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  1. Inaktiver User

    AW: Teil 1: Das neue Selbstbewusstsein

    die zeitungen, die ich mir heut ezu gemüte führte, sahen die studie durch die bank in den kommentaren etwas kritischer als die brigitte. tenor war allgemein: die jungen frauen mögen ihr selbstbewusstsein haben (eine freiburger zeitung fragte 'wie naiv sind die 17- 29-jährigen?), leider ziehen die männer nicht mit.

    mit 'warm anziehen' wird es wohl nichts, da die jungen frauen auf 'macht' als etwas 'männliches' verteufeln, wollen sie wohl nicht. hm.

    das die brigitte als auftraggeber und als frauenzeitschrift sich nich thinstellt und sagt: 'studie gemacht, rausgekommen: der trend geht zum mädelchen mit starken sprüchen' ist mir klar. ich hätte gern mal die konkreten zahlen - nich tim rahmen eines artikels, sondern die studie selbst. weiß wer, ob die wo veröffentlicht ist?

  2. Avatar von arouet58
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    AW: Teil 1: Das neue Selbstbewusstsein

    @Bereschit
    das die brigitte als auftraggeber und als frauenzeitschrift sich nich thinstellt und sagt: 'studie gemacht, rausgekommen: der trend geht zum mädelchen mit starken sprüchen' ist mir klar. ich hätte gern mal die konkreten zahlen - nich tim rahmen eines artikels, sondern die studie selbst. weiß wer, ob die wo veröffentlicht ist?
    Ich hätte nicht nur gerne die Zahlen der jetzigen Studie. sondern zum Vergleich die Zahlen all der Studien der letzten 30 Jahre, von denen wohl jede verkündete, die jetzt gerade auf dem Sprung befindliche Frauengeneration werde die ganz, ganz große Veränderung bewirken.
    Brigitte selbst weist ja darauf hin, man gebe solche Studien schon seit 30 Jahren in Auftrag.
    Die kommen mir mittlerweile vor wie Dinner for one: ein Running Gag.
    Cum grano salis


  3. Registriert seit
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    AW: Teil 1: Das neue Selbstbewusstsein

    Ich finde es ermutigend, dass so viele Frauen aus meiner Generation heute ein starkes Selbstvertrauen haben. Frauen, die heute Mitte/Ende zwanzig sind, haben aber oft noch keine Stelle und keine Kinder. Im geschützten Raum der Uni sieht vieles anders aus als "draußen". Die meisten Hindernisse gibt es wohl bei der Entscheidung für eine Familie. Ich finde es ziemlich bedenklich, wenn jetzt häufig so getan wird, als sei "Kind&Karriere" kein Problem. Damit werden auch sehr hohe Leistungsanforderungen gestellt, die Perfektionsfalle droht immer. Kind&Job mag gehen, aber wenn wir ehrlich sind, sind es echte Ausnahmefrauen, die Kind plus Karriere im Sinne von Aufstieg, Kohle, Macht und inhaltlicher Selbstverwirklichung hinkriegen. Ich bin 29, und alle Frauen, die in meinem Bekanntenkreis Kinder bekommen haben, sind beruflich im Abseits; zum Teil sind sie promoviert, was aber ohne räumliche Flexibilität dann auch nix mehr bringt. Bei ALLEN hat sich die traditionelle Rollenverteilung auch im Haushalt voll durchgesetzt und alle hätten das früher entsetzt zurückgewiesen. Von ihnen allen höre ich: "Es ist ganz anders als ich dachte, und keiner hat mir das vorher ehrlich gesagt."
    Es reicht zudem nicht, selbstbewusst zu sein, wir müssen auch unser Denken und Handeln selbstkritisch überprüfen: nicht zuletzt das Programm der asymmetrischen Partnerwahl läuft bei vielen noch als "Trojaner" auf der Festplatte. Sie suchen und finden dann eben einen Mann, der nach Geld und Status noch toller dasteht als sie. Logische Folge dieses Verhaltens ist die pseudo-emanzipierte Lösung: "Zu Hause bleibt, wer weniger verdient." - und dann sind die großen Pläne erstmal dahin.
    Ich bin dafür, dass wir untereinander ehrlich sind: Kind und Karriere lassen sich in diesem Land in der Regel nicht vereinbaren. Wer mehr will als einen "Job" ist schlecht dran und wird sich oft genug aufreiben, um allen Leistungsanforderungen zu entsprechen. Wenn sich die Vaterrolle und die Arbeitswelt nicht gravierend verändern, wird die Topmanagerin mit zwei Kindern und toller Ehe weiterhin eine Ausnahme bleiben - noch dazu eine, die in ihrer medialen Vermittlung auch nicht weniger Druck erzeugt als ein Topmodel.
    Bei all dem kommt auch die Frage zu kurz: wo bleiben eigentlich Glück und Spaß? Ich finde, wir müssen nicht allen Anfroderungen gerecht werden und können es auch mal als erstrebenswertes Ziel ansehen, länger zu schlafen, abends rauszugehen und einfach mal ein paar Stunden nur in die Luft zu gucken - Dinge, die die perfekte Frau von heute mangels Zeit nicht mehr wirklich machen kann.. Junge Frauen sollten alte Bilder entsorgen, dem gesellschaftlichen Diskurs die lange Nase zeigen und erkennen: wir müssen nicht alles wuppen und nicht jede Frau muss Mutter sein.
    PS: An der Studie hat mich davon abgesehen am meisten schockiert, dass Frauen immer noch ein Problem mit Macht haben und dass 36 Prozent bei der Frage nach Ängsten angeben: "Zu viele Ausländer"! Hä, wie bitte????
    Geändert von Ariela (27.03.2008 um 00:20 Uhr)


