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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Zitat Zitat von kangastus Beitrag anzeigen
    Naja, ohne Vollmacht entscheiden dann eben Fremde über dich (oder die Mutter), ...
    Fremde, die absolut NICHTS von dir wissen. ...
    Das ist gerade nicht die gesetzliche Regelung in Deutschland (§ 1897 BGB).
    Der gesetzliche Betreuer wird nach den Wünschen des Betroffenen ausgewählt; wenn dieser keine umsetzbaren Wünsche hat, werden in erster Linie der Ehepartner, ein Kind oder sonstige Angehörige zu Betreuern bestellt. Allerdings wird - anders als bei einer Vorsorgevollmacht - überprüft, ob diese Personen bereit und geeignet sind, die Betreuung zu übernehmen. Damit wird mehreren Problemen vorgebeugt.

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Also kann man auch eine Vollmacht ausstellen und mit den betreffenden Personen ausführlich darüber sprechen. Wenn du erst im Koma liegst, ist es zu spät, und viele haben vorher eben nicht darüber geredet, weil sie glaubten, es werde schon gutgehen.
    Deine Schritte müssen nicht groß sein, sie müssen dich nur in die richtige Richtung führen. (Agent Simmons)

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Na ja, mit seiner Familie sollte man so oder so sprechen, egal ob ob der Angehörige gesetzlicher Betreuer oder Vorsorgebevollmächtigter werden soll. Das ist kein Argument für das eine oder das andere.

    Wenn es Emilias Anliegen wäre, mit ihrer Mutter über ihre Wünsche und Vorstellungen zu reden, um diese später umsetzen zu können, fände ich das nachvollziehbar. Das Drängen auf Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht ist es für mich nicht - ich kann nicht erkennen, welche Vorteile ihre Mutter dadurch hätte. Den einzigen deutlichen Vorteil hätte Emilia selbst, sofern sie selbst Vorsorgebevollmächtigte würde, weil sie dann alle Entscheidungen allein ohne weitere Kontrolle und ohne praktisch relevante Rechenschaftspflichten treffen könnte.
    Geändert von stefanie63 (03.09.2021 um 18:40 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Zitat Zitat von stefanie63 Beitrag anzeigen
    Wenn es Emilias Anliegen wäre, mit ihrer Mutter über ihre Wünsche und Vorstellungen zu reden, um diese später umsetzen zu können, fände ich das nachvollziehbar. Das Drängen auf Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht ist es für mich nicht - ich kann nicht erkennen, welche Vorteile ihre Mutter dadurch hätte.
    Wenn es zB um Beatmung geht- wird das ohne Patientenverfügung einfach gemacht- da kann die Tochter sagen was sie will und vorher besprochen hat mit der Mutter. Darum geht es doch.
    Der Vorteil liegt da doch vor allem bei der Mutter, die möglicherweise lebensverlängernde Maßnahmen unterbinden kann.

    Und was man "sollte" ist ja leider keinerlei Maßstab für das Empfinden jedes einzelnen Menschen.
    Wobei ich zustimme, dass es schön wäre, wenn man zumindest weiß, wie der andere über lebensverlängernde Maßnahmen denkt.

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Einen Vorteil hat die Mutter in deinem Beispiel dann, wenn sie nicht beatmet werden will oder andere lebensverlängernde Massnahmen unterbinden will. Ob das hier der Fall ist, wissen wir nicht, aber da die Mutter geistig fit ist, spricht viel dagegen, denn sonst würde sie ja eine Patientenverfügung machen. Jedenfalls sehe ich keinen Grund für Emilia, wütend zu sein, weil ihre Mutter im Ernstfall beatmet würde oder ihr Leben verlängert würde. Praktisch drängt Emilia ihre Mutter dazu, eine Erklärung abzugeben, durch die ihr Leben verkürzt würde in Fällen, in denen Emilia das Leben ihrer Mutter nicht mehr für lebenswert hält. Ich halte das nach wie vor für übergriffig.

    Allerdings bezog sich mein Text tatsächlich mehr auf das Thema Vorsorgevollmacht.

    Nachdem ich nun gelesen habe, dass eine Vorsorgevollmacht für Emilia 500,- Euro Kosten würde, bezweifle ich, dass sie und ihre Mutter überhaupt in Deutschland leben. Insofern könnten die Ratschläge hier sowieso ins Leere gehen, weil sie nicht der Rechtslage in Emilia Land entsprechen.

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Zitat Zitat von stefanie63 Beitrag anzeigen
    Nachdem ich nun gelesen habe, dass eine Vorsorgevollmacht für Emilia 500,- Euro Kosten würde, bezweifle ich, dass sie und ihre Mutter überhaupt in Deutschland leben. Insofern könnten die Ratschläge hier sowieso ins Leere gehen, weil sie nicht der Rechtslage in Emilia Land entsprechen.
    Es gibt in Deutschland auch Firmen, die sich Vorsorgevollmachten in diversen "Paketen" für diesen Preis bezahlen lassen. Hat mir erst vor wenigen Wochen ein Bekannter erzählt, der ein solches Paket für seine Eltern buchen wollte.

    Ich kann Deinen Standpunkt ansonsten nachvollziehen, denke aber, dass Du etwas Entscheidendes übersiehst:
    Du kennst die gesetzlichen Regelungen sehr genau und kannst abwägen, was für Dich besser passt.
    Etliche Menschen haben sich aber vorher nie mit der Thematik beschäftigt und es ist ihnen nicht bewusst, wo die Unterschiede zwischen einer Vorsorgevollmacht und einer rechtlichen Betreuung liegen.

    Was Dein Argument der gerichtlichen Kontrolle anbelangt: einen Menschen, bei dem ich eine solche Kontrolle für notwendig halten würde, würde ich nicht als Bevollmächtigten einsetzen wollen.
    Und ebenso weiß ich, wie ewig lange die Laufzeiten bei Gericht sein können. Praktisches Beispiel: bis zur richterlichen Genehmigung, um eine Wohnung kündigen zu dürfen, wartest Du hier aktuell rund drei Monate. Muss man mögen.

  7. Moderation

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Hm, in meiner Familie gibt es seit Generationen einen Horror davor, fremden Leuten (Ärzten, Berufsbetreuern, Gerichten) ausgeliefert zu sein und keine Meinung mehr haben zu dürfen, da man sie nicht mehr mitteilen kann. Daß fremde Leute die privatesten Unterlagen durchwühlen, oder das eigene Geld ausgeben, bestimmen dürfen, wo man wohnt und wie lange man von Maschinen am Leben gehalten wird wie ein Zombie.

    Meine Großtante ist in den 1990ern da reingelaufen, daß ihre Tochter nicht automatisch zur Betreuuerin ernannt wurde, und alle waren schockiert, was für ein Desaster es war, kein Anrecht auf Info, kein Anrecht auf Mitsprache, gesetzlicher Betreuuer quartierte die Großtante aus deren Wohnung aus, nickte teure Behandlungen ab, von denen sie immer gesagt hatte, daß sie das nicht wollte, das ging vor Gericht und nahm kein Ende.... spätestens da haben auch die größten Prokrastinierer der Familie mit ihren Anwälten gesprochen (damals war das nicht so leicht mit Patienten- und Betreuungsverfügungen) und ihren Banken, und die Verfügungen und Vollmachten in trockene Tücher gebracht.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  8. Moderation

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    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Zitat Zitat von stefanie63 Beitrag anzeigen
    Wenn es Emilias Anliegen wäre, mit ihrer Mutter über ihre Wünsche und Vorstellungen zu reden,
    Muß geredet und aufgeklärt und abgewogen werden, oder ist das ein "Jetzt schreib das verdammte Papier, damit wer auch immer später Entscheidungen für dich treffen soll, die Person ist, die dir paßt, und sie die Entscheidungen triffst, die du getroffen hättest"?

