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    AW: Mutter - immer wieder neue Beschwerden

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Ich kann mich Deiner Sichtweise und Meinung vollumfänglich anschließen, @umsonst.

    Ich lese hier seit Anfang mit, kenne auch Deinen Oma-Enkel-Strang. U.a. auch aufgrund einiger Aussagen in Letzterem ist es insgesamt mein ganz persönlicher Eindruck, dass Dein Verhältnis zu Deiner Mutter ohnehin nicht so ist, dass man es als liebevoll bezeichnen kann.
    Es ist schwer, ein liebevolles Verhältnis zu einem Menschen zu haben, der einen ständig spüren lässt, dass er zwar irgendwie stolz ist auf das, was man im Leben erreicht hat, aber sich eigentlich etwas ganz anderes gewünscht hätte und deshalb ständig (offen oder hintenrum) dieses Leben kritisiert und für nichts ein nettes Wort übrig hat.

    Wäre sie nicht meine Mutter, sondern eine entferntere Verwandte, z. B. eine Tante, würde ich ihr tatsächlich aus dem Weg gehen.
    Ihre Schwestern und ihr Patenkind tun übrigens genau das.

    Auch die meisten ihrer Freundinnen haben zu ihr ein gespaltenes Verhältnis und gehen immer mal wieder auf Distanz, wenn ihnen ihre ständige Kritik an allem und jedem zu viel wird.

    Trotzdem darf ich ja Mitleid haben, weil ich weiß, dass diese ständige Kritisiererei ihre Basis in einem eigentlich extrem niedrigen Selbstwertgefühl hat, das sie damit versucht zu kompensieren.

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Du erwähnst hier einen "Redeschwall" - für mich klingt das so, als würdest Du alle Äußerungen Deiner Mutter über Dich ergehen lassen müssen. Scheint alles andere als ausgewogene Kommunikation zu sein.
    Genau. Ist auch keine ausgewogene Kommunikation. Redeanteile bei einem Telefonat von 60 min. sind 50-55 min. von ihr, 5-10 min. von mir. Typisch z. B.: ich rufe sie meist Samstagnachmittag an. Wenn ich davon mal abweiche, ist meine erste Frage: "Passt es gerade? Störe ich bei irgendwas?"
    Sie ruft sehr selten an, meist aus einem aktuellen Anlass. Manchmal passt es gerade aber nicht, weil wir gerade essen oder ich gerade intensiv mit irgendwas mit den Kindern beschäftigt bin. Ich weiß, ich sollte es dann auf den AB laufen lassen, aber ich denke dann immer, dass ich kurz rangehe und sage, dass ich gerade beschäftigt bin und in 15 oder 30 min. zurückrufe, weil ich weiß, dass es für sie meist irgendwie wichtig oder dringen ist, wenn sie anruft. Da ist es aber in letzter Zeit ganz oft vorgekommen, dass sie sofort anfing zu reden und ich erst nach 2-3 Minuten überhaupt mal "reingrätschen" konnte um zu sagen "passt gerade ganz schlecht, kann ich gleich zurückrufen?"

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Eventuell liegt darin die Lösung ... die mE nur darin bestehen kann, Deine Mutter so zu akzeptieren und wertzuschätzen, wie sie ist. Wie Du sie nämlich gerne hättest ist eher zweitrangig.
    Das ist genau der Punkt. Eigentlich gehe ich mit Menschen so um - ich akzeptiere und wertschätze sie so, wie sie sind. Und wenn sie so sind, dass es mir sehr schwer fällt, das für mich persönlich zu akzeptieren, minimiere ich den Kontakt bzw. halte ihn (wenn das im Job ist oder so) auf einem rein professionellen Level.
    Ich glaube, hier fällt es mir so schwer, weil ich mich weder distanzieren kann (bin nun mal die einzige Tochter einer alleinstehenden Witwe), noch selbst akzeptiert und wertgeschätzt werde (nicht nur ich, meine ganze Familie).

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    AW: Mutter - immer wieder neue Beschwerden

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    Eine Angststörung wurde hier im Forum vermutet- wir sind dabei von einer wahrhaftigen Diagnose Welten entfernt- das solltest du dir bitte klar machen.
    Keine Sorge, die Angststörung mache ich nicht an einer Forumsdiagnose fest. Den Verdacht hege ich schon sehr, sehr lange - und fand es deshalb spannend, dass nach meiner Beschreibung einiger Symptome von Rokeby (von der ich glaube, dass sie sich beruflich auch mit so was auskennt) der gleiche Verdacht kam - ohne dass ich ihn hier vorher geäußert hätte.

