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    AW: Verlustangst , Tod und Beziehungen im allgemeinen

    hallo liebe Community,

    vorab: der Befund ist nicht so schlimm ausgefallen wie befürchtet und die Lebenserwartung meiner Mutter nicht verkürzt. Da ist uns wirklich ein Riesen Stein vom Herzen gefallen.

    Nichtsdestotrotz, das schrieb ich ja schon oben, weiß ich, dass das Thema ein grundsätzliches ist, mit dem ich irgendwann lernen muss umzugehen. Und ohne professionelle Hilfe bzw. Austausch mit Gleichgesinnten wird das vermutlich nicht gehen. Es ist mir gerade durch den Post von Maura deutlich geworden, dass es eigentlich nicht gut ist, wenn die Eltern die engsten Bezugspersonen sind und vermutlich muss auch ich da ein Stück weit mehr Abstand wahren. Ich erinnere mich, wie ich lange Zeit einen Bekannten bemitleidet hatte, der mangels eigener Beziehung und Freunde eigentlich irgendwann nur noch etwas mit seiner Mutter unternahm. Ich weiß, dass ich sowas nicht möchte, gleichzeitig möchte ich natürlich noch viel der verbleibenden Zeit mit meinen Eltern verbringen. Ein Dilemna. Ein bisschen einfacher würde es, wenn ich merken würde, dass sie einfach keine Lust mehr hätten aufs Leben, aber davon sind beide weit entfernt. Liebe Maura, wir können uns gerne weiter dazu austauschen.... !

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    AW: Verlustangst , Tod und Beziehungen im allgemeinen

    Hallo,

    das sind doch schon mal gute Neuigkeiten. Ich war auch jetzt in kurzer Zeit 2x in der Situation, dass ein Familienmitglied erkrankte und auf einmal war da eine ganze Palette an Möglichkeiten. Es war dann zum Glück auch nicht lebensbedrohlich, aber diese Situationen haben mich schon sehr aufgeschreckt und ich bekam da erst das Gefühl: Dinge werden sich verändern, du musst etwas tun! Aber es ist, wie du schreibst, ein Dilemma: Verbringe ich noch bewusst ganz viel Zeit mit meinen Eltern in dem familiären Zusammensein oder suche ich mehr Abstand, um dann später ggf. besser klarzukommen... Darüber habe ich mir gerade jetzt über Weihnachten viele Gedanken gemacht: Wie könnte das zukünftig sein, wenn das alle mit ihren Familien verbringen...Dadurch war die Zeit angespannter für mich als sonst, was auch nicht schön war. Da hab ich auf einmal alle beneidet, die eine große Familie bzw. eigene Familie gegründet haben.

    Letzten Endes muss es wahrscheinlich ein Mittelweg sein: Zeit mit der Familie verbringen und gleichzeitig auch schauen, dass man Dingen auf den Grund geht, neue Beziehungen gestaltet...Aber ich finde es gerade schwierig.

    Soweit von mir :-)
    Maura

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    AW: Verlustangst , Tod und Beziehungen im allgemeinen

    Hallo Nextyear,

    ich freue mich mit, dass die Diagnose für Deine Mutter gut ausgefallen ist.

    Darf ich Dir von meinen Erfahrungen berichten?

    Ich bin ebenfalls Einzelkind, als ich geboren wurde, waren meine Eltern beide bereits um die 35. Als ich so um die 25 war, wurde mir bewusst, dass sie nicht ewig leben würden und der Gedanke war Horror pur für mich.

    Einige Jahre später wurde das Internet erfunden und ich googelte zu seltenen Gelegenheiten "einfach so" nach Begriffen wie Bestattung, Tod, usw.

    So gelangte ich vor rund 10 Jahren auf die Seite Bestatterweblog Peter Wilhelm BestattungsratgeberBestatterweblog Peter Wilhelm | Bestatterweblog – Peter Wilhelm Buchautor

    Ich war fasziniert von der Mischung aus Information und Erzählungen (Peter Wilhelm ist ein sehr begabter Autor) und konnte mich dadurch gedanklich dem Thema annähern, bis die Angst vor dem Tod einem Wissen über den+ Tod wich. Und der Horror verschwand auf Nimmerwiedersehen...

    Liebe TE, vielleicht magst Du Dich auch einmal durchklicken. Ich würde Dir empfehlen, chronologisch von hinten nach vorne bis aktuell zu lesen, es geht natürlich auch anders.

    Liebe Grüße

    Emmi
    Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen,
    aber sie besitzen genug Weisheit, es für sich zu behalten.


    Mary Eleanor Wilkins Freeman (1852 - 1930), US-amerikanische Schriftstellerin

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    AW: Verlustangst , Tod und Beziehungen im allgemeinen

    Hallo Zusammen,

    Mir geht’s ähnlich, nur ich stehe bereits kurz vorm Abschied von meinem Vater (Krebserkrankt im letzten Stadium), der für mich die einzige nahe Bezugsperson ist, da ich meine Mutter bereits als kleines Kind verloren hatte und vom Vater großgezogen wurde.

    Ich habe mega Angst vor dem Tag, wo er fortgehen wird. Er auch. Nur unsere Ängste sind unterschiedlicher Natur...

    Ich werde alleine bleiben. Ohne enge Bindung, ohne enge Bezugsperson. Das macht mich fertig.
    Ich habe Angst, dass er sich vor Schmerzen quälen wird und ich ihm nicht helfen könnte.
    Mich macht der Gedanke platt, dass die Welt ohne ihn leer sein wird.
    Dass ich nicht ihn nicht mehr hören, sprechen, umarmen werde.

