Antworten
Seite 9 von 23 ErsteErste ... 789101119 ... LetzteLetzte
Ergebnis 81 bis 90 von 226
  1. Inaktiver User

    AW: Sohn in der Psychiatrie

    Zitat Zitat von Punpun Beitrag anzeigen

    Ich würde mein Focus rückblickend auf das exzessive ausleben von Gefühlen bei Stress legen (nur alleine mit sich selbst ? ) und schauen was und wie er im Internet konsumiert vor allem zeitlich gesehen um evtl. Rückschlüsse auf sein Verhalten in Kombination mit Kiffen und Rauschmitteln für die Zukunft zu legen
    n e i n , d a s würde ich definitiv nicht, weil der Sohn 19 und somit volljährig ist und jetzt - nach entsprechender Stabilisierung- Schritt für Schritt und mit fachlicher Hilfe lernen muss, die Verantwortung für sein Leben selbst zu übernehmen!

  2. Inaktiver User

    AW: Sohn in der Psychiatrie

    Nevernever, du musst dich schützen.
    Überlege genau, was dir hilft, durch diese Zeit zu kommen.
    Und ja, vielleicht solltest du ihn seltener besuchen.

  3. Inaktiver User

    AW: Sohn in der Psychiatrie

    Liebe nevernever, ich kann das nur bekräftigen, was schon geschrieben ist, versuche dich zu schützen, so gut es geht.

    Ich habe nach dem Lesen deines Posts gerade flash-backs an die Zeit vor 10 Jahren, als meine Tochter mit Mitte 20 von der Polizei in die geschlossene Psychiatrie gebracht wurde. Es war für uns völlig unerwartet, nach einem gescheiterten Suizidversuch. In der Klinik wurde eine Psychose diagnostiziert, und ja, es war auch Cannabis involviert.

    Ich war als Mutter völlig panisch, habe mir gleich 4 Wochen unbezahlten Urlaub genommen von der Arbeit, um bei ihr sein zu können. Sie hat damals auch im Ausland gelebt (Nordeuropa). Eigentlich hätte es das nicht gebraucht, denn sie war in den ersten Wochen komplett unter dem Einfluss der Medikamente, für mich war es furchtbar, mein "Kind" in diesem Zustand zu sehen. Und am liebsten hätte ich sie auch mit nach Hause genommen, jedesmal wenn sie darum gebeten hat.

    Rückblickend kann ich nur sagen, es war gut, dass sie in der Klinik war und die Fachleute sich um sie gekümmert haben. Ein großes Problem bei den Psychose-Erkrankten ist deren mangelnde Krankheitseinsicht, haben die Ärzte gesagt. Damit kann man zu Hause schwer umgehen. Und mache dir keine Vorwürfe wegen der Erkrankung, es heißt, dass Psychosen häufig im Alter zwischen 15 und 35 Jahren auftreten.

    Alles Gute für eure ganze Familie!

  4. User Info Menu

    AW: Sohn in der Psychiatrie

    Ich denke mir, der Sohn ist genau dort, wo er sein soll. Er muss genau beobachtet werden so dass man feststellen kann, ob es bestimmte Regelmässigkeiten in seinem Verhalten gibt oder nicht.

    Ist er am Morgen ganz gut drauf und wird es während des Tages schlimmer? Oder andersrum? Beides kann bei einer Diagnose helfen. Welche Mittel werden als erstes gegeben und wie lange dauert es, bis genug davon im Blut ist das es anschlägt? Ja, solche Psychosen treten oft genau in dem Alter auf. Und dass es in der Pubertät die ersten Schwierigkeiten gab ist auch normal.

    Andere Sachen wie das Kiffen, die Brille, das Sicherheitspersonal - ist letztendlich egal. Auch wenn z.B. Schlafmangel zu so einer Psychose führen kann. Denn der Sohn hat sich die Situation ja so eingerichtet, dass er nicht mehr geschlafen hat. Das war der Anfang, nicht der Auslöser.

