mit der Krankenkasse gab es keinerlei Diskussionen bezüglich der OP-Wahl. Bei der Trachelektomie handelt es sich um eine anerkannte Therapieform und wird daher auch von den KK übernommen. Da es sich bei der Charité um eine „normale“ Uniklinik und nicht um eine Privatklinik handelt, gab es diesbezüglich auch keine Schwierigkeiten. Nur die Anreise muss natürlich selbst gezahlt werden.

    Für mich wäre es-vom Kinderwunsch mal abgesehen- auch schwierig gewesen auf meine Gebärmutter zu verzichten. Psychische Probleme wären bei mir vorprogrammiert. Viele niedergelassene Gynäkologen kennen leider die gebärmuttererhaltende Variante und die aktuellen Studien dazu nicht, so dass es m.M.n. viel zu schnell heißt: Alles raus! Dies wird seit 100 Jahren so gemacht und kann problemlos im nächsten Krankenhaus um die Ecke durchgeführt werden!

    Nach der Trachelektomie wird empfohlen ca. sechs Monate mit einer Schwangerschaft zu warten. Aufgrund der Tatsache dass der Gebärmutterhals nach der OP nur noch ca. 1 cm lang ist und mit einer Cerclage „verschlossen“ ist, besteht bei einer etwaigen Schwangerschaft ein erhöhtes Frühgeburtsrisiko und die Gefahr von aufsteigenden Infektionen. Eine engmaschige Kontrolle ist wohl von daher unerlässlich. Eine entspannte Schwangerschaft ist definitiv etwas anderes, aber man hat wenigstens die Option ein Kind zu bekommen. Mal schauen ob wir es darauf ankommen lassen…..

    Schneechen, ich finde es sensationell, dass Du Dich immer noch durch die ganzen Stränge liest und versuchst die Unwissenheit und Ängste der Userinnen zu beseitigen. Mir wird elend, wenn ich immer wieder lese, dass angenommen wird, dass Kondome vor einem HPV schützen oder Vitamin C das Mittel der Wahl wäre….

    Naturgemäß sehe ich auch jetzt die Diskussion bezüglich der HPV-Impfung mit anderen Augen. Es ist müßig darüber nachzudenken, aber möglicherweise hätte mich eine Impfung vor dem ganzen Wahnsinn den ich jetzt hinter mich gebracht habe, bewahrt. Jetzt muss ich mich noch damit auseinandersetzen, ob ich mich zukünftig impfen lasse, auch wenn ich dann ggf. die Kosten selber tragen muss!

  4. Inaktiver User

    AW: Trachelektomie-Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium

    Zitat Zitat von Maxi2009 Beitrag anzeigen
    Jetzt muss ich mich noch damit auseinandersetzen, ob ich mich zukünftig impfen lasse, auch wenn ich dann ggf. die Kosten selber tragen muss!

    Ich habe mit einigem Entsetzen die Liste der HP-Virenstämme gesehen, die ich "Bei mir hatte". Da hätte die Impfung gegen die 2 oder 4 häufigsten nichts genutzt. Die Arzthelferin meinte aber, es sei normal, so viele verschiedene zu haben, es spricht also nicht für einen besondere Umtriebigkeit meinerseits... Es gibt übrigens einen aktuellen Strang dazu, schau mal bei der Frauengesundheit im Unterforum, dann müsstest du ihn schnell finden.
    Ich habe auch nie wieder testen lassen, ob ich noch Viren habe. Wozu? Wenn ja, dann mache ich mir Sorgen. Wenn nein,
    gehe ich vielleicht nicht mehr regelmäßig zur Untersuchung oder falls doch wieder welche auftauchen, beschuldige ich meinen Freund des fremdgehens? Hab ich keinen Sinn drin gefunden... gehe alle halbe Jahr zur Untersuchung und seit 3,5 Jahren ist es auch in Ordnung.
    Das mit der Schwangerschaft war für mich nie ein Thema, dafür muss man es dann wirklich wollen, um das dann so durchzuziehen. Aber du bist ja informiert und wirst dir eine gute Betreuung suchen.

