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  1. Inaktiver User

    AW: Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung usw...

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Entschuldigt, wenn ich mittenrein frage: Siehst du das auch für Alleinstehende so?
    Das glaube ich nicht.
    Wir, mein Mann und ich haben alles notariell beglaubigt lassen.

    Wenn es doch vom Gesetzgeber so eindeutig ist, warum rät dann jeder das schriftlich zu hinterlegen?

  2. Moderation

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    AW: Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung usw...

    Es würde mich auch nicht verwundern, wenn einige Details, gerade was Beratung, Beurkundung, Beglaubigung, ganz zu schweigen die Trägerschaft von diversen Stellen angeht, nach Bundesländern unterschiedlich sind.

    M.W (Bayern, 2019) gilt eine Vollmacht ab dem Moment der Ausstellung, solange der Bevollmächtigte sie in den Händen hält (Bankvollmachten: sobald und so lange sie bei der Bank vorliegen) für den Lebensbereich (Geld, Medizin, Unterbrigung, ...) der in der Vollmacht steht, bis zum Widerruf.

    Es ist möglich, mehrere Bevollmächtigte zu benennen, die sich einig sein müssen, oder einen Kontrollbevollmächtigten.

    Wenn einem bei der ganzen Sache nicht wohl ist, kann es besser sein, den Partner als Betreuer im Fall der Notwendigkeit einzusetzen. Keine Details, davon verstehe ich nicht genug davon, aber soweit ich mich erinnere: 1. Einem Betreuer guckt das Betreuungsgericht über die Schulter, und 2., er wird erst eingesetzt, wenn Betreuungsbedarf besteht.

    --

    @Katelbach, ich denke, wenn es eine Person gibt, der man eine Vollmacht geben würde, dann vertraut man dieser Person ja genug, daß man sie auch als Betreuer vorschlagen kann. Nur wenn das Vertrauen für eine Generalvollmacht nicht ganz reicht, dann ist "Betreuer" die besser beaufsichtigte Schiene.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  3. VIP

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    AW: Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung usw...

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    --

    @Katelbach, ich denke, wenn es eine Person gibt, der man eine Vollmacht geben würde, dann vertraut man dieser Person ja genug, daß man sie auch als Betreuer vorschlagen kann. Nur wenn das Vertrauen für eine Generalvollmacht nicht ganz reicht, dann ist "Betreuer" die besser beaufsichtigte Schiene.
    Tja ... Das ist das Problem. So jemanden habe ich eigentlich auch nicht mehr. Schon gar nicht im 500-km-Umkreis. Eigentlich gar nicht, alle längst beerdigt.

    Deswegen frage ich. Ich weiß nicht so recht, was ich tun soll.

    Patientenverfügung sehe ich unkritisch, die habe ich immer bei mir.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

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    AW: Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung usw...

    Ich habe mit dem Standardvordruck, den die Bayrische Justiz herausgegeben hat, siehe unten, bei mir in Bayern nur gute Erfahrungen gemacht. Bei beiden Eltern habe ich den Vordruck genutzt, egal ob Krankenhaus, Seniorenheim oder bei der Palliativ-Versorgung und es gab null Rückfragen. Ich konnte alles wie gewünscht entscheiden und in die Wege leiten. Ich war weder beim Arzt zur Unterschrift, noch habe ich irgendwas beglaubigt.

    Ausnahme: Bank. Jede Bank hat eigene Vordrucke für eine umfassende Kontovollmacht. Es ist sinnvoller diese zu benutzen.
    Zweite Ausnahme: Immobilienvermögen. Hier muss der Notar ran.

    Für alle anderen Alltäglichkeiten des Lebens wie Krankenkasse, Kündigung von Wohnung, Strom, Telefon, Passangelegenheiten war diese Vollmacht ausreichend.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

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    AW: Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung usw...

    Zitat Zitat von katelbach Beitrag anzeigen
    Entschuldigt, wenn ich mittenrein frage: Siehst du das auch für Alleinstehende so?

    Ich habe keine Angehörigen und meine Freunde sind allesamt bestenfalls so alt wie ich oder sogar älter. Es gibt ein bisschen Vermögen und da habe ich im Umfeld mehrfach nicht die besten Erfahrungen mit "fremden" Betreuern erlebt.
    Ganz schwierige Frage.

    Eine Patientenverfügung würde ich als Alleinstehende auf jeden Fall machen.

    Bei der Vorsorgevollmacht würde ich wohl nach Aufgabenkreisen differenzieren:
    Für die Vermögensverwaltung würde ich wohl tatsächlich auch als Alleinstehende das Gesetz greifen lassen und das Gericht einen Betreuer bestellen lassen. Das hat natürlich den Nachteil, dass bei einem gewissen Vermögen ein Berufsbetreuer eine nicht unerhebliche Entlohnung bekommt, die das Vermögen schmälert. Hier käme es auf die konkrete Höhe und die voraussichtliche Dauer der Betreuung an, damit dieses Geld nicht später für meine Versorgung fehlt. Ob der spätere Nachlass dadurch niedriger wird, wäre mir allerdings völlig egal. Sollte ich einen Freund einsetzen, würde ich das bei meinem Testament berücksichtigen. Die Erben - selbst wenn das eine gemeinnützige Organisation sein sollte - können einem Vorsorgebevollmächtigten nämlich hinterher das Leben noch schwer machen, z.B. weil dein Anspruch auf Auskunft und Rechenschaftslegung auf sie übergeht. Das ist übrigens auch ein typischer Streitpunkt, wenn nur eins von mehreren Kindern vorsorgebevollmächtigt ist, aber alle Kinder Erben sind. Ein Kompromiss wäre noch festzulegen, dass ein bestimmter Freund Betreuer werden soll - das hat dann den Vorteil, dass seine Eignung durch das Gericht überprüft wird, bestimmte Geschäfte über dein Vermögen gerichtlich genehmigt werden müssen und er dem Gericht jährlich Rechenschaft über dein Vermögen geben muss (was aber umgekehrt natürlich eine gerade nicht gewollte Einschränkung sein kann).
    Oft gekoppelt mit der Vermögensbetreuung sind die Aufgabenbereiche Umgang mit Behörden und Versicherungen - das sollte sinnvollerweise in einer Hand liegen. Den Postempfang würde ich wiederum nicht regeln, um mir hier möglichst lang den eigenen Zugriff zu bewahren. Erst wenn es wirklich nötig ist, kann hier das Gericht eingreifen und wird sinnvollerweise hier eine Koppelung mit der Vermögensverwaltung vornehmen.
    Am schwierigsten finde ich die Bereiche Gesundheit, Wohnung und Aufenthaltsbestimmung. Hier könnte ich mir vorstellen, einen Freund zu bevollmächtigten, der mich und meine Bedürfnisse kennt, der aber keinesfalls ein eigenes Interesse daran hat, mein Vermögen zu erhalten, sondern es wirklich für meine gute Versorgung einsetzt und verbraucht. Da dies aber auch ein anspruchsvolles Gebiet ist, halte ich es nicht für verkehrt, auch hier einen Profi ranzulassen, der z.B. die verschiedenen Heime in der Umgebung kennt und regelmässig nach mir schaut - gerade wenn Freunde, die für dieses Aufgabengebiet in Frage kämen, weit entfernt wohnen.

    Darf ich fragen, worin deine schlechten Erfahrungen bestehen bzw. was du konkret befürchtest, was ein nicht von dir ausgesuchter Betreuer falsch machen könnte?

  6. VIP

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    AW: Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung usw...

    @stefanie

    Patientenverfügung habe ich, das kann ich als Medizinerin auch.

    Aber sonst geht es schon bei der Bankvollmacht an. Ich habe niemanden so nah - weder emotional noch geografisch. Also auch jetzt schon nicht.

    Ich war immer die, die sich um diese Dinge inklusive Beachtung von Patientenverfügungen etc. gekümmert hat, war bei meinem Mann, meiner Mutter Großmutter Bevollmächtigte - zur Betreuung kam es nur bei meiner Großmutter noch kurz.

    Ich hab´s bisher nur soweit gebracht, dass meine Chefs im Fall der Fälle sich um meine Hunde kümmern ...

    Schlecte Erfahrung per PN.
    Thank you for observing all safety precautions.

    (aus Dark Star von John Carpenter)


    Moderation in den Foren Diagnose Krebs, Depressionen, Umgangsformen und Rund ums Tier,
    sonst normale Userin

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    AW: Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung usw...

    Hallo zusammen,

    meiner Erfahrung nach ist es -neben den formellen Dingen- wichtig, sich über die Inhalte einer solchen Verfügung auszutauschen bzw. sie deutlich zu formulieren.

    Ich habe alle Vollmachten für meine Eltern und dies ist auch notariell beglaubigt (sehr wichtig für alles Finanzielle).
    Aber was mein inzwischen verstorbener Vater sich genau auf seinem letzten Weg gewünscht hat, konnte oder wollte er nicht mit mir bereden.
    Ich kannte ihn allerdings so gut, dass ich in seinem Sinne gehandelt habe (hoffe ich).

    Es gibt verschiedene Materialien der Krebsgesellschaften. Die fand ich zum Teil sehr informativ und hilfreich.
    Da geht es allerdings wirklich ans "Eingemachte" und den letzten Weg.

    Aus weiteren Erfahrungen kann ich berichten, dass in Notsituationen schnelle Entscheidungen notwendig sein können. Dafür ist es wichtig, dass die Formalitäten klar und gesetzlich anerkannt sind.

    Im Familienkreis lag jemand im Koma und hatte keine Verfügungen. Das Gericht musste letztlich dem Luftröhrenschnitt zustimmen. Das wäre mit einer Vollmacht sicherlich unkomplizierter gewesen.

    Alles Gute für uns alle!

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    AW: Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung usw...

    Auch wenn es so selbstverständlich klingt... am wichtigsten ist, dass alle Beteiligten wissen, WO Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht sind.

    Meine Mutter hatte vor ca. 9 Wochen eine Hirnblutung. Wir waren im Urlaub. Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht? In Kopie bei uns Zuhause, was aber nicht der Wohnort meiner Mutter ist (und schonmal gar nicht der Urlaubsort). Rankommen? Schwierig bis unmöglich. Ihr Hausarzt? Hat nichts hinterlegt. Von meiner Tante ja, von ihr nicht. Safe? Wo ist eigentlich der Safe? (Es gibt keinen, die Baufirma hat "vergessen" ihn einzubauen) In der Schublade mit den Unterlagen? Nur eine Blankovorlage. Im Ordner auf dem "Vorsorge" steht? Nein, der ist leer.

    Wir hatten das Glück, dass der Erstversorger EXTREM entspannt war und eigentlich mit uns allen gesprochen hat. Mit mir, meinem Mann, meiner Tante. Wir hatten auch das Glück, dass meine Mutter die ersten zwei Tage voll orientiert und ansprechbar war, das hätte sonst möglicherweise alles ganz anders ausgesehen.

    Bei den vorformulierten Vordrucken drauf achten, dass sie das abbilden, was man will. Bei meiner Mutter greift die aktuelle Vollmacht nur, wenn sie nicht mehr geschäftsfähig wäre. In der Rehaeinrichtung musste sie schriftlich erklären, dass das Behandlungsteam mit uns sprechen darf. Das konnte (und kann) sie. Ansonsten hätten wir zeitweise blöd dagestanden.

    Das sind Probleme, in die will man in einer Ausnahmesituation nicht laufen. Wir wissen, was meine Mutter will und gewollt hätte. Wir hätten es strikt genommen anhand der vorliegenden Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht aber nicht so durchführen dürfen und bis wir alles in der Hand hatten, waren wir fast eine Woche weiter. Das war... nicht ideal.
    Ich und mein Körper wollen schlafen. Aber mein Kopf will wissen, ob Pinguine Knie haben.

  9. Inaktiver User

    AW: Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung usw...

    Zitat Zitat von Pinguine-haben-Knie Beitrag anzeigen
    (…) und bis wir alles in der Hand hatten, waren wir fast eine Woche weiter. Das war... nicht ideal.
    Allgemeiner Tipp:
    Am besten einen Scan von allen wichtigen Unterlagen im Archiv des eMail-Postfachs speichern und auch im Smartphone in einem gesicherten Dateienordner/Cloud…
    Da kommt man immer ran.


    Alles Gute für deine Mutter, Pinguin!

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    AW: Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung usw...

    Zitat Zitat von Pinguine-haben-Knie Beitrag anzeigen
    Auch wenn es so selbstverständlich klingt... am wichtigsten ist, dass alle Beteiligten wissen, WO Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht sind.
    Das Original gehört in die Hände dessen, der im Falle des Falles entscheiden und sich dafür legitimieren muss. Ich musste das Original im Rathaus vorweisen beim Umzug meiner Mutter und der daraus resultierenden Ausweisänderung. Und die Pflegekasse wollte das Original sehen, als ich federführend für meine Eltern sämtliche Kommunikation übernommen habe.

    Das Seniorenheim hat eine Mail mit gescannter Verfügung akzeptiert. Im Krankenhaus sind sie noch nicht im modernen Zeitalter angekommen, da musste ich die Verfügung faxen. Gut, wenn man noch die Technik dafür hat.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

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