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    AW: Mutter - immer wieder neue Beschwerden

    Zitat Zitat von Tigerente Beitrag anzeigen
    von Rokeby (von der ich glaube, dass sie sich beruflich auch mit so was auskennt) der gleiche Verdacht kam
    Hier wurde im Forum erzählt, sie sei Frauenärztin.
    Hat das nun eine Affinität zu Angststörungen?

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    AW: Mutter - immer wieder neue Beschwerden

    Zitat Zitat von Tigerente Beitrag anzeigen
    Es ist schwer, ein liebevolles Verhältnis zu einem Menschen zu haben, der einen ständig spüren lässt, dass er zwar irgendwie stolz ist auf das, was man im Leben erreicht hat, aber sich eigentlich etwas ganz anderes gewünscht hätte und deshalb ständig (offen oder hintenrum) dieses Leben kritisiert und für nichts ein nettes Wort übrig hat.

    Wäre sie nicht meine Mutter, sondern eine entferntere Verwandte, z. B. eine Tante, würde ich ihr tatsächlich aus dem Weg gehen.....

    Trotzdem darf ich ja Mitleid haben, weil ich weiß, dass diese ständige Kritisiererei ihre Basis in einem eigentlich extrem niedrigen Selbstwertgefühl hat, das sie damit versucht zu kompensieren......

    Ich glaube, hier fällt es mir so schwer, weil ich mich weder distanzieren kann (bin nun mal die einzige Tochter einer alleinstehenden Witwe), noch selbst akzeptiert und wertgeschätzt werde (nicht nur ich, meine ganze Familie).
    Ich greife mal obige Sätze raus, zur fachlich-medizinischen Diskussion kann ich nichts beitragen, bin nicht vom Fach.

    Sorry, aber ich verstehe nicht, wie du dir bei solchen Gegebenheiten einen derartigen Kopf machen kannst.

    Ich kenne deine Mutter natürlich nicht persönlich, aber ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass sie ein geringes Selbstwertgefühl hat, im Gegenteil. Sie weiss ganz genau was sie will, wie andere sich zu verhalten haben und wie sie andere unter Druck setzt, die nicht mitspielen wollen. Ich sehe da nicht zuletzt meine eigene Mutter vor mir .
    Ich erlebe oft, dass so ein Gebaren schöngeredet wird nach dem Motto "hach, die Arme hat kein Selbstwertgefühl und agiert deshalb so". Als ob ich deshalb Verständnis haben und mir alles gefallen lassen müsste ?

    Gegenüber einer Mutter bzw. Eltern gibt es Verpflichtungen (das ist meine ganz persönlich Meinung), aber dafür musst du nicht endlos rumhirnen, dich runterputzen lassen wegen deiner Lebensführung und dich selbst kaputtmachen. Deine Mutter ist immer noch und letztendlich bis zuletzt für sich und ihr Leben selbst verantwortlich. Wenn garnichts mehr geht musst du natürlich handeln, aber dann kannst du entscheiden, wie alles geregelt wird. Oder es wird eine Betreuung vom Gericht veranlasst.

    Noch nebenbei bemerkt: Mitleid ist ein ganz schlechter Ratgeber !

    Gruß Elli
    Geändert von elli07 (21.11.2020 um 06:32 Uhr) Grund: Ergänzung
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

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    AW: Mutter - immer wieder neue Beschwerden

    Zitat Zitat von Tigerente Beitrag anzeigen
    Ich sitze hilflos da und weiß nicht, ob ich sie dieser Spirale einfach überlassen kann / muss oder ob es irgendetwas gäbe, das ich sagen oder tun könnte, um es zu durchbrechen.
    Nach den Antworten Tigerente- schaust du inzwischen etwas anders auf die Situation?

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    AW: Mutter - immer wieder neue Beschwerden

    Tigerente - kannst du den Gedanken, dass deine Mutter einen extrem niedrigen Selbstwert hat UND sich gleichzeitig dir gegenüber extrem manipulierend / verachtend verhält mal andenken ?

    Tigerente - kannst du den Gedanken, dass deine Mutter seit 30 Jahren alle Scheintherapien ( Arztbesuche macht, UND sich gleichzetig vehement dagegen aussprich, dass ihre Krankheit oder Krankheitswertigen Eigenschaften oder Krankheitsverursachenden Lebensgegebenheiten von irgendjemand erkannt und sich somit ihr Leben verbessert - huch wie krieg ich jetzt den jSatz zuende - wehrt ? Also der Gedanke, sie tut seit 30 Jahren alles, damit es ihr gesundheitlich nicht gut geht.

    Für jeden Profi gilt der Satz: Wenn du Hufgetrappelt hörst, dann denk an Pferde - und erst danach an Zebras und erst danach an Tarpans oder Okapis.

    Nützt es dir etwas, wenn du deiner Mutter einen Brief schreibst - Liebe Mutter, ich werde dich in Zukunft einmal in der Woche am Montag anrufen - falls du in der übrigens Zeit etwas von mir willst - mit mir bereden willst - sprich das Thema auf meinen AB und falls ich familienbeding-t-coronabedingt-gesundheitsbedingt- zeit finde rufe ich zurück bzw. wir besprechen das am nächsten Montag. ( die quick and dirty-methode die schon vorgeschlagen wurde. )

    Tigerente - du bist diejenige, die für dein seelisches Wohlbefinden verantwortlich ist - wie baust du Dämme, damit deine Mutter dieses nicht immer wieder zerstört ?

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    AW: Mutter - immer wieder neue Beschwerden

    Zitat Zitat von elli07 Beitrag anzeigen
    Sorry, aber ich verstehe nicht, wie du dir bei solchen Gegebenheiten einen derartigen Kopf machen kannst.
    Ich kenne deine Mutter natürlich nicht persönlich, aber ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass sie ein geringes Selbstwertgefühl hat, im Gegenteil. Sie weiss ganz genau was sie will, wie andere sich zu verhalten haben und wie sie andere unter Druck setzt, die nicht mitspielen wollen. Ich sehe da nicht zuletzt meine eigene Mutter vor mir .
    Ich erlebe oft, dass so ein Gebaren schöngeredet wird nach dem Motto "hach, die Arme hat kein Selbstwertgefühl und agiert deshalb so". Als ob ich deshalb Verständnis haben und mir alles gefallen lassen müsste ?
    Ich sehe das ähnlich.
    Bin allerdings da auch sehr vorbelastet und nicht objektiv. Meine Mutter jammert und psychosomatelt, seit ich denken kann. Es ging und geht immer nur um sie... ihre Wehwechen und ihr vermeintliches Leiden.

    Sie hat sich zig mal ins Krankenhaus einweisen lassen, nachdem sie den Hausarzt verrückt gemacht hatte - und nie hatte sie auch nur irgendwas. Es wurden komplizierte Herzuntersuchungen gemacht, Spiegelungen aller Art - nie war irgendwas. Nicht mal ein Bluthochdruck. Nun, mit 81 eine beginnende Osteoporose, die sie selbst, so sagt sie, nicht schlimm findet.

    Mein Mitgefühl hielt sich immer sehr in Grenzen, weil meine Mutter eine durchgängig aggressiv-leidende Art hat und ständig alle Welt und jeden Arzt beschuldigt, unfähig zu sein. Neben ihr ist eigentlich jeder andere Mensch unfähig und minderwertig. Meinen Vater tyrannisiert sie mehr und mehr - und ich wähle das Wort bewußt, weil es wirklich so ist. Nun - meine Mutter ist jetzt 81 - kommt anscheinend eine beginnende Demenz hinzu - sie redet nur noch unaufhörlich mit sich selbst, erinnert sich an immer weniger und erkennt zum Teil meinen Vater nicht mehr. Das ging nun doch recht schnell... letztens schrie sie mich am Telefon an, woher SIE denn wissen solle, wie alt ich sei (sie fragte mich, wie alt ich eigentlich sei...). Stimme ich ihr mal nicht zu, z.B. wenn sie andere Menschen grundlos beschimpft, dann kommt, das ich mich aber auch wirklich nicht zu meinem Vorteil verändern würde und immer noch so schlimm sei wie immer.... - wenn das Beschimpfen dann weitergeht, verabschiede ich mich halbwegs freundlich und beende das Gespräch.