    Zur Not zu ihm kann, wenn was passiert (habe dies nie gemacht, aber alleine zu wissen, dass diese Möglichkeit nicht mehr da sein wird, schmerzt).
    Dass es niemanden geben wird, dem man wichtig ist und der einen liebt, bedingungslos.
    Der Gedanke, was ihm nach dem Tod passieren wird.

    All das frisst mich seit Tagen auf und ich denke, am Tag, wenn er stirbt, wird mein Herz still bleiben. Weil ich das emotional nicht hinkriegen werde.

    Bitte teilt Euere Erfahrungen, wie habt ihr den Tod ihrer Eltern überstanden....
    was hat euch geholfen, mit der Situation klarzukommen und dabei nicht verrückt zu werden.

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    AW: Verlustangst , Tod und Beziehungen im allgemeinen

    Fühl dich gedrückt😘ich kann dich gut verstehen.

    Ich hatte grosses Glück im Leben. Mit 50 musste ich noch nie von einem geliebten Menschen Abschied nehmen.

    Vor drei Jahren erlitt meine Mutter einen schweren Hirnschlag und ist in Koma geblieben. Sie ist nicht tot. Doch ich werde nie mehr ihre Stimme hören, nie mehr mit ihr bummeln gehen, zu sammen kochen und lachen... Diese bedingungdose liebe werde ich von niemandem mehr bekommen. Das Gefühl von Vertrautheit, Sicherheit und Geborgenheit habe ich in so grosse Ausmaß wie bei ihr bei niemandem mehr gespürt...

    Sie ist nicht tot, aber seit drei Jahren ist sie nicht mehr da.
    Ich Versuche mir selbst der ruhige sichere Hafen zu sein, der sie für mich war.

    Kopf hoch, du bist nicht ganz allein.

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    AW: Verlustangst , Tod und Beziehungen im allgemeinen

    Hallo,
    ich möchte mal eine Umarmung hier lassen für alle, die eine brauchen

    Ich kenne das Thema Verlustangst auch sehr gut und den Tod ebenso. Mit Letzterem habe ich mich früher intensiv beschäftigt und dadurch meine eigene Spiritualität neu entdeckt. Das hat mir sehr geholfen. Er hat damit seinen Schrecken etwas verloren. Das wirkt, jedenfalls auf mich, entspannend in dem Ganzen. Oder sagen wir: beruhigend. Trotzdem ist natürlich der Verlust das Schwierige, das sogenannte Loslassen, unter dem ich mir nie etwas Vorstellen konnte.

    Ich möchte aber sagen, dass die Angst vor dem Moment vielleicht der schlimmere Teil ist, als wenn dann wirklich eine nahe Person hinübergeht. Letztes Jahr ist mein Vater gestorben und mir ging es, obwohl ich ihn sehr liebe, überraschend "gut" damit. Nicht wirklich gut. Aber auch nicht so schlecht wie zuvor viele Jahre befürchtet. Und es ist okay, dass es mir nicht sooo schlecht damit geht. Ihm wäre das auch lieber.
    Es kann also auch so kommen!

    Ich bin auch bei einer Therapeutin wegen meiner Verlustängste und anderer Themen. Aber ich habe gelernt, das von der Angst um Angehörige zu trennen, das sind zwei Dinge.
    Und noch etwas habe ich gelernt: die Arbeit mit dem inneren Kind. Vielleicht wäre das für euch auch was, @nextyear und dynamik? Kurz gesagt geht es darum zu lernen, den inneren Erwachsenen aufzubauen und zu stärken, damit der sich um das innere Kind (=Ängste und alle Gefühle, die von früher kommen) kümmern kann. Damit diese alten Gefühle heilen können. Damit ist man dann in der Lage, dass es einem verhältnismäßig gut geht, auch wenn es einem eigentlich schlecht geht. Also in einer schwierigen Situation. Ich hoffe ich kann rüberbringen was ich meine.

    Alles Liebe für Euch!!

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    AW: Verlustangst , Tod und Beziehungen im allgemeinen

    Liebe Community,
    erst nochmal vielen Dank für eure Worte und die Hilfe mit dem Blog und dem inneren Kind (ich versuche immer, etwas dazu zu lesen, es zieht mich aber irgendwie runter und ich glaube, dass eine therapeutische Herangehensweise wohl die bessere wäre...)
    Dir, Dynamik, sende ich auch eine herzliche Umarmung. Ich bin sicherlich nicht gut darin, hier einen passenden "Ratschlag" zu geben. Hast du Menschen um dich herum (das war mir nicht so ganz klar), die dir ein bisschen Geborgenheit geben können ? Die Themen Tod, Trauer und Alleinsein sind möglicherweise etwas, was man mit seinem Umfeld nur begrenzt besprechen kann oder möchte, aber ich versuche immer, mich ein bisschen an andere familiäre Strukturen in meinem Freundeskreis zu halten. Glaube trotzdem aber auch, dass man (und ich würde mich sicher auch dazu zählen) ggf. auch auf professionelle Unterstützung zurückgreifen sollte. Es gibt spezialisierte Institute, aber auch (Selbsthilfe)Gruppen- zumindest in größeren Städten- ich kann mir vorstellen dass das, gerade jetzt, zunächst auch telefonisch oder online geht....

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