Antworten
Seite 2 von 10 ErsteErste 1234 ... LetzteLetzte
Ergebnis 11 bis 20 von 95
  1. User Info Menu

    AW: Junge Eltern - Pflege?

    Zitat Zitat von Chloe93 Beitrag anzeigen
    Ich bin überfordert, weil ich nichz weiß, wie ich damit umgehen soll. Wie ich sie unterstützen kann und vor allem, ohne, dass es meinen Alltag und meine Zukunft völlig aus der Bahn wirft.

    Allein der Gedanke daran, wenn meine Mutter komplett blind und mein Vater evtl. dement ist... Damit komm ich auch nicht klar.
    Sollte dieser Fall so eintreten hätten die Beiden doch sicherlich Anrecht auf externe Unterstützung. Erkundigt euch auf jeden Fall nach entsprechenden Beratungsstellen. Du wirst das nicht alleine stemmen können und das solltest du auch nicht.

    Und auch wenn dein Bruder weit weg wohnt: er ist ebenso in der Verantwortung und sollte dich unterstützen.

    Ich habe eine Freundin, die schon seit langem einen Elternteil pflegt, der nach einem Schlaganfall in recht jungen Jahren schwer beeinträchtigt ist. Externe Hilfe (Pflegedienst u.ä.) wird nicht in Anspruch genommen, weil der Elternteil das nicht möchte.
    Diese Freundin hat ihr eigenes Leben komplett zurückgestellt, hat keinen Partner und keine Kinder. Ich finde das traurig und als Mutter würde ich nicht wollen, dass meine Tochter sich komplett für meine Pflege aufgibt.

  2. User Info Menu

    AW: Junge Eltern - Pflege?

    Ich würde an deiner Stelle am Wochenende mal zu deinem Bruder fahren und am Abend, wenn deine kleine Nichte im Bett ist, in Ruhe die Situation besprechen. Vielleicht kann dein Bruder dir schon einen Teil deiner Ängste nehmen. 180 km ist nun auch nicht eine so große Entfernung, dass man nicht einmal im Monat kommen könnte, damit du dich mit all den Problemen nicht so allein gelassen fühlst.

    Solange deine Eltern einigermaßen zurecht kommen, sollte es allerdings reichen, wenn du einmal in der Woche hinfährst, auch wenn es deiner Mutter zu wenig ist.
    Hat sie denn sonst keine Gesellschaft? Freundinnen, Bekannte, Nachbarinnen?
    Wäre eine Haushaltshilfe eventuell eine Option?

  3. User Info Menu

    AW: Junge Eltern - Pflege?

    Zum Frühjahrsputz, Fenster putzen und sowas komme ich und helfe Mama. Bei Bürokram braucht mein Vater Unterstützung, das aber schon seit längerem.
    Ich rate dir dringend, damit aufzuhören.
    Okay, das ist drastisch formuliert, ich meine es nicht so absolut. Was ich meine ist: beginne jetzt, frühzeitig, externe professionelle Hilfe für deine Eltern zu organisieren. Haushaltshilfe, administrative Hilfe … sonst übernimmst du schleichend immer mehr und kommst nicht mehr aus der Falle raus. Deine Eltern sind noch jung und stehen vor einer vergleichsweise langen degenerativen Lebensphase - Jahre oder Jahrzehnte lang! Das ist nur bewältigbar, wenn frühzeitig professionelle Hilfe organisiert und eingespielt wird.

    Dass psychisch mit der Situation schwierig zurecht zu kommen ist, ist klar, dazu hab ich leider auch keinen Tipp. Aber es kann auch diesbezüglich helfen, wenn man sich als Angehörige organisatorisch frühzeitig entlastet. Du bist zudem für deine Eltern auch psychisch die bessere Stütze, wenn du das frei vom Stress der Alltagsbewältigung tun kann. Anders gesagt: für deine Eltern emotional / psychisch da zu sein, geht besser, wenn du das nicht mitten zwischen ihrer Steuererklärung, ihrem Fensterputzen und ihren Einkäufen bist.

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

  4. User Info Menu

    AW: Junge Eltern - Pflege?

    Hier eine Stimme aus der anderen Generation:

    Wir waren vor fünf bis 10 Jahre in genau Deiner Situation. Von vier (dummerweise auch noch jeweils geschiedenen) Elternteilen waren drei krank/dement. Das war mit ein Grund dafür, dass sich unsere eigene Familiengründung nach hinten verschoben hat. Hat in meinem Fall noch geklappt, wenn auch mit Abstrichen, im Fall meiner Schwester nicht mehr .

