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    Pflegefall und Hausverkauf bei einem Ehepaar - möglich?

    Mein Mann und ich, kinderlos, haben ein handschriftliches Berliner Testament. Das heißt, der jeweils andere ist Alleinerbe von Geld und Haus. Für den Todesfall ist also einigermaßen vorgesorgt. Wir haben auch beide schon darüber gesprochen, dass man im Falle des Falles das Haus verkaufen würde, weil es sich alleine nicht halten und pflegen lässt und dann in eine kleinere ETW umzieht.

    Was ist aber, wenn einer von uns ein Pflegefall wird und dann vom gemeinsamen Vermögen inklusive Haus das Pflegeheim bezahlt werden müsste, uU für viele Jahre? Hier bei uns beträgt die durchschnittliche Zuzahlung zwischen 2.500 und 3.000 Euro, da sind also in einem Jahr schon 30-40.000 Euro weg. Soll heißen, das Geld reicht nicht lange, dann muss das Haus verkauft werden. Kann man das überhaupt, wenn beiden das Haus gehört und einer ein Pflegefall ist, also schwer dement, im Koma etc.? Darf man dann eine ETW kaufen? Beispiel: Haus ist 500K wert, eine ETW kostet 350K, dann bleiben 150.000 Euro, die würden auch nur 5 Jahre reichen, was dann?

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    AW: Pflegefall und Hausverkauf bei einem Ehepaar - möglich?

    Was das Berliner Testament mit dem evtl. Hausverkauf zu tun hat, erschließt sich mir nicht so ganz. Vererbt wird eben das, was der Verstorbene zu Lebzeiten besessen hat, ob Haus, Geldvermögen, Auto, Antiquitäten etc. pp.

    Für den Fall, dass einer pflegebedürftig werden sollte und Vermögen veräußert werden müsste, um anfallende Kosten abzudecken ist eine Betreuungsvollmacht eine Lösung. Dort kann festgehalten werden, was der Partner veräußern darf und was nicht und in welchem Fall oder auch nicht.


    Es heißt, dass man im Fall schwerer Pflege nicht von etlichen Jahren ausgeht, sondern eher durchschnittlich von einem Jahr. Insofern sind die von Dir angesprochenen 5 Jahre wohl eher ein Einzelfall als die Regel. Tja, und das Vermögen muss halt für die Pflege verbraucht werden, das ist richtig. Haus und Hof müssten veräußert werden und alles was einen Geldwert hat.

  3. Inaktiver User

    AW: Pflegefall und Hausverkauf bei einem Ehepaar - möglich?

    Die gemeinsames Immobilie zählt unter bestimmten Umständen zum Schonvermögen, sofern sie vom nicht pflegebedürftigen Ehepartner weiterhin bewohnt wird. Die Haus- und Grundstücksgröße muss "angemessen" sein - was auch immer das heißt. Das bedeutet, dass es u.U. günstiger sein kann,im Pflegefall das Haus zu behalten, denn wenn es verkauft wird, wird der Anteil des pflegebedürftigen Partners zur Pflege herangezogen.

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    AW: Pflegefall und Hausverkauf bei einem Ehepaar - möglich?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die gemeinsames Immobilie zählt unter bestimmten Umständen zum Schonvermögen, sofern sie vom nicht pflegebedürftigen Ehepartner weiterhin bewohnt wird. Die Haus- und Grundstücksgröße muss "angemessen" sein - was auch immer das heißt. Das bedeutet, dass es u.U. günstiger sein kann,im Pflegefall das Haus zu behalten, denn wenn es verkauft wird, wird der Anteil des pflegebedürftigen Partners zur Pflege herangezogen.
    Wenn es aber alleine nicht gehalten werden kann wie im Fall der TE, muss es ja verkauft werden.

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    AW: Pflegefall und Hausverkauf bei einem Ehepaar - möglich?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die gemeinsames Immobilie zählt unter bestimmten Umständen zum Schonvermögen, sofern sie vom nicht pflegebedürftigen Ehepartner weiterhin bewohnt wird. Die Haus- und Grundstücksgröße muss "angemessen" sein - was auch immer das heißt.
    Beim Herumgooglen hat sich in den meisten Fällen das herauskristallisiert, grob gesprochen:
    Die Grenze liegt bei ca 130 m² Wohnfläche im Fall eines Einfamilienhauses und bei 120 m² Wohnfläche bei einer Eigentumswohnung, jeweils für eine vierköpfige Familie. Ist die Haushaltsgemeinschaft kleiner, werden 20 m² pro fehlender Person bei der Bewertung als angemessen abgezogen.

    Mit 90 qm müsste das also schon ein sehr kleines Einfamilienhaus sein, damit man ungeschoren davonkommt.
    Hin oder her, es empfiehlt sich auf jeden Fall eine notarielle Vereinbarung, dass der Ehepartner handlungsfähig bleibt, wenn es zu einem Hausverkauf kommen sollte.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

  6. Inaktiver User

    AW: Pflegefall und Hausverkauf bei einem Ehepaar - möglich?

    Zitat Zitat von schubidu Beitrag anzeigen
    Wenn es aber alleine nicht gehalten werden kann wie im Fall der TE, muss es ja verkauft werden.
    Ich habe das so verstanden, dass im Todesfall der jeweils überlebende Ehepartner das Haus verkaufen würde, weil alleine die Instandhaltung nicht zu bewerkstelligen ist und einem das Haus "über den Kopf wachsen" würde. Ich gehe davon aus, dass die Immobilie abbezahlt ist.

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    AW: Pflegefall und Hausverkauf bei einem Ehepaar - möglich?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich habe das so verstanden, dass im Todesfall der jeweils überlebende Ehepartner das Haus verkaufen würde, weil alleine die Instandhaltung nicht zu bewerkstelligen ist und einem das Haus "über den Kopf wachsen" würde. Ich gehe davon aus, dass die Immobilie abbezahlt ist.
    Nein, Tumbleweed sorgt sich um die finanzielle Situation. Ich gehe davon aus, dass sie oder Ihr Mann nicht über 3000 Euro pro Monat flüssig hat um die Heimkosten zu bezahlen plus das Geld für den eigenen Lebensunterhalt. Und ja, Besitz muss verkauft werden, sofern es das Schonvermögen übertrifft.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

  8. Inaktiver User

    AW: Pflegefall und Hausverkauf bei einem Ehepaar - möglich?

    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Und ja, Besitz muss verkauft werden, sofern es das Schonvermögen übertrifft.
    Ja, im Grunde ist es ja auch dafür da. Trotzdem hat sich der von schubidu zitierte Satz m.E. auf die Situation bezogen, dass ein Ehepartner stirbt und nicht auf die Pflegesituation, die erst im Absatz darauf erwähnt wird. Die Bedenken der TE im Zusammenhang mit der Pflegesituation bezogen sich darauf, ob das gemeinsame Haus überhaupt verkauft werden kann, wenn einer der Eigentümer nicht mehr geschäftsfähig ist: "...dann muss das Haus verkauft werden. Kann man das überhaupt, wenn beiden das Haus gehört und einer ein Pflegefall ist..."

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    AW: Pflegefall und Hausverkauf bei einem Ehepaar - möglich?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Bedenken der TE im Zusammenhang mit der Pflegesituation bezogen sich darauf, ob das gemeinsame Haus überhaupt verkauft werden kann, wenn einer der Eigentümer nicht mehr geschäftsfähig ist: "...dann muss das Haus verkauft werden. Kann man das überhaupt, wenn beiden das Haus gehört und einer ein Pflegefall ist..."
    Ja, genau. Die Frage ist ja auch, ob man dazu eine notarielle Vollmacht braucht, da es sich um Immobilien handelt. Ich bin immer davon ausgegangen, dass man in einem solchen Fall das Haus verkaufen kann, weil man ja Miteigentümer ist und die Heimkosten für den anderen sonst nicht bestritten werden können. Das Thema kam aber neulich auf, dass Freunde meinten, das ginge nicht und man brauche dafür zwingend eine notarielle Vorsorgevollmacht.

    Außerdem frage ich mich, wieviel von dem Geld aus dem Hausverkauf ausgegeben werden darf, beispielsweise für eine ETW, in der man lebt. Ich denke mal, solange man die Heimkosten bezahlen kann, ist alles schön und gut. Was aber, wenn 5 Jahre rum sind und die Differenz zwischen dem, was man für das Haus erzielt hat und dem Kaufpreis der neuen ETW aufgebraucht ist? Ich weiß, dass einem dann ca. 900 Euro für den eigenen Lebensunterhalt bleiben, der Rest des eigenen Einkommens und die ganze Rente desjenigen, der im Heim ist, gehen für die Pflege drauf. Aber mal ehrlich, in den meisten Fällen wird das nicht reichen.
    Geändert von Tumbleweed_ (04.09.2021 um 17:48 Uhr)

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    AW: Pflegefall und Hausverkauf bei einem Ehepaar - möglich?

    Zitat Zitat von schubidu Beitrag anzeigen

    Es heißt, dass man im Fall schwerer Pflege nicht von etlichen Jahren ausgeht, sondern eher durchschnittlich von einem Jahr. Insofern sind die von Dir angesprochenen 5 Jahre wohl eher ein Einzelfall als die Regel. Tja, und das Vermögen muss halt für die Pflege verbraucht werden, das ist richtig. Haus und Hof müssten veräußert werden und alles was einen Geldwert hat.
    Das ist sicher bei schweren körperlichen Leiden so, dass man im Pflegeheim nicht alt wird, bei Demenz nicht. Ich wüsste einfach vorher gerne, was auf mich oder den Ehepartner zukommen könnte. Kann ja sein, dass man das in zukünftige Entscheidungen mit einbezieht.

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