    Was wichtig ist, ist wie lange es dauert, bis der junge Mann auf die Mittel anspricht und wann er anfängt, sich wieder zu beruhigen. So etwas kann Monate oder auch ein Jahr dauern. Und dann gibt es Heime, die "halb-offen" sind. Wohngemeinschaften mit einem Therapeuten wo darauf geachtet wird, dass jeder seine Medikamente nimmt und dabei einige Freiheiten zurück bekommt.

    Es tut mir sehr leid, das alles. Ganz furchtbar für Eltern, das mit anzusehen. Das mit der Klage finde ich etwas an den Haaren herbei gezogen. Wenn der Sohn andere Patienten angriff und sich gegen das KH Personal wehrte, dann denke ich, da waren die Sicherheitsangestellten vielleicht zu schnell in ihrer Handlung aber man muss sich auch vorstellen, was die schon alles gesehen haben.

    Also nicht in anderen das Problem suchen sondern lieber dankbar sein, dass der Sohn behandelt wird. Es ist nicht einfach, so eine Psychose zu behandeln, er ist krank. Und zwar krank auf eine Art, dass er sich und andere gefährden kann. Das darf man nicht vergessen.

  5. Inaktiver User

    AW: Sohn in der Psychiatrie

    ,
    Geändert von Inaktiver User (08.11.2021 um 13:39 Uhr)

  6. User Info Menu

    AW: Sohn in der Psychiatrie

    Danke für eure weiteren Beiträge-


    @Annakathrin, an den Haaren herbeigezogen finde ich, finden wir es nicht. Dafür ist die Justiz ja da. Auch wenn wir sonst im Leben - absolut null zu denn Menschen gehören, die gleich mit Anwalt und Klage drohen.

    Aber es ist natürlich vorrangig , dass wir Ruhe finden und vor allem, dass unser Sohn gesund wird.

    @savtaB, dein Post hat mich sehr berührt.

    Das muss sehr schlimm gewesen sein. Ich bin selbstständig und habe die letzten zwei Wochen schon sehr viele Termine verschieben müssen.

    Das beste wäre, wenn ich mir auch vier Wochen freinehmen könnte, aber ich kann meine Kunden nicht so lange hinhalten. Bei wichtigen Terminen, wie Gespräch mit der Psychiaterin bin ich schon gezwungen Termine auch mit wichtigen Kunden zu verschieben. Allein schon aus diesem Grund werde ich meinen Sohn diese Woche nicht besuchen können und es kommt mir so grausam vor, dass mein Kind da ist wo es jetzt ist und ich ihn sehen kann, auch wenn er kein Kind mehr ist. Mit dem Kiffen habe ich ihn immer gewarnt, ich halte Marihuana für alles andere als harmlos, auch der Vergleich mit Alkohol hinkt in meinen Augen.

    Ich habe bei ihm immer wieder mal auch das Thema Psychose angesprochen.

    In anderen Dingen habe ich, haben wir sicher Fehler gemacht . Auch wenn mein Mann immer liebevoll war und ich immer versucht habe für die Kinder da zu sein. Habe früher nur halbtags gearbeitet und habe jeden Nachmittag Dinge mit den Kindern unternommen als sie kleiner waren. Er hatte also keine katastrophale Kindheit oder so, ganz im Gegenteil. Auch als sie grösser waren, waren wir immer für sie da.

    @ Tasmnia 66
    Danke für den Hinweis mit der Psychotheraphie und dass die erst nach der akuten Phase sinnvoll ist. Ich meinte erstmal, dass vielleicht eine Psychologin oder eine andere geschulte Person sich mal Zeit für ein erstes Gespräch mit ihm nimmt. Wenn auch nicht für eine ganze Stunde. Mit der Psychiaterin hat er bisher erst ein paar Minuten in den fast zwei Wochen gesprochen.

  7. User Info Menu

    AW: Sohn in der Psychiatrie

    Danke euch allen fürs Lesen und für eure Worte. Das hilft mir schon sehr. Ich bin für jeden Hinweis dankbar.

  8. Inaktiver User

    AW: Sohn in der Psychiatrie

    Zitat Zitat von nevernever Beitrag anzeigen

    @ Tasmnia 66
    Danke für den Hinweis mit der Psychotheraphie und dass die erst nach der akuten Phase sinnvoll ist. Ich meinte erstmal, dass vielleicht eine Psychologin oder eine andere geschulte Person sich mal Zeit für ein erstes Gespräch mit ihm nimmt. Wenn auch nicht für eine ganze Stunde. Mit der Psychiaterin hat er bisher erst ein paar Minuten in den fast zwei Wochen gesprochen.

    ist jetzt eher noch verfrüht! Geduld Geduld!

    bitte vertraut jetzt mal der Einrichtung, in der er jetzt ist! Die haben dort Erfahrung mit solchen Erkrankungen!

    Ein Laie kann das einfach nicht beurteilen, was angebracht ist!

    Angehörige, die glauben, alles besser zu wissen- sorry, Dein Engagenament in allen Ehren!- machen es nicht unbedingt besser

    Zitat Zitat von nevernever Beitrag anzeigen
    Danke euch allen fürs Lesen und für eure Worte. Das hilft mir schon sehr. Ich bin für jeden Hinweis dankbar.
    Du h a s t jetzt erst mal schon genug Hinweise - sorge für Dich, komme Du selbst zur Ruhe!

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Nutzt die Atempause, kümmert Euch gut um Euch selbst, für Euren Sohn wird gerade für ein paar Wochen gesorgt.

    Alles Gute und viel Kraft!
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Nevernever, du musst dich schützen.
    Überlege genau, was dir hilft, durch diese Zeit zu kommen.

  9. Inaktiver User

    AW: Sohn in der Psychiatrie

    Bitte versuche, nicht auf "Fehlersuche" bei dir und deinem Mann zu gehen. Das bringt nichts für die Bewältigung der jetzigen, akuten Krisensituation und ist häufig gar nicht relevant als Erklärung, weshalb etwas geschehen ist. Es gibt gerade im Falle von psychischen Erkrankungen eine häufig unterschätzte genetische Komponente, die man auch bei besten Rahmenbedingungen und "Erziehung" nicht ändern kann. Da ist nicht selten ein sehr fieser Mechanismus namens "Zufall" am Werk, den man bei allem guten Willen oft nur höchst marginal beeinflussen kann.

    Bei Antidepressiva (ich weiss ja nicht, welche Medikamente er bekommt, kann da also nur spekulieren) dauert es 2-3 Wochen, bis sich die stimmungsaufhellende, positive Wirkung zu zeigen beginnt, bei Antipsychotika dürfte das nicht viel anders sein. Da ist Geduld gefragt. Manchmal muss auch gewechselt und/oder mit der Dosis experimentiert werden, was wieder Zeit braucht. Bevor der Patient psychisch einigermassen stabilisiert ist, ist es schwierig, mit psychologischen Therapien erfolgreich anzufangen.
    Es braucht leider viel Geduld.
    Geändert von Inaktiver User (08.11.2021 um 09:18 Uhr)

  10. User Info Menu

    AW: Sohn in der Psychiatrie

    Das Meiste wurde schon gesagt. Ich hatte in dem Alter selbst zwei Mal Psychosen, ausgelöst durch Depressionen, Schlafmangel und Kiffen hat mir dann den Rest gegeben.
    Ich musste nicht in die Psychiatrie sondern war bei meinen Eltern.
    Das war vor 25 Jahren.
    Ja, es hat mein Leben verändert aber langfristig nur zum Guten.
    Ich habe selbst einen therapeutischen Beruf gewählt, in der Psychiatrie gearbeitet und bin immer offen damit umgegangen, um diese Thematik zu enttabuisieren.
    Ich bin mir sicher, Deinem Sohn wird es bald besser gehen, wenn er richtig eingestellt ist.
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute!

    P.S. Was mir damals nach der akuten Phase geholfen hätte, wäre gewesen, darüber zu sprechen. Ich habe mich nämlich schon erstmal geschämt.

Antworten
Seite 9 von 23 ErsteErste ... 789101119 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •