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    Konisation: Infos die ich davor nicht bekommen hatte

    Hallo,

    ich hatte diesen Beitrag schon mal als Antwort auf ein anderes Thema ins Netz gestellt, dachte ich eröffne aber doch noch mal einen neuen Pfad. Vielleicht könnten ja hier alle Frauen, die schon eine Konisation hinter sich haben, aber gern ihre Erfahrungen teilen würden, etwas schreiben. So als allgemeine Info-Sammel-Stelle. Oft ist es in diesen Internet-Foren ja so, dass eine Frau, die eine Konisation vor sich hat eine Frage stellt und dann einige Antworten darauf kommen. Aber vielleicht gibt es einige Antworten, zu denen noch nicht so viele Fragen gestellt wurden? Also: was wusste man danach, hätte es aber lieber davor gewusst? Was hat einem geholfen und Kraft gegeben? Was würde man im Nachhinein vermeiden?

    Nun mein Beitrag: ich, 29 Jahre, hatte vor über drei Monaten eine Konisation auf Grund von pap IVa und CIN III (HPV high risk positiv) und wollte mal einen kurzen 'Erfahrungsbericht' abgeben, sowie einige Infos aufschreiben, die ich damals nicht im Internet gefunden hatte, oder zu denen es sehr widersprüchliche Angaben gibt - viele dazu betreffen Sex (ich habe oft das Brigitte Forum genutzt, deswegen schreibe ich es hier auch rein). Ich hab das nun alles gut überstanden und hatte bei der Nachuntersuchung wieder normale Werte.

    Das Wichtigste: es stimmt tatsächlich: keine Angst vor der Konisation! Das ist natürlich leicht gesagt... Also: körperlich fand ich es überhaupt nicht schlimm, das bedeutet: wegen Schmerzen, Einschränkungen, Blutungen etc. muss man sich meiner Erfahrung nach eher wenig Sorgen machen, es ist ein kleiner Eingriff und man ist relativ schnell danach wieder einigermaßen 'fit'.
    Was ich extrem schlimm fand, war die psychische Komponente: die Angst beim ersten Befund, die Angst Krebs zu haben oder zu bekommen, die Angst falsch behandelt zu werden, die Angst vielleicht in Zukunft keine Kinder bekommen zu können, das Gefühl krank und auch noch ansteckend zu sein, und das im Intimbereich, etc.
    Die meisten dieser Ängste sind vollkommen irrational, aber bei mir waren sie nun einmal da. Ich denke einerseits sollte man sich nicht verrückt machen lassen und versuchen ruhig zu bleiben, andererseits sollte es einem aber auch nicht peinlich sein, Angst zu haben und irgendwie auch zu seiner Angst stehen. (Angst ist nun mal nicht rational - rational gesehen ist es ja kein Krebs, man kann danach noch Kinder bekommen, etc.).

    Also:
    1. Pap IV a ist kein Krebs, das ist eine sehr wichtige Information (Ich hatte ein 'carcinoma in situ' - Achtung: ein Karzinom ist per Definitionem Krebs, ein 'carcinoma in situ' ist trotz dem Wort darin noch KEIN Krebs, das 'in situ' ist ein wichtiger Bestandteil des Begriffes und bedeutet, dass die Zellmembran noch intakt ist). Nachdem man diesen Befund hatte, sollte eine Biopsie gemacht werden, um den Befund zu bestätigen und den CIN Wert herauszubekommen. Ausserdem wird noch ein HPV-Test gemacht. (Das ist eigentlich medizinischer Standard, aber ich habe von einigen Ärzten gehört, die sofort nach dem Pap-Test eine Konisation vorschlugen: dazwischen sollte aber immer noch einmal eine Biopsie stehen, da der Pap-Test auch falsch sein kann). Nach einer Biopsie hat man eine kleine innere Wunde, die manchmal blutet: nicht Baden, Sex erst mal gar nicht oder mit Kondom, keine OBs.

    2. Ich hatte wie gesagt CIN III, es wurde also eine Konisation (Laser) gemacht. Ich hatte Vollnarkose und war 2 Nächte stationär, die OP selbst dauerte 15 Min und ich konnte und sollte schon am selben Tag wieder aufstehen und rumlaufen. Am Tag danach wurde ich aus dem Krankenhaus entlassen. Es ist auch möglich, die Konisation mit Spinalanästhesie und ambulant zu machen - es ist wirklich kein großer körperlicher Eingriff (trotzdem sollte man sich schonen! Und die Psyche nicht vergessen!). Wobei bei mir das entfernte Areal wohl auch nicht so groß war. Ich habe danach erst einmal gar nicht geblutet und hatte mich schon gefreut. Allerdings kommt das Blut später: es geht so nach einer bis zwei Wochen der Wundschorf ab: dann merkt man die Konisation quasi erst stärker, man hat mehr Blutungen und manchmal so eine Art "Wundwasser", "Schorf", etc. Wegen der Infektionsgefahr soll man da Binden, keine OBs benutzen.

    3. Ich würde in Nachhinein sagen, dass man sich auf alle Fälle eine Mindestzeit von 3 Wochen zur Regeneration danach nehmen solte. Mir wurde folgendes gesagt: 6 Wochen nach der Konisation kein Sport, nicht schwer tragen, die ersten Wochen danach nicht Baden, bis die Wunde verheilt ist. Es gab widersprüchliche Aussagen zu Fahrrad-Fahren: ein Arzt meine Nein, meine Gynäkologin meinte ja (nach 2 Wochen bin ich dann Fahrrad gefahren). Zu Sex: meine Frauenärztin meinte ca. 6 Wochen keinen Sex - wobei sie darunter Penetration (mit Penis) verstand. Auf Nachfrage: "Äußerer Sex" (also Stimulation Kitzler) ist aber OK, auch Selbstbefriedigung und Orgasmen-haben ist noch vor Ablauf dieser 6 Wochen vollkommen in Ordnung! (Ich weiß, es kommt einem nicht so vor, als wäre es wichtig - aber die Verunsicherung war zumindest bei mir danach ersteinmal groß und im Internet stand dazu viel wirres Zeug. Ich war sauer über diese sehr eingeschränkte Definition von weiblichen "Sex" als "Penetration".)

    4. Leider hat sich bei mir ca. eine Woche nach der Konisation die Wunde entzündet - das ist wohl nicht so selten. Ich war dadurch aber zunächst sehr verunsichert und hatte große Angst, "selbst Schuld" zu sein, weil ich unsicher war, ob ich vielleicht unwissentlich obige Regeln verletzt hatte (Z.B. Wie schwer ist "nicht schwer tragen"?). Wie gesagt, das ist aber wohl sehr oft nach einer Konisation so. Ich habe eine Woche Antibiotika bekommen, danach war es weg. Die Woche habe ich mich viel ausgeruht und wenig gemacht. Aber nach ungefähr drei Wochen musste ich verreisen und einen Vortrag halten: das hat geklappt und ich war dazu körperlich absolut in der Lage.

    5. Nach der Konisation wird das entnommene Gewebe untersucht, es werden noch einmal die Schnittstellen angesehen: das Ziel ist "im Gesunden geschnitten" zu haben: dann weiß man, dass alles veränderte Gewebe entfernt wurde und man wahrscheinlich nich noch einmal eine Konisation machen muss. Die Ergebnisse dazu hatte ich ca. 2 Wochen nach der OP.

    6. Ich habe noch etwas gemacht, was viele vielleicht etwas komisch finden und ich ehrlich gesagt auch: ich habe "mich besprechen" lassen. Ich bin wirklich nicht spirituell oder so. ich hatte nur vor einigen Jahren Genitalwarzen, die ja auch durch HPV (allerdings durche einen anderen Virenstamm) ausgelöst werden. Lasern, Cremes, etc. hatte alles nichts gebracht, "Warzen Besprechen Lassen" war der letzte etwas absurde Versuch sie loszuwerden: es hatte sie tatsächlich verschwinden lassen. Deswegen - so war mein nicht ganz logisches Analogiedenken - könnte es ja auch bei HPV im Gebärmutterhals helfen. Ich hab es also nach der Konisation machen lassen, in der Hoffnung, so die Viren zu bekämpfen, wenn denn da noch welche sind (eigentlich ist der Plan, durch eine solche Konisation alles Gewebe mit Viren zu entfernen). Keine Ahnung ob es was geholfen hat, aber es war zumindest gut gegen die Hilflosigkeit und das Warten. Aber natürlich sollte man solches Besprechen niemals als Ersatz für Schulmedizin machen lassen!! Ausserdem habe ich mir noch so Creme gekauft, die auf natürlichem Wege die Scheidenflora stärken soll, das kann ja zumindest auch nicht schaden.

