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  1. VIP

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ihr tut ja gerade so, als ob man zwingend eine Vorsorgevollmacht im Vorfeld braucht, um als Familienangehöriger die Betreuung zu übernehmen.
    Das finde ich tatsächlich wichtig, da gerade bei einer längeren Erkrankung unglaublich viel administrative und bürokratische Dinge zu erledigen sind, die die Erkrankten betreffen.

    Patientenverfügung finde ich wichtiger, damit klar ist, ob und wann man abgeschaltet werden möchte.
    Es gibt Vorsorgevollmachten, die die Patientenverfügung mit beinhalten. Da kann man sich für 80€ beraten lassen und ein Vordruck aus dem Internet nehmen.

    Auch gibt es Infoabende diesbezüglich bei diversen Anbietern.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

  2. Inaktiver User

    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Ich hatte in dieser Woche ein Gespräch mit dem Pflegestützpunkt hier. Dort wurde mir mitgeteilt, dass die Vorsorgevollmacht hilft, wenn jemand Dinge nicht erledigen kann bzw. damit man mit den Ärzten sprechen kann.

    Die Patientenverfügung ist für eine bestimmte Situation, nämlich dann, wenn man nicht mehr sich mitteilen kann.

    Das war für mich ein hilfreicher Weg.

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Zitat Zitat von stefanie63 Beitrag anzeigen
    Einen Vorteil hat die Mutter in deinem Beispiel dann, wenn sie nicht beatmet werden will oder andere lebensverlängernde Massnahmen unterbinden will. Ob das hier der Fall ist, wissen wir nicht, aber da die Mutter geistig fit ist, spricht viel dagegen, denn sonst würde sie ja eine Patientenverfügung machen. Jedenfalls sehe ich keinen Grund für Emilia, wütend zu sein, weil ihre Mutter im Ernstfall beatmet würde oder ihr Leben verlängert würde. Praktisch drängt Emilia ihre Mutter dazu, eine Erklärung abzugeben, durch die ihr Leben verkürzt würde in Fällen, in denen Emilia das Leben ihrer Mutter nicht mehr für lebenswert hält. Ich halte das nach wie vor für übergriffig.

    Allerdings bezog sich mein Text tatsächlich mehr auf das Thema Vorsorgevollmacht.

    Nachdem ich nun gelesen habe, dass eine Vorsorgevollmacht für Emilia 500,- Euro Kosten würde, bezweifle ich, dass sie und ihre Mutter überhaupt in Deutschland leben. Insofern könnten die Ratschläge hier sowieso ins Leere gehen, weil sie nicht der Rechtslage in Emilia Land entsprechen.
    Hallo Stefanie63,
    ich zitiere den ganzen Text, weil ich hier hoffentlich einiges klarstellen kann.

    Leider habe ich vergessen, anfangs zu erwähnen, dass wir in Österreich leben, mir war auch nicht bewusst, dass die Rechtslage hinsichtlich einer Vorsorgevollmacht wohl recht unterschiedlich ist.

    Hier kann eine VVM ausschließlich vom Notar oder Anwalt erstellt werden, das Einverständnis des Vollmachtnehmers / Bevollmächtigten ist erforderlich. Die Vollmacht wird von beiden Parteien unterzeichnet. Es ist auch möglich, die Vollmacht so zu gestalten, dass der Bevollmächtigte im Vorsorgefall als Erwachsenenvertreter benannt wird.

    Kleiner Exkurs zum Thema gerichtliche Erwachsenenverfügung: In diesem Fall wird ein beliebiger Anwalt / eine Anwältin bestimmt. Die Anwältin, bei der ich früher gearbeitet habe, ist Erwachsenenvertreterin einer knapp 90jährigen Frau, die keine näheren Angehörigen mehr hat. Meine Ex-Chefin hat sich auf menschlicher Ebene "so sehr" für diese Frau interessiert, dass sie die Besuche im Altersheim an mich delegiert hat. Interesse war nur für die gesetzlich vorgesehene Aufwandsentschädigung vorhanden.

    Meine Mutter und ich leben im selben Haus, wir sind über sehr viele Themen im Gespräch.

    Die Vorstellung, dass sie in eine gesundheitliche Situation kommen könnte, in der sie sich nicht mehr äußern kann wird ignoriert. Hinzu kommt wahrscheinlich, dass mein Vater nach ca. 6-wöchiger Krankheit, während der er stets bei vollem Bewusstsein war, sehr schnell verstorben ist. (Die Zeit reichte nicht einmal aus, sie vor seinem Tod noch zu verständigen.)

