Nachdem ich in den letzten Wochen die Einzelheiten und Für und Wider der GM-Entfernung wegen Myomen in den Beiträgen diskutiert und gelesen habe, interessiert mich heute mal eine ganz andere Frage im Zusammenhang mit diesem Thema:
Wie sind Eure Männer- GöGa oder Lebensgefährten - in der Zeit vor der OP mit dem Thema umgegangen ?
Schweigend und sich auf andere Lebensbereiche konzentrierend ?
Oder engagiert und mitfühlend wie eine Freundin ?
Die Fragen klingen vielleicht blöd, und ich weiß auch, dass es eine Typ-Frage ist. Aber mich beschäftigen sie doch.
Mein Lebensgefährte - den ich noch nicht so lange und auch noch nicht in richtigen Krisenzeiten kenne - hat bei der Planung des Termins der OP mitgewirkt und konstruktive Vorschläge gemacht. Seitdem aber ist Funkstille- Fragen zur Organisation des Alltags vorher oder nachher beantwortet er nicht, nach dem Motto, es werde sich alles finden (wir haben getrennte Wohnsitze), Äußerungen zu meinem Befinden nimmt er nicht zur Kenntnis und fragt auch nicht nach- ich habe das Gefühl, als sei die OP für ihn seit der Vereinbarung des Termins nicht mehr existent.
Stattdessen spricht er eigentlich nur noch von sich, seinen Anliegen, Projekten, unseren Urlaubsplänen ...
und ich bin unsicher, ob ich das als typisch männliche Haltung gegenüber gynäkologischen Themen, als Ausdruck von Angst, Sorge, oder gar Gleichgültigkeit einstufen und ggf thematisieren sollte.
Wie sind Eure Erfahrungen ?
mit Gruß
Famara
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 18
-
20.01.2010, 23:45
Männlicher Umgang mit Gebärmutterentfernung
-
21.01.2010, 10:34
AW: Männlicher Umgang mit Gebärmutterentfernung
Hallo famara,
meine gm-entfernung ist nun schon einige zeiten her, sie verlief ohne probleme trotz bauchschnitt.
mein mann hat genauso wie ich auf die op reagiert: der eingriff war medizinisch notwendig, kinder kriegen war abgeschlossen, die gm war lediglich noch ein teil von mir, der ärger machte.
das theater von anderen frauen, die sich danach nicht mehr als vollständige frau fühlen, konnte ich nie nachvollziehen, ich verstand den sinn nicht. vielleicht bin ich für solche dinge einfach zu rational veranlagt. ich habe mir lieber die postiven dinge dieses eingriffes vor augen geführt.
Ansonsten habe ich die 2 wochen krankenhaus als erholung gesehen, zugegeben erst als es mir nach 3 tagen besser ging.
ich bin mit einer tasche voll bücher ins krankenhaus, hatte ein einzelzimmer und musste mich nur um mich kümmern.
alles gute Tine
-
21.01.2010, 13:22
AW: Männlicher Umgang mit Gebärmutterentfernung
Hallo Famara,
Mein Mann hat in der ganzen Zeit auch jetzt nach der op zu mir gestanden.er sagte auch das das nicht schlimm ist das die gm raus muß, hauptsache mir geht es danach besser.er hat sich super um den haushalt gekümmert ,hat auch unsere hunde und katzen sehr gut versorgt.als ich ind er klinik war und danach als ich zu hause war ,ich lag die erste woche fast nur.
er geht mir jetzt auch zur hand, was ich super finde von ihm.ich brauche fast nichts zu tun,obwohl ich leichte hausarbeit selber machen möchte er nimmt sie mir immer noch ab.
bin froh so einen mann zu haben (seit über 20 jahren)grins.....
Lg zauberin
-
21.01.2010, 18:38
AW: Männlicher Umgang mit Gebärmutterentfernung
Hallo Zauberin,
das klingt ja gut !
Vielleicht berichte ich nach meiner OP das gleiche von meinem Partner, denkbar, dass er seine Fürsorge lieber im aktiven Tun als im Zuhören oder Austauschen der Gedanken zu der OP zum Ausdruck bringen möchte.
LG
Famara
-
26.01.2010, 16:04
AW: Männlicher Umgang mit Gebärmutterentfernung
@ Tine49
Ich finde das schon ziemlich "gefühllos" von Theater zu reden, das andere Frauen angeblich so machen!!!!
Das lässt es klingen, als würden sich die Frauen das alles nur einreden!
Dem ist aber nicht so!!!!
Und das weiss ich aus eigener Erfahrung!
Nur, weil du selbst nicht solche eher negativen Erfahrungen gesammelt hast (was ich dir total gönne!!) solltest du doch bitte versuchen, die der Frauen nicht weniger zu respektieren als deine eigenen.
LG Hyster
Geändert von Hysterektomie (29.01.2010 um 13:14 Uhr)
Das Gedächtnis ist eine Schublade,
die andauernd klemmt...
