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  1. Avatar von Hair
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    Erfahrungen zur Pflege Angehöriger Zuhause/Hospiz

    Hallo liebe Angehörige,

    meine Mutter, 80 Jahre, lebte bis vor kurzem alleine in ihrer Wohnung in meiner Nähe.
    Vor drei Jahren Krebsdiagnose, Behandlung ist durch. Nach einer Reha Anfang des Jahres, aufgrund eines Oberschenkelhalsbruches, war sie wieder kurz zuhause, wo sie morgens von mir auf dem Boden liegend aufgefunden wurde.

    Im KH stellten sie nach CT Metastasen im Hirn fest. Wollte sie nicht behandeln lassen.

    Eigentlich hatte mein Schwager mit der Sozialstation Kurzzeitpflege vereinbart, was auf einmal gecancelt wurde, weil meine Mutter nach Hause wollte. Verständlich ihrerseits, aber schwierig für uns. Ein Aufschub wäre gut gewesen.

    Alles ohne Absprache mit den Angehörigen. Dass sie nichtmal die Treppe zu ihrer Wohnung hochkam und auch niemand aufgrund unserer Berufstätigkeit sie abholen konnte, war egal.
    Nach vielen Gesprächen mit dem Arzt, Hinweis auf Generalvollmachten, Krankheitsverlauf, wurden vier weiter Tage im KH bewilligt, damit ich wenigstens einmal am Tag eine Pflegekraft besorgen konnte, was schon immens schwierig war.
    Viele Gespräche meinerseits mit Pflegegesellschaften für zuhause zeigten nur, dass diese total ausgelastet sind.

    Eine altersgerechte Wohnung wäre sogar frei gewesen, doch in Anbetracht des Zustands meiner Mutter war das zu spät.

    Im Hospiz habe ich angerufen und mich auf die Liste setzen lassen, Hoffnung auf einen baldigen Platz wurde mir nicht gemacht.
    Wobei ich kein Freund des Hospizes bin. Am liebsten wäre mir gewesen, wenn sie bis zu ihrem Tod zuhause hätte bleiben können.
    Nach vielem hin und her, hatten wir nun Pflege drei mal am Tag organisiert. Das klappte nicht besonders gut. Die Kommunikation mit der Pflegeleitung war für mich schwierig, deshalb übernahm das meine Schwester.

    Die Pflegerinnen selbst waren unterschiedlich nett aber alle ok und kompetent. Vor allem hatte ich Kontrolle und konnte sehen, was sie taten und was nicht.
    Putzen, waschen, Wäsche und Müll war uns überlassen. Weil meine Mutter nicht mehr aufstehen konnte, mußte ich oft hin und kam ans Ende meiner Nervenkraft.
    Durch ihre Inkontinenz war oft Überwindung meinerseits und natürlich auch ihrerseits gefordert.

    Der Verfall ist emotional sehr belastend für mich.

    Der Hausarzt war auch am Ende und hat den SAPV eingeschaltet. Pflegebett schon vor Auslieferung.

    Nun gab es ein Schlüsselproblem. Jeder wollte einen, Essen auf Rädern, Pflege, SAPV, wir natürlich auch.

    SAPV wollte so ein Kästchen vorm Haus anbringen, unversichert, geht natürlich nicht. (Wg Schließanlage, Erklärung führt jetzt zu weit)

    Am nächsten Tag war ein Platz im Hospiz frei.

    Nun bin ich sehr zwiegespalten.

    Einerseits ist das für mich der Todestrakt. Dann die komische Sache, dass der SAPV nur anruft und ein Platz ist frei, wobei ich schon vor zwei Monaten nachgefragt hatte.

    Dann werden die dort nicht müde immer und immer wieder zu betonen, wie TOLL dort alles ist. Wie wunderbar und wie sie dort alles für den Todgeweihten und seine Angehörigen tun werden.

    Ich solle doch bitte wirklich JEDERZEIT fragen, anrufen, was auch immer.
    Bei meiner ersten Frage, dass meine Mutter das Ersatzmedikament für Macumar bereits früher nicht vertragen hätte, wurde ich angezickt von einer unfreundlichen Frau, die wohl gestern Abend zuständig war.

    Das Bad stinkt, wie denn die Lüftung funktioniert, ob sie überhaupt funktioniert. Das war auch wieder die falsche Frage.
    Sie wurde richtig pampig und schickte die Leitung, die mir Stress attestierte.

    Mag ja sein, aber für einen Tagessatz von 409€, wo wir noch nicht wissen, ob das die Krankenkasse trägt, und der ständigen Selbstbeweihräucherung, darf ich das doch mal ansprechen.

    Ich hab dann erstmal meine Mutter, die nichts mehr mitkriegt meiner Schwester überlassen und bin nach Hause.

    Heute mag ich kaum noch dahin. Ich finde alles richtig schlimm. Wie das so läuft. Habe auch überlegt, meine Mutter zu uns zu holen. Ich habe jetzt gerade Urlaub.

    Aber wenn ich arbeite ist das kaum zu machen. Mit den Kunden war es schwierig für mich immer freundlich und professionell zu sein. Muss aber sein.

    Wahrscheinlich bin ich deshalb gerade so mit der Welt durch.


  2. Registriert seit
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    AW: Erfahrungen zur Pflege Angehöriger Zuhause/Hospiz

    Hospiz ist toll. Um Welten besser als Krankenhäuser oder Seniorenheime. In den meisten Fällen auch sehr viel besser als alles was man in häuslicher Umgebung hinbekommen kann.

    Dein Post strotzt ja jetzt schon vor kaum bewältigbaren Schwierigkeiten, die ihr in häuslicher Umgebung ständig habt. Das wird mit zunehmendem Krankheitsverlauf nicht besser, sondern nur immer schwieriger, die ganzen Dienste und praktischen Probleme unter einen Hut zu bringen. Die Erkrankten, um die es eigentlich gehen sollte, bleiben in dem ganzen Orga-Chaos leicht auf der Strecke.

    Im Hospiz steht dagegen eure Mutter im Mittelpunkt. Ich kann euch nur sehr dazu raten, den angebotenen Platz im Hospiz anzunehmen

  3. Avatar von Hair
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    AW: Erfahrungen zur Pflege Angehöriger Zuhause/Hospiz

    Haben wir ja schon.
    Meine Mutter ist aber ungeheuer traurig. Sie wollte mit aller Macht zuhause bleiben und hat sich jetzt total in sich zurückgezogen.

  4. Avatar von Hair
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    AW: Erfahrungen zur Pflege Angehöriger Zuhause/Hospiz

    @britwi, das sind genau die Allgemeinplätze, die ich täglich zu hören bekomme.
    Deshalb würden mich Erfahrungen anderer User interessieren.
    Positiver oder negativer Art.

  5. Inaktiver User

    AW: Erfahrungen zur Pflege Angehöriger Zuhause/Hospiz

    Hospitz! Bevor du vor die Hunde gehst!

    Schwer? Ja! Aber der einzige Weg. Deine Mutter wird hoffentlich bald alles hinter sich haben. Wenn nicht wird das für alle nicht sonderlich leicht. Ich wünsche deiner Mutter bald Erlösung!

    Und dir - das es schnell geht.

  6. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Erfahrungen zur Pflege Angehöriger Zuhause/Hospiz

    Zitat Zitat von Hair Beitrag anzeigen
    Haben wir ja schon.
    Meine Mutter ist aber ungeheuer traurig. Sie wollte mit aller Macht zuhause bleiben und hat sich jetzt total in sich zurückgezogen.
    Das tut mir leid.
    Deine Mutter ist jetzt alleine zu Hause in diesem schlechten Zustand? Ich hab das nicht richtig verstanden :(.
    Das kann nicht lange gutgehen, ist zu befürchten. Wie ist denn die Prognose?

    Wenn sie umkippt und vom Pflegedienst gefunden wird kommt muss ohnehin rasch gehandelt werden.
    LG Ivi

  7. Avatar von Sneek
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    AW: Erfahrungen zur Pflege Angehöriger Zuhause/Hospiz

    Die Mutter ist doch schon im Hospiz.

  8. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Erfahrungen zur Pflege Angehöriger Zuhause/Hospiz

    Zitat Zitat von Sneek Beitrag anzeigen
    Die Mutter ist doch schon im Hospiz.
    Danke.
    LG Ivi

  9. Avatar von Ivonne2017
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    AW: Erfahrungen zur Pflege Angehöriger Zuhause/Hospiz

    Die Betreuung war hervorragend, was ich mitbekommen habe. In beiden mir bekannten Fällen hätte das zu Hause niemals gestemmt werden können.
    Besuch der Angehörigen war jeden Tag möglich.
    Ja, sehr traurig.
    LG Ivi

  10. Avatar von taggecko
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    AW: Erfahrungen zur Pflege Angehöriger Zuhause/Hospiz

    Bei mehreren Hirnmetastasen, die nicht bestrahlt oä werden würde ich auch dringend für Hospiz plädieren. Der Verfall geht irgendwann meist recht schnell, es kommen oft Persönlichkeitsveränderungen und dann zunehmend Schläfrigkeit.
    Wünsche Euch viel Kraft.

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