    In dem Punkt, dass eine Lebensverlängerung mit z.B. künstlicher Ernährung o.ä. nicht erwünscht ist, stimmen wir überein.
    Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen,
    aber sie besitzen genug Weisheit, es für sich zu behalten.


    Mary Eleanor Wilkins Freeman (1852 - 1930), US-amerikanische Schriftstellerin

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Zitat Zitat von stefanie63 Beitrag anzeigen
    Das ist gerade nicht die gesetzliche Regelung in Deutschland (§ 1897 BGB).
    Der gesetzliche Betreuer wird nach den Wünschen des Betroffenen ausgewählt; wenn dieser keine umsetzbaren Wünsche hat, werden in erster Linie der Ehepartner, ein Kind oder sonstige Angehörige zu Betreuern bestellt. Allerdings wird - anders als bei einer Vorsorgevollmacht - überprüft, ob diese Personen bereit und geeignet sind, die Betreuung zu übernehmen. Damit wird mehreren Problemen vorgebeugt.
    In diesem Punkt unterscheidet sich offenbar die Rechtslage, die Vorsorgevollmacht wird vom V-Geber und vom Bevollmächtigten einvernehmlich beschlossen und unterzeichnet.
    Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen,
    aber sie besitzen genug Weisheit, es für sich zu behalten.


    Mary Eleanor Wilkins Freeman (1852 - 1930), US-amerikanische Schriftstellerin

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich hatte in dieser Woche ein Gespräch mit dem Pflegestützpunkt hier. Dort wurde mir mitgeteilt, dass die Vorsorgevollmacht hilft, wenn jemand Dinge nicht erledigen kann bzw. damit man mit den Ärzten sprechen kann.

    Die Patientenverfügung ist für eine bestimmte Situation, nämlich dann, wenn man nicht mehr sich mitteilen kann.

    Das war für mich ein hilfreicher Weg.
    Hallo Charlotte,

    so ist es hier auch. Die Vorsorgevollmacht alleine bewirkt nichts in Hinsicht auf nicht lebensverlängernde Maßnahmen, sondern ist für finanzielle, juristische, datenschutzrechtliche, wohnortbezogene und andere praktische Angelegenheiten vorgesehen.
    Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen,
    aber sie besitzen genug Weisheit, es für sich zu behalten.


    Mary Eleanor Wilkins Freeman (1852 - 1930), US-amerikanische Schriftstellerin

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    [...]
    Was genau die Motive von Emilia sind- wissen wir nicht.
    Das eine Verfügung eine immense Erleichterung ist, wenn es ernst wird- dürfte doch eindeutig sein.
    Und natürlich hängt man als Angehöriger immer mit dran und muss jeden Weg auch mitgehen. Die Belastung bei einem Versterben tragen oder einen Pflegefall über Jahre begleiten. Das ist das Los von jeder dieser engen Beziehungen, die wir im Leben haben.
    Mir geht es einzig und allein um diesen Aspekt, nur hätte ich es niemals so gut in Worte fassen können wie du.

    Es sind hier keine Vermögenswerte ausgenommen ihrer Erwerbs- und Witwenrente involviert, ich hätte auch kein Problem, dem zuständigen Gericht Bericht zu erstatten.

    Und wenn - wie du schreibst - in der Patientenverfügung stehen würde: ich will solange irgend möglich am Leben erhalten werden - wäre es für mich genauso in Ordnung.

    Durch das Schreiben hier beginne ich zu merken, was dahinterstecken könnte...

    2015 lag mein Vater im Krankenhaus. Darmkrebs, Wasseransammlungen, sauerstoffpflichtig, austherapiert. Gewicht ca. 100 kg. Vater wollte nach Hause. Mutter und ich sollten "sofort" ein Pflegebett organisieren, er würde dann heimgebracht. Mutter 80 Jahre, zierlich, ich berufstätig mit 3 jungen Kindern...

    Der Sozialdienst des (auswärtigen) KH wurde ruppig - der Patientenwille steht über allem! Ich habe keine Erinnerung daran, wie es letztlich gelungen ist, dass er ein Bett auf der Palliativabteilung unseres städtischen Krankenhauses bekam. Donnerstag vormittag wurde er überstellt, Samstag früh war er tot.

    Mag sein, dass diese Erfahrung dahinter steckt. Ich möchte nicht gern im Notfall völlig machtlos sein und kämpfen müssen. Ich würde mir wünschen, durch eine Patientenverfügung meiner Mutter gewisse Entlastung zu erfahren.

    Wir haben und hatten bessere und weniger gute Zeiten, aber die Annahme, ich würde ihr Leben verkürzen wollen, wenn es mir nicht mehr lebenswert erscheint ... .... ...
    Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen,
    aber sie besitzen genug Weisheit, es für sich zu behalten.


    Mary Eleanor Wilkins Freeman (1852 - 1930), US-amerikanische Schriftstellerin

  7. Inaktiver User

    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Zitat Zitat von stefanie63 Beitrag anzeigen
    [... ]
    Ich selbst bin vom Fach und habe weder eine Patientenverfügung noch eine Vorsorgevollmacht, weil ich finde, dass für mich die Vorteile der gesetzlichen Regelung überwiegen. [... ]
    Zitat Zitat von stefanie63 Beitrag anzeigen
    [...]Jedenfalls sehe ich keinen Grund für Emilia, wütend zu sein, weil ihre Mutter im Ernstfall beatmet würde oder ihr Leben verlängert würde. Praktisch drängt Emilia ihre Mutter dazu, eine Erklärung abzugeben, durch die ihr Leben verkürzt würde in Fällen, in denen Emilia das Leben ihrer Mutter nicht mehr für lebenswert hält. Ich halte das nach wie vor für übergriffig.
    (Kürzungen und Fettschrift durch mich)

    So so, Du bist also "vom Fach", weißt aber nicht einmal, dass man in einer Patientenverfügung nicht nur festlegen könnte, ab wann man keine lebensverlängernden Maßnahmen mehr wünscht, sondern ebenso, dass alles medizinisch Mögliche ausgeschöpft werden soll, um das Leben zu verlängern?

    Ich bin nicht "vom Fach", aber das kann man nun wirklich den Broschüren einschlägiger Beratungsstellen entnehmen.

    Den Wunsch, die Einstellung des Betroffenen vor dem Ernstfall zu erfahren und dann auch die entsprechenden Regelungen getroffen zu haben, so dass Angehörige im Fall des Falles auch entsprechend handlungsfähig sind, halte ich für sehr nachvollziehbar.

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    das ist ein wahnsinniges weites und kompliziertes feld....
    zumal wenn es um das eigene leben oder das der angehörigen geht.

    ich kann aus eigener erfahrung heraus nur sagen, dass es einerseits hilft, wenn eine pv oder vv vorhanden ist - aber andererseits hat man genau damit dann auch die verantwortung.

    in der generalvollmacht für meine mutter ist das alles eingeschlossen. es gibt eine betreuungsverfügung , das heisst ich würde als betreuerin eingesetzt und eben niemand vom amt.

    und dennoch hat meine mutter nicht mit mir über ihre wünsche geredet - obschon ich das immer wieder versucht habe zu tun.
    nun kenne ich sie aber sehr gut und fühle mich gut vorbereitet für den ernstfall.

    in der wahrnehmung der bevölkerung geht es oft nur um die fragen von lebensverlängernden maßnahmen.
    aber es geht um so viel mehr dabei.

    genau das macht es schwierig.

  9. Moderation

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ihr tut ja gerade so, als ob man zwingend eine Vorsorgevollmacht im Vorfeld braucht, um als Familienangehöriger die Betreuung zu übernehmen.
    Man kann auch Glück haben, und das Gericht ist der gleichen Meinung wie der Betroffene.

    Und das ist auch von Land zu Land wenn schon nicht anders, so doch nichts, wo man davon ausgehen sollte, daß es gleich ist. Meine Erfahrungen sind alle in DE gewesen.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ihr tut ja gerade so, als ob man zwingend eine Vorsorgevollmacht im Vorfeld braucht, um als Familienangehöriger die Betreuung zu übernehmen.
    Aber genau so ist es. Keine Vollmachten, keine "Macht". Ob die Person deine Mutter ist oder nicht, wenn du z.B. keine Bankvollmacht hast, kommst du nicht an das Konto. Wenn du keine Vorsorgevollmacht hast, darfst du keine Entscheidung für sie treffen, der Arzt darf dir keine Auskunft geben etc. pp. Und wenn es dumm läuft, wird dir auch vom Gericht die Betreuung nicht zugesprochen, weil ... es unendlich viele Möglichkeiten gibt, dass etwas nicht so läuft, wie man sich das ausgedacht hat.
    Und Patientenverfügung kommt noch oben drauf.
    Deine Schritte müssen nicht groß sein, sie müssen dich nur in die richtige Richtung führen. (Agent Simmons)

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