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    Mut machen zur Hysterektomie

    Hi,

    Habe ein Jahr lang die Entscheidung zur Gebärmutter Entfernung vor mir hergeschoben. Am Tag vor der OP erschien auch noch BRIGiTTE mit einem kritischen Bericht darüber. Ich habe es letzten Dienstag trotzdem gemacht und bin froh darüber. Ich hatte sehr viele Myome, eine stark vergrößerte GM und starke Blutungen und Schmerzen. Bei der Histologie kam zudem raus, dass ich wohl auch eine Endomettiose hatte, daher die Schmerzen. Sprich: es war echt nötig.

    Meine OP verlief sehr unkompliziert, ich habe vier kl. Schnitte, von von denen nur der eine nach 4 Tagen bei Belastung der Bauchmuskeln noch weh tut (der einzige,bei dem durch den Muskel geschnitten wurde). Ich war nach drei Tagen schon wieder so fit, dass ich aufstehen konnte, duschen etc. Nach nichtmal vier Tagen war ich wieder zu Hause.

    Ich habe auch keine psychischen Probleme damit, kann auch nicht die Erfahrung anderer aus diesem Forum teilen, dass ich mich müde oder abgeschlagen fühlte. Mir macht heute, am Tag 5 nach der OP, lediglich mein Kreislauf zu schaffen (habe schon immer niedrigen Blutdruck gehabt), was aber wohl eher von zu wenig Bewegung liegt und bestimmt weg geht, wenn ich wieder mobiler bin.

    Ich denke, es kommt sehr darauf an, mit welchem Leidensdruck und welcher Einstellung man daran geht. Ich wollte es und bin ein eher rationaler Typ, ich neige nicht dazu, vergebenen Chancen o.ä. nachzutrauern. Ich gucke eher nach vorne.

    Meine einzige, aber nicht besonders ausgeprägte Sorge ist, dass mein Freund, der eigentlich gerne Kinder gehabt hätte, mich irgendwann verläßt, um sich diesen Wunsch mit einer anderen zu erfüllen. Aber mal ehrlich, das kann einem mit oder ohne Gebärmutter passieren.

    Insofern - es ist immer eine individuelle Entscheidung, aber ich persönlich kann nichts Negatives berichten und möchte denen Mut machen, die vielleicht eher Angst vor der OP haben.

  2. Inaktiver User

    AW: Mut machen zur Hysterektomie

    Hallo MarianneHH,

    Gute Besserung weiterhin.

    Ja, ich kann mich Dir nur anschließen. Habe die Entscheidung bis jetzt auch nicht bereut. Und ich kann Dir nach ca. 2 Monaten sagen, es wird immer besser. Ich bin ein völlig neuer Mensch. Voller Energie und Tatendrang, ich bin auch der Meinung es liegt an der Einstellung. Wie so vieles im Leben.

    Zum Mann, Freund: wenn er lieber zuschaut wie man leidet und immer kränker wird, nur damit man "ihm" ein Kind gebären kann, nah, da sollte man sich mal generell über die Liebe und Partnerschaft Gedanken machen.
    Mein Mann freut sich jedes Mal mit mir, wenn ich ihm sage wie gut es mir jetzt geht.

    Alles Gute!
    Liebe Grüße
    Strawinski

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    AW: Mut machen zur Hysterektomie

    Hallo Marianne,

    erst mal weiterhin gute Besserung.
    Dein artikel macht mir Mut, da auch mir Mitte Februar eine Hysterektomie bevorsteht...
    Ich mußte Anfang Januar schon mal die Pille absetzten, wegen Thrombosegefahr und es geht mir eigentlich von tag zu Tag schlechter. Ich nehme ständig zu, der Bauch wird dicker und ich habe das Gefühl alles spannt innerlich.
    So wie ich das verstanden habe, hattest Du keinen bauchschnitt, sondern 4 kleine . also laparoskopisch?
    Wenn ich viel Glück habe, wird es bei mir vagianel gemacht, oder eben dann per Bauchschnitt. Habe auch viele Myome und vergrößerte Gebärmutter (wie im 5. Monat).
    Hab trotzdem Angst vor Krankenhaus- war noch nie als Patient da..., aber denke auch, daß der Eingriff bei mir angezeigt ist.
    Hattest Du Schmerzen nach der OP? Narkose - hast Du die gut vertragen?

    Viele Grüße, Hasenschlumpf

  4. Inaktiver User

    AW: Mut machen zur Hysterektomie

    Zitat Zitat von MarianneHH Beitrag anzeigen
    Insofern - es ist immer eine individuelle Entscheidung, aber ich persönlich kann nichts Negatives berichten und möchte denen Mut machen, die vielleicht eher Angst vor der OP haben.
    Also mal ganz ehrlich:

    Meine Mutter hatte ungefähr im gleichen Alter wie ich jetzt eine GM-Entfernung bereits hinter sich. Mit dieser Entscheidung und diesem Eingriff ist sie aus meiner Sicht damals wie auch heute immer sehr gut zurecht gekommen. Ihr Mann (mein Vater) stand stets hinter ihr, weil er sich dessen bewußt ist, daß nur sie allein über ihren Körper entscheiden kann und nur allein sie um ihren Leidensdruck weiß.

    Es wurde da weder ein großes trara darum gemacht noch ist einer damit hausieren gegangen.

    Als ich plötzlich selbst mit so einer Prognose konfrontiert wurde, wäre meine Mutter nie auf die Idee gekommen mir zu solch einem Eingriff "Mut zu machen"

    Nein, ich hatte nicht das gleiche wie meine Mutter. Ich hatte nur Myome. Und abgesehen davon bin ich auch nicht meine Mutter. Obwohl ich genetisch bedingt schon eher die gleichen Anlagen habe wie sie, ist vieles auch sehr unterschiedlich und individuell verschieden.

    Das mit den Mut machen hat für mich einen sehr gefährlichen Beigeschmack. Ich bin der Meinung ich steh zu dieser Entscheidung aus meinem Leidensdruck heraus, oder ich wäge für mich diese Entscheidung nochmal genau ab und entscheide mich ggfs. dagegen. Aber kein Mensch sollte sich nur von mutmachenden Menschen anstecken lassen.

    Abgesehen davon gibt es nämlich unzählige Frauen, die diesen Eingriff im Nachhinein zutiefst bereuen. Vielleicht war da ja vorher auch nur jemand, der ihnen dazu "Mut machte..."

  5. User Info Menu

    AW: Mut machen zur Hysterektomie

    Hallo Marianne,

    ich hoffe, es geht dir nach der OP immer noch besser!?

    Da ich gerade selbst vor der Entscheidung stehe, mich "nur" von 3 neuen Myomen zu trennen oder gleich von der Gebärmutter, habe ich deinen Bericht gespannt gelesen.

    Bereits vor 6 Jahren hatte ich eine OP mit Myom-Entfernung. Es war ein echter Leidensweg bis dahin für mich - der Eisenhaushalt war im Keller, ich wurde schwächer und depressiv... von den heftigen Blutungen gar nicht zu reden.

    Nun also neue Myome und wieder die Frage, ob gebärmuttererhaltend operieren. Offen gestanden, ich habe die Faxen dicke. Wie oft und wie lang könnten die Myome wohl wieder kommen? Ich bin 46 und kann freien Herzens sagen, dass schon lange kein Kinderwunsch mehr besteht.

    Allerdings bleibt so eine kleine Rest-Angst, vor Blitz-Wechseljahren und Inkontinenz. Heute gehe ich zu einem Gynäkologen, um mit ihm über die OP zu sprechen. Ich denke, dass ich da auch sehr rational reingehe.

    Dir nochmal alles Gute!

    September-Julia

  6. Inaktiver User

    AW: Mut machen zur Hysterektomie

    Zitat Zitat von September-Julia Beitrag anzeigen
    Nun also neue Myome und wieder die Frage, ob gebärmuttererhaltend operieren.
    Hallo Julia,

    nur wegen Myomen mußt Du Dich nicht operieren lassen.

    Es gibt bereits andere, nicht invasive Behandlungsmethoden bei Myomen, wie z.B. die Embolisation oder der FUS. Diese werden allerdings von Radiologen durchgeführt.

    Es ist durchaus möglich, daß Dein Gyn. das gerade nicht anspricht, da dieses Verfahren ein fremdes Fachgebiet betrifft, d.h. nicht die Gynäkologen machen. Unter Umständen wird er es gar nicht in Betracht ziehen und Dich überhaupt nicht über diese weitere sehr schonende Alternative aufklären.

    Ich würde ihn aber auf diese Möglichkeiten hin ansprechen. Je nachdem wie er darauf reagiert würde ich mich jedenfalls nicht mit einer lapidaren Bemerkung seinerseits abbügeln lassen.

    Hast Du schon mal hier gelesen: Gebärmutterentfernung: Oft überflüssig und folgenschwer - BRIGITTE.de

    Los wirst Du Deine Gebärmutter sicherlich ganz schnell, wenn Du das unbedingt willst.
    Nur diese Entscheidung kannst Du dann mit nichts mehr in der Welt rückgängig machen. Das ist der Haken dran.
    Geändert von Inaktiver User (09.02.2011 um 19:03 Uhr) Grund: Ergänzung

  7. User Info Menu

    AW: Mut machen zur Hysterektomie

    Ich würde mir heute nicht mehr die Gebärmutter entfernen lassen. Hinterher ist man immer schlauer.


    Myome kann man heute wunderbar rausschälen lassen. Hat eine Bekannte hinter sich. Sie war in einer Tagesklinik und sie ist begeistert, wie es ihr auch heute noch geht. Keine niedrigen Eisenwerte mehr, Blutung von 9 - 14 Uhr (sie nennt es ihre paar Stunden).

    Man hat sie innerhalb von 6 Wochen zwar 2 x operieren müssen, da die Myome sehr groß waren, aber der Erfolg ist offensichtlich. Die Gebärmutter als Platzhalter zu bewahren, ist meines Erachtens sehr wichtig.

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    AW: Mut machen zur Hysterektomie

    Zitat Zitat von bonneya Beitrag anzeigen

    Keine niedrigen Eisenwerte mehr (...)
    ich fürchte, das kann man nicht verallgemeinern, sondern muss es individuell sehen.

    ich habe vor gut 4 wochen meine gebärmutter entfernen lassen (1026 gramm) und absolut gute eisenwerte. die hatte ich übrigens zu jeder zeit nach der OP.

    vor 6 jahren habe ich schon mal nur myome entfernen lassen - grottige eisenwerte danach, ich brauchte eiseninfusionen.

    es lohnt sich, sehr ernsthaft zu bedenken, dass jede patientin individuell zu sehen ist und es nicht so dienlich ist, allzu allgemeine aussagen zu machen.


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    AW: Mut machen zur Hysterektomie

    Zitat Zitat von Lizzie64 Beitrag anzeigen
    ich fürchte, das kann man nicht verallgemeinern, sondern muss es individuell sehen.

    ich habe vor gut 4 wochen meine gebärmutter entfernen lassen (1026 gramm) und absolut gute eisenwerte. die hatte ich übrigens zu jeder zeit nach der OP.

    vor 6 jahren habe ich schon mal nur myome entfernen lassen - grottige eisenwerte danach, ich brauchte eiseninfusionen.

    es lohnt sich, sehr ernsthaft zu bedenken, dass jede patientin individuell zu sehen ist und es nicht so dienlich ist, allzu allgemeine aussagen zu machen.
    Nun gut, nach 4 Wochen Gebärmutterentfernung ging es mir auch noch gut. Mir hat auch jeder ganz allgemein erzählt, wie toll es ohne Gebärmutter sei. Im Alter kann es aber beträchtliche Probleme machen (Absenkungen, Inkontinenz). Das erzählt einem dann natürlich niemand sooo deutlich...

  10. Inaktiver User

    AW: Mut machen zur Hysterektomie

    Myome sind kein Grund für eine Hyterektomie - das möchten die Ärzte gern, weil es einfacher zu operieren ist, aber als Patient habe ich da ja zum Glück noch ein Wort mit zu reden.

    Auch Endometriose ist kein Grund!

    Eisenmangel kann man beheben. Nur mal eben so lasse ich mir kein Organ entfernen, auch wenn ich es so gesehen nicht mehr brauche!

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