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  1. Avatar von Suzie Wong
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    AW: Eltern - großes Ungleichgewicht beim Grad der "Fitness"

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    naja, das ist so gut nachvollziehbar- doch ihre Flexibilität und Mobilität bliebe doch erhalten!


    Erkundige Dich doch mal- es gibt verschiedene Heime und verschiedene Modelle- nur so viel Unterstützung wie nötig- es gibt Wohnungen, wo man weitestgehend alles selber macht- und z. B. nur Hilfe für den Stiefvater dazubucht...
    Ja, ich googele mal.
    Meine Hobbies:

    (lesen, essen/backen/kochen/reisen/walken (ohne Hund))


  2. Registriert seit
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    AW: Eltern - großes Ungleichgewicht beim Grad der "Fitness"

    Ich bin sonst eigentlich immer eine Befürworterin von rechtzeitigen, frühen Seniorenumzügen. Hier würden sich mir vorher aber erstmal drei andere Frageblöcke stellen:

    Zum einen: Warum ist dein Vater so dermaßen sturzgefährdet? Wurde diesbezüglich alles medizinisch Erforderliche abgeklärt: Hat er Probleme mit Schwindel (Ansprechpartner primär HNO, sekundär Neurologe)? Mit dem Sehen (Augenarzt)? Hat er evt. eine behandelbare neurologische Erkrankung (z. B. Parkinson, Altershirndruck o.ä., Ansprechpartner Neurologe)?

    Zum zweiten: Trinkt und isst dein Vater regelmäßig und ausreichend (Dehydratation und Unterernährung können die körperliche Fitness und Koordination massivst beeinträchtigen!)? Ist er für rationale Argumente zugänglich, kann man z. B. mit ihm verlässliche Absprachen wie "ab jetzt trinkst du alle zwei Stunden ein Glas Wasser" oder "ab jetzt neben den drei Hauptmahlzeiten zusätzlich noch zwei Zwischenmahlzeiten" treffen? Macht er das dann auch alleine, von sich aus, oder muss da quasi ständig jemand hinterher sein? Wurde eine systematische Sturzprophylaxe durch physiotherapeutisches Training versucht? Wäre er dafür zugänglich? Evt. mit einer geriatrischen Reha (mehrere Wochen Intensivtrainig, wenn erforderlich auch mit Hilfsmitteln wie Trekkingstöcken und Rollator) zum Einstieg?

    Zum dritten: Wie ist die Wohnsituation, ist die Wohnung oder das Haus überhaupt senioren- und rollatorgeeignet? Bzw. kann die Wohnung mit vertretbarem Aufwand entsprechend umgestaltet werden (dafür kann man Zuschüsse von der Pflegekasse beantragen, man muss dass allerdings vorab machen, genaueres dazu erfährt man über die Pflegeberatung der Pflegekassen bzw. über den Pflegestützpunkt)? Wurden Stolperfallen (Teppichfransen und -kanten, lose herumliegende Lampen- oder Telefonkabel etc.) bereits beseitigt?

  3. Inaktiver User

    AW: Eltern - großes Ungleichgewicht beim Grad der "Fitness"

    Zitat Zitat von britwi Beitrag anzeigen
    Ich bin sonst eigentlich immer eine Befürworterin von rechtzeitigen, frühen Seniorenumzügen. Hier würden sich mir vorher aber erstmal drei andere Frageblöcke stellen:

    das ist sicher alles "richtig"- und dennoch wird es die Grundproblematik nicht ändern und die ungebührlich hohe Belastung von Suzies - noch fitter- Mutter...

  4. Avatar von Suzie Wong
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    AW: Eltern - großes Ungleichgewicht beim Grad der "Fitness"

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    das ist sicher alles "richtig"- und dennoch wird es die Grundproblematik nicht ändern und die ungebührlich hohe Belastung von Suzies - noch fitter- Mutter...
    Ja, das ist das eigentliche Problem: wie bekomme ich meine Mutter entlastet.
    Britwi: ich will deine Fragen gerne beantworten.
    Die Tragbreite war mir bis vor ca 1 Jahr nicht wirklich bekannt. Meine Mutter versorgt meinen Vater (ist er für mich) 1a, sie hat alles auf-/und abgefangen. Sie macht/e mit ihm Übungen, Gymnastik und wollte - denke ich - so lange wie möglich das Thema alleine wuppen. Irgendwann ging es an ihre Substanz und es kam nach und nach raus. Es gibt auch von seiner Seite Kinder, die noch näher wohnen. Die helfen auch. Meine Mutter ist Widder: Zähne zusammen, so lange es geht.

    Mein Vater wird versorgt, isst und trinkt. Er ist einfach tüddelig/gebrechlich und hätte vielleicht auch selbst mehr tun können?
    Er hatte einige OPs, die nichts mit dem Hinfallen zu tun hatten. Über die Jahre ist er gebrechlicher geworden. Die letzten 8 Jahre haben da leider viel geändert.
    Meine Hobbies:

    (lesen, essen/backen/kochen/reisen/walken (ohne Hund))

  5. Inaktiver User

    AW: Eltern - großes Ungleichgewicht beim Grad der "Fitness"

    Zitat Zitat von Suzie Wong Beitrag anzeigen
    Über die Jahre ist er gebrechlicher geworden. Die letzten 8 Jahre haben da leider viel geändert.
    und dieser Prozess wird leider kaum zu beeinflussen, geschweige denn zu stoppen sein...

    ich denke schon, dass es wichtig ist, ein Augenmerk auf die Lebensqualität Deiner Mutter zu haben, die auch nicht jünger wird....

    keiner macht sich eine Vorstellung, wie anstrengend die Versorgung des Partners in diesem Alter wirklich ist , wenn die eigenen Kräfte auch langsam abnehmen....

    bewusst wird das den Beroffenen meist erst, wenn sie ein Erschöpfungssyndrom bekommen oder selber "plötzlich" erkranken...

  6. Inaktiver User

    AW: Eltern - großes Ungleichgewicht beim Grad der "Fitness"

    Suzie, hätten deine Eltern die Möglichkeit, jemanden bei sich aufzunehmen?
    Ich finde es für deine Mutter mit 70 und so wie du sie beschreibst sehr früh für betreutes Wohnen oder ein Seniorenstift.


  7. Registriert seit
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    AW: Eltern - großes Ungleichgewicht beim Grad der "Fitness"

    Zitat Zitat von Suzie Wong Beitrag anzeigen
    Ja, das ist das eigentliche Problem: wie bekomme ich meine Mutter entlastet.
    Selbstverständlich, das sehe ich ganz genauso. Meine Fragen sollten keineswegs in die Richtung zielen, deiner Mutter weiter alles aufzubürden (oder ihr gar noch mehr zu tun zu geben). Ganz im Gegenteil. Sie waren als Denkanstöße in die Richtung gemeint: Wo und wie kann man sinnvoll Hilfe von Dritten (vorzugsweise von Profis) einbinden?

    Um Hilfe von Profis zu bekommen (bzw. um solche Hilfe bezahlt zu bekommen) ist nunmal in einem ersten Schritt umfassende medizinische Diagnostik und professionelle pflegefachliche bzw. physiotherapeutische Evaluierung erforderlich. Was deine Mutter wahrscheinlich nicht selbst in die Wege leiten kann. Insbesondere dann nicht, wenn sie bereits mit dem gemeinsamen Alltag ausgelastet bzw. überfordert ist.

    Tatsächlich sehe ich da die wichtigste Rolle von Angehörigen (bzw. mache das selbst als Tochter): Informationen beschaffen, Diagnostik und Maßnahmen koordinieren, wichtige Schritte (z.B. Facharzttermine) wenn möglich auch persönlich mit vorbereiten und begleiten. Das ist übrigens mit einem Umzug in ein betreutes Wohnen oder Heim auch nicht abgedeckt. Sondern da braucht es meiner Erfahrung nach weiter entsprechendes Engagement von Angehörigen.

    Zitat Zitat von Suzie Wong Beitrag anzeigen
    Britwi: ich will deine Fragen gerne beantworten.
    Tust du aber nicht wirklich Musst du ja auch nicht, meine Fragen sind eher als Denkanstoss gedacht.

    Zitat Zitat von Suzie Wong Beitrag anzeigen
    Die Tragbreite war mir bis vor ca 1 Jahr nicht wirklich bekannt. Meine Mutter versorgt meinen Vater (ist er für mich) 1a, sie hat alles auf-/und abgefangen. Sie macht/e mit ihm Übungen, Gymnastik und wollte - denke ich - so lange wie möglich das Thema alleine wuppen. Irgendwann ging es an ihre Substanz und es kam nach und nach raus. Es gibt auch von seiner Seite Kinder, die noch näher wohnen. Die helfen auch. Meine Mutter ist Widder: Zähne zusammen, so lange es geht.
    Ok, euer erstes Problem ist also, Mutter und Vater beizupulen, dass sie um Hilfe bitten können, dürfen und sollten. Ganz schwieriges Thema, oft stößt man da als Angehörige an erhebliche Grenzen (ham'wer doch immer so gemacht, wir sind doch immer alleine klargekommen, Stolz etc.). Das ist übrigens ein Problem, was sich ganz unabhängig von dem jeweiligen Wohnort bzw. der jeweiligen Wohnform deiner Eltern stellen wird. Auch in betreutem Wohnen oder einem Heim bekommt man nur dann Hilfe, wenn man sie als direkt (Vater) oder mittelbar (Mutter) Betroffener anfordert und zulässt.

    Warum macht deine Mutter Übungen mit ihm? Warum nicht ausgebildete Therapeuten?

    Zitat Zitat von Suzie Wong Beitrag anzeigen
    Mein Vater wird versorgt, isst und trinkt.
    Ok, Dehydratation und Unterernährung kann man dann wohl erstmal ausschließen? Ich mache noch ein Fragezeichen dran weil: Meine Mutter hat das auch mal so dargestellt (war halt ihre Sicht, sie hat sich auch wirklich Mühe gegeben, war jedoch ab einem gewissen Zeitpunkt einfach überfordert). Da war mein Vater aber schon nachweislich untergewichtig ...

    Könnte es deine Mutter evt. ein wenig entlasten, vorerst mal für ein paar Tage in der Woche Essen auf Rädern mit reinzunehmen? So dass sie nicht jeden Tag einkaufen / kochen muss?

    Zitat Zitat von Suzie Wong Beitrag anzeigen
    Er ist einfach tüddelig/gebrechlich und hätte vielleicht auch selbst mehr tun können?
    Ja, keine Ahnung. Ob er (oder andere) mehr hätten tun können hängt halt sehr davon ab wie eigentlich die medizinische Sachlage ist. Jemand mit z.B. Gangunsicherheit durch Altershirndruck kann selbst so ziemlich gar nix tun. Außer zu einem kompetenten Arzt gehen, der den Altershirndruck operativ beheben (bzw. zumindest deutlich lindern) kann. Damit, einen entsprechenden Spezialisten zu suchen, Termine und Anfahrt zu organisieren, sind Menschen über 70 aber sehr häufig überfordert. Sprich: Das braucht es einen sehr kompetenten und engagierten Hausarzt. Und / oder engagierte Angehörige, die sich dahinter klemmen.

    Wobei Altershirndruck halt nur ein Beispiel ist. Manche Erkrankungen in dem Alter kann man beheben. Manche zumindest lindern, teils durch medizinische Maßnahmen, teils durch flankierende Therapien (Physio z.B.). Mit manchen muss man sich weitgehend abfinden (und dann halt die Lebensumstände entsprechend anpassen). Um herauzufinden, in welche der drei Kategorien ein bestimmtes Problem einzuordnen ist braucht es aber erstmal gute Ärzte. Und davor oft erstmal Angehörige, die die Eltern zu guten Ärzten hinschleifen ...

    Zitat Zitat von Suzie Wong Beitrag anzeigen
    Über die Jahre ist er gebrechlicher geworden. Die letzten 8 Jahre haben da leider viel geändert.
    Klar, 85 Jahre sind eine Hausnummer. Und Erkrankungen bzw. OPs bringen so ab 70/75 praktisch immer einen Einbruch mit sich. Leider. Auch in dem Alter kann aber über medizinische und (physio-)therapeutische Maßnahmen und Anpassung (oder Änderung) des Wohn- und Lebensumfelds manches zumindest erhalten oder stabilisiert werden.


  8. Registriert seit
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    AW: Eltern - großes Ungleichgewicht beim Grad der "Fitness"

    Zitat Zitat von Suzie Wong Beitrag anzeigen

    Kennt jemand die Situation? Ein Part ist fit, der andere nicht - und das Problem ist, dass der fitte Part eben auch an seine Grenzen kommt und es zu seinen Lasten geht. Was macht man da?

    suzie

    Ja, kenne ich - bei meiner Mutter und ihrem Freund, er ist auch der gebrechlichere Part.
    Allerdings sind sie beide 85 und sie wohnen nicht zusammen aber quasi Tür an Tür und er ist jeden Tag bei ihr.

    Ganz schwierig, denn meine Mutter will unbedingt so lange selbständig bleiben wie möglich, sie ist auch noch fit genug mit etwas Unterstützung von mir (Fenster putzen, Vorhänge waschen etc.), sie hat auch noch eine Haushaltshilfe die regelmäßig kommt. Er hat sich mit seiner Pflegestufe und Hausnotruf gut organisiert.

    Ich habe das Thema auch schon oft bei meiner Mutter angesprochen, schon vor Jahren, und es war wichtig zu erkennen was sie will - selbständig bleiben. Dafür strengt sie sich auch an und ich glaube ihr, was sie sagt: das hält sie fit.
    Ich habe da selber lange für gebraucht das zu akzeptieren und wenn ich ehrlich bin: für mich wäre die Lösung mit dem betreuten Wohnen auch einfacher weil ich ja wüßte die beiden wären gut versorgt. Wollen sie aber nicht...

    Ich kann dir nichts als Lösung anbieten, es geht mehr darum: weißt du denn was deine Mutter und dein Vater wollen?
    Lieber sorglos im betreuten Wohnen oder so lange wie möglich im gewohnten Umfeld bleiben?
    Davon ausgehend kann man schauen was geht, du kannst das aber nicht für die beiden entscheiden, gegen deren Willen.
    Think before you print.

  9. Avatar von Mambi
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    AW: Eltern - großes Ungleichgewicht beim Grad der "Fitness"

    Was sagen denn eigentlich die Betroffenen selber dazu?
    Reden sie - als Paar, das sind sie schließlich langjährig - miteinander darüber, wie sie sich ihre gemeinsamen letzten Jahre vorstellen, wie sie leben wollen?
    Was sagt Deine Mutter, was Dein Vater diesbezüglich Dir gegenüber?
    .

    "Mein PC schreibt nur noch Großbuchstaben..." "Haben Sie die Feststelltaste gedrückt?""Nein, das hab ich ganz allein gemerkt.... !"

  10. Moderation Avatar von Charlotte03
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    AW: Eltern - großes Ungleichgewicht beim Grad der "Fitness"

    Ich kenne ein Paar, beide 80. Mittlerweile ist einer im Seniorenheim, der andere lebt noch in der gemeinsamen Wohnung. Es ging nicht mehr, selbst mit Hauspflegdienst, Tagesstätte, Besucherbetreuung usw. wäre es für den fitteren Teil ganz schrecklich geworden und für den nicht mehr so fitten Teil auch.

    Der Pflegestützpunkt hat gut informiert und es wurde alles angesehen (Var. A Zuhause, Var. B Heim).
    Dazu bedurfte es zwei Termine.

    Jetzt sagen beide Teile, dass die Entscheidung richtig war, denn jeder kann nun in seiner Geschwindigkeit leben. Auch sieht der zuvor pflegenden Part den Ehepartner wieder als Ehpartner (so weit dies in der Situation geht) und nicht mehr als die zu pflegende Person.

    Dieser Prozess verlief über einige Jahre.

    Wenn du mehr wissen magst, schick mir eine PN, Suzie.
    Geändert von Charlotte03 (08.07.2019 um 07:29 Uhr)

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