...so lautet die Überschrift eines Artikels von PRO FAMILIA:
http://www.sextra.de/main.html?page=2006
„...Auf einen einfachen Nenner gebracht kommt die WHO-Studie zu dem Ergebnis, dass eine routinemäßige gynäkologische Untersuchung vor der Pillenverordnung nicht dazu beiträgt die Sicherheit zu erhöhen oder Erkrankungen festzustellen, die eine Kontraindikation für die Pille wären.... Die gynäkologische Untersuchung gibt keine Antwort auf die Frage, ob die Pille verordnet werden kann oder nicht, sie muss nicht mit der Pillenverordnung verknüpft werden. Vor der Verordnung ist eine gründliche Eigenanamnese und auch Familienanamnese und gegebenenfalls eine internistische Untersuchung (v.a. die Blutdruckmessung) wichtiger und sehr viel aussagekräftiger was Kontraindikationen betrifft. Cardiovaskuläre Erkrankungen wie Hochdruck und tiefe Venenthrombosen, Risikofaktoren wie Alter und Rauchen, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, cerebrale Durchblutungsstörungen, Migräne und Lebererkrankungen entscheiden v.a. darüber, ob eine Frau hormonell verhüten kann.
Nach der WHO muss hinterfragt werden, warum die gynäkologische Untersuchung vor der Pillenverordnung in einigen Ländern, auch in Deutschland, routinemäßig durchgeführt wird. Von der WHO wird sie als unnötig beurteilt.
Unserer Meinung nach würden sich v.a. junge Frauen wahrscheinlich rechtzeitig und auch regelmäßiger die Pille verschreiben lassen, wenn die Schwelle sie zu bekommen niedriger wäre.
Der Gang zum/zur Hausarzt/in oder Internisten ist für die meisten leichter und mit weniger Ängsten und Schamgefühlen behaftet, als der zum/zur Gynäkologen/in.“
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 48
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13.07.2006, 21:42
„Frauenarzt bei der Pille überflüssig?“
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13.07.2006, 21:50
Vorsorgeuntersuchungen fraglos im Interesse der Frauen
Lucida,
warum aber dieses nicht mitzitieren
" Gynäkologische Untersuchungen sind nach Darstellung der WHO Vorsorgeuntersuchungen, die fraglos im Interesse der Frauen liegen." ?
(Quelle: sextra.de)
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14.07.2006, 15:44Inaktiver User
Re: Vorsorgeuntersuchungen fraglos im Interesse der Frauen
...und eben genau diesen Satz finde ich sehr wichtig!
Gynäkologische Untersuchungen sind nach Darstellung der WHO Vorsorgeuntersuchungen, die fraglos im Interesse der Frauen liegen
und hat nichts im geringsten mit der Verordnung der Pille zu tun, sondern mit der eigenen Gesundheit, auf die ich zumindest großen Wert lege!

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14.07.2006, 17:09Inaktiver User
Re: „Frauenarzt bei der Pille überflüssig?“
Es steht doch jeder Frau frei, sich die Pille vom Hausarzt verschreiben zu lassen. Soll doch jede Frau selbst entscheiden, ob sie gyn. Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt.
Ich bin beileibe niemand mit ausgeprägtem Bedürfnis nach Vorsorgeuntersuchungen, gehe Ärzten am allerliebsten aus dem Weg, aber da ich die Pille nehme, gehe ich doch regelmäßig zum FA (bei dem ich mich übrigens sehr viel wohler fühle als bei einem Allgemeinmediziner oder Internisten)
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15.07.2006, 10:25
Re: „Frauenarzt bei der Pille überflüssig?“
Hallo Lilith, hallo Neddy,
bei meinem Ausgangsposting geht es nicht um Vorsorgeuntersuchungen oder um die Frage, ob diese sinnvoll sind oder nicht. Mir ging es darum, dass nach Aussage von WHO und PRO FAMILIA für die Verschreibung der Pille gynäkologische Untersuchungen nicht erforderlich sind.
Über den Wert von Vorsorgeuntersuchungen kann und darf man ja wohl unterschiedlicher Meinung sein. Und deshalb sollte jeder freiwillig entscheiden, ob er/sie sich einer Vorsorgeuntersuchung unterziehen möchte oder nicht.
Das Wort „Vorsorgeuntersuchung“ halte ich übrigens für unzutreffend:
„Vorsorgen“ tue ich z.B., wenn ich in jungen Jahren etwas anspare, damit ich im Alter davon leben kann. Oder wenn ich mich gesund ernähre, Sport treibe und nicht rauche, damit ich auch in späteren Jahren noch fit bin.
Bei einer „Vorsorgeuntersuchung“ wird aber nichts „vorgesorgt“. Vielmehr handelt es sich ausschließlich um eine eventuelle „Früherkennung“, z.B. von Krebs.
Und man kann sich schon die Fage stellen, ob z.B. alle Frauen unter 20 Jahren, deren Krebswahrscheinlichkeit nur sehr gering ist, aufgrund von Falschinformationen genötigt werden sollen, sich gynäkologisch untersuchen zu lassen, nur weil sie ein Pillenrezept wollen.
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15.07.2006, 10:55
Re: „Frauenarzt bei der Pille überflüssig?“
Primärprophylaxe (Prophylaxe heißt Vorsorge)= Risikofaktoren vermeiden, z.B. nicht Rauchen, damit Prophylaxe diverser Krebsarten und Arteriosklerose
Sekundärprophylaxe = Früherkennung von Krankheiten, z.B. Krebs, und GERADE gynäkologische Tumoren (oder auch Keimzelltumoren bei Männern, da gibt es keinen Unterschied) kennen nach unten hin keine Altersbeschränkung. Ich hab schon 25 jährige an Ovarialtumoren sterben sehen.
Tertiärprophylaxe = Vermeiden, dass sich eine Krankheit noch einmal manifestiert, z.B. Rückenmuskulatur aufbauen zur Vermeidung eines weiteren Bandscheibenvorfalls, Rückenschule, Knieschule, Koronarsport.
Inwieweit das jeder in Anspruch nehmen will, bleibt jedem selbst überlassen.
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15.07.2006, 12:39Inaktiver User
Re: „Frauenarzt bei der Pille überflüssig?“
Hallo Lilith, hallo Neddy,
bei meinem Ausgangsposting geht es nicht um Vorsorgeuntersuchungen oder um die Frage, ob diese sinnvoll sind oder nicht. Mir ging es darum, dass nach Aussage von WHO und PRO FAMILIA für die Verschreibung der Pille gynäkologische Untersuchungen nicht erforderlich sind.
Über den Wert von Vorsorgeuntersuchungen kann und darf man ja wohl unterschiedlicher Meinung sein. Und deshalb sollte jeder freiwillig entscheiden, ob er/sie sich einer Vorsorgeuntersuchung unterziehen möchte oder nicht.
Das Wort „Vorsorgeuntersuchung“ halte ich übrigens für unzutreffend:
„Vorsorgen“ tue ich z.B., wenn ich in jungen Jahren etwas anspare, damit ich im Alter davon leben kann. Oder wenn ich mich gesund ernähre, Sport treibe und nicht rauche, damit ich auch in späteren Jahren noch fit bin.
Bei einer „Vorsorgeuntersuchung“ wird aber nichts „vorgesorgt“. Vielmehr handelt es sich ausschließlich um eine eventuelle „Früherkennung“, z.B. von Krebs.
Und man kann sich schon die Fage stellen, ob z.B. alle Frauen unter 20 Jahren, deren Krebswahrscheinlichkeit nur sehr gering ist, aufgrund von Falschinformationen genötigt werden sollen, sich gynäkologisch untersuchen zu lassen, nur weil sie ein Pillenrezept wollen.

Es ist für mich auch immer noch ein Rätsel, warum einer Frau die Pille verschrieben wird, obwohl der Arzt das Ergebnis des Abstriches noch gar nicht kennt.
Gruß
Krystallica
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15.07.2006, 18:37
Re: „Frauenarzt bei der Pille überflüssig?“
diese aussage finde ich sehr interessant und wichtig. denn pillenverordnung und krebsfrüherkennung sind einfach 2 paar schuh. ich halte es für gängelei und entmündigung, wenn frauen genötigt werden, etwas untersuchen zu lassen, was mit der medikation nichts zu tun hat. und ich sehe es genauso wie pro famila, daß es gearde für junge frauen und mädchen eine große hemmschwelle darstellt, sich für die pille einer gynäkologischen untersuchung unterziehen zu sollen.… nach Aussage von WHO und PRO FAMILIA für die Verschreibung der Pille gynäkologische Untersuchungen nicht erforderlich sind.
hoffentlich wird dieses WHO-papier in D konsequenzen haben!
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16.07.2006, 23:01
Re: „Frauenarzt bei der Pille überflüssig?“
kurze Fragen und ein Kommentar -
wer übernimmt die Verordnungsverantwortung für ein rezeptpflichtiges Medikament?
Wer behandelt ggf. die Blutungsstörungen - nur der verordnende Arzt. Da kann ja gern der HA dann endokrinologische Versuchsreihen durchführen. Und wer wird denn dann auch verklagt
? Der HA kann dann auch gynäkolog. Tastuntersuchung und Ultraschall machen.
Weil frau Probleme hat mit der gynäkologischen Untersuchung wird hier in das Horn der Gesundheitsdiletanten der Regierung geblasen. Alle Fachärzte abschaffen. Chirurgen, FÄ, HNO usw. weg - nur der HA versucht sich auf der ganzen Breite und bald vielleicht sogar nur noch die Gemeindeschwester - das ist ja auch viel viel billiger ( man hat es ja sogar mal mit Operationsrobotern versucht und ist glücklicherweise gescheitert). Bald wird es Flugzeuge ohne Piloten geben naja usw. usw.
Am besten alles im Brigitteforum besprechen da brauch ich nicht zum Arzt - bitte um Nachsicht , manchmal sind die Antworten haarsträubend
.
Frau kann die Pille auch in der Türkei oder in Spanien zum Teil rezeptfrei kaufen.
Natürlich müssen junge Mädchen nicht häufig gynäkologisch untersucht werden. Auch stochern oft Mediziner vielzuviel in den Bäuchen herum und saugen Zysten ab usw.
Es muss jede für sich selbst entscheiden. [ . . . ]
, R.
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17.07.2006, 13:02
Re: „Frauenarzt bei der Pille überflüssig?“
Ich habe ein Problem mit der Aussage, dass man es jungen Frauen so leicht wie möglich machen sollte, an die Pille zu kommen. Es geht schließlich nicht um Zuckerperlen, sondern um ein Hormonpräparat. Man sollte es ihnen so leicht wie möglich machen, über Verhütung objektiv und ausführlich aufgeklärt zu werden und dann nach genauer Beratung die richtige für sie zu wählen. Das erscheint mir wichtiger, als flächendeckend die Pille zu verschreiben.
Dann frage ich mich, ob es für Mädchen tatsächlich einfacher ist, zum Hausarzt zu gehen, der ja auch ihre gesamte Familie behandelt (die Angst, er erzählt es den Eltern, die eventuell nichts wissen sollen) und der sie wohl schon seit Jahren kennt und bei dem sie also offen zugeben muss, jetzt Sex zu haben. Ob diese Hemmschwelle tatsächlich niedriger ist, als zu einer neuen Frauenärztin zu gehen? Ich hätte mich z.Bsp. als Teenager in Grund und Boden geschämt zu unserem väterlichen, alten Hausarzt zu gehen und ihn um die Pille zu bitten, bei meiner Frauenärztin hatte ich überhaupt keine Hemmungen, weil sie mich bisher noch nicht kannte und weil ich einfach dachte, das ist für die der Alltag.
Und schließlich bedeutet die Pille nehmen doch auch Geschlechtsverkehr zu haben und in diesem Fall meistens ohne Kondom. Ist es da nicht angebracht, ab und zu (über die Häufigkeit lässt sich streiten, einmal jährlich wäre z.Bsp. eine Möglichkeit) nachzusehen, ob sich das Mädchen nicht irgendwelche Infektionen, die ja teilweise unbemerkt ablaufen und schwerwiegende Folgen haben können, eingefangen hat?


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