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  1. Avatar von Daphnia
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    AW: Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Demenz ?

    Fritzi,
    die Gerichte scheinen inzwischen sehr zurückhaltend,fem zu genehmigen-nach unserer Erfahrung.
    Bei Schwiegermutter kam jmd vom Gericht und lehnte Bettgitter ab. Sogar an ihrem Todestag war nochmals eine gerichtl. Begutachtung geplant.
    Wir hatten uns gewundert,welcher Aufwand und wieviele Personen damit zugange waren-auch die Hausärztin wurde nochmal um Stellungnahme gebeten.
    So schnell ging das also nicht wie das Pflegeheim das wollte. Ist aber sich unterschiedlich je nach AGericht.
    Daphnia


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    AW: Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Demenz ?

    Zitat Zitat von Apprenti Beitrag anzeigen
    Bei meiner dementen Schwiegermutter stand in dem "normalen" Pflegeheim auch eine Fixierung an: wegen Eigen- und Fremdgefährdung.

    Mein Mann und seine Geschwister haben sich dann jedoch entschlossen sie in einem spezial Heim für Demenzkranke unter zu bringen. Dort wurden Wege so angelegt, dass die Patienten stundenlang (wenn sie es wünschen) in einer 8 laufen können. Du kannst ja mal nach Pro 8 googlen. Und die Heime sind auch geschlossen (ich hoffe, das fällt nicht unter Werbung).
    Meine Oma war in einem Heim, in dem während ihres Aufenthalts einiges umstrukturiert wurde.
    Es war wahnsinn, zu sehen, wie sich auch ihr Verhalten dadurch geändert hat. Sie wollte
    anfangs auch immer weg, ist nachts weggelaufen und daher in eine geschlossene Abteilung gekommen.
    Da stand sie dann immer vor der Tür, wurde panisch und wurde raus. Das hat sich schlagartig geändert,
    als über Tür und Wand ein riesengroßes Bild gemalt wurde, sodass die Tür einzeln kaum erkennbar war.
    Seitdem war dieser Weglauf-Drang komplett weg einfach dadurch, dass die Tür nicht mehr sichtbar war (die natürlich trotzdem geschlossen war).

    Fixiert wurde sie nie, konnte aber durch die Gestaltung auch relativ 'entspannt' auf und ablaufen...

  3. Avatar von fritzi72
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    AW: Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Demenz ?

    Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts ist es den Gerichten aufgegeben, sehr zurückhaltend zu entscheiden und die Notwendigkeit der Hinzuziehung eines Richters soll für die Heime ja auch eine Hürde sein, nicht aus "Bequemlichkeit" schnell zu fixieren.

    Ich denke, das Heim will sich möglicherweise beim zuständigen Gericht nicht den Ruf holen, viel und schnell zu fixieren und schickt deshalb quasi peka vor und hofft, vielleicht nicht zu unrecht, dass ein Antrag, der von einem Angehörigen gestellt wird, eher positiv beschieden wird, als einer vom Heim.
    Da die gerichtliche Entscheidung nicht den Antrag einfach "abnicken" soll, wird mit Stellungnahmen versucht, ein objektives Bild der Lage zu erhalten.
    Wenn mich die weltpolitische Lage deprimiert, denke ich an die Ankunftshalle in Heathrow. Es wird immer behauptet, wir leben in einer Welt von Hass und Habgier, aber das stimmt nicht. Mir scheint wir sind überall von Liebe umgeben. Oft ist sie weder besonders glanzvoll noch spektakulär, aber sie ist da. Väter&Söhne, Mütter&Töchter, Ehepaare, Verliebte, alte Freunde.
    Ich glaube, wer darauf achtet, wird feststellen können, dass Liebe tatsächlich überall zu finden ist

    Intro "Tatsächlich Liebe"


  4. Registriert seit
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    AW: Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Demenz ?

    Mach das auf keinen Fall!!!!

    Im Altenheim kann das Bett runter gefahren werden und eine Sturzmatte davor gelegt werden

    Ohne richterliche Anordnung darf weder fixiert werden noch das Bettgitter hoch gemacht werde was übrigens Lebensgefährlich sein kann wenn Demenzkranke Menschen darüber steigen, denn das tun sie...

    Ein Haltegurt im Rollstuhl falls er vorne überfällt wie ein Sicherheitsgurt im Auto mit Klick Verschluss O.K.

    Wie gesagt Du darfst die Fixierung überhaupt nicht frei geben, das darf nur ein Richter! Selbst im KH ist das verboten, es erleichtert nur die Pflege aber hilft nicht dem Menschen, eine reine Arbeitserleichterungsmaßnahme!!!!!
    Das Leben macht was es will und ich auch!


  5. Registriert seit
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    AW: Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Demenz ?

    Zitat Zitat von Veranoazul Beitrag anzeigen
    Wie gesagt Du darfst die Fixierung überhaupt nicht frei geben, das darf nur ein Richter! Selbst im KH ist das verboten, es erleichtert nur die Pflege aber hilft nicht dem Menschen, eine reine Arbeitserleichterungsmaßnahme!!!!!
    Und trotzdem passiert es. Bettgitter, die quasi beim kleinsten Anzeichen für Delir oder Demenz standardmäßig hochgezogen wurden (und auch bei Abklingen des Delirs oben blieben), haben wir leider mehrfach erlebt. In einem Krankenhaus, das ganz groß damit wirbt, "demenzfreundlich" und für den Bereich Geriatrie außergewöhnlich gut qualifiziert zu sein.

    Als ich mich dort unter Berufung auf die Vorsorgevollmacht klar gegen die Bettgitter ausgesprochen habe wurde mir von Pflegern und Ärzten (neben ganz viel "aber es wäre doch gaaanz furchtbar, wenn er aus dem Bett fällt und sich erneut verletzt!") nahegelegt, ich könne ihnen zwar die Gitter untersagen. Aber dann müsste ich halt meinen Vater (mit akuter Oberschenkelhalsfraktur frisch operiert!) in ein anderes Krankenhaus verlegen lassen.

    Ich habe gekuscht. Eine Verlegung hätte meinen Vater zusätzlich belastet. Die anderen Krankenhäuser in der Region sind erfahrungsgemäß noch schlechter. Ich habe auch im Nachhinein nichts unternommen (Beschwerde, Anzeige, Presse, was auch immer). Es war nur allzu absehbar, dass wir genau dieses Krankenhaus bei späteren Anlässen wieder brauchen. Ein Lehrkrankenhaus übrigens: dort wird auch die nächste Generation junger Ärzte und Pflegender ausgebildet ...

    Bitter, scheußlich, fachlich nicht sinnvoll, rechtlich nicht zulässig. Aber leider nach wie vor Realität.

    Eine Realität, die meines Erachtens sehr viel mit dem Pflegenotstand zu tun hat: Es fehlt Zeit für Beobachten / Gespräche / Beruhigen / Beschäftigen. Es fehlt Zeit dafür, individuell auf unruhige, "schwierige" Patienten einzugehen.

    Ich konnte das als einzige Angehörige, die sich parallel dazu um das je andere Elternteil kümmern mußte, und selbst auch Anfahrts- und Rekreationszeiten brauchte, nicht komplett auffangen. Obwohl ich weit über meine Belastungsgrenzen ging. Geht mir heute noch nach.


  6. Registriert seit
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    AW: Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Demenz ?

    Zitat Zitat von Veranoazul Beitrag anzeigen
    Wie gesagt Du darfst die Fixierung überhaupt nicht frei geben, das darf nur ein Richter! Selbst im KH ist das verboten, es erleichtert nur die Pflege aber hilft nicht dem Menschen, eine reine Arbeitserleichterungsmaßnahme!!!!!
    In einem Fall habe ich es (anscheinend widerechtlich) freigegeben, da im KH ansonsten kein Heilungsprozess möglich gewesen wäre. Gab keine andere Möglichkeit, habe ich mir vor Ort angesehen. Spezielle Fachstationen in Krankenhäusern sind auf Demenz/Alzheimer nicht eingestellt.


  7. Registriert seit
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    AW: Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Demenz ?

    Vielen Dank, die ihr euch so viel Mühe gebt, zum thema was beizutragen, bes. whiteTara, Britwi und alle anderen.
    Ich kann gar nicht auf jeden Punkt antworten !
    Ja, die Leitlinie zu FEM hatte ich auch schon gegoogelt und die Rechtssprechung vom BGH vom letzten Jahr zur Fixierung habe ich verfolgt.
    Es ist mir klar, dass das Gericht entscheidet- wir hatten das schon bei dem Funkarmband, was ich aber auch sinnvoll fand. <Aber mir wurde jetzt kommentarlos ein ausgefülltes Formular geschickt mir der Aufforderung, dass zu unterschreiben und ans Amtsgericht zu schicken

    Ich habe heute die Pflegedienstleiterin angerufen, die das geschickt hat. Sie meinte, dass sei doch alles von der Stationsleitung mit mir und meiner Mutter besprochen, sie habe es nur geschickt. Nein, es wurde nicht mit uns gesprochen. Ich habe ienen Termin für Freitag vereinbart, um meinen Standpunkt persönlich darzustellen.

    Es ist ein Heim mit mehreren Häusern. Eins ist als Demenzstation umgebaut, mit eingezäuntem Garten (mein Vater ist letztes Jahr einmal über den Zaun geklettert, ein anderes Mal aus dem Fenster gestiegen, im Zimmer eines bettlägerigen Bewohners, dessen Fenster nicht gesichert war). Die Glastür nach draußen wurde mit einer Folie beklebt, so dass sie aussieht wie eine Mauer, der Drehgriff ist schwer zu betätigen, der Türöffner weit entfernt angebracht: aber das alles durchschauen die dementen Bewohner, wie hier schon geschrieben wurde.

    Im letzten Jahr, als mein Vater dort einzog, wurde uns versichert, es würde kein Bewohner fixiert (außer Funkarmband bei den sehr mobilen). Alle Mitarbeiter seien geschult und machten regelmäßige Fort- und Weiterbildungen. Am Anfang gingen die Mitarbeiter auch sehr entspannt mit der Situation um, wenn er Möbel umräumte, hieß es, lassen Sie ihn, wir räumen später wieder auf. Er durfte nachts auf dem Flur laufen. Aber ich habe das Gefühl, dass es im Laufes von diesem einen Jahr zu deutlichen Verschlechterungen gekommen ist, man sieht kaum noch Pflegekräfte nachmittags, die Bewohner sitzen und laufen alleine rum. 2 Pflegekräfte versorgen derweil bettlägereige Bewohner. Außerdem sind oft nur "Praktikanten" da, niemand vom Stammpersonal (das ich immer als freundlich und kompetent erlebt habe). Letztes Jahr gab es noch regelmäßig Spaziergänge mit den Bewohnern, ich habe erlebt, dass ein anderer Bewohner ebenfalls sehr aggressiv reagierte, wenn er raus wollte- dann zog sich jemand die Jacke an und ging mit ihm spazieren.

    Jetzt erlebe ich so etwas nicht mehr, es gab auch einen Betreiberwechsel, zumindest heißt das Heim seit diesem Monat anders (eine Mitteilung darüber gab es nicht). Die Pflegedienstleitung ist auch neu. Mag also sein, dass das ganze auf Personalmangel zurückzuführen ist. Mein Mutter geht übrigens jedes Mal mit ihm spazieren.

    Ja, in der Psychiatrie habe ich den Fixierungsmaßnahmen auch zugestimmt, wurde damals quasi überfahren- und da ist mir auch erst bewusst geworden, was das bedeutet für einen Menschen: gefesselt, er wird daran gehindert aus dem Bett oder dem Stuhl aufzustehen, die Arme zu bewegen (damit er die Infusion nicht rausziehen kann) und weiß nicht mal warum. Und dann heißt es: er ist inkontinent, was er vorher nicht war. Aber wie soll er denn zur Toilette gehen und wie sich bemerkbar machen, wenn er nicht verständlich sprechen kann und auch niemand bereit ist, auf seine Signale zu achten. Oder: er isst und trinkt nicht, denken Sie über eine PEG nach- er stand mitten im Zimmer im Rollstuhl fixiert mit einer Sitzhose und Tisch, Bremsen festgestellt und das Tablett mit dem Essen stand unerreichbar auf dem Tisch

    Und als er vor 1 Woche im Krankenhaus war nach Sturz hieß es sofort: heute nacht wird er fixiert, das dürfen wir für 24 Stunden ohne richterliche Anordnung. Wenn Sie das nicht wollen, müssen Sie sich die ganze Nacht ans Bett setzen und ihn betreuen, bei uns gibt es dafür kein Personal ! (Am nächsten Tag hieß es, er ist ja übers Gitter geklettert und hat in die Ecke gepieselt- ja, hat ihm denn jemand gezeigt wo die Toilette ist ?)
    Geändert von peka62 (09.04.2019 um 17:56 Uhr)


  8. Registriert seit
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    AW: Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Demenz ?