    Wir hatten dann ein beschissenes erstes Jahr mit Kind, das ich niemandem wünsche. Schlafloser Kampf an allen Fronten (ein Elternteil im Sterben, eines auf dem Sprung in die Pflege), mit gesundheitlichen Auswirkungen auch auf uns. Aber ehrlich gesagt, wäre es die Jahre vorher und nachher kaum anders gewesen. Den richtigen Zeitpunkt gab es da nicht.

    Von daher: lebe Dein Leben, lass Dich nicht zu sehr vom Zustand Deiner Eltern beeinflussen.

    Aber:

    Zitat Zitat von guerteltier Beitrag anzeigen
    Erkundigt euch auf jeden Fall nach entsprechenden Beratungsstellen. Du wirst das nicht alleine stemmen können und das solltest du auch nicht.

    Und auch wenn dein Bruder weit weg wohnt: er ist ebenso in der Verantwortung und sollte dich unterstützen.
    Das sind beides wichtige Punkte. erkundigt Euch früh, wie sieht es mit Heimplätzen, betreutem Wohnen usw. aus. Lasst Euch auf Listen setzen, holt Euch da Hilfe, erkundigt Euch. Wir waren da zeitweise völlig überfordert, sind von Hinz zu Kunz, dabei kann man so vieles vorher regeln. Gerade den ganzen Orgakram kann man auch von weiterweg (Bruder) telefonisch erledigen.

    Und das, was Horus schreibt: Unterstützung der Eltern in die Wege leiten. Ganz wichtig!

    Vor allem sprecht mit Euren Eltern, wie es aussehen soll, was sie wollen, wie sie sich entscheiden wollen, denn sie sind diejenigen, die entscheiden (müssen) und es aktuell auch noch können.

    Die Aussicht, die Eltern zu verlieren, ist furchtbar, und man mag sich nicht mit dem Vater an den Tisch setzen und sein absehbares Hinwegscheiden in die Demenz diskutieren , aber es ist immer noch besser, als deswegen auf die eigene Familie zu verzichten.

    Edit: weil Horus das Psychische erwähnte: wir sidn mit der Demenz so zurechtgekommen. Eine Kollegin geht in eine Selbsthilfegruppe für Kinder dementer Eltern. Auch das kann sinnvoll sein, für Tipps, Unterstützung.
    Geändert von Pia1976 (05.03.2020 um 10:50 Uhr) Grund: Ergänzung

  5. User Info Menu

    AW: Junge Eltern - Pflege?

    Sie hat selbst ihre Mutter über 10 Jahre selbst gepflegt (sie hatte Krebs). Das hat sie nie so ganz verkraftet.
    Denkst du deine Mutter erwartet das von dir, weil sie es selbst getan hat ? Das wär nicht fair. Zumal sie selbst davon geschlaucht war, wie du sagst.








    Ich habe eine Freundin, die schon seit langem einen Elternteil pflegt, der nach einem Schlaganfall in recht jungen Jahren schwer beeinträchtigt ist. Externe Hilfe (Pflegedienst u.ä.) wird nicht in Anspruch genommen, weil der Elternteil das nicht möchte.
    Diese Freundin hat ihr eigenes Leben komplett zurückgestellt, hat keinen Partner und keine Kinder. Ich finde das traurig und als Mutter würde ich nicht wollen, dass meine Tochter sich komplett für meine Pflege aufgibt.
    Ja, dieses das eigene Leben komplett hintenanstellen für die Pflege ist , in meinen Augen, nicht richtig und nicht nötig.
    Ich kenn das aus der eigenen Verwandtschaft.

    Sprech mal offen auch mit deinen Eltern. Noch ist Mutter ja nicht blind und kommt zurecht. Frag sie wie sie es sich vorstellt wenn es schlechter wird. Ich würde unbedingt empfehlen externe Hilfe zu nehmen. Dafür ist die Pflegekasse auch da.
    Man muss nicht direkt die Pferde scheu machen, aber kann sich Gedanken machen. Das Nötige dann einleiten wenn es soweit ist.
    Lizzy 27.11.2019

    Den Wind können wir nicht ändern, aber wir können ihm eine andere Richtung geben (Aristoteles)
    Weisst du warum dein Kopf rund ist ? Damit deine Gedanken eine andere Richtung nehmen können

  6. User Info Menu

    AW: Junge Eltern - Pflege?

