Antworten
Seite 6 von 36 ErsteErste ... 4567816 ... LetzteLetzte
Ergebnis 51 bis 60 von 355
  1. User Info Menu

    AW: Ich bleib nicht im Heim

    Nocturna, meine Antwort hilft nicht dir, aber diese Gedanken kommen mir spontan zur Thematik. Man sollte sich mit dem Thema nicht erst befassen, wenn es zu spät ist, d.h. wenn eine Unterbringung unmittelbar bevor steht und nicht mehr zu umgehen ist, Dann muss man nämlich das nehmen, was gerade frei und verfügbar ist. Wir haben bei den Eltern, bzw. Schwiegereltern schon sehr früh an dem Thema gearbeitet und sie konnten sich über Jahre hinweg damit beschäftigen, was werden soll... Letztendlich sind sie ins betreute Wohnen in einer wirklich sehr schönen (und bezahlbaren) Seniorenresidenz gegangen. Sind dort fast autark, Pflege kann in allen Stufen dazu gebucht werden - in der Wohnung und auch stationär, falls das nötig werden sollte. Sie haben dort eine 2-Zimmer-Wohnung mit einer Miniküche und Bad, 2 Balkone... Die Entscheidung dorthin zu gehen haben sie gemeinsam und selbst - nach einem Probewohnen getroffen. Natürlich haben solche Einrichtungen lange Wartelisten, aber sie hatten Glück und es hat geklappt.

    Ich kann nur an alle appellieren, sich rechtzeitig mit dem Thema zu befassen. Wir haben auch mehrere Jahre gebraucht... Über 80 wird es schwieriger, besonders wenn man eine Wohnung möchte... Manche Residenzen haben da ein Höchstalter. Für uns selbst werden wir sicher auch frühzeitig überlegen...

  2. User Info Menu

    AW: Ich bleib nicht im Heim

    Danke für eure Gedanken, jeder hilft mir auf die eine oder andere Weise.
    Ich kann den Worten von Chambord viel abgewinnen. Ich bin nicht für die Ehe meiner Eltern verantwortlich. Ich kann dafür sorgen, sobald ein Einzelzimmer frei wird, dass sich der ungute Zustand verbessert, aber ich kann ihnen die schwierige Zeit nicht abnehmen. Da hätten sich meine Eltern auf eine Veränderung einlassen müssen, als sie noch die Wahl des Auszugszeitpunkts gehabt hätten. Coryanne hat das gut formuliert.

    Es lag nicht an mir, dass jetzt alles überstürzt und hopplahopp über die Bühne gehen musste. Nur sind diesbezügliche Äußerungen in Richtung Heim immer abgebügelt worden, nicht jetzt, später mal. Ich hatte schon im März 2019 am Tag der offenen Tür das Seniorenheim besichtigt, in das meine Eltern jetzt eingezogen sind, weil ich das Gefühl hatte die Pflegesituation könnte jederzeit kippen. Es ist sowieso nur der eisernen Disziplin zweier alter Leute zuzurechnen, dass sie sich allein zuhause durchgewurstelt haben, gegen Ende war es allerdings eher Mangelverwaltung als schönes Leben (in meinen Augen). Und richtig zufrieden war keiner mehr, meinem Vater konnte ich den Einkauf nicht recht machen, meine Mutter hat sich über die nachlassenden Kräfte meines Vaters beschwert und dass alles so mühsam ist.

    Immerhin habe ich durch die Unterhaltung jetzt soviel Selbstreflektion bekommen, dass ich soweit bin und sagen kann: nein, es wird kein Zurück geben, das tue ich mir nicht mehr an. Auch wenn man theoretisch die 2-Zi-Wohnung für den Einzug einer 24-Stunden-Pflege umbauen könnte und meine Mutter so in ihre Wohnung zurückkönnte. Rückblickend erkennt man erst, wie viele Nerven man dafür opfert um es den Eltern recht zu machen. Jedes Telefonklingeln außerhalb der üblichen Zeiten hat meinen Puls nach oben getrieben und das seit Jahren, denn es könnte ja wieder das Rote Kreuz sein um mir mitzuteilen, dass der Notruf betätigt wurde. Ganz ehrlich, ich will das nicht mehr.
    "Es ist oft produktiver, einen Tag lang über sein Geld nachzudenken, als einen Monat für Geld zu arbeiten.”
    (John D. Rockefeller)

  3. User Info Menu

    AW: Ich bleib nicht im Heim

    Nocturna, zurück gehen würde ich an deiner Stelle jetzt auch nicht mehr. Der Umzug war doch wahrscheinlich schon ein Aufwand und besser wird es auch mit deiner Mutter nicht werden. Vielleicht gewöhnt sie sich noch besser ein und die Zimmersituation kann noch verbessert werden. Daran würde ich jetzt appellieren und sie bitten, sich ein bisschen Zeit zu geben.

  4. Inaktiver User

    AW: Ich bleib nicht im Heim

    Zitat Zitat von Chambord Beitrag anzeigen
    ....Mir ging es eher darum, einem "Alten- und/oder Pflegeheim" den Schrecken zu nehmen, denn ... zumindest habe ich innerhalb kürzester Zeit 2 kennenlernen dürfen, trifft es auf die beiden absolut nicht zu, was viele befürchten oder gar an die Öffentlichkeit gedrungen ist......
    Dem schließe ich mich an und komme auf meinen Beitrag #34 hier zurück: wenn (meistens) nur ein negatives Bild gezeichnet wird von Pflege und Pflegeinrichtungen, dann haben die mehr oder minder alten Menschen natürlich Probleme, sich frühzeitig damit zu beschäftigen bzw. sich auf Eventualitäten einzustellen. Dann muss wohl oder übel im Ernstfall von Angehörigen sehr schnell agiert werden, die alten Menschen sind dann überfordert und jammern, das schlechte Image von Pflegeinrichtungen wird wieder bestätigt und so geht es immer weiter.....

    Jeder Mensch muss sich bis zum Lebensende mit Änderungen auseinandersetzen, egal wie alt er wird. Auf seinem eigenen Willen zu bestehen und das Angehörige ausbaden zu lassen, indem diese rumrennen und sich sorgen müssen, das finde ich einfach nur ..... na ja.

    Als Sohn/Tochter hat man ein eigenes Leben und eigene Verpflichtungen. Unterstützen soweit es geht ja, aber nicht den Willen der Eltern zum Evangelium erheben, dem ohne Diskussion Folge zu leisten ist.

    Gruß Elli
    Geändert von Inaktiver User (29.11.2020 um 15:40 Uhr)

  5. User Info Menu

    AW: Ich bleib nicht im Heim

    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen
    Danke für eure Gedanken, jeder hilft mir auf die eine oder andere Weise.
    Sehr gern geschehen .

    Was Du schilderst, liebe Nocturna, trifft 1 : 1 auf unsere Mutter zu. Unser Vater ist vor knapp 5 Jahren verstorben und wir haben wirklich viel versucht, unsere Mutter in die Selbstständigkeit zu bringen.

    Aber mein Vater war stets derjenige, der von ihr geschickt wurde .... hol mal, mach mal, bring mal, tu mal. Genau diese "eheliche Dynamik" wollte sie auf uns übertragen. Meiner Schwester gelang es lange nicht, sich abzugrenzen. Mir schon. Auch war es meine Schwester, die die Telefonate entgegennehmen musste und irgendwann mit den Nerven so runter war, dass sie sie angeschrien hat und sich bald selbst nicht mehr erkannte.

    Habe viele Gespräche mit ihr geführt und irgendwann hat auch sie die Kurve gekriegt, nicht gleich zu springen, wenn unsere Mutter irgendwas wollte.

    Wir sind auch mal wieder so in unsere Familiengeschichte abgetaucht und wenn wir so bedenken, dass sowohl unser Vater bei den eigenen Eltern weder bei der Betreuung noch bei Auflösen der Wohnung + Heimunterbringung seines Vaters (übrigens damals in einem 4-Bett-Zimmer ) noch unsere Mutter bei ihrer eigenen für irgend etwas sorgen musste (in beiden Fällen haben es die jeweiligen Schwestern getan), dann haben wir uns schon gefragt, woher unsere Mutter diese Erwartungshaltung hernimmt.

    Selbst ihrer Mutter hat sie offen gesagt, dass sie im Winter nicht ins Seniorenheim kommt, weil es auf dem Bahnhof immer so kalt ist. Dazu muss ich sagen, dass es eine Nachbarstadt ist, wo es mit dem Regio knappe 30 Minuten dauert, bis das Ziel erreicht ist.

    Die Schwester hat dann sämtliche Ersparnisse unserer Oma "verbraten" und für die Beerdigung war kein Cent mehr da. Sie hatte dann zwar einen Bestatter beauftragt, aber mein Vater (das Verhältnis war schlecht zur SchwieMu) hat nicht eingesehen, irgend etwas dazuzugeben, so dass die 102jähige irgendwo im Osten verbrannt und beigebuddelt wurde. Es lief dann wohl auf eine sog. Sozialbeerdigung hinaus, weil meine Tante auch nur eine kleine Rente bezieht.

    Wir haben seit Jahren keinen Kontakt in diese Richtung. Der Bestatter hat es unserer Mutter erzählt, wie die "Beerdigung" ihrer Mutter abgelaufen ist.

    Nun ja, eigentlich kann sich unsere Mutter nicht beklagen. Kann auch, wie man sieht, ganz anders kommen.

    Von daher haben wir mit der Residenznahme unserer Mutter überhaupt keinen Klemmer.

  6. Inaktiver User

    AW: Ich bleib nicht im Heim

    Nocturna, ich kann deine Situation gut nachvollziehen.
    Bei meiner Mutter war es so, dass sie auf Biegen und Brechen in ihrer Wohnung und in ihrer Stadt bleiben wollte (sie wohnte etwa 200 km von uns entfernt).
    Sie hätte dort oder in unserer Stadt in ein Seniorenheim gehen können, wir hatten in unserem Haus eine kleine Wohnung leer stehen, die sie oder meine Schwiegermutter abwechselnd als Besuchswohnung genutzt haben. Dort hätte sie sicher und mit Hilfe eines ambulanten Pflegedienstes leben können.
    Aber sie wollte auf keinen Fall. Sie hatte allerdings eine Haushaltshilfe, die täglich kam.

    Trotzdem: Es gab jede Menge mittlerer Katastrophen.
    Man konnte nichts machen. Sie stand nicht unter Betreuung, gegen ihren Willen war nichts möglich. Und die Ärzte im Krankenhaus, wo sie nach einer Katastrophe gerade noch rechtzeitig gelandet war, meinten, ich hätte keine Chance, das gegen ihren Willen durchzusetzen.
    Ich habe mich damals damit abgefunden, dass ich es laufen lassen muss. Ich habe ihr aber auch gesagt, dass ich keinesfalls überraschend herbeieilen kann und werde, wenn kurzfristig etwas passiert. Wenn ich es erfahre kann ich nur telefonisch eine Versorgung regeln.

    Ok, sie wollte es so.
    Sie hätte wahrscheinlich länger gelebt wenn jemand von uns oder aber Pflegepersonal in der Nähe gewesen wäre. Aber das war nun mal die Konsequenz aus ihrer Entscheidung.
    Von daher sehe ich es wie du: Dass deine Eltern sich nicht rechtzeitig um ihre Betreuung im Pflegefall gekümmert haben, das ist ihr Problem und nicht deine Verantwortung.

  7. User Info Menu

    AW: Ich bleib nicht im Heim

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Dem schließe ich mich an und komme auf meinen Beitrag #34 hier zurück: wenn (meistens) nur ein negatives Bild gezeichnet wird von Pflege und Pflegeinrichtungen, dann haben die mehr oder minder alten Menschen natürlich Probleme, sich frühzeitig damit zu beschäftigen bzw. sich auf Eventualitäten einzustellen.
    Unsere Mutter wollte sich damit nicht beschäftigen.
    Wir wollten mit ihr einfach nur mal informationshalber Heime besichtigen. Hat die kathegorisch abgelehnt.

    Letztlich hat sie es selbst verursacht und der Arzt im Krankenhaus hat richtig gehandelt und ihr auf den Kopf gesagt, dass sie allein daheim nicht mehr bleiben könne. Er überweise sie nach dem Klinikaufenthalt nahtlos in die Kurzzeitpflege, was sie zunächst vehement ablehnte, aber meine Schwester und ich vermuten, dass der Arzt nochmal Tacheless mit ihr geredet hat. Plötzlich hießt es nur: Mama geht in die Kurzzeitpflege ins .....

    Tja und dann lasen wir den Arztbericht und uns war klar, dass sie nicht mehr nach Hause kann. Bauchspeicheldrüseninsuffizienz, Durchfälle ohne Ende und mit der Suchterkrankung obendrauf ... nein. Das konnten wir nicht mehr verantworten. Sie hat auch sehr viel abgenommen und da sie daheim schon nicht auf eine anständige Eigenversorgung achtete, wäre es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis sie wieder irgendwo hinfällt und nicht mehr hochkommt.

    Und vorm Haus schlafen können wir schlecht.

  8. Inaktiver User

    AW: Ich bleib nicht im Heim

    Die Wohnsituation trägt schon ganz erheblich dazu bei, ob man sich wohlfühlt oder nicht. Das ist ja kein kurzfristiger Klinikaufenthalt, den man mit etwas gutem Willen schon übersteht, sondern das ist jetzt Alltag.

    Meine Schwiegermutter hat damals mit Selbstmord gedroht, als sie mit ihrem Mann, der zunehmende Demenzerscheinungen zeigte, in ein Doppelzimmer im Pflegeheim einziehen musste. Sie selbst war geistig noch ganz gut beieinander, körperlich jedoch nicht.

    Es ist leider so, dass eine Beziehung, die schon vorher eher eine Zweckgemeinschaft war, im Alter sicher nicht besser wird. Im Gegenteil, die Konflikte nehmen zu.

    Erst als sie Einzelzimmer bekam und das mit ein paar eigenen Möbeln ausstatten konnte, hat sie sich ganz gut eingelebt.
    Ihr Mann wurde sehr bald bettlägerig, erkannte niemanden mehr und starb ein halbes Jahr später. Die Schwiegermutter lebte noch zwei Jahre in dem Heim. Glücklich war sie dort zwar nicht, weil sie schon immer nur das Negative in allem gesehen hat, aber sie hat sich in ihr Schicksal gefügt.

  9. User Info Menu

    AW: Ich bleib nicht im Heim

    Zitat Zitat von Nocturna Beitrag anzeigen

    Ganz ehrlich, ich will das nicht mehr.
    ...ich verstehe dich ganz und gar.

    Liebe Nocturna,

    es wurde schon alles geschrieben. Sehr einfühlsam und konstruktiv.

    Deine Mutter wird sich einleben. Sie weilt gerade an Tag 4 im Heim. Da ist noch alles neu und ganz frisch.

    Meine Mutter hat nach 3 Monaten erstmals ihr Zimmer verlassen um am Nachmittagskaffee teilzunehmen. Alle anderen Mahlzeiten nahm sie im Zimmer ein.
    Fast alle Mitbewohner waren *deppert* , obwohl es keine Demenzstation war, alles war furchtbar.

    Bitte halt das Gejammere aus (das vergeht von täglich mehrmals auf einige Male wöchentlich) und komm bitte nicht auf die Idee *zurück* in die Wohnung.

    Ich drücke dir die Daumen, dass du bald Einzelzimmer für deine Eltern bekommen wirst. Das große Zimmer mutiert dann erst einmal zum *Doppelzimmer als Einzelzimmer* und ist teurer.

    Ich wünsche dir sehr gute Nerven!

    Achja...als meine Mutter mit 91 ihren Autocrash verursachte (GsD keine Verletzten) war bei mir Schluss. 2 Jahre die Anrufe etc. wie wieder gefallen usw...
    Ich bin hart geblieben.

    Lieben Gruß
    Nur wer sich ändert, bleibt sich treu! (Wolf Biermann)

  10. Inaktiver User

    AW: Ich bleib nicht im Heim

    Nocturna, ich denke es ist doch vor allem das Neue, das Fremde und Ungewohnte, was für deine Mutter gerade unerträglich wirkt.

    Seien wir ehrlich- wer wollte von uns irgendwohin gesetzt werden und "da bleibst du jetzt"- rausgerissen aus allem Vertrauten und Bekanntem?

    Wir müssen auch nicht mit Logik argumentieren - deine Begründungen haben ja alle Hand und Fuß- aber sie spielen für deine Mutter eben keine Rolle, weil wir von einem Gefühl reden. Und dazu wird es ihr momentan eben nicht gut gehen.

    Lass ihr Zeit und du versuchst jetzt ja auch einiges noch zu bewegen, was es erleichtern kann.
    Lass ihr die Zeit um zu trauern, Heimweh zu haben, zu jammern und zu weinen........sie wollte da nicht hin und nun musste sie- das ist doch furchtbar, schlimm und sehr traurig!
    Gestehe ihr das zu, auch sämtliche Wege zu versuchen, um da raus zu kommen- das würden wir doch auch machen.

    Irgendwann wird es auch dort "vertraut" werden, aber das dauert eben - kennen wir doch von unseren Gewohnheiten- wann wird eine Gewohnheit, zur Gewohnheit?.......spricht man nicht von mindestens 40 Tagen?

    Ich stelle es mir in deiner Rolle sehr schwer vor, diese Wege entscheiden und gehen zu müssen und stehen zu bleiben.
    Auch zu sehen, wie sehr die Mutter leidet, ist bestimmt sehr hart.........lass ihr Zeit, Zeit, Zeit........sie kann einem jetzt wirklich leid tun.

    Wenn wir bedenken, wie wichtig die eigenen 4 Wände sind - wie man dort vielleicht sein Leben lang lebte, die Kinder groß zog, und und und.....da ist ein Auszug schon tatsächlich ein großes Drama.

    Ich wünsche euch allen, alles Gute und viel Kraft für die kommende Zeit.
    lg kenzia

Antworten
Seite 6 von 36 ErsteErste ... 4567816 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •