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  1. Avatar von Lisa_S
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    AW: Teil 4: Lebensentwürfe

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ein Hausfrauendasein hat vielleicht noch in den 50èr Jahren Sinn gemacht, als es noch keine oder kaum Waschmaschinen, Spülmaschinen, Fertigessen, Mikrowellen, usw., dafür aber deutlich mehr Kinder gab. Spätestens wenn die Kinder in den Kindergarten gehen, hat Mann oder Frau heutzutage eigentlich mehr Zeit, als wirklich sinnvoll auszufüllen wäre.

    Andererseits ist heute das "Niveau", auf dem jeder leben möchte, deutlich höher als noch in den 50èrn, als da wären Urlaub, Auto(s), großes Haus oder Wohnung, Unterhaltungselektronik usw. Es ist doch völlig normal, das in so einem Umfeld jeder arbeiten gehen möchte und auch muß, will die Familie ein bestimmtes Lebensniveau erreichen und halten.
    Ich finde dies einen sehr interessanten Punkt. Meiner persönlichen Meinung (und auch Beobachtungen) nach, sind die materiellen Ansprüche vieler Menschen tatsächlich gestiegen.

    "Waaaaaas? - Auf den neuesten Plasmafernseher verzichten?....VERZIIIIIIIIIIICHTEN? - NIEMALS!" (Okay total übertrieben formuliert!). Mein persönlicher Eindruck ist, dass sich heutzutage viele Menschen lieber halb zu Tode schuften als auf bestimmte materielle Dinge zu verzichten. Jedem das Seine zwar, jedoch macht mich das schon nachdenklich. Haben so viele Menschen keinen anderen Lebensinhalt als ARBEIT und HABEN? Denn nicht wahr: Wer X oder Y nicht HAT, ist ein loser? Oder wer den Herzinfarkt oder das Burnout mit fünfzig noch nicht hat, ist ein arbeitsfauler loser?

    Wir haben materiell so viel! Und viele wollen immer mehr mehr mehr und gehen dafür über Leichen (auch die eigene). Früher hatten die Menschen tatsächlich viel weniger, ABER: sie gaben sich auch mit weniger zufrieden, legten eher Wert auf immaterielle Werte wie: Zeit für die Familie, Ehe, Freizeit, usw. Heute - so scheint es mir persönlich - sind die immateriellen Werte so gut wie in Vergessenheit geraten. "Wer weniger als 50 Std. pro Woche arbeitet, ist ein loser, wer kein Auto hat, ist ein loser, wer X nicht hat, ist ein Versager.....". Ich finde es unheimlich traurig, wie viele Menschen sich heutzutage über Job und Geld definieren. Und mir tun diese Menschen sehr leid.

    Vor allem dann deren Kinder, die mittels Fertigpizza & Co. ernährt werden und den ganzen Tag in der Krippe sind.
    Die Frage ist hier nicht, ob diese Kinder "gestört" sind oder werden. Die Frage ist, wie gut es einem jungen Menschen tut, den ganzen Tag in der Kinderkrippe zu sein, während die Eltern arbeiten, damit sie sich ihren drittes Haus am Meer leisten können? (Dies ist eine FRAGE, keine Verurteilung).

    Junge Frauen auf dem Sprung? - Ja, wohin denn?
    I can dodge bullets, baby! (Phil Hellmuth)

  2. gesperrt
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    AW: Teil 4: Lebensentwürfe

    Zitat Zitat von Lisa_S
    Junge Frauen auf dem Sprung? - Ja, wohin denn?
    Sie springen auf den "Loser" ... armer "Loser" ! Quaak !

  3. Avatar von Lisa_S
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    AW: Teil 4: Lebensentwürfe

    Zitat Zitat von ididitagain
    Sie springen auf den "Loser" ... armer "Loser" ! Quaak !
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  4. Inaktiver User

    AW: Teil 4: Lebensentwürfe

    Lisa, mal ehrlich,

    wir leben ganz normal. Nix mit drei Häusern am Meer (wir leben in einem gemieteteten, also nicht mal ein Haus nennen wir unser eigen), wir fahren nicht 3x im Jahr in den Urlaub und haben noch nicht einmal zwei Autos und das wird sich auch mit einem vollen zweiten Gehalt nicht wesentlich ändern. Okay, wir haben uns gerade einen Plasmafernseher gegönnt, aber das ist auch echt der einzige wirkliche Luxusgegenstand.

