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  1. Registriert seit
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    AW: Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Demenz ?

    Zitat Zitat von Daphnia Beitrag anzeigen
    Für mich selbst bin ich noch unschlüssig. Aber ich kann Henriette verstehen. Und gut gemeint muss nicht immer gut sein für die Betroffenen (ich habe das jetzt bei 3 Elternteilen hinter mir-und mache mir immer wieder drüber Gedanken, ob alles so richtig war, was ich da als gut empfand).
    Ja, bei uns auch 3 Elternteile. Dabei kann ich noch nicht einmal sagen, dass der Pflegenotstand oder ähnliches mich abschreckt. Vielmehr ist es die Art und Weise, wie eine Art sanfter Tod nicht zugelassen wird. Wenn du von allen drei Teilen zu einem bestimmten Zeitpunkt hörst, dass sie keine Lust mehr haben, diese Wünsche aber ungehört im Nirwana landen, dann kann ich gar nicht das Richtige tun. Ich kann zwar da sein und verwalten, aber mehr auch nicht.

  2. Avatar von gittifrau48
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    AW: Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Demenz ?

    Genau aus diesen geschilderten Gründen verstehe ich nicht, dass noch immer grundsätzlich gegen Sterbehilfe argumentiert wird, zumal eine menschenwürdige Pflege kaum gewährleistet werden kann.
    Zum Thema Sterbehilfe gibt es heute Abend im ZDF noch eine interessante Doku mit Dunja Hayali, die auch in der Mediathek zu finden ist.

    Zwar habe ich mit Vorsorgevollmacht und Patiententestament versucht, mein Lebensende abzusichern, aber meine Erfahrungen, dass dies beachtet wird, sind eher negativ.

    Da ich selbst in der Tagespflege des ehemaligen Pflegeheimes meiner Mutter ehrenamtlich arbeite, kenne ich die Realität und wünsche mit einfach ein würdiges Lebensende.
    Das Glück hängt nicht davon ab,
    wie viel wir haben,
    sondern wie viel Freude wir daran haben.

    Otto von Frohnau

  3. Avatar von WhiteTara
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    AW: Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Demenz ?

    Zitat Zitat von britwi Beitrag anzeigen
    In der Aufzählung hast du nun selbst leider auch die Angehörigen vergessen.
    Nein, die habe ich nicht vergessen: Mir ging es für den Post tatsächlich nur um die Leute, die beruflich mit den Betroffenen zu tun haben, weil ich gerade in der Klinik schon öfter die Erfahrung machte, dass die Sparten nicht unbedingt gut zusammen arbeiten und wenn, dann die Wertschätzung des Könnens/Wissens der jeweils anderen Berufe manchmal ganz fehlte.

    Was du ansprichst, dass Erfahrungen/Wissen von Angehörigen nicht nur gehört, sondern gezielt auch genutzt werden soll und der Austausch von Betroffenen/Angehörigen und den beruflichen Sparten ganz wichtig ist; das ist für mich noch eine ganz andere Baustelle (wo es leider auch oft hakt)

    Unsere Senioren und ihre Angehörigen würden es nicht bestätigen, dass das Leben im hohen Alten so ein Graus zu sein scheint. Und ein friedvolles, würdiges Ende finden die meisten auch: in meinem Wohnbereich kann ich mir gar nicht daran erinnern, dass auch nur einer/eine vom blöder Räderwerk "Medizin muss Leben erhalten" (egal zu welchem Preis) zermalmt wurde. Es entscheiden sich fast alle, zu einer Zeit, wo sie es noch selbst kund tun können, dafür nicht zum medizinischen Versuchobjekt/-spielball zu werden. Die gehen nur noch in die Klinik, wenn was akutes/heilbares haben (wie z.B. Knochenbruch), gen Lebensende wird dann halt im Heim palliativ behandelt. Und nee - wir lassen unsere Senioren nicht allein liegen und sterben, weil wir keine Zeit haben nach ihnen zu schauen. Aber auch da gilt: erspüren was gewünscht ist und gut tut; manch einer kann erst wirklich sterben, wenn Angehörige/Pfleger endlich mal nicht am Bett sitzen

    Ich kann aber auch Menschen verstehen, die irgendwann selbst entscheiden wollen, dass sie mit ihrem Leben nun fertig sind und das was vielleicht noch käme eine derart unschöne Aussicht ist, dass sie ganz bewusst nun aus dem Leben scheiden wollen.
    Aber es ist ein heikles Thema, weil genau an dem Punkt dann leider ziemlich viel Schindluder getrieben werden kann.
    LG WhiteTara


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    AW: Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Demenz ?

    Zitat Zitat von WhiteTara Beitrag anzeigen
    Aber es ist ein heikles Thema, weil genau an dem Punkt dann leider ziemlich viel Schindluder getrieben werden kann.
    Mit lebensverlängernden Maßnahmen aber auch.

  5. Avatar von WhiteTara
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    AW: Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Demenz ?

    Zitat Zitat von untitled Beitrag anzeigen
    Mit lebensverlängernden Maßnahmen aber auch.
    Ja klar - da kann genauso aus Profitgier Schindluder getrieben werden, wenn das Wohl des Betroffenen missachtet wird
    LG WhiteTara


  6. Registriert seit
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    AW: Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Demenz ?

    So ich war heute da, zum Gespräch mit Pflegedienstleitung und Stationsleitung. Ist ganz gut gelaufen . Ich habe begründet, dass ich FeM nicht möchte und nicht beantragen werde. Es wurde dann argumentiert die müssten sich absichern wegen Heimaufsicht und MdK, wenn er so oft stürze. Wir haben dann über Maßnahmen zur Reduktion der Verletzungsgefahr gesprochen. Er ist 2x mit dem Kopf gegen die Heizung gefallen und müsste dann genäht werden, also entweder den Sessel vor die Heizung stellen oder die Ecken Polstern. Kleine Kinder bindet man ja auch nicht fest, sondern macht die Wohnung kindersicher.

    Er hat einen Helm, den ich noch nie gesehen habe, er soll ihn mal fragen, mal sehen, ob er ihn toleriert. Er soll Gehtraining bekommen. Er soll Stoppersocken tragen, damit er nicht so rutscht beim Aufstehen, ich habe ihm welche gekauft. Die Schuhe zieht er ständig aus.
    Ich habe dann das Gesprächsprotokoll unterschrieben, dass ich über die Sturzgefährdung aufgeklärt wurde, dass ich weiß, dass daraus schwere Verletzungen resultieren können und welche Maßnahmen ergriffen werden sollen.

    Dann habe ich noch die dünne Personaldecke nachmittags angesprochen, es wären gerade neue Leute eingestellt, die eingearbeitet werden. Und der Betreiberwechsel sei positiv, es solle investiert werden. Warten wir es mal ab.

    Heute Mittag machte mein Vater einen guten Eindruck. Beim Essen war heute auch genug Personal da , nach Angaben meiner Mutter war das in den letzten 2 Monaten nicht immer so.

  7. Avatar von WhiteTara
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    AW: Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Demenz ?

    Hey - das klingt doch gut

    Befremdlich finde ich das Argument, das Heim müsse sich gegenüber MdK oder Heimaufsicht absichern. Die prüfen lediglich: mehrere Stürze -> was ist da los? Und dann wird geprüft: Gibt es eine Sturzrisiko-Einschätzung und was wird getan, um das Risiko und mögliche Verletzungen zu verringern ? --> es ist völlig schnuppe WAS dann an Maßnahmen ergriffen wird, hauptsache es ist sinnvoll begründet, wieso die gewählten Maßnahmen das Risiko mindern können und dann gewährleistet, dass es umgesetzt wird. Mit FeM hat das erstmal gar nichts zu tun, weil diese wirklich das allerallerletze Mittel der Wahl wären

    Wenn sich die Tücken mit solch banalen Dingen wie Antirutschsocken und Kantenschonern minimieren lassen, dann kaufst du halt 3 Paar neue Socken. Das ist ja nun flugs getan.

    Solche Gesprächsprotokolle mit Unterschriften von beiden Seiten sind wichtig -> das Heim hat dir die Risiken nochmals aufgezeigt und du bist willens diese in Kauf zu nehmen und anders rum, ist schriftlich festgehalten, was auch von Seite des Heim getan werden soll.

    Einige unsere dementen Senioren sind eifrige "draußen allein Spazierer" und es wird eben auch das Risiko von Angehörigen und Mitarbeitern getragen, dass wenn es dumm läuft eben auch etwas Gravierendes passieren könnte, aber die Eigenständigkeit und Freiheit des betroffenen Menschen eben als das kostbarere Gut angesehen wird!
    Wie du sagst: mit Kindern geht es einem ja ähnlich -> es kann so viel passieren, gerade auch weil Risiken oft noch nicht richtig eingeschätzt werden können. Dennoch lässt man seine Kinder klettern, von Mauern springen, Fahrrad fahren etc. und versucht eben die Risiken möglichst gut in Schach zu halten.
    LG WhiteTara


  8. Registriert seit
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    AW: Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Demenz ?

    Danke WhiteTara für deine ausführlichen Berichte aus der Praxis

  9. Avatar von WhiteTara
    Registriert seit
    10.06.2007
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    AW: Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Demenz ?

    Gern geschehen
    LG WhiteTara

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