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  1. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Eltern können nicht mehr alleine leben, verweigern alles, drohen mit Mord/Selbstm

    @ Hair:

    In NRW müssen die Gesundheitsämter der Kreise und der großen Städte (sogenannte kreisfreie Städte) die Pflegeberatung machen.

    Geh mal auf die Homepage deines Gesundheitsamts. (Beispiel Homepage Kreis Borken oder Homepage Stadt Dortmund).
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    AW: Eltern können nicht mehr alleine leben, verweigern alles, drohen mit Mord/Selbstm

    Zitat Zitat von Hair Beitrag anzeigen
    Wo findet man denn so etwas? Wir wohnen in NRW, Kleinstadt.
    Im Krankenhaus befand sich eine Sozialstation, die aber keine Beratung durchgeführt hat.
    Dass euch der Sozialdienst des Krankenhauses keine weiteren Hilfestellungen und Informationen gegeben hat ist ein Unding. Boah, man kann sich echt auf gar nichts mehr verlassen!

    Pflegestützpunkte und Pflegeberatung für NRW:

    Pflegeberatung | Verbraucherzentrale NRW

    Pflegestützpunkte bundesweit finden:

    Beratung zur Pflege

    Zitat Zitat von Hair Beitrag anzeigen
    So ganz begriffen habe ich bis heute nicht, warum es keine Stelle gibt, die Angehörigen hilfreich unter die Arme greift, Zusammenhänge erläutert, Hilfsmittel bestellt (oder vermittelt), und bei der Unterbringung oder Vermittlung eines Pflegedienstes vermittelnd und koordinierend tätig wird.

    Am besten natürlich eine staatliche Stelle. Nicht gewinnorientiert.
    Genau das ist eigentlich die (soweit ich weiss sogar gesetzlich verankerte) Aufgabe der Sozialdienste im KH und der Pflegestützpunkte.


  3. Registriert seit
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    AW: Eltern können nicht mehr alleine leben, verweigern alles, drohen mit Mord/Selbstm

    Zitat Zitat von Ivonne2017 Beitrag anzeigen
    Das mit der geistigen Klarheit sei dahingestellt.
    Was für uns alle (auch für das Klinikpersonal und das Personal in der Kurzzeitpflege) offensichtlich ist müsste durch einen entsprechenden Test bewiesen werden. Soviel Klarheit ist vorhanden, dass der Test entschieden abgelehnt wird.
    Hier beißt sich die Katze in den Schwanz :(.
    Auch dann wäre der Weg über eine beim Amtsgericht eingereichte "Anregung zur Einrichtung einer Betreuung". Das Gericht kann Untersuchungen anordnen.

    Welche Auswirkungen ein solches Vorgehen dann allerdings auf das Verhältnis der Betroffenen zu den Angehörigen hat ist natürlich eine andere Frage. Sowas kann zur totalen Zerrüttung führen. Oder es kann (verquererweise) letzlich sogar von den Betroffenen als Entlastung erlebt werden.

  4. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Eltern können nicht mehr alleine leben, verweigern alles, drohen mit Mord/Selbstm

    Zitat Zitat von britwi Beitrag anzeigen
    Auch dann wäre der Weg über eine beim Amtsgericht eingereichte "Anregung zur Einrichtung einer Betreuung". Das Gericht kann Untersuchungen anordnen.

    Welche Auswirkungen ein solches Vorgehen dann allerdings auf das Verhältnis der Betroffenen zu den Angehörigen hat ist natürlich eine andere Frage. Sowas kann zur totalen Zerrüttung führen. Oder es kann (verquererweise) letzlich sogar von den Betroffenen als Entlastung erlebt werden.
    Es würde zur kompletten Zerrüttung führen.
    Die SM lehnt Sozialkontakte mit wenigen Ausnahmen komplett ab, auch sämtliche Unterhaltungsangebote in der Kurzzeitpflege.

    Eine Zeitlang hatte ich telefonischen Kontakt mit einer Vermittlungsstelle. Man war dort sehr freundlich und engagiert.
    Die Erfahrung würde zeigen, dass es mit vielen Senioren, plötzlich aus der gewohnten Umgebung gerissen, oftmals schnell bergab geht.

    Ich denke, dass es mit Ü90 meist schon zu spät für einen Umzug ist.

    Man kann es nie wissen, aber vermutlich betrifft das auch die Schwiegereltern der TE. Die Drohungen sind ja heftig.

    Wenn ich mich richtig erinnere existiert ein Nachbarstrang, wo man gerade gute Erfahrungen macht mit einem Umzug in ein Seniorenheim.
    LG Ivi


  5. Registriert seit
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    AW: Eltern können nicht mehr alleine leben, verweigern alles, drohen mit Mord/Selbstm

    Zitat Zitat von Ivonne2017 Beitrag anzeigen
    Ich denke, die Schwiegereltern wollen das alles nicht. Gegen ihren Willen darf man nichts unternehmen in der Richtung.
    genauso ist es leider

  6. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Eltern können nicht mehr alleine leben, verweigern alles, drohen mit Mord/Selbstm

    Zitat Zitat von Halleluja Beitrag anzeigen
    genauso ist es leider
    Würde meine Schwiegermutter meinem Sohn, ihrem 19jährigen Enkel mit Mord drohen, würde ich ihm dringend empfehlen, schleunigst nach Hause zu kommen.

    Wenn die alte Dame das Essen verweigert darf der Schwiegervater doch essen.
    Ihn würde ich versuchen, für Essen auf Rädern zu begeistern. Wenn "sie" verhungern möchte muss "er" ja nicht auch.

    Meine SM lehnt Essen auf Rädern ab.
    In der Küche steht Katzenfutter.
    Mitgebrachte Leberwurst wird direkt an die Katze verfüttert.

    Ich bin mir nicht so sicher, was sie überhaupt isst. Das muss uns allen egal sein.

    Trinken ist wichtig.
    Es gibt Getränkelieferanten.

    Eine alte Dame in der Nachbarschaft lässt sich regelmäßig Bier liefern. Das hat Kalorien, schmeckt und beruhigt.

    Nicht, dass ich das gut finde.
    Auch meine Schwiegermutter scheint es am Leben zu halten.

    Die sind alle erwachsen

    Dem Enkel drohen: Das geht gar nicht!
    LG Ivi


  7. Registriert seit
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    AW: Eltern können nicht mehr alleine leben, verweigern alles, drohen mit Mord/Selbstm

    Zitat Zitat von Ivonne2017 Beitrag anzeigen
    Ich bin mir nicht so sicher, was sie überhaupt isst. Das muss uns allen egal sein.
    Aus meiner Sicht kann "muss uns allen egal sein" gegenüber jemand, der offensichtlich oder nachweislich dement ist, bisweilen an unterlassene Hilfeleistung grenzen. Das klingt jetzt erstmal sehr hart, lass' es mich bitte etwas näher erläutern:

    Ich möchte damit deine Einschätzung und Position nicht in Frage stellen. Du kennst deine Schwiegermutter. Du weisst, wie sie in früheren Jahrzehnten drauf war und wie sie jetzt tickt. Du wirst einschätzen können, ob ihre Verhaltensweisen Ausdruck ihrer Persönlichkeit und Eigenständigkeit sind.

    Genau wie ich bei meiner Mutter einschätzen kann, dass sie früher selbst in ähnlichen Fällen eingeschritten ist. Und dass sie, wäre sie nicht dement, von mir erwarten würde, dass ich bei ihr nun einschreite.

    Der Maßstab für's Handeln oder Nichthandeln ist nicht das, was man als Angehöriger will. Sondern der Maßstab ist das, was die Betroffenen selbst ihr Leben lang als Erwartungen, Werte und Normen formuliert und gelebt haben.

    Dass es mit alten Menschen, die daheim nicht mehr klarkommen, bei einem Umzug in's Heim "schnell bergab geht" kann ich übrigens nicht bestätigen. Mein Vater ist nach seinem Umzug in's Heim (gegen seinen Willen, mit 85) aufgeblüht. Er hat dort neue Hobbies und Lebensbereiche für sich entdeckt. Bei der Mutter einer guten Bekannten (beim Umzug 93) ist es gerade ähnlich. Und @Ingeline im Nachbarstrang berichtet das auch gerade.


  8. Registriert seit
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    AW: Eltern können nicht mehr alleine leben, verweigern alles, drohen mit Mord/Selbstm

    Zitat Zitat von britwi Beitrag anzeigen
    Genau wie ich bei meiner Mutter einschätzen kann, dass sie früher selbst in ähnlichen Fällen eingeschritten ist. Und dass sie, wäre sie nicht dement, von mir erwarten würde, dass ich bei ihr nun einschreite.

    Der Maßstab für's Handeln oder Nichthandeln ist nicht das, was man als Angehöriger will. Sondern der Maßstab ist das, was die Betroffenen selbst ihr Leben lang als Erwartungen, Werte und Normen formuliert und gelebt haben.
    Genau so sehe ich das auch. Von meinen Kindern erhoffe ich mir später einmal, dass sie, sollte ich plötzlich entgegen allem handeln, was mich und mein Handeln mein Leben lang geprägt hat, also dement werden oder aus welchem Grund auch immer nicht mehr vernünftig handeln kann, sich kümmern. Dass sie sich z. B., wenn ich dazu nicht mehr in der Lage bin, um eine vernünftige Wohn-/Pflegeeinrichtung kümmern, schauen, dass ich dort auch wirklich gut versorgt bin und sich um den Verwaltungskram kümmern, wenn ich das nicht mehr kann. Das ist schon Belastung genug, aber ich finde, da geben Kinder dann das an "Kümmern" zurück, was sie als Kinder erhalten haben. Wenn dieses Kümmern nicht nötig ist, weil ich mich selbstbestimmt um alles selbst kümmern kann, um so besser.

  9. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Eltern können nicht mehr alleine leben, verweigern alles, drohen mit Mord/Selbstm

    Zitat Zitat von britwi Beitrag anzeigen
    Genau wie ich bei meiner Mutter einschätzen kann, dass sie früher selbst in ähnlichen Fällen eingeschritten ist. Und dass sie, wäre sie nicht dement, von mir erwarten würde, dass ich bei ihr nun einschreite.

    Der Maßstab für's Handeln oder Nichthandeln ist nicht das, was man als Angehöriger will. Sondern der Maßstab ist das, was die Betroffenen selbst ihr Leben lang als Erwartungen, Werte und Normen formuliert und gelebt haben.
    .
    Oh ja.
    Ich kenne die Maßstäbe meiner Schwiegermutter. Ihr Thema war immer, dass sie nichts will, nichts braucht und dass jeder im Leben selber gucken muss, wie er klarkommt. Das galt für alle ihre drei Kinder. Hilfreich und von Herzen eingeschritten ist sie bei keinem, im Gegenteil. Sie wurde zu Zeiten des Nationalsozialismus erwachsen und hat diese "Werte" verinnerlicht.
    Härte war und ist ihr Motto.

    An dem gemessen wird sich jetzt noch gut engagiert von der Jüngsten.

    Ich persönlich als Schwiegertochter würde die Vergangenheit ruhen lassen, sie hatte es bestimmt nicht leicht im Leben. Nur, sie will nichts und hat sich aus Essen noch nie etwas gemacht. Essen auf Rädern wurde abgelehnt.

    Zu Arztbesuchen wird sie begleitet und der Verwaltungskram erledigt.

    Ich werde meinen Beruf nicht aufgeben für meine Schwiegermutter, soviel steht fest.
    Als unterlassene Hilfeleistung sehe ich das nicht.
    LG Ivi

  10. Avatar von Raratonga
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    AW: Eltern können nicht mehr alleine leben, verweigern alles, drohen mit Mord/Selbstm

    Zitat Zitat von britwi Beitrag anzeigen

    Der Maßstab für's Handeln oder Nichthandeln ist nicht das, was man als Angehöriger will. Sondern der Maßstab ist das, was die Betroffenen selbst ihr Leben lang als Erwartungen, Werte und Normen formuliert und gelebt haben.

    Dass es mit alten Menschen, die daheim nicht mehr klarkommen, bei einem Umzug in's Heim "schnell bergab geht" kann ich übrigens nicht bestätigen. Mein Vater ist nach seinem Umzug in's Heim (gegen seinen Willen, mit 85) aufgeblüht. Er hat dort neue Hobbies und Lebensbereiche für sich entdeckt. Bei der Mutter einer guten Bekannten (beim Umzug 93) ist es gerade ähnlich. Und @Ingeline im Nachbarstrang berichtet das auch gerade.
    Da stimme ich Dir völlig zu! Man kann und soll schon als "Kind" sanften, aber beständigen Druck ausüben und auch mal ein Machtwort sprechen bzw. einfach Fakten schaffen.
    Es ist halt eine Rollenumkehr, mit der sich manche Menschen schwer tun...

    Ich habe schon von einem starrsinnigen über 90 - Jährigen gehört, der ständig Unfälle mit dem Auto gebaut hat.
    Als Tochter wäre ich da eingeschritten, schließlich muss nicht erst noch ein unbeteiligter Dritter zu Schaden kommen, nur weil der Senior völlig uneinsichtig ist! Da muss die Tochter aus Verantwortungsbewusstsein einen großen Krach riskieren, anders geht es leider nicht.
    (Prinz Philipp hat mit 97 Anfang des Jahres doch auch einen Unfall mit Personenschaden verursacht und wollte zuerst weiterfahren, hat aber dann nach großem öffentlichen Protest den Führerschein doch abgegeben.)

    Meine Mutter ist übrigens im Heim auch vollkommen aufgeblüht. Sie ist nicht wiederzuerkennen. Die Einsamkeit zuhause hat sie regelrecht verrückt gemacht.


    Zitat Zitat von Ivonne2017 Beitrag anzeigen
    Ich werde meinen Beruf nicht aufgeben für meine Schwiegermutter, soviel steht fest.
    Als unterlassene Hilfeleistung sehe ich das nicht.
    Kein pflegebedürftiger Mensch kann von einem Angehörigen verlangen, wegen der Pflege seinen Beruf aufzugeben!

    Er kann nur für sich selbst entscheiden, aber hier sind existenzielle Rechte einer anderen Person berührt, und dann muss er halt die zweitliebste Lösung nehmen. Und wenn die auch nicht geht, dann eben die Drittbeste.
    Such is life.
    Wir leben in einer arbeitsteiligen Gesellschaft, und für die Pflege gibt es Profis. Die haben eine 8-Stunden Schicht pro Tag, zwei freie Tage pro Woche sowie ihren Urlaubsanspruch. Wenn sie krank sind, sind sie krank.

    Ein Angehöriger wäre 24h /7 Tage die Woche zuständig, neben der eigenen Arbeit und dem eigenen Privatleben, und das ist schlicht nicht zumutbar.

    Man muss dem alten Menschen sagen, ich helfe Dir gerne, aber so, wie ich es leisten kann. Und das kann auch bedeuten, die Pflege und hauswirtschaftliche Versorgung ans Heim zu delegieren und den alten Menschen so oft es geht zu besuchen und etwas Schönes mit ihm zu machen.

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