    Was wir aber wollen ist:

    1. eine gute Bildung und Ausbildung für unser Kind (respektive unsere Kinder) bezahlen können. Dazu gehört nicht die Eliteprivatschule, aber z.B. die Möglichkeit, dem Sport nachzugehen, den sie wollen, auch wenn die Ausrüstung teurer ist. Oder die Möglichkeit, ein Musikinstrument zu lernen. Später eine Uni bezahlen zu können und den Lebensunterhalt, wenn diese Uni nicht am Ort ist. Oder eben eine Ausbildung, auch wenn diese vielleicht Geld kostet. Gerade Bildung wird in diesem Land immer teurer.

    2. Wir leben nicht in einer besonders günstigen Gegend, was die Mieten betrifft. Will man seine Kinder aber in einem einigermaßen vernünftigen Umfeld groß werden lassen, dann wird man entweder eine hohe Miete zahlen oder weiter raus ziehen, was wiederum den Bedarf nach zwei Autos nach sich ziehen wird, ohne dass irgendwas davon großer Luxus ist.

    3. Wir sind beide darauf angewiesen, zusätzlich etwas für die Altersvorsorge zu tun. Ein Teilzeitjob schmälert die Ansprüche, die man überhaupt noch hat und es ist nicht unbedingt möglich, dann noch weiter privat vorzusorgen.

    4. Wir sind uns beide bewusst, dass wir keine Garantie auf einen Job auf Lebenszeit haben. Und wir sind uns beide bewusst, dass nach einem Jahr Arbeitslosigkeit Schluss ist mit dem Arbeitslosengeld und uns höchstens noch ALG II zustünde. Wenn wir beide im Beruf drin sind, würde die Arbeitslosigkeit von einem von uns keine finanzielle Katastrophe sein, sondern der andere könnte das ein Stück weit abfangen.

    So, und unser Kind wird trotzdem geliebt, wird ausgewogen ernährt und natürlich versuchen wir, eine vernünftige Work-Life-Balance hinzukriegen.
    Geändert von Inaktiver User (06.05.2008 um 07:22 Uhr)


  5. Registriert seit
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    AW: Teil 4: Lebensentwürfe

    Zitat Zitat von Lisa_S
    Ich finde dies einen sehr interessanten Punkt. Meiner persönlichen Meinung (und auch Beobachtungen) nach, sind die materiellen Ansprüche vieler Menschen tatsächlich gestiegen.

    "Waaaaaas? - Auf den neuesten Plasmafernseher verzichten?....VERZIIIIIIIIIIICHTEN? - NIEMALS!" (Okay total übertrieben formuliert!). Mein persönlicher Eindruck ist, dass sich heutzutage viele Menschen lieber halb zu Tode schuften als auf bestimmte materielle Dinge zu verzichten. Jedem das Seine zwar, jedoch macht mich das schon nachdenklich. Haben so viele Menschen keinen anderen Lebensinhalt als ARBEIT und HABEN? Denn nicht wahr: Wer X oder Y nicht HAT, ist ein loser? Oder wer den Herzinfarkt oder das Burnout mit fünfzig noch nicht hat, ist ein arbeitsfauler loser?

    Wir haben materiell so viel! Und viele wollen immer mehr mehr mehr und gehen dafür über Leichen (auch die eigene). Früher hatten die Menschen tatsächlich viel weniger, ABER: sie gaben sich auch mit weniger zufrieden, legten eher Wert auf immaterielle Werte wie: Zeit für die Familie, Ehe, Freizeit, usw. Heute - so scheint es mir persönlich - sind die immateriellen Werte so gut wie in Vergessenheit geraten. "Wer weniger als 50 Std. pro Woche arbeitet, ist ein loser, wer kein Auto hat, ist ein loser, wer X nicht hat, ist ein Versager.....". Ich finde es unheimlich traurig, wie viele Menschen sich heutzutage über Job und Geld definieren. Und mir tun diese Menschen sehr leid.

    Vor allem dann deren Kinder, die mittels Fertigpizza & Co. ernährt werden und den ganzen Tag in der Krippe sind.
    Die Frage ist hier nicht, ob diese Kinder "gestört" sind oder werden. Die Frage ist, wie gut es einem jungen Menschen tut, den ganzen Tag in der Kinderkrippe zu sein, während die Eltern arbeiten, damit sie sich ihren drittes Haus am Meer leisten können? (Dies ist eine FRAGE, keine Verurteilung).

    Junge Frauen auf dem Sprung? - Ja, wohin denn?
    Ich bin entsetzt über die Klischees, welche in diesem Beitrag gegenüber Familien, in denen beide Eltern berufstätig sind, ausgepackt werden. Viele Familien sind darauf angewiesen, dass beide Elternteile voll arbeiten, um sich ein einigermaßen vernünftiges Leben leisten zu können, das mit Luxus rein gar nichts zu tun hat. Marilyn74 hat das in ihrem Beitrag bereits ausführlich erläutert , deshalb werde ich nichts weiter dazu sagen, da ich jetzt keine Zeit mehr habe. Muss gleich in die Arbeit, Kohle scheffeln bis zum Burnout, Luxus bezahlen !

  6. Avatar von Nichtnurmami
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    AW: Teil 4: Lebensentwürfe

    Zitat Zitat von Lisa_S
    Ich finde dies einen sehr interessanten Punkt. Meiner persönlichen Meinung (und auch Beobachtungen) nach, sind die materiellen Ansprüche vieler Menschen tatsächlich gestiegen.

    "Waaaaaas? - Auf den neuesten Plasmafernseher verzichten?....VERZIIIIIIIIIIICHTEN? - NIEMALS!" (Okay total übertrieben formuliert!). Mein persönlicher Eindruck ist, dass sich heutzutage viele Menschen lieber halb zu Tode schuften als auf bestimmte materielle Dinge zu verzichten. Jedem das Seine zwar, jedoch macht mich das schon nachdenklich. Haben so viele Menschen keinen anderen Lebensinhalt als ARBEIT und HABEN? Denn nicht wahr: Wer X oder Y nicht HAT, ist ein loser? Oder wer den Herzinfarkt oder das Burnout mit fünfzig noch nicht hat, ist ein arbeitsfauler loser?

    Wir haben materiell so viel! Und viele wollen immer mehr mehr mehr und gehen dafür über Leichen (auch die eigene). Früher hatten die Menschen tatsächlich viel weniger, ABER: sie gaben sich auch mit weniger zufrieden, legten eher Wert auf immaterielle Werte wie: Zeit für die Familie, Ehe, Freizeit, usw. Heute - so scheint es mir persönlich - sind die immateriellen Werte so gut wie in Vergessenheit geraten. "Wer weniger als 50 Std. pro Woche arbeitet, ist ein loser, wer kein Auto hat, ist ein loser, wer X nicht hat, ist ein Versager.....". Ich finde es unheimlich traurig, wie viele Menschen sich heutzutage über Job und Geld definieren. Und mir tun diese Menschen sehr leid.

    Vor allem dann deren Kinder, die mittels Fertigpizza & Co. ernährt werden und den ganzen Tag in der Krippe sind.
    Die Frage ist hier nicht, ob diese Kinder "gestört" sind oder werden. Die Frage ist, wie gut es einem jungen Menschen tut, den ganzen Tag in der Kinderkrippe zu sein, während die Eltern arbeiten, damit sie sich ihren drittes Haus am Meer leisten können? (Dies ist eine FRAGE, keine Verurteilung).

    Junge Frauen auf dem Sprung? - Ja, wohin denn?
    Oh, Mann, Lisa! Wach auf!

    Es geht schon lange nicht mehr ums dritte Auto und die fünfte Urlaubsreise, wir haben vor kurzem mal durchgerechnet, was passiert, wenn einer von uns die Arbeit verliert, derjenige würde nach 12 Monaten nicht einen Cent mehr sehen, unsere Fixkosten sind aber schon so hoch wie eines unserer Nettoeinkommen, es geht einfach um die Grundbedürfnisse, zusätzlich investieren wir in die Bildung unserer Kinder, Sportverein, usw. Und das ist für mich ziemlich wichtig!

    Zu Mutter Leyen nur noch als Anmerkung: Sicher muß sie sich nicht darum kümmern, ob ihre Kids immer genug saubere Wäsche im Schrank haben, aber wo bleibt die Quality Time, das abendliche Insbettbringritual, das Vorlesen, das Trösten bei Weltschmerz in der Pubertät, für alles ne Nanny, n Au pair oder ne Hauswirtschafterin? So würde ich nicht leben wollen!!!! NIE!!!

    LG NNM
    Das Leben ist zu kurz, um schlechten Wein mit unsympathischen Leuten zu trinken, wobei ich beim Wein notfalls Kompromisse mache...

    R.I.P. Gerd, mein Cousin, mein Kindheitskumpel, mein Blödsinnskamerad, ich vermisse Dich!!!



  7. Avatar von Lisa_S
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    AW: Teil 4: Lebensentwürfe

    Hallihallo

    OT:
    Das stimmt: Manche Eltern müssen vollzeit arbeiten, sonst reicht's hinten und vorne nicht mehr....


    Aber in diesem Strang ging es ja nicht um Eltern, die beide leider vollzeit arbeiten müssen, sondern um "Junge Frauen auf dem Sprung", also diejenigen, die ALLES wollen: viel Geld, perfekte Kinder, tolle Karriere....solche, die Kinder UND Karriere wollen (und ich habs so verstanden: und sich eigentlich Teilzeitarbeit leisten könnten).
    I can dodge bullets, baby! (Phil Hellmuth)

  8. Avatar von Leandra
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    AW: Teil 4: Lebensentwürfe

    Zitat Zitat von Lisa_S
    .solche, die Kinder UND Karriere wollen (und ich habs so verstanden: und sich eigentlich Teilzeitarbeit leisten könnten).
    Tja leider leigen die Teilzeitstellen in vielen Berufen auch nicht auf der Straße,
    je höher die Qualifikation desto schwieriger ist das.
    Find mal eine Teilzeitstelle als Ingnieurin.
    Ich hoffe wenn ich ein Kind haben sollte von 40 auf 30 Stunden zu reduzieren, aber das ist auch das höchste der Gefühle.
    würde ich noch weniger arbeiten wollen, könnte ich gleich zu hause bleiben.
    Neben den Eltern die arbeiten müssen weil das Geld nicht reicht, gibt es auch die die arbeiten müssen, damit die Qualifikation nicht flöten geht.
    Ach ja und dann gibt es auch noch Leute, denen ihr Beruf spaß macht.

    @Lisa
    Wo fängt für Dich eigentlich eine Karriere an.
    Bin ich als Projektleiterin schon eine Karrierefrau?


    Leandra
    Ich bin Tipplegasthenikerin.
    Geändert von Leandra (06.05.2008 um 12:33 Uhr)

  9. Avatar von Lisa_S
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    AW: Teil 4: Lebensentwürfe

    Zitat Zitat von Leandra
    Tja leider leigen die Teilzeitstellen in vielen Berufen auch nicht auf der Straße,
    je höher die Qualifikation desto schwieriger ist das.
    Find mal eine Teilzeitstelle als Ingnieurin.
    Ich hoffe wenn ich ein Kind haben sollte von 40 auf 30 Stunden zu reduzieren, aber das ist auch das höchste der Gefühle.
    würde ich noch weniger arbeiten wollen, könnte ich gleich zu hause bleiben.
    Neben den Eltern die arbeiten müssen weil das Geld nicht reicht, gibt es auch die die arbeiten müssen, damit die Qualifikation nicht flöten geht.
    Ach ja und dann gibt es auch noch Leute, denen ihr Beruf spaß macht.

    @Lisa
    Wo fängt für Dich eigentlich eine Karriere an.
    Bin ich als Projektleiterin schon eine Karrierefrau?


    Leandra
    Also zu Teilzeit: Das stimmt und dies ist ein ziemlich grosses Problem; wenig Teilzeitstellen für qualifizierte Mitarbeiter/innen.

    Karriere fängt für mich dort an, wo das "arbeiten, um zu leben" aufhört.
    I can dodge bullets, baby! (Phil Hellmuth)

  10. Avatar von Leandra
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    AW: Teil 4: Lebensentwürfe

    Zitat Zitat von Lisa_S

    Karriere fängt für mich dort an, wo das "arbeiten, um zu leben" aufhört.

    Das ist auch wieder eine Definitionssache und fängt auch nicht erst bei "viel Geld und toller Karriere"

    Man kann die Menschen nicht einfach in der einen "arbeiten, um zu
    leben" und die anderen "leben um zu arbeiten" einteilen, dazwischen gibt es eine ganz große Grauzone
    Ich bin Tipplegasthenikerin.

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