    Das Argument, das seitens pflegebedürftiger Eltern teilweise vorgebracht wird, nämlich, keine externe Hilfe zu wollen, ist perfid. Das setzt deren "Kinder" via das schlechte Gewissen und die Familienloyalität unter kaum zu ertragenden Druck.

    Okay, der Unterstützungsbedürftige will keine externe Hilfe. Darf er wollen.
    Nur: das "Kind" hat ebenso das Recht, keine Pflege/Hilfe leisten zu wollen. Nur, weil der Elternteil externe Hilfe nicht will, heisst das noch lange nicht, dass das "Kind" einspringen muss.

    Angenommen, die betroffene Person hätte keine Kinder. Dann müsste sie auch auf externe Unterstützung zurückgreifen, zwangsläufig. Warum also nicht, wenn Kinder da sind? Man hat die Kinder doch hoffentlich nicht deswegen geboren, um im Alter von ihnen betreut zu werden.

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

  7. User Info Menu

    AW: Junge Eltern - Pflege?

    Okay, der Unterstützungsbedürftige will keine externe Hilfe. Darf er wollen.
    Nur: das "Kind" hat ebenso das Recht, keine Pflege/Hilfe leisten zu wollen. Nur, weil der Elternteil externe Hilfe nicht will, heisst das noch lange nicht, dass das "Kind" einspringen muss.
    Da bin ich bei dir. Und ich bin sowohl Mutter als auch Tochter.
    Ich denke die Hauptsache ist das etwas organisiert wird für die Eltern, dann wenn es soweit ist.
    Wie sehr Kinder davon überfordert sein können weiss ich auch.
    Lizzy 27.11.2019

    Den Wind können wir nicht ändern, aber wir können ihm eine andere Richtung geben (Aristoteles)
    Weisst du warum dein Kopf rund ist ? Damit deine Gedanken eine andere Richtung nehmen können

  8. Inaktiver User

    AW: Junge Eltern - Pflege?

    Ich finde, die Frage ist erstmal unabhängig vom Alter der Eltern, wenngleich es natürlich tragisch ist, wenn jemand schon um die 60 pflegebedürftig wird. Es muss niemand sein Leben aufgeben, um die Eltern zu pflegen.

  9. User Info Menu

    AW: Junge Eltern - Pflege?

    Genau. Oft schlittert man als "Kind" da unmerklich rein, weil es über einen längeren Zeitraum schleichend immer mehr wird und man selber, als "Kind" eben auch Hemmungen hat, eine Grenze zu ziehen und zu sagen "nein, ich leiste die Hilfe nicht selber, sondern ich organisiere dir externe Hilfe (bzw. ich helfe dir, dir selber Hilfe zu organisieren").
    Das Perfide an solchen Situationen ist, dass man als "Kind" oft sehr lange gar nicht realisiert und sich noch viel länger nicht eingestehen will, dass man eigentlich komplett überfordert ist.

    Achtung, Lesen gefährdet die Dummheit!
    _____________________________________

    Mut ist nicht das Gegenteil von Angst. Sondern die Erkenntnis, dass etwas anderes wichtiger ist als die eigene Angst.

  10. User Info Menu

    AW: Junge Eltern - Pflege?

    Zitat Zitat von Horus Beitrag anzeigen
    Was ich meine ist: beginne jetzt, frühzeitig, externe professionelle Hilfe für deine Eltern zu organisieren. Haushaltshilfe, administrative Hilfe … sonst übernimmst du schleichend immer mehr und kommst nicht mehr aus der Falle raus.
    Eine Haushaltshilfe würde ich auch sehr befürworten.
    Mit der administrativen Hilfe ist das schon schwieriger, das würde ich als "Kind" schon lieber selbst übernehmen, zumindest solange nicht offiziell ein Pflegegrad festgestellt ist. Sowas fällt ja auch nicht jeden Tag an.

    Ich würde auch mal schauen, ob die Eltern das wirklich nicht mehr selbst können oder ob es einfach bequemer für sie ist, das dir zu überlassen. In dem Fall würde ich Fragen beantworten, vielleicht auch dabei sein, die Eltern aber selbst machen lassen.

    Vielleicht könnte diese administrativen Dinge auch dein Bruder übernehmen, der ist emotional wahrscheinlich nicht ganz so sehr involviert.

    Ich habe den Eindruck, dass du deinen Eltern schon jetzt aus Mitleid zu viel abnimmst, aber damit hilfst du ihnen nicht und schadest letztendlich dir selbst.
    Das Ziel sollte sein, dass sie solange wie möglich selbst zurecht kommen.

Antworten
Seite 2 von 10 ErsteErste 1234 ... LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •