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    Probleme mit Hospiz

    Hallo liebe Community,

    meine Mutter ist 90 Jahre alt und seit Januar diesen Jahres an metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt. Sie wurde im Januar 4 Stunden lang operiert, es war nicht sicher, ob sie die OP überhaupt überlebt. Bei der OP wurde ein Stück vom Darm, die Eierstöcke und Gebärmutetr wegen Metas entfernt.
    Ich habe sie dann 7 Wochen gar nicht gesehen, da wegen Covid Besuchsverbot im KH war.

    Meine Mutter war vorher trotz des hohen Alters in Topform, körperlich und geistig. Hätte man nicht operiert, hätte sie dauernd Darmverschlüsse und Ähnliches bekommen.
    Seit der OP ist sie ein Pflegefall, Pflegestufe 5 und ich selbst habe sie 5 Monate mit Pflegedienst alleine in ihrem Haus gepflegt.
    Mitte August war es dann so, dass sie gar nicht mehr getrunken hat und einen sehr übel riechenden Ausfluss hatte und sie kam dann ins KH auf die Palliativstation.
    Sie wurde soweit stabilsiert, der Ausfluß behandelt. Auf der Palliativstation ist man sehr liebevoll mit ihr und auch mit mir umgegangen.
    Leider ist es so, dass die Patienten nur c. 3 Wochen auf der Palliativstation bleiben können. Dann geht es entweder wieder nach Hause oder in ein Hospiz.
    Da ich sehr erschöpft von der Pflege war, habe ich zugestimmt, dass meine Mutter ins Hospiz kommt. Meine Mutter selbst war auch dafür.
    Leider ist dieses Hospiz ganz anders, als ich es bisher von Bekannten über Hospize allgemein so gehört habe.
    Es schnürt mir jedes Mal die Kehle ab, wenn ich meine Mutter dort besuche.
    Ich habe bereits vor 14 Tagen als meine Mutter dort hinkam, darauf hingewiesen, dass sie sich zu Hause schon fast einen Dekubitus gelegen hat, daher bekam sie eine spezielle Dekubitus Matratze.
    Das Personal dort meinte, jedoch, sowas verwenden sie in der Einrichtung nicht. Sei auch nicht notwendig, da meine Mutter sich ja noch selbst im Bett drehen würde. Ein anderer Pfleger meinte, sie würden sie alle 2 Stunden umlagern.

    Ich besuche meine Mutter jeden Nachmittag. Die Atmosphäre dort ist frostig. Das Personal war bis auf eine Krankenpflegerin immer sehr kühl. Neulich nun habe ich es gewagt, mir ein mir verordnetes Medikament ins Hospiz zu meiner Mutter über die örtliche Apotheke dort liefern zu lassen, da es in der ensprechenden Dosierung nicht vorrätig war und ich ansonsten noch mal extra in die Innenstadt dort hätte fahren müssen, Parkplatz suchen etc.

    Da wurde ich vom Personal des Hospizes angegangen, was mir einfiele, wenn das nun jeder Angehörige der 11 Hospizgäste so machen würde etc.
    Ein anderes Mal hatte meine Mutter ein ganz dünnes Batist Nachthemd an, obwohl es schon kühl war und lag mit eiskalten Armen im Bett.
    Auf meine Bitte ob mir jemand behilflich sein könne, meiner Mutter ein anderes Nachthemd anzuziehen, kam die Antwort, das machen wir schon nachher, wenn wir sie sowieso frisch machen, nicht jetzt.
    Ich habe sie dann so gut es ging zugedeckt und sie musste etwa eine Stunde auf den Nachthemdwechsel warten.

    Heute nun wurde ich auf der Treppe von einer Pflegerin abgefangen, die mir sagte, meine Mutter habe eine rote Stelle am Po.
    Sie hielt mir eine Salbentube unter die Nase und sagte, mit dieser Salbe habe man meine Mutter nun bereits 14 Tage auf Kosten des Hauses den Po eingecremt.
    Ich solle nun eine solche Tube für die Zukunft bezahlen. Ich erwiderte wozu ich diese Salbe bezahlen sollte, da sie offenbar bei meiner Mutter nichts genutzt hat. Ich wies daraufhin, dass ich zu Hause eine sehr gute Salbe hätte, die in den 5 Monaten sehr gute Dienste geleistet hatte und diese mitbringen würde.
    Die Pflegerin sagte, dass ginge nicht, alle Bewohner bekämen hier die gleiche Salbe. Ich sagte noch, dass ich dafür sorgen würde, dass die Dekubitusmatratze samt System, die ja bei uns im Hause ist, ins Hospiz gebracht werden könnte, da meine Mutter keinen Dekubitus bekommen solle und die Matratze bereits ärztlich verordnet war.

    Auch hier Ablehnung, solche Matratzen würden sie nicht verwenden.
    Meine Mutter ist seit der OP Stuhl und Harninkontinent. Ich habe festgestellt, dass man ihr dort einfach nur eine Windeleinlage zwischen die Beine gelegt hatte ( sie hat eine Blasenkatheter). Daraufhin wurde mir gesagt, dass meine Mutter Quaddeln an der Hüfte und am Po gehabt habe, als sie aus der Palliativstation übernommen wurde. Ich war jedoch auf der Palliativstation jedoch öfter beim Windeln zugegen und habe keine Hautreizungen dort gesehen. Ich sagte ich hätte noch Windeln zu Hause und da hätte es derlei Erscheinungen nicht gegeben. dann Wurde mir gesagt, ich solle doch die Windeln von zu Hause mitbringen. Das habe ich gemacht, die haben sie jetzt auch verwendet.

    Meine Mutter erbricht feste Nahrung und lebt nur noch von Wassereis. Auf ein Wassereis musste sie neulich auch noch etwa 1 Stunde warten.
    Neulich hatte sie sich nach dem Essen von Kartoffeln und Quark dort erbrochen und wollte, dass ein Pfleger mich anruft.
    Da meinte der Pfleger zu ihr, das sei unnötig.

    Ich musste mich heute fragen lassen, wieso ich überhaupt jeden Tag zu Besuch zu meiner Mutter käme. Nach meinen Beobachtungen ist meine Mutter die einzige Bewohnerin, die täglich besucht wird.

    Unter vier Augen im Garten des Hospiz konnte ich mich mit einer anderen Dame unterhalten, die bei ihrem Mann komplett mit ins Zimmer eingezogen ist, sie übernachtet und ist auch dort mit, weil sie der Meinung ist, dass man dem Personal auf die Finger schauen müsste.

    Am liebsten würde ich meine Mutter wieder mit nach Hause nehmen. Ich habe nur Zweifel, ob meine Kraft reicht, da ich wie gesagt alleine mit ihr bin.

    Ich habe mich vom Personal dort von Anfang an irgendwie abgelehnt gefühlt. Ich vermute inzwischen, dass das Personal sich von mir beobachtet fühlt und immer froh ist, wenn ich wieder gegangen bin.

    Einmal war ich bei einer ärztliche Visite dabei. Die Ärztin ist auch absoluter Eisblock. Auf den entsprechenden Portalen mehrfach mit Note 6 bewertet.

    Was mache ich nun? Wenn ich mich offiziell beschwere, muss es nachher meine Mutter ausbaden, die sich ohnehin nicht wehren kann.

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    AW: Probleme mit Hospiz

    Das Hospiz wechseln

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    AW: Probleme mit Hospiz

    Das klingt sehr traurig.
    Eigentlich sollte ein Hospiz ja ein Ort sein, wo man sich am Lebensende wohl und sicher fühlt - und das auch für die Angehörigen erträglich wird.

    Was würde denn dagegen sprechen, sie in ein "normales" Pflegeheim zu verlegen? Vielleicht ist so eine konkrete Pflege dort besser machbar als in einem Hospiz? Das ist ja deren Arbeit. Ich habe davon aber ehrlich gesagt keine Ahnung - noch nicht, mein Vater war wenige Wochen in einem Pflegeheim, aber noch nicht als Pflegefall. Jetzt hat er sich beide Oberschenkelhälse gebrochen - mal sehen, wie es jetzt weiter geht. Man bekommt da schon Angst, wenn man so was liest.

    Alles Gute für euch!
    Liebe Grüße ... von der Nase ...

