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  1. User Info Menu

    AW: Alten-/Pflegeheim, die richtigen Fragen stellen

    Vielen Dank für Eure Antworten.

    Ich gehe davon aus, daß meine Mutter spätestens in 2-3 Jahren bei sonst guter körperlicher Gesundheit so dement werden wird, daß sie eine Demenzstation braucht. Der Zustand ist jetzt schon nur noch gerade so tolerabel. Die Organisation ambulanter Betreuung ohne vor Ort zu sein klappt auf Dauer nicht.

    Ich würde mir für sie - und mich - wünschen, daß sie in einer Einrichtung untergebracht werden könnte, in der sie bei Verschlechterung ihres Zustandes bleiben kann. Sie braucht jetzt schon mehr Betreuung als in Wohnstiften wie dem Augustinum oder der GDA als Routine eingeplant ist (ich kenne beide Organisationen recht gut durch meine Großmutter. Pflegerische Versorgung ist dort definitiv nicht der Schwerpunkt und ja, ich habe auch gefragt).

    Dh mit "betreutes Wohnen" meinte ich eher eine Einrichtung, in der nicht die pflegerische Grundversorgung wie im Pflegeheim im Vordergrund steht, sondern die Betreuung mit Freiraum/Angeboten/Selbstständigkeit für die Bewohner/ein Pflegeheim mit diesem Schwerpunkt, so etwas wie eine Demenz-WG.

    Die Vollmachten habe ich, gerade noch rechtzeitig.
    Geändert von Sohn_58 (07.10.2021 um 20:17 Uhr)

  2. Inaktiver User

    AW: Alten-/Pflegeheim, die richtigen Fragen stellen

    Auch Pflegeheime haben Freizeitangebote.
    Das musst du im Einzelfall erfragen.

  3. Inaktiver User

    AW: Alten-/Pflegeheim, die richtigen Fragen stellen

    Zitat Zitat von Sohn_58 Beitrag anzeigen
    ....so etwas wie eine Demenz-WG.......
    Infos über derartige Einrichtungen bekommst du sicher bei einschlägigen Beratungsstellen vor Ort.

    Nebenbei: was den Verlauf einer Demenzerkrankung betrifft ist eine Voraussage sehr schwierig. Der Zustand meiner Mutter hat sich in den viereinhalb Jahren, in denen sie in der Pflegeeinrichtung lebt, eigentlich nicht verschlechtert. Allen anderen Voraussagen zum Trotz.

    Will sagen: ich würde nach der momentanen Situation entscheiden, was in zwei oder drei Jahren sein wird, das weisst du nicht.

    Kritisch wird Demenz eigentlich erst dann, wenn die Leute "abhauen", dann braucht es Einrichtungen, die ihre Stockwerke absperren. In "normalen" Einrichtungen ist das nicht erlaubt.

    Gruß Elli

  4. Inaktiver User

    AW: Alten-/Pflegeheim, die richtigen Fragen stellen

    Zuerst einmal solltest du über die KK deiner Mutter einen Pflegegrad beantragen.
    Bei einer Begutachtung solltest du versuchen, vor Ort zu sein - die alten Menschen neigen dazu alles zu verharmlosen und schön zu reden.

    Dann wäre vielleicht vorab ein ambulanter Pflegedienst sinnvoll?
    Der deine Mutter einmal am Tag besucht - ihr ggf. beim Anziehen hilft, aber auch bei der Einteilung von Medikamenten, es gibt so was auch zum Einkaufen usw.
    Da weiß man, dass jeden Tag jemand kommt - auch wenn sie mal ein Problem hat oder so, einen Ansprechpartner, Der ist zwar dann nicht lange da, aber regelmäßig. So was kann man ja auch aufstocken.
    Und - man hat gleich jemanden, der die Situation einschätzen kann - ein Fortschreiten der Krankheit usw. Das kannst du ja aus der Entfernung nicht.

    Dann gibt es auch so was wie eine Tagespflege - da werden die alten Menschen ein- oder mehrmals in der Woche abgeholt zu Senioreneinrichtungen, wo sie stundenweise betreut werden. Da erleben sie noch mal was und werden auch gefordert, was ja gut tut, gerade im kognitiven Bereich.

    Mein Vater hat sich auch ewig gegen ein "Altenheim" gesperrt. Er hatte da völlig falsche Vorstellungen. Klar - wenn man pflegebedürftig nur noch im Bett liegt, dann ist es blöd ... aber dann ist es überall blöd, egal wo man ist.
    Nach einer Eingewöhnung hat es ihm dort eigentlich immer gut gefallen - vor allem hatte er mehr Leute um sich als zuhause in seiner Wohnung. Er war zwar uns gegenüber immer noch beleidigt, weil wir ihn "in ein Altenheim gesteckt hätten" ... was mir auch weh tut ... aber Dritten gegenüber hat er die Vorzüge von Heim sehr gelobt. Er drehte da mit seinem Rollator seine Runden, er hatte immer wen zum Reden - Essen und Trinken wurde ihm vorgesetzt. Es gab auch Veranstaltungen wie gemeinsames Singen oder Vorträge zum allen möglichen Themen ... ! Es kann also für alte Menschen durchaus eine Verbesserung sein - nicht nur, weil sich rund um die Uhr jemand kümmert, sondern auch weil sie noch andere Kontakte und Anregungen haben.

    Hast du die Möglichkeit, deine Mutter in deine Nähe zu holen? Also in eine Einrichtung in deiner Nähe? Das würde ja vielleicht auch etwas Spannung aus der Situation nehmen.

    Alles Gute für dich!
    Ich weiß, was das für Probleme sind.

  5. Moderation

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    AW: Alten-/Pflegeheim, die richtigen Fragen stellen

    Ich würde auf jeden Fall ein Heim in deiner Nähe suchen und nicht 200 km weit weg, denn jetzt kannst du noch Zeit mit deiner Mutter verbringen und später ist es hilfreich, wenn regelmäßig ein Angehöriger im Heim auftaucht und nie ganz klar ist, wann er kommt.

    Es gibt in vielen Heimen die Möglichkeit der Kurzzeitpflege, so dass man das Heim "testen" kann und dann später dort einen festen Platz bekommt.

    Wenn Geld keine Rolle spielt, würde ich die Einstufung der Pflegestufe nicht abwarten, sondern das machen, wenn sie bereits im Heim ist.
    Und ja einen Pflegestützpunkt in deiner Nähe aufzusuchen ist auf jeden falls eine gute Idee, die haben alle notwenigden Informationen.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    .... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/


    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

  6. User Info Menu

    AW: Alten-/Pflegeheim, die richtigen Fragen stellen

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Ich würde auf jeden Fall ein Heim in deiner Nähe suchen und nicht 200 km weit weg, denn jetzt kannst du noch Zeit mit deiner Mutter verbringen und später ist es hilfreich, wenn regelmäßig ein Angehöriger im Heim auftaucht und nie ganz klar ist, wann er kommt.

    Es gibt in vielen Heimen die Möglichkeit der Kurzzeitpflege, so dass man das Heim "testen" kann und dann später dort einen festen Platz bekommt.

    Wenn Geld keine Rolle spielt, würde ich die Einstufung der Pflegestufe nicht abwarten, sondern das machen, wenn sie bereits im Heim ist.
    Diesen Rat kann ich voll und ganz unterstützen!

    Es ist sehr wichtig, dass das Heim bei Dir in der Nähe ist.

    Der Test mit der Kurzzeitpflege ist auch eine gute Idee. Da bekommt man einen Eindruck vom "Klima" und der Gesprächsbereitschaft, die im Heim vorherrschen.

    Die alten Menschen haben ja meistens so "detaillierte" und durchdachte Vorstellungen von dem Management ihrer Pflegebedürftigkeit ("alles, bloß nicht ins Heim!!!!") die dann ihre Kinder vor schier unlösbare Probleme stellt, wenn sie aus der Ferne die Situation einschätzen und auch noch verschiedene ambulante Hilfen aus der Ferne koordinieren und überwachen müssen. Manch Angehörige treibt diese Belastung fast in einen Burnout, vor allem wenn dann jedes Wochenende noch lange Autofahrten für die Besuche notwendig werden.

    Über diese Gedanken- und Rücksichtslosigkeit seitens der alten Eltern (zu guten Zeiten, in denen schon dieser Wunsch geäußert wird) rege ich mich inzwischen sehr auf.

    Dabei ist es - nüchtern betrachtet - keinesfalls erstrebenswert, einsam und zunehmend immobil in einer Wohnung oder einem viel zu großen Haus zu hocken und auf das Klingeln des nächsten externen Helfers zu warten.

    In einem Heim ist es eine große Gemeinschaft. Man kennt die Pfleger*innen, hat seine Lieblingspfleger, macht ein Späßchen wenn man sich auf dem Flur trifft, hat ein Unterhaltungsangebot und Mitbewohner... meine Mutter ist jedenfalls im Heim aufgeblüht!

    Mir gefällt es auch gut dort und wenn ich alt bin, würde ich bedenkenlos dorthin gehen. Meinen Kindern habe ich auch schon gesagt, dass sie mich bitte in ein gutes Heim geben sollen, wenn es soweit ist, auch wenn ich mich dann sträuben sollte.

    Fakt ist, dass im Alter, und gerade wenn man betroffen ist, die Fähigkeit zur realistischen Einschätzung der eigenen Lage oft nicht mehr vorhanden ist.
    Geändert von Raratonga (08.10.2021 um 11:40 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Alten-/Pflegeheim, die richtigen Fragen stellen

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    I

    Wenn Geld keine Rolle spielt, würde ich die Einstufung der Pflegestufe nicht abwarten, sondern das machen, wenn sie bereits im Heim ist.
    .
    Warum?
    Das kann man doch parallel laufen lassen, das ist doch keine große Sache?
    Ist ja schließlich kein Kleingeld, was man für so ein Heim ausgibt, noch dazu privat.

