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  1. User Info Menu

    Wie sag ich's meinem Vater ...,

    ...dass er bald nicht mehr geschäftsfähig sein wird,
    nicht mehr alleine leben kann,
    Betreuung braucht,
    es kein Medikament gegen die beginnende Demenz gibt (hat ihm sein HA schon gesagt, aber mein Vater hat's vergessen und nimmt sich jeden Tag vor, ihn deswegen aufzusuchen...)?

    Er lebt bisher alleine und das Autarksein ist ihm krass wichtig und macht seine Persönlichkeit stark mit aus.

    Jetzt geht es aber echt los, dass die letztes Jahr begonnene Vergesslichkeit Fahrt aufnimmt.
    Er nimmt wichtige Medikamente nicht zuverlässig ein.
    Ruft den Vermieter 5x wegen der gleichen Frage an.
    Weiß nicht, welcher Tag oder Monat ist. Sagt selber, er verliere die Orientierung für Raum und Zeit.

    Er denkt aber immer noch, mit etwas Erholung, einem Medikament o.ä. würde es besser.


    Er genießt es, selber einzukaufen, Besorgungen zu machen, mittels Rad kurze Strecken unterwegs sich eigenständig fortbewegen zu können und vor allem seinen eigenen Rhythmus zu leben.


    Ich traue mich kaum, ihn darauf anzusprechen, dass er nun eigentlich einen Pflegeheimplatz braucht und wir das angehen sollten.

    (Lebte er nicht alleine, würde es ja noch eine Weile gut gehen im vertrauten Umgeld, was sogar empfohlen wird. Fällt aber bei ihm aus.)

    Ich weiß, dass ihn das in Verzweiflung stürzen wird. Aber anders kann es kaum gehen.

    Wie habt Ihr das mit Euren Eltern bei Demenz gehandhabt?

    P.S.
    Falls es schon Stränge dazu gibt, dann sorry fürs Doppeln.)

  2. User Info Menu

    AW: Wie sag ich's meinem Vater ...,

    Liebe Kaffeewasser

    ich kenne das und es war der Beginn einer schweren Zeit.

    Tut mir leid, nichts positives schreiben zu können.

    Ich glaube, es gibt Menschen, die haben selber vorgesorgt u sich im Heim angemeldet

    (Frage bleibt, ob sie dann auch freiwillig gehen)

    Und jene, die sich sperren.

    So auch meine Mutter.

    Ich hab es lange herausgezügert.

    Für die Medikamente den Pflegedienst kommen lassen

    Ich bin in regelmäßigen Abstönden mit ihr einkaufen gefahren u hab sie dann ausgesetzt, ich wollte ihren Orientierungssinn testen

    Hab dann, da sie Essen u Trinken unterließ, Essen kommen lassen....aber ab da ging es nicht mehr lange zuhause

    Letztlich sie mit einer abgemogelten Unterschrift ins Heim gegeben

    Es war war sehr schwer und hat lange gedauert

    Ganz wichtig: such dir unbedingt Hilfe bei entsprechenden Beratungsstellen, besser noch zusätzlich im Bekanntenkreis nachfragen

    Es gibt viel Hilfe, man muß nur wissen, wo

    Liebe Grüße
    twix
    Es wird Zeit für eine neue Signatur

  3. User Info Menu

    AW: Wie sag ich's meinem Vater ...,

    Kaffeewasser- als erstes würde ich versuchen ihn dazu zu bringen einer Einstufung für eine Pflegestufe zuzustimmen. Mit ambulanten Hilfen geht schon recht viel. Hast Du eine Vorsorgevollmacht von ihm? Wie weit lebst Du weg? Tagespflege ist auch eine Option. Gehe mal zu dem Pflegestützpunkt, der für die Stadt deines Vaters zuständig ist, falls es das in dem Bundesland gibt.

  4. Inaktiver User

    AW: Wie sag ich's meinem Vater ...,

    hole dir hilfe und unterstützung.

    alleine und nur mit appellen an sein verständnis- klappt es nicht.

  5. Inaktiver User

    AW: Wie sag ich's meinem Vater ...,

    wir haben das mit meinem Schwiegervater durch.

    Nach Schlaganfall 5 (!) einer vollkommen unrettbaren Wohnung, massivem Gewichtsverlust wg nicht einkaufens habe ich ihn auf der Intensiv gut erwischt und ihm ein " in Ordnung" abgerungen auf meine x-te Frage " wie sieht's aus, komm zu uns, betreutes Wohnen, wir sind nebenan.."