  5. AW: Trachelektomie-Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium

    Zitat Zitat von Maxi2009 Beitrag anzeigen
    Naturgemäß sehe ich auch jetzt die Diskussion bezüglich der HPV-Impfung mit anderen Augen. Es ist müßig darüber nachzudenken, aber möglicherweise hätte mich eine Impfung vor dem ganzen Wahnsinn den ich jetzt hinter mich gebracht habe, bewahrt. Jetzt muss ich mich noch damit auseinandersetzen, ob ich mich zukünftig impfen lasse, auch wenn ich dann ggf. die Kosten selber tragen muss!
    Meine Rede! Gibt es inzwischen neue Erkenntnisse, ob die Impfung auch bei bestehenden bzw. vergangenen Infektionen schützt? Meine Gyn meinte damals, das bringt nur was, wenn man noch nicht infiziert ist. Bei bestehenden und vergangenen Infektionen wäre das rein experimentell, das wollte ich dann auch nicht. Aber vielleicht gibt es da ja mittlerweile neue Erkenntnisse der Wissenschaft?

    Sorry fürs offtopic, zu dem eigentlichen Thema kann ich leider nix beitragen, finde es aber super, dass es im Falle des Falles auch noch was anderes gitb als die "Holzhammermethode".

  6. Inaktiver User

    AW: Trachelektomie-Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium

    hallo yemus,
    nein,es ist eine impfung ,wenn man noch nicht infiziert ist.deshalb geht es auch an die jungen mädchen,denn auch so könnte man das ausrotten.allerdings wieso sie die jungen dann nicht mitimpfen, erschliesst sich mir nicht,wahrscheinlich aus kostengründen,dabei tragen die das dann eventuell nach thailand usw.wo es keine regelimpfung gibt.also global gesehen,gibt es da noch keine lösungen.
    hallo maxi,
    super ,dass du in die charite gehst,da gibt es genau die spezialisten ,wenn man noch einen kinderwunsch hat.da bist du super aufgehoben.ich halte dir die daumen ,dass alles gut wird..und ja ich hoffe auch,dass die dame,die gerade überlegt ihre töchter impfen zu lassen auch deine geschichte liest,denn exakt das ,ist oft die realität bzw. viel schlimmer als bei dir und mit der impfung in jungen jahren hat man es wenigstens probiert...

    es wird bestimmt alles gut
    alles liebe von ryoshi


  7. Registriert seit
    04.08.2016
    Beiträge
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    AW: Trachelektomie-Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium

    Hallo ihr lieben auch ich habe diese Option durchführen lassen in dortmund Klinikum.
    Der Professor Schwenzer hat es gemacht .
    Ich bin Diabetes Patient wodurch die wundheilung schwierig war aber ich bin über glücklich es so gemacht zu haben . Mein Tumor war schon 2.1 groß und trotzdem habe ich darauf bestanden nicht komplett Entfernung machen zu lassen nun sind 4 Jahre vergangen und wir versuchen ein Baby zu bekommen und mein Tumor ist weck .
    Ich kann es jeder Frau nur empfehlen.


  8. Registriert seit
    27.12.2019
    Beiträge
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    AW: Trachelektomie-Gebärmutterhalskrebs im Frühstadium

    Dear all,
    bedauerlicherweise habe ich diese OP nach einer Koni auch vor mir, leider war es keine Krebsvorstufe sondern Adeno CA p1a2 ... Rekoni ist den Ärzten zu riskant... Es ist offenbar eine cerclage gleich bei der Trachelektomie geplant... Ich habe sehr viel Angst, gerade auch weil die OP letzens aufgrund der Narkose nicht gerade reibungslos verlief.

    Momentan beschäftigen mich aber auch Gedanken wie es nach dieser Trachelektomie weiter geht. Insbesondere Fragen auf die ich bisweilen noch keine Infos fand...
    Wie ist es mit Sport?
    Was ändert sich beim Geschlechtsverkehr und bei Selbstbefriedigung?
    Macht es Sinn im Anschluss Hpv zu impfen?
    Kann Frau trotz Gebärmutterhalskrebs noch die Pille nehmen?
    Ich bin mir bewusst das dieses Forum ärztliches Know How nicht ersetzen kann, dennoch hoffe ich auf ergänzende Erfahrungswerte von betroffenen Frauen.
    Danke schon mal für etwaige Infos!
    Geändert von Rainbowsurfer345 (27.12.2019 um 23:30 Uhr) Grund: Schreibfehler

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