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  1. Avatar von sleep
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    125 Euro Entlastungsbetrag nutzen - schwieriger Fall

    Hallo :)
    Ich versuche mich kurz zu fassen und hoffe auf ein paar Hinweise von ebenfalls Betroffenen.

    Meine Tochter (3) hat Pflegegrad 1. Ich will jetzt nicht ausführlich beschreiben, was ihr fehlt. Nur soviel, sie ist geistig und motorisch NICHT eingeschränkt.

    Nun beziehen wir von der Pflegekasse monatlich Desinfektionsmittel für 40 Euro und haben bisher den monatlichen Entlastungsbetrag von 125 Euro genutzt, indem wir eine „Putzfrau“ (Hauswirtschafterin) über einen Pflegedienst hatten. Durch die hohen Stundenlöhne kamen wir natürlich nur auf 5h / Monat, aber ich wollte nichts verschenken.

    Es war sehr schwierig, einen Pflegedienst zu finden. Genau genommen war unser Pflegedienst der Einzige, der sich quasi aus Mitleid um uns gekümmert hat. Für alle anderen lohnte sich der Aufwand nicht, gemessen an dem, was für sie rausspringt.
    Wir hatten den Pflegedienst nun gute 2 Jahre. Wir waren mal mehr mal weniger zufrieden. Zuletzt hatten wir eine wirklich unnütze Hauswirtschafterin, wo es danach noch genauso schmutzig war wie davor...

    Jedenfalls hat der Pflegedienst nun ordentlich und aus betriebsbedingten Gründen gekündigt. Mit anderen Worten, sie haben einen Patienten gefunden, der ihnen mehr Geld einbringt.
    Nun sind wir natürlich nicht zwingend auf die paar Putzstunden angewiesen. Trotzdem mag ich die 125 Euro auch nicht verfallen lassen.
    Einen anderen Pflegedienst werden wir sicherlich nicht finden (und will ich ehrlich gesagt nach unserer Erfahrung auch nicht mehr).

    Nun gäbe es ja die Möglichkeit der „niedrigschwelligen Angebote“, wie es so schön heißt. Mir würde da für Senioren oder Demenzkranke viel Nützliches einfallen, aber für ein dreijähriges Mädchen? Begleitung zum Arzt, zu Kulturangeboten etc. braucht sie nicht, dafür hat sie ja die Mama ;-) und ich will sie auch nicht abschieben. Wir bräuchten einfach etwas „Nützliches“.
    Egal wie viel ich darüber nachdenke, mir fällt einfach nichts ein.
    Habt ihr Ideen oder Tipps für mich?
    Achja, bevor ich es vergesse, wir wohnen in Bayern. Sprich, es dürfen nur zertifizierte Anbieter wie z.B. Sozialstationen oder eben Pflegedienste sein.

    Ein Anruf bei der Pflegekasse mit der Bitte um Hilfe war völlig sinnlos. Pflegenotstand... Blabla... die meisten lassen es halt dann verfallen... Blabla.

    Würde mich über Rückmeldungen freuen :)
    sleep

  2. Avatar von Hypathia
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    AW: 125 Euro Entlastungsbetrag nutzen - schwieriger Fall

    Bei meinen Familienmitgliedern mit Pflegegrad (zwei Senioren) wird das in einem Fall für weitere Hygieneartikel aus der Apotheke genutzt. In dem Fall Hautpflege, Einlagen/Windeln, Latexhandschuhe. Vielleicht kommen bei euch Spezialnahrung/Nahrungsergänzungsmittel in Frage?
    Du musst die 125 Euro nicht Monatsweise verbrauchen, sie sammeln sich über etwa 1 Jahr an. Könntest also auch 6 Monate pausieren und dann wieder befristet eine Haushaltshilfe in einem "merkbaren" Umfang in Anspruch nehmen.

  3. Avatar von Daphnia
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    AW: 125 Euro Entlastungsbetrag nutzen - schwieriger Fall

    Hallo,
    ist jetzt grad in dem Alter schwierig.
    Und die Sozialstationen mit ihren Wirtschafterinnen sind ja eingentl.nicht fürs Putzen zuständig. Bei uns (Ba-Wü) für Einkauf, kochen, Wäsche, Begleitung..).
    Du sagst, das Kind hat die Mutter für Begleiten, Fördern...brauchst du vielleicht nicht auch mal für dich Zeit (Arztbesuch? Könnte man dafür bei der Sozstation was buchen?
    Gruss Daphnia

  4. Avatar von sleep
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    AW: 125 Euro Entlastungsbetrag nutzen - schwieriger Fall

    Danke für eure Antworten. Das mit dem Sammeln der 125 Euro über mehrere Monate ist mir bekannt. Das habe ich in meiner Verzweiflung damals auch schon den Pflegediensten so angeboten. Also dass wir z.B. ein Jahr sammeln und dann buchen. War aber genauso uninteressant für die wie alle 2 Wochen 2 Stunden. Warum, das weiß ich leider nicht. Ich kenne mich mit den betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen in der Pflege leider gar nicht aus.

    Zusätzliche Desinfektion / Spezialnahrung: wäre ne super Idee! Brauchen wir aber Gottseidank nicht. Es geht bei uns um ein Uro-Stoma. Wir können schon die 40 Euro im Monat kaum verbrauchen. Alles andere wie Kompressen, Windeln... bekommen wir verschrieben. Selbst wenn ich es so nutzen wöllte, ich wüsste nicht wofür ;-)

    Meine Tochter geht ganz normal in den Kindergarten. Ich gehe erst ab April wieder arbeiten, daher kriege ich alles gut geregelt.
    Klar, Hauswirtschaft wäre super, aber zaubern kann ich nicht. Es ist so schade, meine Tochter hat es so geliebt, der „Frau, wie sie sie immer nannte, zu helfen. Und die Frau hatte auch immer viel Spaß glaub ich. Eigentlich sind wir toll für einen Pflegedienst. Nette Abwechslung zu den Senioren und immer viel Spaß und Kaffee und Kuchen. Aber keiner will uns :-(

  5. Moderation Avatar von Utetiki
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    AW: 125 Euro Entlastungsbetrag nutzen - schwieriger Fall

    Ich glaube, das Problem ist wirklich das Personal für die Pflegedienste.

    Bei meiner Schwiegermutter ist das ähnlich. Zur Zeit hat sie mal wieder eine Putzhilfe, kann aber jede Woche wieder vorbei sein. Die Fluktuation ist sehr hoch.
    Ich habe meiner Schwiegermutter gesagt, sie solle das junge Mädchen putzen lassen wie es will. Das ist nämlich auch ein Grund bei den gewerblichen Putzdiensten, dass sie nie Privathaushalte annehmen. Jedenfalls hier nicht.

    Die Privaten reden zu viel rein.
    Moderatorin in
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  6. Avatar von Tabea57
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    AW: 125 Euro Entlastungsbetrag nutzen - schwieriger Fall

    Sleep, probiere es mal über Caritas oder Diakonie, ob die "haushaltsnahe Dienstleistungen" haben. Ich weiß, dass in unserer Gegend Arbeiten i.H.des Entlastungsbetrages angeboten werden, also 4,5 Std/Woche. Das ist denen nicht zu wenig.
    Da könntest Du Hilfe finden.
    Gerade das, was Du schreibst - ein bisschen Haushalt, ein bisschen Beschäftigen mit dem Kind usw - das machen die dort.
    Gestaltet doch euer Leben, hofft weniger, macht was ihr wollt.
    Aber macht!


    ausgeborgt von Uli_F-2009

  7. Avatar von Jedimeisterin
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    AW: 125 Euro Entlastungsbetrag nutzen - schwieriger Fall

    Hallo Sleep,

    das ist natürlich recht schwierig, wie kannst du monatlich die 125 Euro Entlastungsbetrag oder meinetwegen angespart und nutzt. Ein stinknormaler Pflegedienst kommt für so ein kleines Kind ja irgendwie nicht so in Frage.
    Ein Familienentlastender Dienst kommt da schon eher in Frage. Die entweder ins Haus kommen oder das Kind abholen, um mit ihm etwas zu unternehmen. Dafür ist dein Kind eigentlich noch zu klein für sag ich mal.

    Ich habe zu Hause einen frühkindlichen Autisten mit Pflegegrad 4. Den Entlastungsbetrag (spar ich meistens etwas an) nutze ich z.B für die Lebenshilfe (familientlastenden Dienst, FED). Der FED holt meinen Sohn im Winter zur Samstagsbetreuung ab oder ich verwende einen Teil für die Ferienbetreuung. Mein Sohn war auch erst mit 8 Jahren in der Schulferienbetreuung oder ging in Kurzzeitpflege.


    Und ganz ehrlich, die Erfahrung mit dem Pflegenotstand musste ich bei meinem Kinder auch machen. Der FED ist mehrmals letztes Jahr ausgefallen wegen Personalmangel. Und 125 Euro monatlich sind auch nicht viel. Der FED hat einen Stundenlohn von 25 Euro und aufwärts. Wie sieht es mit einer Höherstufung von Pflegegrad 1 auf 2 aus? Hättet ihr da Chancen? Dann hättet ihr nämlich auch noch die Verhinderungspflege von 1612 Euro und anteilmäßig die Kurzzeitpflege von 806 Euro (von 1612 Euro Kurzzeitpflege, ich gehe mal davon aus, das dein Kind in dem Alter nicht in Kurzzeitpflege geht) zusätzlich zu dem Entlastungsbetrag.
    Ist nur eine Idee. Wenn du magst, kannst du mir auch eine PN schreiben.


    LG Jedimeisterin


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    AW: 125 Euro Entlastungsbetrag nutzen - schwieriger Fall

    Jedimeisterin,
    kannst Du bitte den letzten Absatz nochmal erklären?

  9. Avatar von Jedimeisterin
    Registriert seit
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    AW: 125 Euro Entlastungsbetrag nutzen - schwieriger Fall

    Zitat Zitat von Alma_Svensson Beitrag anzeigen
    Jedimeisterin,
    kannst Du bitte den letzten Absatz nochmal erklären?
    Was möchtest du denn wissen, bevor ich irgendetwas falsches erkläre?

    LG Jedi


  10. Registriert seit
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    AW: 125 Euro Entlastungsbetrag nutzen - schwieriger Fall

    Die anteilige Anrechnung der Kurzzeitpflege an die Verhinderungspflege.

    Das wäre interessant für die pflegende Familie in meinem Umfeld (Fittes Kleinkind mit Pflegegrad 3).

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