    7. Ich nehme die Pille und habe die Pille nach der Operation erst einmal durchgenommen. Erst ca. 7 Wochen nach der OP habe ich dann die übliche Pillenpause für die normale 1-Wochen-Abbruchblutung gemacht und hatte davor meine Frauenärztin danach gefragt.

    8. Ich war jetzt bei der 3-Monats-Nachuntersuchung: Alles gut verheilt, normaler Pap-Wert (Pap II), die HPV Infektion scheint weg zu sein (ich muss aber noch die letzten Testergebnisse abwarten.)

    9. Hier noch einige sehr interessante Infos, die ich von Prof. Schneider von der Charite in der Nachsprechstunde erfahren hatte und so noch nie gehört hatte (dieser Prof. Schneider ist sehr bekannt in der Cervix- und Dysplasie-Forschung, bei ihm wurde die Konisation durchgeführt):

    - während man eine Dysplasie hat (also Pap IVa, CIN III oder ähnliches) ist man beim Sex NICHT mehr ansteckend. Es ist wohl so, dass man ansteckend ist, während man die Viren "frisch" hat, also vielleicht so 3 Jahre oder mehr, bevor sie zu der Gewebeveränderung führten. In diesem Stadium ist die Viren-DNA aber schon im Gewebe, quasi mit der eigenen DNA "verschmolzen", jedenfalls kann man - zumindest mit DIESEN Viren - den Partner nicht anstecken. (Das hat mich sehr verwundert und auch erleichtert, ich fand es Schade, das erst so spät erfahren zu haben, weil ich mich echt ein bisschen als "gefährliche Krebs-Virenschleuder" gefühlt hatte, deswegen.)

    - Es geistert öfters die Info rum, man solle wegen HPV nur noch mit Kondomen Sex haben, auch wenn Kondome eigentlich nicht gegen eine HPV-Ansteckung schützen (Ich glaube die Idee dahinter ist, dass man so keine Ping-Pong Infektion: von einem selbst zum Partner und zurück - eventuell zumindest reduzieren kann). Prof Schneider sagte, er halte davon überhaupt nichts: dies stigmatisiere so die eigene Sexualität nur noch weiter. Es gebe nur eine einzige Studie die zu dem Ergebnis kam, dass das eventuell ein bisschen nützen könnte - es gibt aber sehr viele Studien zum gleichen Thema, die zu dem Ergebnis kamen, dass das gar keinen Unterschied macht. Er jedenfalls hat ziemlich vehement abgeraten. (Also ehrlich gesagt nutze ich aber weiterhin Kondome, vielleicht auch als Strategie gegen das Gefühl der Hilflosigkeit)

    - Prof. Schneider meinte, ich solle mich auf alle Fälle noch impfen lassen, und zwar unabhängig davon, ob ich momentan noch high-risk-Viren habe oder nicht. Er meinte auf eine bestehende Infektion hätte eine Impfung keinen Einfluss, aber für die Zukunft und erneute Infektionen würde sie schützen. (Es gibt wohl ein Serum, das gegen die Viren 16,18, 30 und 31 oder so schützt, das sollte ich nehmen - nicht das, wo die Warzen-Viren noch dabei sind, weil ich da ja eh schon hatte und weil der Schutz gegen die anderen Viren wichtiger für mich ist).

    - Ausserdem meint er, er vertrete die Theorie, dass es genetische Ursachen habe, dass die Viren bei einigen Leuten zu Dysplasien und Warzen führten und bei anderen nicht - eine Infektion mit den Betreffenden Viren, hat ja schliesslich fast jede Frau mal. Wenn das stimmt, befürchte ich, dass meine Gene da wohl tatsächlich ziemlich schlecht sind, ich werde die Impfung also auf alle Fälle machen lassen. (Auch weil die gleichen HPV Viren wohl auch an bestimmten Formen von Darmkrebs beteiligt sein könnten.)

    So. Noch ein Tip: nehmt fürs Warten immer was um Lesen mit und stellt Euch in Krankenhäusern auf Wartezeiten von 2 Stunden ein, auch wenn Ihr einen festen Termin habt.
    Und noch etwas, was mich ärgert: ich finde blöd, dass fast immer in Informationsmaterial und Artikeln geschrieben wird, Promiskuität würde das Risiko für die Ansteckung mit HPV erhöhen: vielleicht stimmt es, vielleicht nicht - aber ich finde, diese Erklärung gibt den Frauen implizit die Schuld an ihrer eigenen Erkrankung und das finde ich ungerecht und extrem hinterfragenswert. Ich zumindest habe nie besonders viel Sex mit wechselnden Menschen gehabt und habe seit über 5 Jahren eine ausgesprochen monogame Beziehung. Und auch wenn jemand einen promisken Lebensstil hat, ist das doch vollkommen OK - niemand ist Schuld an einer HPV-Infektion und noch weniger an einer Dysplasie! (Und wie gesagt: scheinbar schützen gegen HPV ja noch nicht einmal wirklich Kondome, man kann also wirklich nicht sehr viel tun um es zu verhindern.) Man sollte aufpassen, hier untergründig zu Moralisieren, ich verstehe sowieso nicht, was diese Information denn im nachhinein noch bringen soll und bezweifle auch, wie und ob "Promiskuität" überhaupt in Studien erhoben wurde. Wie gesagt: HPV-Viren sind Viren, die fast jeder Mensch hat oder mal gehabt hat!

    So, ich wünsche allen, die das noch vor sich haben ganz viel Kraft und so wenig Angst wie möglich. Es ist alles nicht so schlimm. Wirklich.
    Geändert von lim1 (07.12.2009 um 01:40 Uhr)

  2. Avatar von Lilith
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    AW: Konisation: Infos die ich davor nicht bekommen hatte

    Auch hier noch einmal ein paar kleine Anmerkungen. ;-)


    1) Selbstverständlich erhöht Promiskuität das Risiko jedweder Infektion.

    Nicht nur die der Frauen, sondern auch die der Männer.

    Es ist keine Frage der moralischen Weltsicht - nur der Wahrscheinlichkeit.

    2) Kondome empfehlen sich ganz allgemein schon zur Vermeidung einer Infektion mit HIV.

    Daran hat der gute Professor wohl gar nicht gedacht?


    Grüßle, Lilith
    Todo les sale bien a las personas de carácter dulce y alegre

    Voltaire

  3. Avatar von _tarasjugina_
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    AW: Konisation: Infos die ich davor nicht bekommen hatte

    Zitat Zitat von lim1 Beitrag anzeigen

    1. Pap IV a [...] Nachdem man diesen Befund hatte, sollte eine Biopsie gemacht werden, um den Befund zu bestätigen und den CIN Wert herauszubekommen. Ausserdem wird noch ein HPV-Test gemacht. (Das ist eigentlich medizinischer Standard, aber ich habe von einigen Ärzten gehört, die sofort nach dem Pap-Test eine Konisation vorschlugen: dazwischen sollte aber immer noch einmal eine Biopsie stehen, da der Pap-Test auch falsch sein kann).
    Ich hätte auch noch eine Anmerkung: die Biopsie ist nur möglich, wenn du eine kolposkopisch sichtbare Läsion hast.
    Ist sie nicht sichtbar: wo willst du biopsieren?
    Sind es mehrere, oder eine großflächige - müssten alle Randbezirke biopsiert werden, ob dort evtl. eine Invasivität beginnt; in dem Fall wäre eine Konisation schonender und aussagekräftiger.
    Gruß, T.
    "Eine Treppe: Sprechen - Schreiben - Schweigen"mmmmmmmmmmKurt Tucholsky


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    AW: Konisation: Infos die ich davor nicht bekommen hatte

    Hallo Lilith,

    Zu 2. Ich hoffe es ist kein falscher Eindruck entstanden. Bei dem Gespräch mit dem guten Professor ging es wirklich nur um meine Situation und die Ansteckung mit HPV: ich lebe wie gesagt seit sehr langer Zeit in einer monogamen Beziehung und verhüte mit der Pille, die Kondome haben wir nur wegen der HPV-Sache eingesetzt und sie waren deswegen für mich auch stark mit Krank-und-gefährlich-sein verbunden. Er hat also für meinen Fall und ausschließlich für die HP-Viren von Kondomen abgeraten. Selbstverständlich sollte man sonst Kondome verwenden, wegen HIV, Pilzen, Tripper, etc. Ich spreche mich hier natürlich nicht gegen ein allgemeines Verwenden von Kondomen aus.

    Zu 1. Ja, vielleicht erhöhen schnell wechselnde Geschlechtsverkehrs-Partner tatsächlich das Ansteckungsrisiko, vor allem - für alle Nicht-HPV-Krankheiten - wenn man dann tatsächlich auch noch keine Kondome verwendet. Aber, wieder für den HPV-Fall gesprochen: hier scheinen ja, soweit ich Infos dazu sammeln konnte, Kondome keinen sicheren Schutz zu bieten. Vielleicht ist es nur meine eigene Wahrnehmung, aber ich sehe echt ein Problem in dem immer-wieder-darauf-hinweisen: a) Frauen, die keinen promisken Lebensstil haben, aber dafür eine HPV-Infektion, schämen sich eventuell und denken, dass jeder jetzt denkt sie hätten eine promisken Lebensstil. Ich kenne viele Frauen in monogamen langen Beziehungen, die HPV hatten - oder welche, die schon ewig keinen Sex hatten, und es haben. b) Ich glaube nicht, dass diese Info Leute, die häufige Partnerwechsel haben, irgendwie davon abhalten könnte und sollte: wenn man verliebt ist oder mit jemanden abstürzt wird man höchstwahrscheinlich nicht nur Sex oder Petting ablehnen, nur weil man sich mit einem Virus anstecken könnte, das sowieso fast alle mal hatten und dass nur bei einem sehr kleinen Prozentsatz Frauen eine Dysplasie auslöst und bei einem noch viel kleineren Prozentsatz Krebs.
    Aber vielleicht bin ich da auch überempfindlich. Es war nur meine subjektive Wahrnehmung, dass das in vielen Diskussionen und Foren immer wieder Thema ist, zumindest wenn viele Frauen betonen, sie wären monogam um so zu zeigen, dass sie "nicht selbst Schuld sind" (eine ähnliche Argumentation hatte ich ja selber auch, bin da auch nicht frei von). Du hast schon recht, dass da Moral und Schuld keine Rolle spielen sollte, manchmal hab ich das Gefühl, sie tut es unterschwellig aber doch. Vielleicht irre ich mich, ist alles nur meine subjektive Wahrnehmung.

    An tarasjugina: Danke für die Info, das wusste ich nicht. Bei mir war es ganz klar eine kolposkopisch sichtbare Läsion.

    Liebe Grüsse an alle!

  5. Avatar von einzigARTig
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    AW: Konisation: Infos die ich davor nicht bekommen hatte

    Kondome bieten in Bezug auf HPV keinen wirklich sicheren Schutz, da sie nicht alles abdecken.
    Wenn die Genitalwarzen außerhalb des kondomgeschützten Bereichs, also z.B. auf den Schamlippen auftreten, können die Viren trotz Kondom übertragen werden.
    Aber natürlich minimieren Kondome das Übertragungrisiko.


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    AW: Konisation: Infos die ich davor nicht bekommen hatte

    Nachtrag zur Impfung: meine Gynäkologin meinte nun wiederum, man solle nicht auf eine bestehende Infektion impfen. Sie kenne eine Studie, laut der der Impferfolg bei einer schon bestehenden HPV-Infektion nur 40 % sei. In Anbetracht der Kosten für die Impfung (ca. 600 Euro, wird in meinem Alter nicht von der Kasse übernommen) warte ich also doch erst mal den Test ab. Ich finde es echt kompliziert, dass die Meinungen bei den Ärzten anscheinend oft ganz schön auseinandergehen...


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    HPV

    Nach-Nachtrag zu HPV und Impfung:

    1. Es gibt übrigens zwei verschiedene HPV-Tests: einen, der nur die Unterteilung der Viren in low-risk (ich glaube zu low risk gehören auch die Warzen-Viren), medium-risk und high-risk macht, aber dann nicht spezifiziert, welche Viren das genau sind (also z.B. ob HPV 16 oder 18 oder 30 oder was anderes). Dieser Test wurde zuerst bei mir gemacht, ich war dann 'high risk positiv', fand es aber unbefriedigend nicht zu wissen, welche dieser vielen high-risk Viren ich nun eigentlich tatsächlich habe (und ob die z.B. in der Impfung mit berücksichigt sind). Dann gibt es noch einen anderen Test, der die Viren genau auflistet, fand ich besser.

    2. Ich bin jetzt nach der Konisation tatsächlich komplett HPV-negativ. Hätte ehrlich gesagt nicht erwartet, dass man mit so einem Eingriff tatsächlich tatsächlich alles Viren-Gewebe entfernen kann. Ich kann mich jetzt also impfen lassen, auch wenn ziemlich umstritten ist, ob das jetzt was bringt oder nicht.

    3. Es gibt gerade zwei Wirkstoffe gegen HPV auf dem Markt: Gardasil und Cervarix. Gardasil ist offiziell gegen HPV 6,11,16 und 18 (die beiden ersten sind die eher harmlosen Feigwarzen-Viren, die beiden letzten sind die wichtigsten der vielen high-risk-Viren), Cervarix ist nur gegen 16 und 18. Man nimmt aber an, dass diese Wirkstoffe teilweise noch gegen andere HPV-Viren schützen könnten (im Sinne einer sog. "Kreuzprotektion"). Cervarix hat z.B. wohl neben dem Schutz gegen 16 und 18 eine 100% ige Kreuzprotektion gegen 45 und eine ca. 60%ige Kreuzprotektion gegen 31.

    4. Man muss 3x zur Impfung gehen, eine einzige Dosis kostet 159,- Euro (also das x 3 plus das Geld für den Arzt).


  8. Registriert seit
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    AW: Konisation: Infos die ich davor nicht bekommen hatte

    Hallo,

    beim Thema Promiskuität sollte man bei der Aussage " ich bin doch monogam" bedenken:
    Das heißt wahrscheinlich meist: "ich bin jetzt mit diesem Partner schon länger zusammen und treu, hatte aber z.B. vorher schon 3 Partner"
    Der Partner hatte vorher vielleicht wiederum 3 Partnerinnen, diese wieder 3 Partner usw.
    Wie hoch ist nun die Wahrscheinlichkeit auch mit wenig wechselnden Partner eine Infektion einzufangen?
    Und wie viele Frauen und Männer haben in ihrer umtriebigen Jugend deutlich mehr Partner?
    Das ist völlig wertungsfrei, erhöht aber definitiv das Risiko, eine sexuell übertragbare Infektion zu bekommen.

    Gruß
    Lili


  9. Registriert seit
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    AW: HPV

    Hallo lim1,
    hast Du Dich dann impfen lassen und wie ist es Dir danach ergangen? Hast Du seitdem gute Pap-Werte und bist HPV-frei?
    Nach einem Pap 4a und CIN III hatte ich gestern meine Konisation(ambulant, Loop-Schlinge), fand den Eingriff auch harmlos und mir geht es heute recht gut.
    Nun weiß ich noch nicht, ob ich mich impfen lassen soll.
    Geändert von Nettysonne (28.11.2011 um 10:13 Uhr)

  10. Avatar von Junior_Mints
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    AW: HPV

    Was ich gern im Vorfeld gewusst hätte:
    Bei meiner Koni wurde vor der OP im Intimbereich rasiert.

    Mit diesem Wissen hätte ich mir den demütigenden Umgang und die herabwürdigenden Bermerkungen der Krankenschwester erspart.
    Wenn das Gehirn so einfach wäre, dass wir es verstehen könnten, wären wir zu dumm, um es zu begreifen. (Jostein Gaarder)

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