Sir Peter Ustinov
-
27.01.2010, 11:18
AW: Männlicher Umgang mit Gebärmutterentfernung
ich respektiere diese frauen ebenfalls..........
bin aber der meinung, dass es leichter ist, dinge zu akzeptieren, die aus gesundheitlichen gründen notwendig sind. wenn man nicht immer nur über die entfernung der gm jammert und sich selbst bemitleidet. einige, die ich in der klinik kennen lernen dürfte und die auch bereits 50 jahre alt waren, gingen mir doch in dieser hinsicht sehr auf den keks. lernen mit einer situation umzugehen und sie zu akzeptieren, finde ich für mein leben positiver, als immer nur alles sooooo schwarz zu sehen.
verstehe mich bitte nicht falsch. ich habe großes mitleid mit frauen, die noch jung sind, sich kinder wünschen und dann mit dieser entscheidung leben müssen.
Tine
-
27.01.2010, 11:26Inaktiver User
AW: Männlicher Umgang mit Gebärmutterentfernung
Nun ja Tine - jede Frau geht eben anders mit so einer OP um.
Meine GM ist noch nicht raus. Ich hatte vor einigen Jahren auch Myome, die sind per OP entfernt worden. Die GM stand nie zur Debatte obwohl ich nie Kinder wollte.
Ich bin jedenfalls auch kein "Held" was das aushalten von Schmerzen angeht - und die Myomen OP (es waren 4 die entfernt wurden) war nicht sooo schön. Zumal es für mich das erste Mal war: erstes Mal im Krankenhaus, erste OP. Und durch Nachblutungen muße ich sogar 3 Tage nach dem Eingriff wieder unters Messer. War völlig Blutleer
und mir gings sogar 4 Wochen nach der OP noch richtig schlecht.
Zu der Blutleere kam dann noch so eine Post-OP-Depri dazu - ich war nur noch am heulen und wollte nichts mehr essen.
Und das waren "nur" Myome. (denen habe ich natürlich nicht nachgejammert)
Ich verstehe schon wenn es einem schlecht geht nach so einer OP und wollte nicht beurteilen wie sich Frauen zu fühlen haben.
just my2p
-
28.01.2010, 09:05
AW: Männlicher Umgang mit Gebärmutterentfernung
Hallo Tine49
Zitat:
"ich respektiere diese frauen ebenfalls..........
bin aber der meinung, dass es leichter ist, dinge zu akzeptieren, die aus gesundheitlichen gründen notwendig sind. wenn man nicht immer nur über die entfernung der gm jammert und sich selbst bemitleidet. "
Frauen zu sagen :
sie machen Theater und jammern und bemitleiden sich selbst, zeigt mir, dass man sie eben NICHT respektiert, sondern ihnen unterstellt, dass all die Gefühle die sie nach so einem Eingriff haben nicht real sind.
Ich muss mir auch keinen Finger abschneiden, um nachempfinden zu können, das dem betroffenen Menschen etwas fehlt.
Aber Empathie zu haben mit Frauen denen es eben nicht so klasse geht ist gar nicht soooo schwer.
Nicht jede Frau geht gleich mit den Folgeerscheinung so einer OP um.
Du scheinst eben zu den Glücklichen zu gehören (das freut mich für dich und ich gönne es dir wie gesagt von ganzem Herzen), denen es klasse geht...die keinerlei Beschwerden haben...deren Sexualität sich nach der OP nicht verändert hat...deren Mann sie nicht verlassen hat, oder sich zurtückgezogen hat, weil ER damit ein Problem hat....deren Körperempfinden sich nicht verändert hat usw.
Freu dich darüber, aber schmälere doch bitte nicht die Gefühle und Empfindungen der Frauen, die nach der OP leiden mit Worten wie:
Theater, Jammer, Selbstmitleid.
LG Hyster
Das Gedächtnis ist eine Schublade,
die andauernd klemmt...
Sir Peter Ustinov
-
28.01.2010, 12:48
AW: Männlicher Umgang mit Gebärmutterentfernung
bevor ich mich aus dieser diskussion zurück ziehe, da ich ja eh keine gefühle habe, hätte ich noch gerne den sinn dieser aussage verstanden "ich bin ja keine vollständige frau" mehr.
diesen satz musste ich immer wieder hören und habe ihn nie verstanden bzw. es konnte ihn mir nie jemand ausreichend erklären.
schönen tag
Tine
-
28.01.2010, 13:17
AW: Männlicher Umgang mit Gebärmutterentfernung
Was haben Frauen eigentlich vor 50 Jahren gemacht ?
Sie sind bei vielen Erkrankungen gestorben, die man heute mit einem sogenannten kleinen Eingriff beseitigt.
Ich bekenne: gehöre auch zu den "gefühlsrohen" Frauen, die sich zwar die Krankheitsgeschichte von Fall zu Fall anhören, aber im großen und ganzen meinen, dass heutzutage viel zuviel gejammert wird.


Zitieren

