Hallo da draußen,
ich habe vor kurzem von meinem Gynäkologen für mich die traurige Nachricht bekommen, das meine Gebärmutter entfernd werden soll, da sie 1. zu groß sei und auf die Blase drücke und ich deshalb andauernd Harnwegsinfekte hätte....
Ich bin 45 Jahre alt und habe immer starke Monatsblutungen.
Kann mir da jemand seine Erfahrungen mitteilen?
Clever
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Thema: Gebärmutter
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14.04.2011, 07:45
Gebärmutter
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14.04.2011, 08:45
AW: Gebärmutter
Das einzige, was ich nach der Entfernung der GM bedauert habe, ist, dass ich sie nicht schon Jahre vorher habe durchführen lassen! Von den furchtbaren Blutungen hatte ich chronischen Eisenmangel, dazu höchst peinliche Erlebnisse dank des heftigen Blutflusses. Nicht zu vergessen die Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
Die OP war nicht schlimm - die ersten 3 Wochen musste ich mich sehr schonen, nach 4 Wochen war das meiste vergessen. Ich war damals 57 Jahre alt und hatte noch eine regelmäßige Menstruation. Allerdings hatte ich auch nur noch einen kleinen 2 - Personenhaushalt zu versorgen (das geht 3 Wochen lang überhaupt nicht).
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14.04.2011, 09:29
AW: Gebärmutter
Guten Morgen Clever,
ich habe im November meine Gebärmutter entfernt bekommen und bereue nichts! Mir ging es wie ClaudiaK59 - hatte fürchterliche Blutungen, richtige Sturzbäche und dadurch einige peinliche Erlebnisse...
und natürlich Eisenmangel und körperlich ziemlich abgebaut.
Bei dir greift es ja sozusagen auch in den Rest mit ein (deine Harnwegsinfekte) - wenn dies nicht anders in den Griff zu bekommen ist...
Hatte vor Jahren schon Myome und diese dann erst mal mit Bauchspiegelung und dann noch Bauchschnitt entfernen lassen, ging dann eine ganze Weile gut - aber vorletztes Jahr fing es mit den fürchterlichen Blutungen an. Wir haben dann einiges 'durchprobiert'
Die letzte OP war durch Lash und habe es super 'überstanden', habe mich geschont und ging doch rasch wieder gut. Jetzt geht es mir blendend und ich bereue es nicht. Ich habe es vorher anders versucht, ging nicht und da war für mich der Schritt zur Hysterektomie klar. Ach ja - ich bin 44, also in deinem Alter!
Ich wünsche dir gutes Überlegen und löcher deinen Arzt einfach so lange bis du keine Fragen mehr hast!
Grüßle cramandi
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15.04.2011, 09:10
AW: Gebärmutter
Hallo Clever,
meine vaginale Hysterektomie ist jetzt 10 Wochen her und ich kann mich meinen Vorschreiberinnen nur anschließen: ich habe es nicht bereut.
Auch ich hatte myombedingt sehr starke Blutungen mit heftigen Schmerzen, gegen die auch Schmerzmittel nicht mehr geholfen hatten. Trotzdem habe ich 2 Jahre gebraucht, bis ich mich zur OP entschlossen habe. Eisenmangel, Anämie, dauernde Kreislaufprobleme - irgendwann konnte ich einfach nicht mehr.
Nach der OP ging es mir 24 Stunden lang echt mies: starke Unterleibsschmerzen, Übelkeit, ständiges Erbrechen (obwohl ich ja gar nichts im Magen hatte
), aber das lag alles am Blasenkatheter. Sobald der gezogen war, ging es mir schlagartig besser.
Danach war ich noch 5 Tage im Krankenhaus und 4 Wochen zu Hause, in denen ich mich natürlich schonen musste, aber ausser ein wenig Stechen und Ziehen im Unterleib hatte ich kaum Schmerzen - kein Vergleich mit den heftigen Periodenschmerzen.