    Da kann ja durchaus drin stehen, "Ich will einen gesetzlichen Betreuer, und ich will so lange am Leben erhalten werden wie medizinisch irgendwie möglich, die Hoffnung stirbt immer zuletzt." Das sind zumindest klare Verhältnisse.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  9. Inaktiver User

    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Zitat Zitat von stefanie63 Beitrag anzeigen
    Ob das hier der Fall ist, wissen wir nicht, aber da die Mutter geistig fit ist, spricht viel dagegen, denn sonst würde sie ja eine Patientenverfügung machen. Jedenfalls sehe ich keinen Grund für Emilia, wütend zu sein, weil ihre Mutter im Ernstfall beatmet würde oder ihr Leben verlängert würde. Praktisch drängt Emilia ihre Mutter dazu, eine Erklärung abzugeben, durch die ihr Leben verkürzt würde in Fällen, in denen Emilia das Leben ihrer Mutter nicht mehr für lebenswert hält. Ich halte das nach wie vor für übergriffig.
    Das ist nun aber deine Auslegung der Situation!

    Eine PV ist doch nicht nur ein Schrieb für das unterbinden von lebensverlängernden Maßnahmen!
    In ERSTER Linie geht es doch darum, dass die Wünsche des Patienten vertreten werden und das in jeder Vielfalt, die aufgeführt wurde.

    Es geht doch vor allem um diese Wünsche!
    Und wenn der darin liegt, dass alles gemacht werden soll- bis zum letzten Atemzug- dann ist das genauso ok, wie jemand, der alles unterbinden will.

    Ich sehe in diesen Dokumenten die Entlastung für den Ernstfall- dem Menschen das geben zu können, was er wollte. Seine Freiheit zu entscheiden.
    Denn genau die wird ihm ja vom Gesetz her vorgeschrieben- das Leben ist auf jeden Fall zu erhalten.

    Wie viele wurden schon vom Arzt gefragt "was sollen wir machen? was hätte ihre Mutter(Vater) gewollt?" und die Angehörigen stehen da, unter Schock, sind überfordert und sollen Entscheidungen treffen, die sie vollkommen überfahren und nicht wissen, wie es der andere gewollt hätte.
    Ich denke- das ist ein ganz wesentlicher Aspekt in dem Ganzen.
    Das man dem Menschen das geben kann, was er will- und nicht, was man selbst adhok entscheiden soll.

    Das alle die, die keine PV oder VV wollen- sich über das Ausmaß klar sind- glaube ich keinesfalls.
    in den allermeisten Fällen (behaupte ich jetzt mal), geht es um das konsequente Verdrängen von dem Thema Tod und Sterben. Und dann will auch keiner über ein Beatmungsgerät nachdenken oder einen künstlichen Darmausgang.....das wird weit weit weggeschoben.

    Gehe mit solchen Menschen auf die Intensivstation- zeige ihnen diese Menschen und frage, ob sie so daliegen wollen. Ich möchte DEN sehen, der dann sagt "ja klar- so möchte ich auf jeden Fall nachher daliegen!".

    Was genau die Motive von Emilia sind- wissen wir nicht.
    Das eine Verfügung eine immense Erleichterung ist, wenn es ernst wird- dürfte doch eindeutig sein.
    Und natürlich hängt man als Angehöriger immer mit dran und muss jeden Weg auch mitgehen. Die Belastung bei einem Versterben tragen oder einen Pflegefall über Jahre begleiten. Das ist das Los von jeder dieser engen Beziehungen, die wir im Leben haben.

  10. Inaktiver User

    AW: Argumente zugunsten Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

    Ihr tut ja gerade so, als ob man zwingend eine Vorsorgevollmacht im Vorfeld braucht, um als Familienangehöriger die Betreuung zu übernehmen.

    Patientenverfügung finde ich wichtiger, damit klar ist, ob und wann man abgeschaltet werden möchte.

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