    Tigerente: das wird sich nicht ändern, was du jetzt erlebst.... zumindest bei meiner Mutter wird es eher immer schlimmer.
    Zitat Zitat von elli07 Beitrag anzeigen
    Gegenüber einer Mutter bzw. Eltern gibt es Verpflichtungen (das ist meine ganz persönlich Meinung), aber dafür musst du nicht endlos rumhirnen, dich runterputzen lassen wegen deiner Lebensführung und dich selbst kaputtmachen. Deine Mutter ist immer noch und letztendlich bis zuletzt für sich und ihr Leben selbst verantwortlich. Wenn garnichts mehr geht musst du natürlich handeln, aber dann kannst du entscheiden, wie alles geregelt wird. Oder es wird eine Betreuung vom Gericht veranlasst.
    Noch nebenbei bemerkt: Mitleid ist ein ganz schlechter Ratgeber !
    Auch Zustimmung - bis auf die Verpflichtungen - ich zumindest verspüre innerlich keine. Ich würde meinen Eltern immer helfen, wenn sie in Not sind/geraten - sehe mich dazu aber nicht verpflichtet.
    ECSTACY
    Find ectasy within yourself.
    It is not out there.
    It is in your innermost flowering.
    The one you are looking for is you!


    "Heute: Das ist Dein Leben."
    Kurt Tucholsky

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    AW: Mutter - immer wieder neue Beschwerden

    Mein Vater hat einen sehr empathischen und aufgeschlossenen Hausarzt.
    Ich hatte ihm im Brief die Situation geschildert,dass es meinem Vater nicht gut geht und in welcher Form sich das äussert.
    Dass ich mir Sorgen mache und ob es möglich wäre,ihn zur "Kontrolluntersuchung" mal einzubestellen.
    Habe ihm nicht vorgeschrieben,was er verschreiben soll aber es gab später nochmal ein Telefonat mit ihm,in dem die Medikation zum Thema wurde.
    Das Gespräch verlief äusserst positiv und einvernehmlich:

    Dem Hausarzt hat es geholfen,besser zu verstehen,was mein Vater braucht,mir hat es geholfen,weil ich nicht einfach nur zugesehen habe,wie mein Vater leidet und meinem Vater hat es geholfen weil er jetzt deutlich weniger leidet.

    Ich würde es immer wieder so machen.

    Denn einfach nur zu sagen: "Derjenige hat sich sein Leben selbst so einerichtet und/oder will das so" erscheint mir lieblos und einfach bequem.
    Sicher bleibt die Verantwortung generell beim Betroffenen aber wenn der in einem Teufelskreis steckt und alleine nicht rauskommt,sollten enge Familienangehörie in Aktion treten und wenigstens versuchen,zu helfen.

    Wenn das dann nichts bringt oder sich der Betroffene sperrt,ist das dann seine Sache,kann aber widerum auch von psychischen Faktoren (Angst) ausgelöst sein wie hier schon beschrieben wurde.
    Auch Altersdepression kann sich sehr subtil zeigen.

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    AW: Mutter - immer wieder neue Beschwerden

    Zitat Zitat von elli07 Beitrag anzeigen
    Ich kenne deine Mutter natürlich nicht persönlich, aber ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass sie ein geringes Selbstwertgefühl hat, im Gegenteil. Sie weiss ganz genau was sie will, wie andere sich zu verhalten haben und wie sie andere unter Druck setzt, die nicht mitspielen wollen. Ich sehe da nicht zuletzt meine eigene Mutter vor mir .
    Ich erlebe oft, dass so ein Gebaren schöngeredet wird nach dem Motto "hach, die Arme hat kein Selbstwertgefühl und agiert deshalb so". Als ob ich deshalb Verständnis haben und mir alles gefallen lassen müsste ?
    Ich denke nicht, dass die Mutter viel Selbstwertgefühl hat, sonst hätte sie es nämlich nicht nötig, die TE so zu manipulieren. Und nein, ich sehe es ebenso wie du, die TE muss sich so ein armseliges Verhalten nicht schönreden und sie muss nicht dafür Verständnis haben. Für ihr Selbstwertgefühl ist die Mutter nämlich auch selbst zuständig - und eben nicht die TE.

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    AW: Mutter - immer wieder neue Beschwerden

    Hier ist im RL gerade viel los, und ich fürchte, wenn ich jetzt schnelle Antworten raushaue, befeuere ich die Diskussion in eine Richtung, die der Sache nicht dienlich ist.

    Insofern - bitte habt ein wenig Geduld, ich melde mich, wenn ich genug Ruhe habe, differenziert zu antworten, das kann aber auch noch eine Woche dauern

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