Inzwischen kann ich wieder joggen, Rad fahren, schwimmen, alles ohne Probleme. Ich fühle mich wie befreit, endlich nicht mehr alle 4 Wochen für 6 -8 Tage "krank"!!
Ich bin übrigens 48, also kaum älter als Du
Lass Dir alles in Ruhe durch den Kopf gehen, hol ' Dir eine 2. (und auch 3.) Arztmeinung, lass Dich im Krankenhaus Deiner Wahl beraten, welche OP-Methode für Dich in Frage kommt und entscheide dann.
Alles Gute
northsummerNimm die Welt von Deinen Schultern, und Du wirst sehen, sie fällt nicht.
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16.04.2011, 23:01
AW: Gebärmutter
Ja, dem "ich bereue nichts"- Faden schliesse ich mich an, aus dem selben Gründen, wie meine Vorrednerinnen

Auch, wenn die HE´s seit Jahren so verpönt sind, und den Ärzten immer wieder nachgesagt wird, sie entfernen zu viel und zu schnell. Hinterher gibts nichts, was man vermisst.
Ich war 37 bei der Operation. Familienplanung abgeschlossen, und keine Lust, mit einer regelrechten Pampers locker 2 Wochen im Monat rumzulaufen.Die Seele nährt sich von dem, worüber sie sich freut. Augustinus
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17.04.2011, 22:20
AW: Gebärmutter
Kann mich auch nur den "Vorschreiberinnen"anschließen,ich bereue auch nur,das ich so lange gewartet habe,ich hätte mir sehr viel Ärger erspart! Meine GM ist vor 3 Jahren per Bauchschnitt entfernt worden,meine HB Werte waren runter auf 3,4! Ich hatte alle 2 Wochen starke Blutungen,waren schon richtige "Klumpen" bei,häufig Kreislaufbeschwerden,ewig blass,müde und natürlich Unterleibsschmerzen.Nee,das ist das Beste was du machen kannst die OP,fühlst Dich danach wie ein neuer Mensch!
Viel Glück,die OP ist nicht schlimm
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20.04.2011, 16:19
AW: Gebärmutter
Hallo Clever
ich kann alles was geschrieben wurde bestätigen! Ich war 38 als mir die GM vaginal entfernt wurde, der Grund war Krebsgefahr, meine Ärzte meinten ich hätte eine Zeitbombe in mir. Zum Glück war meine Familienplanung auch abgeschlossen.
Die OP ist nicht schlimm, kaum Schmerzen. Ich war 4 Tage im KH und eine Wochen zu Hause, nach 11 Tagen habe ich wieder gearbeitet.
Ich hatte nach 4 Monaten Sex (hat sich früher nicht ergeben) und es hat sich alles sehr gut angefühlt, ich finde es toll keine Periode mehr zu haben! Und um Verhütung muss ich mich auch nicht mehr kümmern. Vielleicht nicht schlecht nach fast 20 Jahren Hormone.
Alles Gute WT
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20.04.2011, 17:53
AW: Gebärmutter
Liebe Clever,
so ein bißchen Trauer oder Wehmut klingt bei dir ja schon mit. Du schreibst, dass dein Gyn. eine traurige Nachricht für dich hat.
Bevor mir mit 43 die Gebärmutter samt Eierstöcken beids. entfernt wurden habe ich mir schon einige Gedanken gemacht. Was ist mit der hormonellen Umstellung? Welche endokrinologischen Folgen hat die Entfernung der Eierstöcke?
Bei der Entfernung der weibl. Geschlechtsorgane gibt es Unterschiede. Müssen die Eierstöcke mitentfernt werden oder nicht? Was ist mit dem Gebärmutterhals, kann er stehen bleiben?
All das gilt es mit dem Gyn. abzuklären.
Dabei würde ich mich nicht abwimmeln lassen mit so Floskeln wie: Das ist so üblich! Das wird immer zusammen entfernt! Seien sie froh, dass sie alles loswerden! usw. usw.
Bei mir lag auch eine starke Myomatose vor. Die Gebärmutter hatte sich um das dreifache vergrößert. Ich hatte aber keine Blasenproblem, die müssen nicht zwangsläufig dadurch auftreten. Also sich selber gut beobachten. ob es wirklich einen Zusammenhang da gibt.
Müssen die Eierstöcke wirklich mit entfernt werden? Heute werden sie oft drinnengelassen. Dadurch kommte es nicht zu einer krassen Hormonumstellung, die ja die Wechseljahre einläuten.
Ich hab's machen lassen, weil bei mir eine genetische Veranlagung zum Eierstockkrebs (das gleiche Gen wie für Brustkrebs) bestand. Und der kann sehr gemein verlaufen.
Das, was ich nicht habe entfernen lassen, war der Gebärmutterhals. Dadurch wurde mir das anschließende Blasentraining erspart. Aber ich hatte da auch noch andere Bedenken, von wegen Störung beim GV.
Was ich sagen möchte mit diesem kleinen Vortrag, es ist sehr wichtig, sich vorher mit diesem Schritt auseinanderzusetzen. Dafür braucht man keine Jahre. Aber ein paar Tage oder Wochen sollte man sich dafür schon nehmen. Wenn dein Gyn. der deines Vertrauens ist, wird er dir geduldig alle Fragen die du hast beantworten. Ansonsten lohnt sich der Gang zu einem zweiten.
Nachdem ich alle Für und Wider abegewogen hatte, war der Schritt zur OP leicht.
Leider waren meine Organe durch frühere Infektionen im Bauchraum, total verwachsen. So gab es einige Komplikationen. Sie mussten die Eierstöcke sehr aufwendig herausschneiden.
Da war die erste Nacht nicht grad lustig. Aber mit der verordneten Schonung bin ich ganz gut klar gekommen. Und anschließen ging und geht es mir sehr gut.
Wichtig für dein Wohlergehen ist es, dass du selber ja zu dieser OP sagst. Und nicht, dass du das Gefühl hast, sie ist dir irgendwie aufgedrängt worden.
Ein Tipp noch. Wenn du vereinzelte Myome hast, kann man die auch durch eine sogenannte Embolisation veröden. Das geht aber nicht, wenn der Gebärmuttermuskel von Myomen durchsetzt ist. Ich weiß ja nicht wie es da bei dir aussieht.
Von Herzen alles Guten wünscht
lissieGeändert von lissie15 (20.04.2011 um 17:58 Uhr)
Das Chaos will anerkannt, will gelebt sein
ehe es sich
in eine neue Ordnung bringen lässt.
Hermann Hesse
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20.04.2011, 19:58
AW: Gebärmutter
Hallo,
eine Frage: hattet oder habt ihr denn alle keine Probleme mit Wechseljahrbeschwerden nach der OP? Habe ich hier im Umfeld jetzt schon so oft gehört oder miterlebt
Bei mir steht gerade eine OP wegen eines wirklich riesigen Myoms, welches inzwischen auch Beschwerden bereitet, an.
Derzeit schwanke ich noch zwischen Uniklinik (dahin hat mich mein Gyn überwiesen) und einer Spezial-Tagesklinik, welche mir von einer Freundin empfohlen wurde, dir dort sehr gute Erfahrungen gemacht hat.Liebe Grüße, Claudia
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20.04.2011, 20:03
AW: Gebärmutter
Meine Gebärmutter wurde 2004 entfernt, da war ich 44 (übrigens auch nie bereut). Allererste Wechseljahrsbeschwerden habe ich erst letztes Jahr bekommen, jetzt nehmen sie etwas zu. Solange die Eierstöcke drin bleiben, hat eine Gebärmutterentfernung laut meiner Ärzte keine Auswirkung hinsichtlich Wechseljahre.
Grüße Nyala


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