  8. User Info Menu

    AW: Alten-/Pflegeheim, die richtigen Fragen stellen

    All deine Fragen kann dein örtlicher Pflegestützpunkt (oder Seniorenstützpunkt) in einem persönlichen Gespräch beantworten. Auch beim Antrag stellen ist man behilflich. Und - man hat auch für dich, dein Befinden ein Ohr. Deine Situation ist schwer, das sehen meistens nur erfahrene Leute. Der Rest denkt "Aha, dreimal telefonieren und dann ist Mutter abgeschoben".

    Problematisch sehe ich die große Entfernung zwischen euch. Ich habe meine Mutter in eine Kurzzeitpflege geben müssen dieses Jahr, und habe nicht sofort kapiert, was da abläuft, was falsch läuft, was sie wie braucht oder wer sich wie benimmt.

    Du müsstest auf jeden Fall m.E. darauf achten, ob vor Ort entsprechende Fachkräfte überhaupt vorhanden sind. Und in welchem Personalschlüssel. (Es nützt ja nichts, wenn eine demenzerfahrene Kraft für 30 Leute zuständig ist.)

    Bestünde denn die Möglichkeit, dass jemand bei ihr einzieht? Dann würde ich eine entsprechende Kraft ins Haus holen. Das geht auch für demente Personen, gerade letztens gab es einen TV Bericht dazu, wie glücklich die betreute Dame war mit ihrer neuen Helferin.

    Nach der Kurzzeitpflegeerfahrung mit meiner Mutter wird das eines Tages bei uns die Lösung werden. Ein Heim, egal welches, egal wie lieb wie gut - ist ein derartiger Eingriff in das Leben eines Menschen, und zwar nicht zum Positiven, das möchte weder Mutter noch wir als Familie. Mir ist so vieles klar geworden, als ich meine Mutter damals täglich über 6-7 Wochen dort besucht habe.
    The original Karla
    est. 2006


  9. Inaktiver User

    AW: Alten-/Pflegeheim, die richtigen Fragen stellen

    Ich möchte auch zu dem Heim "in der Nähe" raten.

    Mehrfach erlebt und sicher waren meine Erfahrungen keine Ausnahmen- dass dort, wo Angehörige vor Ort sind, mitschauen, "hinten dran sind"- sich dieses durchaus auf die Versorgung und Pflege auswirkt.

    Und das ist doch auch verständlich, wo nie jemand von außen hinschaut, ist der Raum für "nicht so genau machen" einfach verlockend. Auch unter dem Aspekt, dass das Pflegepersonal häufig viel zu tun hat und überfordert ist. Da fällt natürlich der hinten runter, bei dem es am wenigsten Widerstand gibt.

  10. Inaktiver User

    AW: Alten-/Pflegeheim, die richtigen Fragen stellen

    Als oberste Priorität würde ich eine Vollmacht angehen - wenn die Demenz voranschreitet, bist du ohne Vollmacht erstmal hilflos.

    Dann die Einstufung in einen Pflegegrad.


    Und aus persönlicher Erfahrung:
    Versuche eine Wohnmöglichkeit in deiner nahen Umgebung zu finden.
    Es macht dir das Leben leichter und du kannst deine Mutter besser unterstützen.

    Es gibt Einrichtungen, die alle Bereiche kombinieren, z.B. vom BRK.

    Meine Mutter ist in ein 2-Zimmer-Appartement mit Balkon, Küche und Bad gezogen, im Bereich „Betreutes Wohnen“:
    Interner Notruf; barrierefrei; wöchentliche Grundreinigung; abrufbare Leistungen wie Hilfe bei der Körperpflege, Einkaufshilfe, Essensversorgung, Fahrdienste, Wäscheservice usw.
    Die Grundkosten lagen bei etwa 1.800€ pro Monat, dazu kommen dann eventuelle Zusatzleistungen.
    Mit Pflegegrad kann man natürlich viele Dinge abrechnen.

    Meine Mutter hat innerhalb von 8 Wochen sowohl geistig (Demenz) als auch körperlich so extrem abgebaut, dass sie dann in ihrer Wohnung mehrmals am Tag versorgt wurde, dann innerhalb der Einrichtung in die Kurzzeitpflege wechseln konnte und anschließend entweder dauerhaft auf die Demenz- oder Pflegestation umgezogen wäre, wäre sie nicht vorher verstorben.

    Ich würde jederzeit wieder und wohl auch nur eine solche Einrichtung aussuchen - alle Möglichkeiten unter einem Dach, sinnbildlich.

    Und je näher, desto einfacher - für dich, für deine Mutter und auch für das Pflegepersonal.


    Lass dich von einem Pflegestützpunkt zur Einstufung für einen Pflegegrad und zu den Abrechnungsmöglichkeiten mit Pflegegrad (§45 Entlastungsleistungen, §36 Sachleistungen, §39 Verhinderungspflege sowie §39.3 Aufstockung Kurzzeitpflege) beraten, ich persönlich empfehle auch immer ***pflege.de*** zum Einlesen - dort sind alle wichtigen Informationen gut und verständlich erläutert…


    Alles Gute für deine Mutter und dich!

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