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    AW: Wie sag ich's meinem Vater ...,

    Kaffeetassen, die Kombi Delir und Demenz ist gut bekannt, denke ich. War bei mir bei mehreren Verwandten so. Hier wird das ganz gut ausgedrückt, finde ich:
    Ein Delir kann quasi wie ein Treibsatz wirken und eine latente Demenz über eine kritische Schwelle heben. Patienten, die vorher nur ein bisschen vergesslich waren, wirken dann plötzlich hochgradig desorientiert. Bei 85 Prozent der Delir-Patienten nach einer Hüftfraktur bricht innerhalb von 2 Jahren eine Demenz aus.
    Wenn Patienten aus der Spur geraten

    2020 - written by Stephen King, directed by Quentin Tarantino
    Warum die Erde rund und auf keinen Fall flach ist?
    Wenn sie flach wäre, hatten Katzen schon längst alles runter geschubst.
    .

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    AW: Wie sag ich's meinem Vater ...,

    Zitat Zitat von BlueVelvet06 Beitrag anzeigen
    Kaffeetassen, die Kombi Delir und Demenz ist gut bekannt, denke ich.
    Aber nicht in der von mir oben beschriebenen Kausalität (Delir als traumatisches Erlebnis kann Immunsystem befeuern, nachträglich eine Demenz loszutreten), sondern gut bekannt bisher nur anders herum (Demenzpatienten haben höheres Risiko, im Delir zu landen. So auch im verlinkten Artikel.)
    Das Leben ist schön.

  3. Moderation

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    AW: Wie sag ich's meinem Vater ...,

    Liebe kaffeewasser

    nun habe ich auch deinen Strang gelesen und möchte ein paar Anmerkungen hierlassen.

    Dabei kann ich zum Thema "wie gehe ich damit um, dass mein Vater nicht mehr der ist, der er war" mangels Erfahrung nicht viel sagen, meine Eltern sind zwar uralt, hinfällig und mittlerweile auch senil, aber (bisher) nicht demenzkrank. Dein Hauptproblem habe ich also nicht - aber dazu haben ja schon viele andere hier kluge Gedanken geschrieben.

    Dafür ein paar andere Gedanken, die mir beim Lesen kamen.

    Zitat Zitat von kaffeewasser1 Beitrag anzeigen
    Ich würde ihn gern anmelden, aber auch dem müsste natürlich das schlimme Gespräch vorausgehen.
    Nicht zwingend.

    Ich bin auch sehr für die Lösung: Den alten Herrn auf möglichst mehrere Wartelisten setzen. Für das erste Heim, in dem ich meine Eltern angemeldet habe, habe ich mir noch ihre Unterschriften besorgt, beim zweiten habe ich in ihrem Namen unterschrieben. Ich kann mich noch nicht einmal erinnern, dass ich dort meine Vorsorgevollmacht vorlegen musste (die ich aber natürlich hätte beibringen können).

    Auch als ich, als vor zwei Jahren beide Eltern zeitgleich im Krankenhaus lagen, einiges mit ihrer Kranken- und Pflegekasse telefonisch regeln musste, kam am Anfang die Frage: "Haben Sie eine Vorsorgevollmacht?" Ich: "Ja" - und die Sache war geritzt. Die haben noch nicht einmal eine Kopie angefordert.

    Zitat Zitat von kaffeewasser1 Beitrag anzeigen
    Ich habe ja bereits eine Vorsorge-Vollmacht, aber die gilt nur beim Arzt, ja?
    Die gilt für die Bereiche, für die sie ausgestellt ist.

    Vorsorgevollmachten sind ja nicht genormt. Manche haben welche nur für die gesundheitlichen Belange, manche für die finanziellen, manche für alles. Du müsstest schauen, was bei der, die du hast, drin steht. (Ein Tipp: Bewahre sie grundsätzlich immer bei dir auf - nicht im Haushalt deines Vaters. Du musst im Bedarfsfall schnell darauf zugreifen können.)

    Da elli07 sich so sicher war, dass die VV notariell beglaubigt sein sollte, habe ich mal eine kurze Google-Recherche betrieben, dabei fand ich bisher nur Hinweise, dass für bestimmte Zwecke, beispielweise, wenn man über das Haus, vermutlich auch über größere Vermögenswerte des Elternteils verfügen will, eine notarielle VV nötig ist. Hier eine Info der Stiftung Warentest: "So sorgen Sie rechtlich vor" https:// www. test.de/Vorsorgevollmacht-und-Patientenverfuegung-Wie-Sie-rechtzeitig-Klarheit-schaffen-4641470-4641475/ (entlinkt, weil kommerzielle Seite)

    So ein Stempel vom Notar ist sicherlich nicht verkehrt, damit ist man auf jeden Fall auf der sicheren Seite, ich will da elli nicht widersprechen. Will nur anmerken, dass du auch ohne eine notarielle Vollmacht nicht zur Untätigkeit verdammt bist.

    Wie mache ich am Besten klar, dass wir eine Weitere brauchen?
    Ohne sein Vertrauen zu verlieren?
    Ich würde am ehesten, wie auch schon jemand schrieb, nicht mit seinem geistigen Verfall argumentieren. Sondern z.B. so: "Angenommen, du musst wieder ins Krankenhaus und ich muss in der Zeit XYZ für dich regeln. Das darf ich nicht ohne eine Vollmacht von dir". Also irgendeine Situation annehmen, die eintreten könnte und nicht so dermaßen angstbesetzt ist wie der Kontrollverlust.

    Zitat Zitat von Monkele Beitrag anzeigen
    Ich bin ein bisschen überrascht, dass so viele Mitschreiberinnen hier das 'Betreute Wohnen' anführen, denn ich denke auch dafür gibt es ein 'zu spät'. Die Bezeichnung ist meiner Meinung nach auch etwas irreführend, denn es verspricht mehr, als tatsächlich geschieht.
    Man hat mir, als ich meine Eltern in einem Pflegeheim angemeldet habe, erklärt, dass "Betreutes Wohnen" kein geschützter Begriff ist. D.h., es ist je nach Einrichtung unterschiedlich, was man erwarten kann. Das Minimum ist (dieser Heimleiterin zufolge) barrierefreier Zugang + Hausnotruf - also das, was sich in vielen Privatwohnungen auch einrichten lässt. Dann gibt es Einrichtungen, wo zu bestimmten Tageszeiten und wieder andere, wo rund um die Uhr eine Pflegerin anwesend und herbeirufbar ist. D.h., bevor du deinen Papa irgendwo anmeldest, solltest du dich erkundigen, was die jeweiligen Häuser anbieten.

    Ideal ist natürlich eine Lösung, wo Betreutes Wohnen und Pflege in unmittelbarer räumlicher Nähe vom gleichen Träger angeboten werden, wie Monkele das beschreibt. Noch idealer, wenn es in dem dazugehörigen Pflegeheim eine Demenzgruppe gibt.

    Zitat Zitat von Monkele Beitrag anzeigen
    Vielleicht kannst du ja für dich allein mal einen Termin bei dem Arzt ausmachen, dem dein Papa vertraut und mit ihm über die Problematik sprechen und über eine gemeinsamen Neurologentermin würde ich auch nachdenken.
    Tipp dazu: Nicht von dir aus einen Termin bei einem Neurologen ausmachen, sondern den Papa bei seinem nächsten Hausarztbesuch begleiten, notfalls unter irgendeinem Vorwand, damit er das akzeptiert, im Vorfeld die Praxis telefonisch wissen lassen, dass du gern eine Überweisung zur Demenzabklärung zum Neurologen hättest und es dem Arzt überlassen, dass er das dem Vater beibringt. Dabei müsste ja nicht das Wort "Demenz" fallen.

    Kennst du seinen Hausarzt, kann man mit dem reden?

    Noch zwei Gedanken: 1. Ich finde es immer wichtig, Geschwister mit ins Boot zu holen. Also, falls du Geschwister hast, beziehe sie mit ein; wenn sie weiter weg wohnen, zumindest per Telefon, besprich dich mit ihnen, heul dich ggf. bei ihnen aus - trag nicht alles allein.

    2. Du schreibst am Anfang

    Zitat Zitat von kaffeewasser1 Beitrag anzeigen
    Pflegestufe hatte er und ist deaktivierbar.
    Heißt das, der Pflegegrad ist wieder aberkannt worden? Warum?

    So wie du die Situation schilderst, braucht er mindestens Pflegegrad 1 - schon für die Hilfe im Alltag. Das Pflegegeld würde der Person zustehen, die die Hilfe leistet (ihn an die Tabletteneinnahme erinnert, mit ihm zum Arzt geht, Erledigungen für ihn macht .. also z.B. dir. )
    Ich weiß noch, wie wir in Auschwitz in der Baracke saßen und uns überlegt haben,was wir den Deutschen antun würden. [...] es waren die schlimmsten Dinge, über die wir nachdachten. Aber dann sagten wir uns: Wenn wir das täten, dann wären wir genauso schlimm wie sie.
    Ruth Webber, geb. Rut Muszkies, zum Zeitpunkt ihrer Befreiung 9 Jahre alt


    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

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    AW: Wie sag ich's meinem Vater ...,

    Ah, Käffchen, Du bist ja super informiert und nach allen Seiten ausgerichtet - was für ein Glück Dein Vater hat!

    Seine Leidensgeschichte ist ja wirklich sehr krass. Und ja: Durchgangssyndrome können im Nachhinein ein traumatisches Ereignis darstellen für Körper und Seele, denn niemand weiß letztendlich von den Horrortrips, die der Patient da u. U. erleiden muss.

    Insofern war das Ganze für ihn ja wie eine Mount Everest Besteigung und möglicherweise sind durch diesen Mörderstress auch seine Hirnbotenstoffe, die Neurotransmitter, durcheinader geraten, was sich auch in dementen Zuständen äußern kann.
    Vielleicht könnte hier ein Arzt für Psychiatrie weiterhelfen?

