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    Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Da es im Parallelstrang eindeutig off topic wäre,

    möchte Ich Euch um Erfahrungen bitten, ob (falls ja, wie) es Euch gelungen ist, Euere betagten Eltern von der Sinnhaftigkeit der o.g. Urkunden zu überzeugen.

    Meine Mutter ist 86, körperlich gebrechlich, geistig total fit, und sträubt sich völlig dagegen.

    Mir ist klar, dass ich ihren Willen respektieren muss, ich würde aber gern - jetzt wirklich zum allerletzten Mal - mit ihr gestützt auf Erfahrungen anderer Leute dieses Thema diskutieren.

    Wie einige von Euch vielleicht wissen, arbeite ich im Notariat. Für mich habe ich gerade eine Bestattungsvorsorge abgeschlossen und werde in den kommenden Jahren diese Vorsorgemöglichkeiten definitiv nutzen.

    Danke für alle Antworten

    Emmi
    Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen,
    aber sie besitzen genug Weisheit, es für sich zu behalten.


    Mary Eleanor Wilkins Freeman (1852 - 1930), US-amerikanische Schriftstellerin

  2. VIP

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Ich hatte für meine krebskranke Freundin die Vorsorgevollmacht. Sie hat sich das noch im Krankenhaus bei Feststellung der Erkrankung von mir gewünscht.
    Die Absprache war, dass ich dann in Aktion trete, wenn sie es sich von mir wünscht bzw. Sie nicht mehr kann. Als sie nicht mehr konnte, war dies eine echte Erleichterung. Ich konnte alles für sie Regeln, was noch nicht geregelt war und habe dann nach ihrem Tod die Beerdigung organisiert und von ihrem dafür vorgesehen Geld bezahlt und ihre Besitztümer (Wohnung und Auto) abgewickelt.

    Meine Eltern reagieren leider wie deine Mutter und ich habe mich dazu entschieden nicht mehr zu diskutieren. Obwohl sie die positiven Berichte von mir und auch vom Nachbarn bezüglich Vorsorgevollmacht kennen.

    Zum Glück liegt bei meinen Schwiegereltern alles vor.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Danke, liebe xanidae.

    Wie geht es Dir mit der Reaktion deiner Eltern?

    Ich fühle mich wütend (und hilflos???) Allerdings ist die Reaktion meiner Mutter stringent, meine Eltern haben - so meine Erinnerung - nie in einer Auseinandersetzung / Diskussion zu meinen Gunsten nachgegeben. Vater ist 2015 verstorben. Bis dahin waren die beiden eine verschworene Allianz.

    Da ich leider auch davon ausgehe, dass meine Mutter ihre Meinung nicht mehr ändern wird, suche ich hier nach Austausch.
    Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen,
    aber sie besitzen genug Weisheit, es für sich zu behalten.


    Mary Eleanor Wilkins Freeman (1852 - 1930), US-amerikanische Schriftstellerin

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Zitat Zitat von xanidae Beitrag anzeigen
    [...]
    Zum Glück liegt bei meinen Schwiegereltern alles vor.
    In unserer Familie gibt es noch zwei "Spezialfälle":

    Schwiegermutter ist ebenfalls 86, lebt 850 km entfernt, sie meinte immer mal sinngemäß: Ich lasse mich anonym beerdigen, damit niemand mit dem Grab "Scherereien" hat. Es gibt einen weiteren Familienzweig, Kinder meines Mannes aus erster Ehe, zu denen nie mehr Kontakt bestand. Sie kümmern sich bestmöglich um sie.

    Mein Mann hat eine stark ausgeprägte Thanatophobie / Angst vor dem Tod mit entsprechender Vermeidungshaltung gegenüber Friedhofsbesuchen und Beerdigungen.

    Als mein Vater starb - wir hatten ca. 15 Jahre unter einem Dach gewohnt - fragte er mich ernsthaft, ob er denn wirklich zur Beerdigung müsse. Ich - ja, du musst

    Daraus die Frage: Ich muss es wohl ebenso akzeptieren, dass er kein Testament (es wären in der Erbfolge eventuell die mir (und faktisch auch ihm) völlig unbekannten Kinder möglicherweise involviert, wir haben 3 eheliche Kinder) erstellen möchte.

    Das ist einer der wenigen Punkte, in denen wir völlig unterschiedlich ticken. Wir haben so ähnliche Werte, dass mich auch 2021 immer noch Übereinstimmungen zwischen uns überraschen. Leider kommen wir hinsichtlich zwischenmenschlicher Kommunikation aus gänzlich unterschiedlichen Elternhäusern.

    Dinge, die im Hause Emmi bis zum Abwinken zerredet wurden, wurden meines Wissens im Hause Mr. Emmi totgeschwiegen. (Als der Vater meines Mannes 1979 mit Herzinfarkt in der Klinik lag, hat man ihm die Wahrheit vorenthalten und ihm gesagt, er würde sicher wieder gesund.

    GLG Emmi
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    aber sie besitzen genug Weisheit, es für sich zu behalten.


    Mary Eleanor Wilkins Freeman (1852 - 1930), US-amerikanische Schriftstellerin

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Zitat Zitat von Lady_Emelia Beitrag anzeigen
    möchte Ich Euch um Erfahrungen bitten, ob (falls ja, wie) es Euch gelungen ist, Euere betagten Eltern von der Sinnhaftigkeit der o.g. Urkunden zu überzeugen.
    Letztendlich waren schwere Erkrankungen bei beiden Elternteilen, die sie gut überstanden haben, ausschlaggebend.
    Sie haben beide leider erkennen müssen, dass die Abläufe mit einem solchen Papier in der Hand deutlich schneller und reibungsloser verlaufen als ohne und dass sie selbst auch bei der wechselseitigen Betreuung altersbedingt an ihre Grenzen kommen.

    Zunächst habe ich sie deshalb um die Aktualisierung der Patientenverfügung mit Unterstützung ihres Hausarztes gebeten. Nachdem das erledigt war, habe ich mehrfach in kleinen Häppchen mit ihnen über das Thema Vorsorgevollmacht gesprochen und ihnen erklärt, was wie geregelt werden kann und welche Auswirkungen es hat, wenn es keine Vollmacht gibt. Die Entscheidung dafür oder dagegen war und ist, ebenso wie Umfang und Inhalt, ihre Sache. Mir war es nur wichtig, ihren Willen zu kennen und danach handeln zu können.

    Vor einigen Wochen haben sie dann auch die Vorsorgevollmacht bei einem Notar aufsetzen lassen und damit sind alle Unterlagen aktualisiert. Inzwischen sind sie erleichtert, dass alles geregelt ist. Ich denke aber auch, dass die Auseinandersetzung mit dem Thema belastend sein kann und gerade deshalb gerne ausgeblendet wird.

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Bei mir war das auch ein weiterer Weg...

    Ich habe zunächst mit dem Thema Geld angefangen.
    Das war eher einzusehen.
    Ich kann sonst keine Rechnung bezahlen und keine sonstigen finanziellen Dinge regeln.

    Ich habe jetzt mittlerweile eine vom Notar aufgesetzte und beglaubigte Generalvollmacht, die alle Lebensbereiche einschließt.
    Der Notar war in der Familie bekannt und geschätzt.

    Ich habe die Perspektive gewechselt und dann eher von mir aus berichtet. Das es MIR ohne diese Vollmachten sehr schwer gemacht wird zu handeln.
    Meine Eltern wollten sich nicht mit ihrem Ende beschäftigen und das kann ich mittlerweile auch akzeptieren.

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Hilfreich könnte sein, dass Fachleute (RAin/Notar:in) die Aufklärung über die Notwendigkeit und die Gestaltungsmöglichkeitein übernimmt.

    Innerhalb der Familie zählt Fachwissen leider oft nicht viel.

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Ein Großonkel von mir hatte in dem Jahr einen schweren Schlaganfall.
    Auf das Thema Patientenverfügung hat er immer nur höchst allergisch reagiert.

    Fakt ist- er hatte keine und es wurde alles Mögliche getan, damit er bloß am Leben bleibt!
    Viele viele zT unangenehme Untersuchungen, die er über sich ergehen lassen musste - und mit dem jetzigen Zustand, dass er ein Schwerstpflegefall (auch mit künstlicher Ernährung über eine Magensonde) ist und gar nichts mehr kann.

    Alle, die ihn kennen wissen, den Zustand jetzt, hätte er niemals haben wollen!
    Und hätte es eine Patientenverfügung gegeben, hätte er all das nicht ertragen müssen. Dieser Weg wäre mal sicher kürzer geworden.

    Tja- wenn DAS kein Argument ist, dann weiß ich es nicht.
    Letztlich muss es eben jeder selbst wissen.
    Das Thema Tod ist aus unserer Gesellschaft sehr ausgeklammert und kann damit sehr gut verdrängt werden. So ist es einfach und das Nachsehen haben dann oft genug die Übrig-Bleibenden, die sich mit Erbe etc rumschlagen müssen.

    Lady- du schreibst "und werde in den kommenden Jahren diese Vorsorgemöglichkeiten definitiv nutzen."
    Warum erst in den kommenden Jahren? Hast du einen Deal mit "oben"- dass dir bis dahin nichts geschehen wird

    lg kenzia
    Geändert von kenzia (03.09.2021 um 09:39 Uhr)

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Meiner Urgroßtante hat der Hausarzt gesagt, sie solle sich drum kümmern, dass jemand die Verantwortung übernimmt, wenn sie es nicht mehr kann.

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Zitat Zitat von Lady_Emelia Beitrag anzeigen
    In unserer Familie gibt es noch zwei "Spezialfälle":


    Mein Mann hat eine stark ausgeprägte Thanatophobie / Angst vor dem Tod mit entsprechender Vermeidungshaltung gegenüber Friedhofsbesuchen und Beerdigungen.

    Als mein Vater starb - wir hatten ca. 15 Jahre unter einem Dach gewohnt - fragte er mich ernsthaft, ob er denn wirklich zur Beerdigung müsse. Ich - ja, du musst

    Daraus die Frage: Ich muss es wohl ebenso akzeptieren, dass er kein Testament (es wären in der Erbfolge eventuell die mir (und faktisch auch ihm) völlig unbekannten Kinder möglicherweise involviert, wir haben 3 eheliche Kinder) erstellen möchte.

    Das ist einer der wenigen Punkte, in denen wir völlig unterschiedlich ticken. Wir haben so ähnliche Werte, dass mich auch 2021 immer noch Übereinstimmungen zwischen uns überraschen. Leider kommen wir hinsichtlich zwischenmenschlicher Kommunikation aus gänzlich unterschiedlichen Elternhäusern.


    GLG Emmi
    Gekürzt von mir

    Ich kann dir berichten, wie meine Mutter es gemacht hat. Sie hat das Testament geschrieben und meinem Vater zur Unterschrift gegeben. Für ihn war das Sterben auch im hohen Alter kein Thema.
    Mach Dir Gedanken, was für Dich wichtig ist, was im Hinblick auf die 1. Kinder geregelt werden muss und lass Dich von einem Notar beraten. Das fertige Testament gibst Di Deinem Mann. Weise ihn darauf hin, dass für Dich eine saubere Klärung wichtig ist und es hier auch um Dich und Eure gemeinsamen Kinder geht. Den Pflichtteil bekommen seine Kinder ja auf jeden Fall

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