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    AW: Probleme mit Hospiz

    Das schockiert mich jetzt, das hätte ich mir wirklich nicht bei einem Hospiz vorstellen können. Ich dachte, da sein man in besten Händen und wird würde- und liebevoll betreut?

    Mir scheint, du hast eine sehr ungünstige Kombination von Hospiz und betreuendem Arzt erwischt. Meiner Mutter ging es in der Klinik „zu gut“ für die Verlegung in die Palliativabteilung des Krankenhauses, also wurde sie wieder ins Seniorenheim gebracht und vom mobilen Palliativ-Team betreut. Ich kann die dortigen Ärzte nur in höchsten Tönen loben. Meine Mutter wurde bei den Besuchsterminen genauestens inspiziert, eine kleine gereizte Druckstelle von der Windel sofort bemerkt und dem anwesenden Pflegepersonal genau erklärt, wie man es besser machen kann.

    Und als es dann sichtbar zu Ende ging, meine Mutter nicht mehr ansprechbar war und belastende Wahnvorstellungen entwickelte, die sie quälten, gab es dann von der herbeigerufenen Pallativärztin eine große Dosis an beruhigenden Medikamenten, die meine Mutter seelisch ins Gleichgewicht brachte. Dann gab es noch von der Palliativärztin eine Einreibung mit zarten ätherischen Ölen und so ist meine Mutter dann friedlich in den letzten Schlaf geglitten. Das stelle ich mir unter palliativer Betreuung vor.

    Du hast meinen Respekt, dass du deine Mutter gepflegt hast. Ob du es dir nochmal zutraust deine Mutter in den letzten Tagen zu dir zu nehmen, kannst nur du beurteilen. Es fällt und steht jedoch mit dem mobilen Palliativ-Team, das dir stärkend zur Seite steht. Ich lese in den Todesanzeigen in meinem Landkreis oft, dass dem Palliativ-Team herzlich gedankt wird und auch mit Bitten um Spenden statt Blumen. Das zeigt meines Erachtens, ob man dort in guten Händen ist.

    Wenn es das bei dir nicht gibt, kannst du nur weitermachen wie bisher und so oft wie möglich die Situation dort selbst überprüfen und Handreichungen machen, wenn das Pflegepersonal dort überfordert wird. Alles Gute für euch.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

  5. Moderation

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    AW: Probleme mit Hospiz

    Ich würde auch dafür plädieren, dass du dir andere Hospize anschaust und deine Mutter verlegen lässt.

    Ich habe das, was du da beschreibst noch von keinem Hospiz gehört und hatte in den letzten Jahren mehrere Erfahrungen aus zweiter undritter Hand und halte dieses Hospiz für eine negative Ausnahmen.


    Und nein, ich würde dir nicht empfehlen deine Mutter zu dir nach Hause zu holen, ich glaube, das wäre für euch beide zu belastend, aber ich würde das Hospiz wechseln.

    Keine Beschwerde dieser Welt wird dort etwas ändern, weil es schon an der zugewandten liebevollen Grundstimmung mangelt, von der ich sonst bei solchen EInrichtungen gehört habe.
    Lassen Sie mich niemals in den gewöhnlichen Fehler verfallen, zu meinen, dass ich verfolgt werde, wann immer mir widersprochen wird. Ralph Waldo Emerson

    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

    Profilbild © edwardbgordon
    Moderation:
    "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"

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    AW: Probleme mit Hospiz

    Ich kann Deinen Ärger und Deine Sorgen voll verstehen und würde auch dazu raten, das Hospiz zu wechseln oder ein gutes Pflegeheim zu suchen.

    Ich spreche Dir großen Respekt aus , dass Du eine Zeit lang die Pflege übernommen hast - das ist nicht leicht und Du solltest Dich nicht gezwungen sehen, Deine Mutter wieder selbst zu pflegen.
    Du musst auch auf Deine Ressourcen achten.

    Ich wünsche Dir und Deiner Mutter eine gute neue Lösung!



    Einzig bei dem Thema, sich eigene Medikamente ins Hospiz liefern zu lassen, habe ich Verständnis für die Mitarbeiter dort - das geht einfach nicht.

    Zitat Zitat von Marzipaneis Beitrag anzeigen
    [...]
    Neulich nun habe ich es gewagt, mir ein mir verordnetes Medikament ins Hospiz zu meiner Mutter über die örtliche Apotheke dort liefern zu lassen, da es in der ensprechenden Dosierung nicht vorrätig war und ich ansonsten noch mal extra in die Innenstadt dort hätte fahren müssen, Parkplatz suchen etc.

    Da wurde ich vom Personal des Hospizes angegangen, was mir einfiele, wenn das nun jeder Angehörige der 11 Hospizgäste so machen würde etc.[...]
    Was es alles gibt, das ich nicht brauche!
    (Aristoteles)

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    AW: Probleme mit Hospiz

    Zitat Zitat von Nadine75 Beitrag anzeigen
    Das Hospiz wechseln
    ja, das klingt alles ganz furchtbar.

    Es ist halt ein Riesengeschäft. Hospiz ist nicht immer der Barmherzigkeit geschuldet, sondern oft ein lukratives Geschäftsmodell. Was du schilderst, klingt danach.

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    AW: Probleme mit Hospiz

    Deine Schilderungen sind natürlich sehr subjektiv, was ich nicht kritisiere. Aber man sollte sich schon die Mühe machen, erstmal nur die „Fakten“ herauszusuchen und da finde ich vieles an deinen Schilderungen nicht soo schlimm (und deine Medikamentenbestellung tatsächlich auch eher unverschämt, was vielleicht darauf schließen lässt, mit welcher (Anspruchs-)Haltung du an andere Themen herangehst und was du ausstrahlst).

    Letzten Endes ist das aber ja gar nicht so wichtig, ich finde, es sollte nicht darum gehen, wer hier im Recht ist. Das gibt es so vielleicht auch gar nicht. Aber es ist ja wohl objektiv so, dass das Verhältnis zum Personal im Hospiz wohl nachhaltig gestört ist und dass auch deine Mutter das sicher merkt. Keine gute Voraussetzung um in Frieden zu gehen…

    Daher würde ich alles daran setzen, dass sie in ein anderes Hospiz umziehen kann. Zuhause würde ich das nicht auf mich nehmen. Ihr habt ja auch beide einen schweren Weg vor euch, den sollte man sich nicht unnötig zusätzlich erschweren.

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    AW: Probleme mit Hospiz

    @ Marzipaneis
    das tut mir leid fuer dich. Es ist sicher so schon schwer genug. Guck nach einem anderen Haus.

    @Pola: ich finde gar nichts unverschämt an dem was die TE fuer ihre Mutter in die Wege geleitet hat.
    Lizzy 27.11.2019 Mama 08.11.2020

    Den Wind können wir nicht ändern, aber wir können ihm eine andere Richtung geben (Aristoteles)
    Weisst du warum dein Kopf rund ist ? Damit deine Gedanken eine andere Richtung nehmen können

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    AW: Probleme mit Hospiz

    Zitat Zitat von farfalle61 Beitrag anzeigen
    .

    @Pola: ich finde gar nichts unverschämt an dem was die TE fuer ihre Mutter in die Wege geleitet hat.
    Ich auch nicht. Aber sich etwas ins Hospiz liefern lassen, weil man keine Lust hatte nochmal in die Stadt reinzufahren? Und damit Mitarbeiter beschäftigen? Das finde ich schon grenzwertig - und noch grenzwertiger, dass man sich dabei im Recht fühlt und kritisiert, dass die Mitarbeiter das kritisieren. Aber das ist ja nur eine Kleinigkeit in der ganzen verworrenen Situation, wenn auch eine, die mich aufhorchen ließ.

    Ansonsten möchte ich meinen Beitrag aber insofern noch ergänzen, dass es natürlich wirklich eine Ausnahmesituation für alle ist und dass ich da auch wirklich vollstes Mitgefühl mit der TE habe! Ich kenne die Situation an sich und man möchte natürlich, dass es den Angehörigen so gut wie möglich geht. Meine Mutter war eine Weile auf einer Palliativstation und da wurde sich wirklich rührend gekümmert. So wie man es sich wünscht. Für jeden Menschen, nicht nur für die eigene Familie. Ich hoffe, dass die Mutter der TE in ein Umfeld umziehen kann, in der sich wieder ein Vertrauensverhältnis einstellen kann, und drücke dafür die Daumen! Alles Gute!

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