    Zitat Zitat von peka62 Beitrag anzeigen
    Ich habe heute die Pflegedienstleiterin angerufen, die das geschickt hat. Sie meinte, dass sei doch alles von der Stationsleitung mit mir und meiner Mutter besprochen, sie habe es nur geschickt. Nein, es wurde nicht mit uns gesprochen. Ich habe ienen Termin für Freitag vereinbart, um meinen Standpunkt persönlich darzustellen.
    Boah. Viel Erfolg und gute Nerven für den Termin am Freitag! Es könne wichtig sein, auch mit dem Team direkt auf der Station zu sprechen. Idealerweise vorher (viel fragen / zuhören). Und dann nochmal nach dem Gespräch mit der Pflegedienst-Leitung (Ergebnisse rückmelden, gemeinsame Wege festzurren).

    Zitat Zitat von peka62 Beitrag anzeigen
    Im letzten Jahr, als mein Vater dort einzog, wurde uns versichert, es würde kein Bewohner fixiert (außer Funkarmband bei den sehr mobilen). Alle Mitarbeiter seien geschult und machten regelmäßige Fort- und Weiterbildungen. Am Anfang gingen die Mitarbeiter auch sehr entspannt mit der Situation um [...] Aber ich habe das Gefühl, dass es im Laufes von diesem einen Jahr zu deutlichen Verschlechterungen gekommen ist, man sieht kaum noch Pflegekräfte nachmittags [...] Außerdem sind oft nur "Praktikanten" da, niemand vom Stammpersonal [...] Letztes Jahr gab es noch regelmäßig Spaziergänge mit den Bewohnern [...] Jetzt erlebe ich so etwas nicht mehr, es gab auch einen Betreiberwechsel, zumindest heißt das Heim seit diesem Monat anders (eine Mitteilung darüber gab es nicht). Die Pflegedienstleitung ist auch neu.
    Bei mir läuten ein paar Alarmglocken. Heißt der neue Betreiber womöglich Alloheim? Die Geschäftspraxis dieser Kette scheint, Presseberichten zufolge, hauptsächlich daraus zu bestehen, dass sie gut etablierte und bis zum Verkauf gut arbeitende Häuser aufkaufen. Um sie dann binnen kurzer Zeit durch drastische Einsparungen (nicht nur, aber gerade auch beim Personal) zu Lasten der Bewohner drastisch herunterzuwirtschaften.

    Zitat Zitat von peka62 Beitrag anzeigen
    Und als er vor 1 Woche im Krankenhaus war nach Sturz hieß es sofort: heute nacht wird er fixiert [...] Wenn Sie das nicht wollen, müssen Sie sich die ganze Nacht ans Bett setzen und ihn betreuen, bei uns gibt es dafür kein Personal !
    Oh ja, der Satz wird auch gerne gebracht. Dass man sowas als Angehörige, evt. mit Beruf und / oder weiteren zu versorgenden Elternteilen / Kindern, und halt ganz nebenbei eigenem Ruhebedarf, meist nicht leisten kann, egal: Tochter / Ehefrau, kusch! Laß' dir noch dazu ein schlechtes Gewissen einreden: der arme Patient wird ja bloß fixiert, weil du nicht bereit bist, dir die Nächte um die Ohren zu schlagen (und natürlich trotzdem auch noch am Tag im KH präsent zu sein)!

    Bisher habe ich noch nie gehört dass Söhnen / Männern derartige Sprüche reingedrückt würden. Grrr.


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    AW: Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Demenz ?

    Hallo,

    ich wollte nur einmal meine Erfahrungen dazu schreiben, wie es mit meiner Mutter abgelaufen ist:

    Meine Mutter kam im Herbst 2016 in ein Krankenhaus wegen eines langdauernden offenen Beines und wegen anderer Probleme. In den Jahren davor hatte bei ihr schon eine gewisse Demenz begonnen, aber zusammen mit meinem Vater wurde dies weitgehend verschleiert (z.B. wenn ich anrief, ging grundsätzlich nur mein Vater an's Telefon, das Haus verlotterte immer mehr, wobei sie jegliche Fremdhilfe ablehnten, Besuche von mir und meiner Familie waren nicht erwünscht etc.).

    Bei meinen Besuchen im Krankenhaus konnte ich dann deutlich die beginnende Demenz bemerken. Nachdem die Behandlung beendet war, gab es zunächst keine klare Entscheidung, wie es weitergehen würde, und daher haben wir sie erst einmal in einem kleinen Seniorenheim zur Kurzzeitpflege angemeldet.

    Dort gab es, soweit ich es bei meinen Besuchen feststellen konnte, keine Fixierungen und auch kein Gitter am Bett oder ähnliches. Meine Mutter war zu diesem Zeitpunkg schon 85 Jahre alt und sehr altersschwach und gebrechlich und sollte eigentlich nicht mehr alleine zur Toilette gehen etc. Allerdings ist sie wohl öfter nachts allein aus dem Bett gestiegen oder ist auch mal beim Aufzug entdeckt worden, wobei sie meinte, "sie müsste nach Hause".

    Schließlich ist sie eines Nachts aus dem Bett gefallen und wurde am nächsten Morgen bewusstlos von einer Pflegerin gefunden. Man hat sie zunächst in einen Rollstuhl gesetzt und zum Frühstück gefahren, aber als sie sich dann übergeben musste, hat man schließlich einen Krankenwagen geholt und sie wurde in ein Krankenhaus gebracht.

    Sie hatte sich durch den Sturz eine Hirnblutung zugezogen und war danach längere Zeit nicht mehr ansprechbar. Schließlich wurde sie an Sylvester in ein anderes Krankenhaus transportiert zu einer Not-OP, um den Druck im Kopf zu verringern. Danach ging es in recht kurzer Zeit immer weiter bergab, sie bekam auf Entscheidung meines Vaters und des Bruders (mit Generalvollmacht) eine Magensonde und ist schließlich gestorben.

    Ich weiß nicht, wie es gelaufen wäre ohne diese Hirnblutung. Sicherlich wäre sie trotzdem in den Monaten danach irgendwann gestorben, aber ich denke, der Verlauf wäre langsamer gewesen.

    Von der Möglichkeit, ein Krankenbett herunterzufahren und eine Matte davor zu legen, um Stürze zu verhindern, hatte ich bis dahin nichts gewusst und ich persönlich bin in diesem Heim auch nicht auf das Thema "Fixierung" etc. angesprochen worden. Da die ganze Situation völlig neu für mich war, habe ich mir zunächst auch keine weiteren Gedanken dazu gemacht. Ob mit meinem Vater oder Bruder darüber gesprochen wurde, weiß ich nicht, da das Verhältnis zu beiden sehr schlecht war.
    Wenn Du es eilig hast, gehe langsam!

    Die wahre Achterbahn findet im Herzen statt!
    Geändert von harfe (10.04.2019 um 09:08 Uhr) Grund: Ergänzung

  10. Avatar von Daphnia
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    AW: Freiheitsentziehende Maßnahmen bei Demenz ?

    Hallo harfe,
    die Frage ist doch, ob es für deine Mutter etwas gebracht hätte, wenn sie die paar Monate länger gelebt hätte?
    In welcher Lebensqualität?
    Wir hatten bei Schwiegermutter das bisschen Freiheit höher bewertet als die Sturzgefahr. Sie war ja dann auch 3x gestürzt, 1x schwer mit KH-Folge. Danach ging der Gesundheitszustand rapide abwärts. Und da kam ja auch der Antrag auf fem und das Amtsgericht ins Spiel.
    Die Entscheidung ist so schwer für die Angehörigen. Wir sind aber nachwievor mit unserer Entscheidung zufrieden. Wir meinen in ihrem Sinne gehandelt zu haben, auch wenn das Leben evt etwas kürzer dadurch war.
    Daphnia

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