  4. Registriert seit
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    Zum Beitrag von Earth_Intruders vom 20.3.

    Das ist der interessanteste und authentischste Beitrag, den ich hier gelesen habe! Die öffentliche Diskussion greift so oft nur die Situation von Akademikerinnen in Großstädten auf, die schlecht genug ist. Dir kann ich nur empfehlen: egoistisch sein, tough sein, raus aus der Gegend, sich nicht in die Reihe der Hausfrauen mit ihren praktischen Kurzhaarschnitten stellen! Dazu braucht es Bildung, zu der der Zugang in diesem Land bekanntlich nicht "gleich verteilt" wird. Aber: Die Welt ist so groß und mit BAFöG und Nebenjob können auch Leute Abitur (nach)machen und studieren, die nicht aus der "Oberschicht" kommen - nur Mut (in Berlin sind die Mieten billig...). Viel Glück und Kopf oben halten!
    Geändert von Ariela (27.03.2008 um 00:21 Uhr) Grund: nicht eindeutig zugeordnet/ Grammatik

  5. Inaktiver User

    AW: Teil 1: Das neue Selbstbewusstsein

    Zitat Zitat von Ariela
    Im geschützten Raum der Uni sieht vieles anders aus als "draußen". Die meisten Hindernisse gibt es wohl bei der Entscheidung für eine Familie. Ich finde es ziemlich bedenklich, wenn jetzt häufig so getan wird, als sei "Kind&Karriere" kein Problem. Damit werden auch sehr hohe Leistungsanforderungen gestellt, die Perfektionsfalle droht immer. Kind&Job mag gehen, aber wenn wir ehrlich sind, sind es echte Vorzeigefrauen, die Kind plus Karriere im Sinne von Aufstieg, Kohle, Macht und inhaltlicher Selbstverwirklichung hinkriegen. Ich bin 29, und alle Frauen, die in meinem Bekanntenkreis Kinder bekommen haben, sind beruflich im Abseits; zum Teil sind sie promoviert, was aber ohne räumliche Flexibiität dann auch nix mehr bringt. Bei ALLEN hat sich die traditionelle Rollenverteilung auch im Haushalt voll durchgesetzt und alle hätten das früher entsetzt zurückgewiesen. Von ihnen allen höre ich: "Es ist ganz anders als ich dachte, und keiner hat mir das vorher ehrlich gesagt."
    Exakt, bei der Mehrheit entwickelt es sich nach der Uni so und das ist erschreckend.

    Ich kenne auch andere - klar erfolgreiche -Fälle,

    Bedingung ist hier aber ein starker Ehrgeiz der Frauen (also stärker als manch ein männlicher Durchschnittsmitbewerber...),

    praktisch ist die (klare oder versteckte) Dominanz der Frau in der Partnerschaft,

    notwendig: Härte gegen sich selbst (Dienstreisen/Kongresse ohne Baby/Kleinkind)

    bitter notwendig: Zeit (Rücken freihalten durch Partner / Babysitter, insofern zusätzlicher Geldeinsatz in den ersten Berufsjahren...)

    hilfreich: Kungeln... (vgl. Zeit, Härte, Dominanz und Ehrgeiz)

    Ach ja: Besonders hilfreich: Nie auf die Umgebung hören, wenn das Niveau nicht erhöht... sondern gesenkt werden soll...

    P.S. Krankwerden ist natürlich gänzlich ausgeschlossen...

  6. Inaktiver User

    AW: Teil 1: Das neue Selbstbewusstsein

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Was mich stört an der Diskussion über die angeblich bessere Berufsausbildung von Frauen gegenüber Männern ist, das nur von Abitur und Studium gesprochen wird. Viele Männer, vor allem im Handwerk und in der Industrie, machen ihren Meister oder Techniker. Das sind anspruchsvolle Ausbildungen, nicht mit so viel Theorie beladen wie ein Studium, aber diese Leute haben viel Praxiserfahrung und wissen, wie der Job läuft.
    Wird nicht mittlerweile jeder 4. Meister von Frauen gemacht?

    Das war früher nicht so - nehme ich an - sonst wäre es nicht vor einer Weile durch die Medien gegangen.

    Und sei es der Friseurmeister, da ist jawohl nichts Schlechtes dabei!

  7. Inaktiver User

    AW: Teil 1: Das neue Selbstbewusstsein

    ariela, da ich mich nicht entscheiden kann, WAS genau ich aus deinem klugen post zitiere um meine begeisterung und zustimmung auszudrücken - zitiere ich gar nicht.

    you've hit the nail. so deprimierend das sein mag.

  8. Inaktiver User

    AW: Teil 1: Das neue Selbstbewusstsein

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    ariela, [...]
    you've hit the nail. so deprimierend das sein mag.
    An die Wertung hänge ich mich gerne an

  9. Avatar von arouet58
    Registriert seit
    17.10.2007
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    AW: Teil 1: Das neue Selbstbewusstsein

    @ Glueckskatze
    Und sei es der Friseurmeister, da ist jawohl nichts Schlechtes dabei!
    Nein, da ist nichts Schlechtes dabei. Aber ein Industriemeister verdient in der Regel wesentlich mehr als ein Frisör.
    Es liegt doch auch an der Berufswahl, die Frauen nicht so recht aus den Startlöchern kommen läßt.
    Immer wieder das im Wesentlichen gleichbleibende enge Fächerspektrum sowohl bei Lehrberufen als auch in der akademischen Ausbildung.
    Als ob Frauen nicht mit dem gleichen Ernst die Berufswahl betrieben wie Jungen/junge Männer, denen man frühzeitig klar macht, dass von ihrem späteren Verdienst eine Familie leben können soll.
    Solange Frauen nicht diese Möglichkeit, Haupterwerber der Familie zu sein, sein zu MÜSSEN, auch in Betracht ziehen bereits bei der Wahl ihres Berufes, wird im Falle der Geburt eines Kindes vernunftigerweise der Geringerverdienende die Fürsorge für das Kind übernehmen. Das wird in der Regel die Frau sein.
    Häufig habe ich den Eindruck, daß Frauen ihre Berufe geradezu leichtfertig ausschließlich nach Neigung wählen, weil sie im Hinterkopf die Rückversicherung hegen: Wenn ich damit nicht genug verdienen kann, dann angle ich mir einen gutgestellten Versorger und verziere den Cocktail-Empfang mit intelligentem Small Talk. Allzu oft fällt die Wahl auf Schmücke-dein-Heim-Fächer.
    Das kann man ja gerne tun, aber dann bitte die Folgen nicht unter dem Stichwort "Diskriminierung" verbuchen.
    Cum grano salis


  10. Registriert seit
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    AW: Teil 1: Das neue Selbstbewusstsein

    @arouet58:
    unterstütze das anliegen voll und ganz, dass man frauen ermutigen sollte, auch technische berufe etc. in betracht zu ziehen. allerdings gibt es da noch viel an strukturellen problemen zu beseitigen, die in der sozialisation von kindern und jugendlichen bereits entstehen. da gibt es aber bewegung, wenn auch langsam.
    allerdings: es ist nicht die schuld von geisteswissenschaftlerInnen, dass sich das, was sie tun, nicht sonderlich gut verkaufen lässt; die gesellschaftliche relevanz von geschichts-, politik-, kulturwissenschaft etc. kann aber wohl niemand ernsthaft in zweifel ziehen, auch wenn diese fachrichtungen sich individuell nicht so "rechnen" mögen. und übrigens gibt es in diesen gebieten professorInnen und publizistInnen, die mit dem was sie tun, dann doch ganz gut verdienen - zahlenmäßig noch überwiegend männer. aber wer weiß, vielleicht wählen die in rede stehenden geisteswissenschaftlerinnen den beruf ja doch nicht nur, weil sie "den Cocktail-Empfang mit intelligentem Small Talk" verzieren, sondern eben eine solche position erreichen wollen? das sollte man ihnen zumindest nicht absprechen...

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