    Du schreibst, die Ärzte schieben die Demenz der Verkalkung seines Gefäßsystems zu. Das stelle ich an dieser Stelle jedoch ein bisschen in Frage, denn wäre sie nun primär der Auslöser, dann hätte sich seine Vergesslichkeit sehr wahrscheinlich auch schon schleichend vor den Operationen gezeigt.

    Ich denke halt nur so umeinander, weil es so schön wäre, wenn Deinem Vater auf ganz andere Art geholfen werden könnte als mit einem Umzug ins betreute Wohnen.

    Aus diesem Grund und mit der Vorgeschichte Deines Vaters, würde ich an Deiner Stelle jetzt wohl zunächst einmal alle körperlichen und psychischen Einflüsse auf seine Demenz von verschiedenen Ärzten beurteilen lassen.

    Ich hoffe, ich bringe Dich mit meinen Gedanken jetzt nicht noch mehr durcheinander, liebes Käffchen und hindere Dich daran, Dich mit der Situation zu arrangieren, aber ich finde, mit der Demenz Deines Vaters, das passt irgendwas noch nicht so richtig. Hm.

    Grübel...
    Nanuu
    Du musst selbst die Veränderung sein, die du in der Welt sehen willst!
    (Mahatma Gandhi)

  5. Moderation

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    AW: Wie sag ich's meinem Vater ...,

    Noch was zu Ana's gutem Posting: wenn du einen Notar suchst, achte drauf, dass er für die Gegend, in der dein Vater gerade ist, zugelassen ist. Das sagen sie dir zwar dann, aber du sparst Anrufe, wenn du schon vorher drauf achtest.

    Als meine Mutter in die Klinik musste, wollten wir noch eine weitere Person mit die Vollmacht aufnehmen, da meine ursprüngliche Ersatzperson nicht so greifbar war. Ihr eigentlicher RA und Notar konnte das nicht machen, da die Klinik in einem anderen Regierungsbezirk (aber gleicher Landkreis), war.
    “We cannot confront these issues alone, none of us can. But the answer to them lies in a simple concept that is not bound by domestic borders, that isn’t based on ethnicity, power base or even forms of governance. The answer lies in our humanity." Jacinda Ardern, 29.3.19

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

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    AW: Wie sag ich's meinem Vater ...,

    Danke für alles Mitdenken, Liebe Analuisa, Nanuu und Frangi.

    Ich hab jetzt zumindest einen Plan, wie wie die Generalvollmacht ansprechen.
    (Nämlich, dass wir die gleich in einem Aufwasch auch für meine Mum mitmachen. So wird es ein ganz normales, altersgerechtes Ding.
    Und da es das irgendwie auch ist, ist es bisschen tricky....aber auch bisschen ok.

    Sie war sofort einverstanden.)

  7. Moderation

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    AW: Wie sag ich's meinem Vater ...,

    Möchtest Du auch noch das Thema Patientenverfügung ansprechen?

    (Ich glaube, dass da ein Unterschied ist).
    Es gibt eine Menge Infos hier: BMJV | Publikationen
    Genieße deine Zeit.
    Denn du lebst nur jetzt & heute.
    Morgen kannst du gestern nicht nachholen und später kommt früher, als du denkst.
    Moderatorin in "Schule, Uni, Studium und Ausbildung" "Gehören Kinder zu einem erfüllten Leben dazu?" Coronavirus und...Userin

  8. Moderation

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    AW: Wie sag ich's meinem Vater ...,

    Wichtiger Hinweis von Charlotte. Ja, das ist ein Unterschied.

    Die Vorsorgevollmacht berechtigen den/die Bevollmächtigte*n, dann, wenn der Vollmachtgeber nicht mehr für sich selbst entscheiden kann, Entscheidungen in seinem Namen zu treffen. Welche Entscheidungen das sind, was also der Vollmachtgeber z.B. im Falle einer medizinischen Notfalls, eines länger anhaltenden Komas o.ä. wünscht, dass muss die Patientenverfügung regeln. Der Bevollmächtigte verhilft also der Patientenverfügung zur Durchsetzung.

    Manchmal gibt es beides, VV und PV, auch in einem Formular.
    Ich weiß noch, wie wir in Auschwitz in der Baracke saßen und uns überlegt haben,was wir den Deutschen antun würden. [...] es waren die schlimmsten Dinge, über die wir nachdachten. Aber dann sagten wir uns: Wenn wir das täten, dann wären wir genauso schlimm wie sie.
    Ruth Webber, geb. Rut Muszkies, zum Zeitpunkt ihrer Befreiung 9 Jahre alt


    Moderation in der Religion, der Politik und im Glücklicher Leben.

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    AW: Wie sag ich's meinem Vater ...,

    Danke!
    Patientenverfügung haben beide schon.
    Das Leben ist schön.

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