    Das ist jetzt 3 Jahre her. Ich hatte wahnsinniges Glück und konnte ihm eine Wohnung im betreuten Wohnen organisieren - leider "musste" ich eine große für 2 Personen nehmen, weil es die einzige war- kleinere Wohnungen wären günstiger gewesen, aber nun ja...*
    Im gleichen Zug hat er uns alle Vollmachten gegeben ( das war auch nötig, denn Rente ist 800 Euro, Platzt kostete aber zarte 1.200 Euro, und wenn er das mitbekommen hätte, wäre er dort nicht eingezogen. So denkt er, dass der Speckgürtel von München wahnsinnig billig ist mit Mieten und sich das locker ausgeht in einer 2 Zimmer Wohnung...)
    Dort lebt er jetzt munter und zufrieden, kocht wieder für sich selber, bekommt regelmäßig Besuch von seinen Geschwistern, fährt mit der Truppe einkaufen, hat sich eine kostenlose MVV Karte organisiert, hat einen sehr guten Hausarzt, hat eine Haushaltshilfe die das unfassbar gut im Griff hat, scheint irgendeine Flamme gefunden zu haben, denn Berichten zufolge war er letztens eigenständig in der Stadt und hat sich eine Hose gekauft und war beim Frisör.

    Anfangs haben wir viel gemacht, für ihn gekocht, für ihn eingekauft... er hat die Selbständigkeit wieder zurückbekommen durch die gute Betreuung.

    Was ich damit sagen möchte: manchmal muss man, auch wenn man innerlich die Wände hochgeht, warten. Und das Schwiegerkind - so vorhanden - ist manchmal sogar die bessere Option, solche Änderungen anzusprechen, da ist die Hemmschwelle nicht so hoch, "ja, es geht nicht weiter" zu sagen. Hast du einen Partner, der das übernehmen kann?

    *Plätze sind generell rar, und für demente sind sie noch rarer, ich würde an Deiner Stelle jetzt schon anfangen, mir Optionen anzuschauen, dann weisst Du zumindest wen anrufen, wo nachfragen und: bleib mit denen, die Dich interessieren in Kontakt, auch wenn Dein Vater noch nicht einzieht- ich bilde mir ein, dass das bei mir der ausschlaggebende Moment war, dass wir die Wohnung bekommen haben. Alles Gute.

    P.S.: habe nachgesehen es gibt betreutes Wohnen für Demenzkranke. Allerdings nehmen die auch nur dann auf, wenn die Demenz noch nicht so schlimm ist und eine Selbstversorgung gewährleistet ist. Im betreuten Wohnen ist man absolut selbständig. Eigene Wohnung, eigene Küche, eigenes Bad. Schaut es Euch mal an, mit Deinem Papa, vielleicht gefällt es ihm, manchmal sind da auch große Ängste vor Dahinsiechen imm Mehrbettzimmer mit verantwortlich, dass ältere Menschen nicht in ein betreutes Wohnen gehen wollen.

  6. Inaktiver User

    AW: Wie sag ich's meinem Vater ...,

    Aus Erfahrung in der entfernteren Familie: Macht das mit betreutem Wohnen für Demenzkranke bloß nicht!

    Dort können sie nämlich nicht dauerhaft bleiben, und wenn die Demenz so weit fortgeschritten ist, dass betreutes Wohnen nicht mehr geht, ist es sehr schwierig, ein Heim zu finden, das den Dementen aufnimmt.

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    AW: Wie sag ich's meinem Vater ...,

    Danke für Eure Gedanken und Erfahrungen!

    Zitat Zitat von twix25 Beitrag anzeigen
    Liebe Kaffeewasser

    ich kenne das und es war der Beginn einer schweren Zeit.

    Tut mir leid, nichts positives schreiben zu können.

    gegeben

    ....

    Liebe Grüße
    twix
    Danke fürs Teilen! Da hast Du ja auch was durch....
    Wie war der Moment, es anzusprechen?

    Das fällt mir am Schwersten...


    Zitat Zitat von taggecko Beitrag anzeigen
    Kaffeewasser- als erstes würde ich versuchen ihn dazu zu bringen einer Einstufung für eine Pflegestufe zuzustimmen. Mit ambulanten Hilfen geht schon recht viel. Hast Du eine Vorsorgevollmacht von ihm? Wie weit lebst Du weg? Tagespflege ist auch eine Option. Gehe mal zu dem Pflegestützpunkt, der für die Stadt deines Vaters zuständig ist, falls es das in dem Bundesland gibt.
    Ja, ich habe eine Vorsorge-Vollmacht. Und wohne in seiner Nähe, fußläufig.

    Pflegestufe hatte er und ist deaktivierbar.
    Aber das muss ich ihn erst mal erklären - er wird das nicht nötig finden und nicht mögen...

    Ambulante Hilfe:
    Schwierig ist, sowas mit seinem unregelmäßigen Tagesrhythmus zusammenzukriegen. Hatten wir bei assistierten Tablettengabe:

    Die Erste soll morgens auf nüchternen Magen genommen werden.
    Wegen schlechter Nächte schläft er mal bis sieben, mal bis neun, mal bis fünf. Auf wann bestellt man da den Pflegedienst?
    Der kam mal täglich um acht, für meinen Vater war das Stress.

    Danke für den Tipp mit dem Pflegestützpunkt. Eigentlich hatte er schon mal Pflege aus anderen Gründen, dann wäre der alte Pflegedienst weiter Ansprechpartner, oder?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    hole dir hilfe und unterstützung.

    alleine und nur mit appellen an sein verständnis- klappt es nicht.
    Ja, das denke ich auch.

    An was für Hilfen denkst Du?

    Ich hab einfach auch Angst, dass ihm die Einsicht selber so einen Schrecken gibt und in so tiefe Verzweiflung stürzt, dass er nicht mehr rausfinden oder sich etwas antut.

    (Ich weiß noch, wie er nach einem Pflegeheimbesuch bei seiner Mutter auf murmelte, "knallt mich ab, wenn's bei mir mal so weit ist.")

    Aber ich weiß auch, dass man /viele Menschen da wohl durch müssen, durch diese Verzweiflung.
    (Ist ja auch nochmal ne Chance zur Reifung, zur Erkenntnis...auf irgendeine Art ein Lernen und damit vielleicht sogar von was Gutem gefolgt. Aber....puh boah ey.)
    Geändert von kaffeewasser1 (17.10.2020 um 23:53 Uhr)

  8. User Info Menu

    AW: Wie sag ich's meinem Vater ...,

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen



    Was ich damit sagen möchte: manchmal muss man, auch wenn man innerlich die Wände hochgeht, warten.
    ....



    P.S.: habe nachgesehen es gibt betreutes Wohnen für Demenzkranke. Allerdings nehmen die auch nur dann auf, wenn die Demenz noch nicht so schlimm ist und eine Selbstversorgung gewährleistet ist. Im betreuten Wohnen ist man absolut selbständig. Eigene Wohnung, eigene Küche, eigenes Bad. Schaut es Euch mal an, mit Deinem Papa, vielleicht gefällt es ihm, manchmal sind da auch große Ängste vor Dahinsiechen imm Mehrbettzimmer mit verantwortlich, dass ältere Menschen nicht in ein betreutes Wohnen gehen wollen.
    Danke, Tinkerbellchen, für Deine Erfahrung.
    Und auch den Tipp mit dem Schwiegerkind. Hm.

    So ein betreutes Wohnen, wie Du beschreibst, gibt es sogar in seiner Nähe.
    Ich glaube, mit elend langen Wartelisten.

    Ich würde ihn gern anmelden, aber auch dem müsste natürlich das schlimme Gespräch vorausgehen.
    Das Leben ist schön.

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    AW: Wie sag ich's meinem Vater ...,

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aus Erfahrung in der entfernteren Familie: Macht das mit betreutem Wohnen für Demenzkranke bloß nicht!

    Dort können sie nämlich nicht dauerhaft bleiben, und wenn die Demenz so weit fortgeschritten ist, dass betreutes Wohnen nicht mehr geht, ist es sehr schwierig, ein Heim zu finden, das den Dementen aufnimmt.
    Wie hat das die Familie dann gelöst?

    Danke fürs Warnen!
    Das Leben ist schön.

  10. User Info Menu

    AW: Wie sag ich's meinem Vater ...,

    Zitat Zitat von kaffeewasser1 Beitrag anzeigen
    Ich würde ihn gern anmelden, aber auch dem müsste natürlich das schlimme Gespräch vorausgehen.
    Bei uns ist die Warteliste völlig unverbindlich und es lief rein telefonisch, ohne Unterschrift und ohne Vollmacht. Irgendwann in ein paar Monaten kommt ein Anruf und dann können wir immer noch nein sagen, jetzt noch nicht, es ist quasi nur eine Interessenbekundung, keine Anmeldung.

    Um deinen Vater auf die Warteliste zu setzen, musst du also nicht mit ihm sprechen, sondern könntest das parallel angehen: einerseits schonmal Warteliste, Um keine Zeit zu verlieren, andererseits einen günstigen Moment für das Gespräch abwarten, vielleicht, wenn es mal wieder einen konkreten Vorfall gab und er dann in dem Moment klar genug ist zu sehen, dass es so nicht weitergehen kann.

    Viel Glück!

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