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  1. Registriert seit
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    AW: plötzlich dement, in Trennung lebend - was kommt jetzt?

    Zitat Zitat von bifi Beitrag anzeigen
    I kognitiv nicht mehr möglich ist zu erkennen, dass Sie suchtkrank sind.
    Wenn man das wieder erkennen kann (die berühmte Krankheitseinsicht) ist das die halbe Miete.

    Ich kenne die Thematik und sehe es dennoch nicht so ausweglos-schwarz.


  2. Registriert seit
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    AW: plötzlich dement, in Trennung lebend - was kommt jetzt?

    Ehrlich gesagt, sehe ich die Lage skeptisch wie bifi. Einfach, weil ich sie auch erlebt habe - das ist ja hier nur ein sehr kurzer Abriss meines Besuchs.

    Und natürlich, wenn sie in keine Suchtklinik geht, wird sie über kurz oder lang sowieso wieder anfangen zu trinken. Ob nun schon in der Kurzzeitpflege oder eben später. Da muss ich natürlich nicht rumhirnen, ob sie das nun schon tut oder nicht.

    Was das "gut betreut und versorgt" angeht - ja, sie ist körperlich wieder deutlich fitter. Sie ist in einem Altenpflegeheim momentan. Die Suchtproblematik ist da kein bisschen versorgt. Der Betreuer macht (vermutlich) seinen Job und sucht eine Klinik für sie. Die "Fortschritte" ansonsten finde ich so wahnsinnig groß nicht - in dem, was sie mir erzählt hat, waren auch so viele Widersprüche. Und was ich tatsächlich problematisch finde (aber R_Rokeby würde das vermutlich wieder als gutes Zeichen werten) - sie war wahnsinnig vorsichtig mir gegenüber, scheint fast zu glauben, ich wüsste nichts von der Suchtproblematik und hofft, dass niemand das erfahren wird - ich habe es dann auch erstmal nicht konkret angesprochen, auch von "Reha" gesprochen, wo der Sohn von "Entzugsklinik" spricht. Das sind für mich erstmal keine guten Vorzeichen für einen Entzug, denke ich, wenn sie immer noch denkt, die Problematik sei klein genug, dass man sie vor dem näheren Umfeld geheim halten könne.


  3. Registriert seit
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    AW: plötzlich dement, in Trennung lebend - was kommt jetzt?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Wenn man das wieder erkennen kann (die berühmte Krankheitseinsicht) ist das die halbe Miete.
    Da bin ich mir (siehe gerade geschriebenes) halt nicht so sicher. Also, ob die Krankheitseinsicht wirklich da ist.

    Vermutlich gibt es die Ansage, dass sie ohne Aufenthalt in einer Suchtklinik überhaupt gar nicht mal dran denken kann, wieder nach Hause zu gehen. Also, was bleibt ihr?

  4. Avatar von bifi
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    AW: plötzlich dement, in Trennung lebend - was kommt jetzt?

    Es wird ihre Entscheidung sein, die meiner Meinung nach bereits angedacht ist.
    Ich seh es nur realistisch. Alkohol ist ein heftiges Suchtmittel und bis zur Krankheitseinsicht ist es ein langer Weg mit vielen Rückschlägen. Trotzdem schaffen es viele. Beim Vorliegen einer Demenz hat sie aber betreffs der Abstinenzentscheidung eine schlechte Prognose, auch wenn anderes erst mal besser wird.
    Das alles sollte aber nicht die Sache der TE sein.


  5. Registriert seit
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    AW: plötzlich dement, in Trennung lebend - was kommt jetzt?

    Ich würde das trennen....

    Einerseits - ist sie mental überhaupt (noch) in der Lage, das irgendwas "einzusehen" oder ist sie kognitiv durch den Abusus so beeinträchtigt, dass das eh nicht mehr gut geht.

    Bei jemanden mit Alkohol bedingter / verstärkter Demenz zu erwarten, dass er ein klassisches Suchttherapieprogramm absolvieren kann halte ich für nicht unbedingt realistisch...

    Andererseits, ob sie das (bereits) will. Also, dass es kognitiv (so zusagen "softwaretechnisch " ) ginge, aber sie noch/wieder/immer die allfälligen Abwehrgedanken und -strategien fährt, die halt irgendwie alle Süchtigen fahren.

    Es ist ein können und ein wollen.


    Wenn ein Mensch aber so geschädigt ist, dass er "können" nicht mehr so gut kann, zerebral gesehen, dann ist es richtig schlimm.
    Aus diesem Grund sah ich alle Hinweise auf mentale Leistungen, die man so interpretieren könnte, dass die Schädigung nicht verheerend bzw. reversibel ist, als "good news" an. Auch wenn sich das erstmal in "lügen" zeigen sollte. Lügen dient ja auch dem Selbstschutz. Dass ihr wichtig zu sein scheint, wie du bzw. andere Nachbarn/Kollegen das finden ist menschlich - und zeugt schon davon, dass ihr Bewusstsein in einigen Belangen funktioniert.

    Jemandem der stark dement ist, ist es egal, was andere denken. Das funktioniert dann nicht mehr so wie bei einem gesunden.


  6. Registriert seit
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    AW: plötzlich dement, in Trennung lebend - was kommt jetzt?

    Zitat Zitat von bifi Beitrag anzeigen
    Beim Vorliegen einer Demenz hat sie aber betreffs der Abstinenzentscheidung eine schlechte Prognose, auch wenn anderes erst mal besser wird.
    So sehe ich das auch - da mir gerade sehr zufällig erscheint, an was sie sich erinnert und an was nicht. Oder dass sie mir eine halbe Stunde lang eine Sache mehrmals erzählt - um mir dann kurz vorm Gehen das genaue Gegenteil zu erzählen. Da denke ich auch, das ist einfach schwierig, da wirklich abstinent zu bleiben.
    Zitat Zitat von bifi Beitrag anzeigen
    Das alles sollte aber nicht die Sache der TE sein.
    Nee, deshalb habe ich es im großen und ganzen bei Small-Talk belassen. Und sie hat sich wahnsinnig gefreut, dass mal jemand ohne Rollator Zeit hatte, mit ihr mal eine größere Runde spazieren zu gehen - wenn ich's zeitlich einrichten kann, mache ich das nochmal, so lange sie noch dort ist.

  7. Avatar von Liberta
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    AW: plötzlich dement, in Trennung lebend - was kommt jetzt?

    Zitat Zitat von R_Rokeby Beitrag anzeigen
    Bei jemanden mit Alkohol bedingter / verstärkter Demenz zu erwarten, dass er ein klassisches Suchttherapieprogramm absolvieren kann halte ich für nicht unbedingt realistisch...
    So ist es. Eine Langzeittherapie in einer Fachklinik können nur mental fitte Patienten absolvieren, denn es handelt sich um eine Suchtrehabilitation, die normalerweise nicht medikamentös begleitet wird.
    Wer ein Jahr jünger ist, hat keine Ahnung. (Martin Walser, 92)


  8. Registriert seit
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    AW: plötzlich dement, in Trennung lebend - was kommt jetzt?

    Aktueller Stand: einen Therapieplatz gibt es noch nicht. Sie ist immer noch im Pflegeheim. Habe es leider auch seit dem letzten Besuch nicht mehr geschafft, nochmal hinzufahren.
    Das Betreuungsgericht hat dem gesetzlichen Betreuer jetzt auch alle weiteren Bereiche zugesprochen (Wohnung, Post, Finanzen). Die Familie ist empört, hat aber keine Handhabe. Sie meinten, der Betreuer kümmere sich zu wenig. Der Betreuer war vermutlich abgenervt, weil die Familie sich dann selbst in seinen Bereichen (Gesundheitsfürsorge) versucht hat einzumischen. Die Familie wollte eine personelle Änderung durchsetzen.
    Mal sehen, wie das alles weitergeht. Auch ob sie noch Nerven haben, sich mal Hilfe (Al-Anon oder so) zu holen.

    Ich muss gestehen, ich hätte als Richterin ebenso entschieden. Also aufgrund der bekannten Fakten. Und selbst bei persönlicher Kenntnis aller Personen denke ich auch, es ist am besten so. Nachdem der Ehemann ja anfangs gesagt hatte, er wolle sich da gar nicht einmischen, war es jetzt so eine komische Konstruktion mit "der erwachsene Sohn soll die Betreuung übernehmen, aber der jüngere Sohn und der Vater kümmern sich hier vor Ort um die Post, der jüngere Sohn zieht sogar mit der ihm bekannten PIN der Mutter Geld aus dem Automaten sozusagen als Taschengeld für sie" und der Noch-Ehemann hätte am Ende doch alle Entscheidungen getroffen oder treffen wollen. Da hätte ich auch nicht in der Haut des erwachsenen Sohnes stecken wollen.
    Geändert von Tigerente (02.03.2020 um 16:28 Uhr)


  9. Registriert seit
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    AW: plötzlich dement, in Trennung lebend - was kommt jetzt?

    Ein gesetzlicher Betreuer hat in der Regel noch zig andere Betreute zum Kümmern. Ich denke, so 100 bis 200 Personen werden es schon sein, je nachdem. Da haben die gar keine Zeit, sich mit aller Zeit der Welt um den einzelnen zu kümmern. Zumal sie die aufgewendete Zeit vielfach nicht vollumfänglich bezahlt kriegen, sondern Pauschalen abrechnen. Da darf man keine persönliche Rund-um-Betreuung erwarten.


  10. Registriert seit
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    AW: plötzlich dement, in Trennung lebend - was kommt jetzt?

    Das habe ich auch dem Noch-Ehemann gesagt. Entweder er und seine Kinder müssen damit leben, dass das ein berufsmäßiger Betreuer mit dem üblichen niedrigen berufsmäßigen Einsatz macht, oder sie müssen in den sauren Apfel beißen und es selbst machen, mit all Problemen, die das im Zwischenmenschlichen mit sich bringt.

    Aber er wollte die unangenehmsten Sachen delegieren und den Rest selbst machen - immer schön mit Reibungspunkten mit dem Berufsbetreuer, der für solche Auseinandersetzungen echt zu schlecht bezahlt wird.

    Ein Kröte müssen sie schlucken, aber die Erkenntnis ist noch nicht angekommen. Noch wettern sie über das unmögliche Betreuungsgericht und den zu wenig engagierten Betreuer.

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