+ Antworten
Seite 3 von 3 ErsteErste 123
Ergebnis 21 bis 23 von 23

  1. Registriert seit
    09.06.2016
    Beiträge
    66

    AW: Meine krebskranke Tochter ist verstorben. Was kommt jetzt? Wie verarbeite ich das

    @Traumengel, danke für deine Rückmeldung.
    Das du über die Zeit mit deiner Tochter, auch über die schwere, so liebevoll resümieren kannst, finde ich bemerkenswert. Gerade, weil der Abschied erst so kurze Zeit her ist.
    Das zeigt, dass du dich schon lange mit der Situation auseinandergesetzt hast und dich auch vielleicht vorbereiten konntest ( soweit man sich auf sowas vorbereiten kann ?).
    Behalte dir diese positive Einstellung zur Unabwendbarkeit, aber auch zur Fülle der schönen, erlebten
    Ereignisse.
    Viele Menschen, die im Trauerprozess sind, wollen eine Begründung und zerbrechen an der fehlenden
    Erklärung.
    Mein Kind ist völlig unvorbereitet gegangen, morgens ins Krankenhaus mit unklarer Diagnose und nachmittags
    schon nicht mehr unter uns. Der Grund wurde erst bei der Obduktion erkannt.
    Hätte mir jemand vorher gesagt, sowas kann passieren - ich hätte gesagt, das überlebe ich nicht.
    Aber doch habe ich es überlebt, wie du schreibst, man wird stark, wenn man muss !
    Wunderbar, dass du einen Partner hast, der dich auffangen kann.
    Das hat mir leider gefehlt, denn vermutlich ist mein Mann als Papa ebenso in der Trauer verstummt, wie ich.
    Unsere Ehe ist dann auch (sicherlich nicht nur deswegen) 18 Jahr später in die Brüche gegangen.
    "Gerettet" hat mich wohl der Umstand, innerhalb der 2 darauffolgenden Jahre noch 2 weitere Kinder zu bekommen und damit nach und nach Abstand vom Verlust.
    Liebe Traumengel, pass auf dich auf, schau auf dich und deine Gefühle.
    Und teile diese anderen auch mit - ich hatte die Erfahrung gemacht, dass die meisten Menschen einfach nicht wissen, wie man mit Trauernden kommunizieren soll/kann.
    Aus Angst, dann etwas verkehrt zu machen halten sie dann Abstand und Kontakte, die vielleicht wichtig sind, brechen ab.
    Meine Gedanken sind auch heute, nach über 30 Jahren, noch ab und an bei meinem kleinen Jungen, der jetzt vielleicht Familienvater wäre.
    Aber diese Gedanken sind nicht mehr traurig, sondern einfach liebevoll und ich habe erst vor 2 Wochen in einer Breslauer Kirche ( bin nicht gläubig )bei einem Ausflug wiedermal eine Kerze angezündet.
    Gib dir einfach viel, viel Zeit und lass dich trösten, umarmen und langsam dein neues Leben auf dich zukommen.
    LG M.

  2. Avatar von Traumengel
    Registriert seit
    20.03.2006
    Beiträge
    86

    AW: Meine krebskranke Tochter ist verstorben. Was kommt jetzt? Wie verarbeite ich das

    Vielen Dank jofi2. Das war auch schon eine Überlegung von mir.

  3. Avatar von Traumengel
    Registriert seit
    20.03.2006
    Beiträge
    86

    AW: Meine krebskranke Tochter ist verstorben. Was kommt jetzt? Wie verarbeite ich das

    Hallo neuverheiratet,
    es tut mir gut was Du schreibst. Ich war aber sehr betroffen über das was Du schreibst wie Dein Kind von Dir gegangen ist. Da war keine Zeit des Abschied nehmens.
    Du hast recht, ich konnte mich darauf einstellen, aber immer mit der Hoffnung, das es noch ein Wundermittel geben wird. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Obwohl meine Tochter wohl schon früher von ihren Ärzten informiert wurde, das es keine Heilung mehr gibt. Sie ist mit ihrem Vater immer nach Tübingen zur Untersuchung gefahren. Ich habe es seelisch nicht geschafft an einem Tag fast 800 km zu fahren. Von daher war es ihr überlassen was sie mir erzählen tat. Leider habe ich in letzter Zeit schon mal geäußert, das ich an meine Grenzen stoße, damit sie manche Ungeduldvon mir begreifen konnte. Wenn ich aggieren kann geht es mir gut. Wenn ich aber sah wie sie leiden tat und die Medikamente nicht so halfen, dann wurde ich sehr nervös und rappelig. Da fand ich es gut es ihr auch so zu erklären. Ich bin auch nur ein Mensch und es ist mir oft so schwer gefallen, sie aufzumuntern. Meine Ehe denke ich hat auch darunter sehr gelitten. Mein Exmann ist ein sehr lieber Mensch, aber er kann nicht Dinge von sich aus machen. In einem Film hieß es mal.......Trauernde können sich gegenseitig nicht trösten. Ich glaube das es so ist. All sie Arztbesuche ( mein Exmann ging da auch mit hin wenn ich es wollte) und all die Chemotherapien habe ich mit meiner Tochter alleine gemacht. Ich bin damals nur ein paar Stunden arbeiten gegangen und darum ging es so ganz gut. Nach der Scheidung dann aber 30 Stunden in der Woche mit netten Kollegen, wo ich jederzeit meine Arbeitszeit tauschen konnte.
    Nun habe ich einen neuen Partner. Der Anfang unserer Beziehung war auch nicht so einfach. er war von seiner damaligen Frau auch einfach gegen einen anderen Mann ausgetauscht worden. er verlor sein Zuhause und seine drei Kinder mit Einemmal. Da mußte erst wieder Vertrauen zu einer neuen Partnerin aufgebaut werden. Aber dann war er in all dieser Zeit für mich und meine Tochter da. Die letzten Monate habe ich meine Tochter mit zu ihm genommen und sie hat sich wohl gefühlt. Ich glaube mein neuer Partner weiß mehr über sie als ihr Vater.
    Ich bin in Gedanken oft den Weg gegangen wenn sie gesund würde. Aber auch den Weg wenn sie mich verlassen würde. Darum bin ich jetzt in einem Zwiespalt. Ich habe mir ausgemalt wenn sie geht, dass sie ein schönes Leben hatte, sie von ihren Schmerzen erlöst ist. Ich versuche jetzt krampfhaft mir die Situationen vor Augen zu halten, wie sie mit Schmerzen und Übelkeit auf der Couch lag. Ich komme so schlecht an diese Bilder, denn schaue ich mir Fotos von ihr an, dann strahlt sie immer nur. Ich habe auch in letzter Zeit gedacht, wäre sie nur erlöst und nun finde ich meine Gedanken schlimm. Sie haben mich ja irgendwie auch an meinem neuen Leben gehindert. Ich hätte aber alles für sie getan, damit es ihr gut geht und mein Partner unterstütze das und hatte Verständnis dafür, dass ich nicht zu ihm ziehen konnte. Das hätte sich auch noch ewig hinziehen können. Nun hat sich so vieles für mich geändert. ich kann zu ihm ziehen, wir können die Wochenenden machen was wir wollen und in Urlaub fahren. Aber ich habe nun das Gefühl es geht auf Kosten meiner Tochter. Ich hätte ihr solch ein schönes Leben gewünscht. Sie hätte so viel Gutes in der Welt bewegen können. Sie hat jetzt schon durch ihren Tod so viele Menschen zusammen gebracht. ich habe eine Freundin von ihr die sich so gut um mich kümmert und mit der ich reden kann. mit einer anderen Freundin von ihr kann ich weinen. Sie hat meine Tochter abgöttisch geliebt und vermisst sie genauso wie ich. Eine andere Freundin kommt heute vorbei und wir machen zusammen ein Fotoalbum von meiner Tochter fertig. Es sind sehr viele Menschen für mich da. Und trotz allem fühle ich mich so leer. Schwebe irgendwie im Weltall umher und finde nicht auf die Erde zurück. Ständig bin ich traurig und weine. Aber ich habe nun mehr Kontakt zu meiner älteren Tochter. Das ist gut denn ich weiß nicht wie sie damit klar kommt.
    Ich habe immer Kerzen angemacht sobald ich irgendwo in einer Kirche war. Ich glaube nicht an die Kirchengemeinden, aber schon das es "daoben" Jemanden gibt und auch das ich sie wiedersehen werde. Das gibt uns wohl die Kraft dies zu überstehen. Das hat sie mich vor ihrem Tod auch gefragt........sehen wir uns wieder. Ich sagte.....JA.
    Lg traumengel

+ Antworten
Seite 3 von 3 ErsteErste 123

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •