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  1. gesperrt
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    AW: Wie war es mit Euren Eltern? (Verdacht Demenz, oder ist das normal im Alter?)

    Zitat Zitat von untitled Beitrag anzeigen
    Liest sich schwer nach Demenz. Oder Alzheimer. @Ilazumgeier hat aber recht, ohne Diagnose bringt das nichts. An deiner Stelle würde ich eine Beratungsstelle aufsuchen oder einen standardisierten Test beim Arzt machen.
    Ein standardisierter Test ist nicht wirklich aussagefähig, dazu bedarf es einer eingehenden und spezifischen Untersuchung: bei einem dafür ausgebildten Neurologen. Nicht bei irgendeinem und auch nicht bei einem Allgemeinmediziner. Die können allenfalls eine Verdachtsdiagnose erstellen. Und das hier liest sich durchaus nicht zwingend nach Demenz, schon gar nicht "schwer"!
    Und zwischen Alters-Starrsind und Alzheimer (längst nicht jede Demenz ist Alzheimer) liegen Welten. Für die direkt Betroffenen und die Angehörigen

  2. Avatar von Sneek
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    AW: Wie war es mit Euren Eltern? (Verdacht Demenz, oder ist das normal im Alter?)

    Weder bin ich Demenzexperte, noch würde ich mir eine Ferndiagnose erlauben, aber mir fallen hier noch eine Menge andere Möglichkeiten ein.

    Falls sie sonst allein lebt und wenig Kontakte hat, kommt es vielleicht zu einer Art Kommunikationsoverflow - sie holt alle Gespräche nach, die in den letzten Monaten nicht geführt wurden. Das ist ein Phänomen, das ich auch von jüngeren Menschen kennen, zum Beispiel von Bekannten, die alleine leben und von zu Hause aus arbeiten. Da merkt man direkt, die haben tagelang mit niemandem geredet und drücken einem jetzt eine Kassette ins Ohr.

    Außerdem werfe ich noch Schwerhörigkeit in den Raum, siehe Fernsehproblem. Nachtrag: Steht ja sogar schon im EP drin!

    Wie oft siehst Du Deine Mutter sonst so und wie lange bleibt sie bei Dir zu Besuch?
    Geändert von Sneek (07.04.2019 um 09:11 Uhr)

  3. Avatar von Gedankentiefe
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    AW: Wie war es mit Euren Eltern? (Verdacht Demenz, oder ist das normal im Alter?)

    Das Nicht(mehr)verstehen des Fernsehens war bei meiner dementen Schwiegermutter aber auch ein Signal aus der Anfangszeit der Erkrankung.

    Wir hatten ihr extra einen neuen, großen Fernseher gebracht, dieser enthielt für sie aber nur "Dinge, die ich nicht verstehe, die sprechen in dem Fernseher alle Fremdsprachen"....

    Nach 2-3 Woche wollte sie partout, dass der Fernseher wieder abgeholt wird, da sie die "Fremdsprachen dort drin" nicht verstehe...

  4. Avatar von elli07
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    AW: Wie war es mit Euren Eltern? (Verdacht Demenz, oder ist das normal im Alter?)

    Elinda,

    eine medizinische Diagnose kann für deine Mutter hier wohl niemand stellen aus der Ferne.

    Wie lange ist deine Mutter bei dir zu Besuch ? Wie oft sehr ihr euch "persönlich" ?

    Kommt deine Mutter in ihrem Alltag noch klar ? Also den Haushalt erledigen mit einkaufen, Wäsche machen, Mahlzeiten zubereiten, Wohnung putzen ?

    Bei meiner Mutter ist mir im Nachhinein aufgefallen, dass alte Menschen ihre "Einschränkungen" lange Zeit sehr gut überspielen können, gepaart mit Sturheit nach dem Motto "in meinem Alter kann ich mir dies und jenes erlauben". Ich wollte ihr eine Hilfe organisieren, die die Wohnung regelmäßig putzt, aber dagegen hat sie sich immer mit Händen und Füßen gewehrt.

    Bleib wachsam, ich würde an deiner Stelle schnellstens eine Beratungsstelle aufsuchen, um mich zu informieren, was du für deine Mutter tun kannst. Und vor allem: lass dir von ihr Vollmachten geben, damit du für den Fall der Fälle handlungsfähig bist und es nicht zu einer Betreuung von Gerichts wegen kommt, denn das ist echt blöd.

    Bei meiner Mutter ging es irgendwann ganz schnell, sie ist seit fast 2 Jahren bei mir um die Ecke in einem Pflegeheim untergebracht (sie hat 100 km entfernt gewohnt). Gott sei Dank hat sie mir Jahre vorher eine notarielle Vollmacht gegeben.

    Sie hat schon bei der ersten Begutachtung durch den Medizinischen Dienst Pflegestufe 3 wegen Demenz bekommen. Konnte von ihren Bekannten seinerzeit keiner glauben. Bei Gesprächen beispielsweise hat sie allerdings nur noch Allgemeinplätze beigetragen, auf ein Thema eingehen konnte sie schon lange nicht mehr, aber auch ich habe das lange verdrängt. Nach wie vor ist es so, dass die Demenz Außenstehenden kaum oder garnicht auffällt, wenn man nur eine kurze Zeit zusammensitzt zum Beispiel. Small Talk funktioniert lange hervorragend, das interprtieren dann Außenstehende gerne falsch: "deine Mutter ist ja noch topfit". Meine Mutter hat sogar bis zuletzt ihre langjährige Hausärztin täuschen können.

    Gruß Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)
    Geändert von elli07 (07.04.2019 um 10:34 Uhr)

  5. Inaktiver User

    AW: Wie war es mit Euren Eltern? (Verdacht Demenz, oder ist das normal im Alter?)

    Zitat Zitat von ilazumgeier Beitrag anzeigen
    Ziemlich alterstypische Verhaltensweisen, auch wenn längst nicht alle älteren Menschen sie zeigen. Demenztest? Bitte nichts aus dem Netz! Den müsste schon ein einschlägig erfahrener Neurologe machen. Erzähl-Durchfall: haben oft schon Jüngere, damit lebt für sie die Erinnerung wieder auf. Stell dir vor, es wäre dein CEO oder die Queen, schalte auf Durchzug und sag hin und wieder mhm, ja. ich finds immer noch weniger nervig als die "warum"-Dauerschleife eines Kleinkindes
    Allerdings: mit sehr reduzierten sozialen Kontakten und auch sonst wenig geistigen Anforderungen ist sie eher demenz-gefährdet. Wenn du ihr helfen willst, versuch ihr so viele Anregungen wie möglich zu bieten. Funktionieren wird es aber nur (und wahrscheinlich nicht in dem Maß wie du dir vorstellst), wenn sie etwas interessiert: Neue, komplizierte Stickmuster, Musik/Filme/TV/Lesestoff, die sie früher mochte, und wenns das Goldene Blatt ist. MAL ins Kino, ins Café; nicht überfordern, vielleicht lässt sich die Frequenz erhöhen
    Danke ilazumgeier, den Test bietet mein Hausarzt an. Ja, das mit dem Interesse ist leider so eine Sache. Man kann ihr nur weitere Stickarbeiten geben. Stricken und Häkeln mag sie nicht. Sonst auch gar nichts. Lesen noch, aber sie hat ein Buch so schnell durch, dass ich glaube, dass sie nicht wirklich liest. Mal sehen....

  6. Inaktiver User

    AW: Wie war es mit Euren Eltern? (Verdacht Demenz, oder ist das normal im Alter?)

    Zitat Zitat von Sneek Beitrag anzeigen
    Weder bin ich Demenzexperte, noch würde ich mir eine Ferndiagnose erlauben, aber mir fallen hier noch eine Menge andere Möglichkeiten ein.

    Falls sie sonst allein lebt und wenig Kontakte hat, kommt es vielleicht zu einer Art Kommunikationsoverflow - sie holt alle Gespräche nach, die in den letzten Monaten nicht geführt wurden. Das ist ein Phänomen, das ich auch von jüngeren Menschen kennen, zum Beispiel von Bekannten, die alleine leben und von zu Hause aus arbeiten. Da merkt man direkt, die haben tagelang mit niemandem geredet und drücken einem jetzt eine Kassette ins Ohr.

    Außerdem werfe ich noch Schwerhörigkeit in den Raum, siehe Fernsehproblem. Nachtrag: Steht ja sogar schon im EP drin!

    Wie oft siehst Du Deine Mutter sonst so und wie lange bleibt sie bei Dir zu Besuch?
    Danke dir. Ja, sie ist schwerhörig, lehnt aber jede Art Hörgerät ab. Das kann auf jeden Fall dafür verantwortlich sein, dass sie keinem Film folgen kann, aber trotzdem kommentiert sie volles Rohr (manchmal wirklich zum Brüllen, aber dann auch wieder nervig). Sie kommentiert natürlich total daneben, so schlimm manchmal, dass man sich fragt, ob man etwas ganz anderes sieht als sie.

  7. Inaktiver User

    AW: Wie war es mit Euren Eltern? (Verdacht Demenz, oder ist das normal im Alter?)

    Zitat Zitat von Gedankentiefe Beitrag anzeigen
    Das Nicht(mehr)verstehen des Fernsehens war bei meiner dementen Schwiegermutter aber auch ein Signal aus der Anfangszeit der Erkrankung.

    Wir hatten ihr extra einen neuen, großen Fernseher gebracht, dieser enthielt für sie aber nur "Dinge, die ich nicht verstehe, die sprechen in dem Fernseher alle Fremdsprachen"....

    Nach 2-3 Woche wollte sie partout, dass der Fernseher wieder abgeholt wird, da sie die "Fremdsprachen dort drin" nicht verstehe...
    Das ist ja auch heftig.

  8. Inaktiver User

    AW: Wie war es mit Euren Eltern? (Verdacht Demenz, oder ist das normal im Alter?)

    Zitat Zitat von elli07 Beitrag anzeigen
    Elinda,

    eine medizinische Diagnose kann für deine Mutter hier wohl niemand stellen aus der Ferne.

    Wie lange ist deine Mutter bei dir zu Besuch ? Wie oft sehr ihr euch "persönlich" ?

    Kommt deine Mutter in ihrem Alltag noch klar ? Also den Haushalt erledigen mit einkaufen, Wäsche machen, Mahlzeiten zubereiten, Wohnung putzen ?

    Bei meiner Mutter ist mir im Nachhinein aufgefallen, dass alte Menschen ihre "Einschränkungen" lange Zeit sehr gut überspielen können, gepaart mit Sturheit nach dem Motto "in meinem Alter kann ich mir dies und jenes erlauben". Ich wollte ihr eine Hilfe organisieren, die die Wohnung regelmäßig putzt, aber dagegen hat sie sich immer mit Händen und Füßen gewehrt.

    Bleib wachsam, ich würde an deiner Stelle schnellstens eine Beratungsstelle aufsuchen, um mich zu informieren, was du für deine Mutter tun kannst. Und vor allem: lass dir von ihr Vollmachten geben, damit du für den Fall der Fälle handlungsfähig bist und es nicht zu einer Betreuung von Gerichts wegen kommt, denn das ist echt blöd.

    Bei meiner Mutter ging es irgendwann ganz schnell, sie ist seit fast 2 Jahren bei mir um die Ecke in einem Pflegeheim untergebracht (sie hat 100 km entfernt gewohnt). Gott sei Dank hat sie mir Jahre vorher eine notarielle Vollmacht gegeben.

    Sie hat schon bei der ersten Begutachtung durch den Medizinischen Dienst Pflegestufe 3 wegen Demenz bekommen. Konnte von ihren Bekannten seinerzeit keiner glauben. Bei Gesprächen beispielsweise hat sie allerdings nur noch Allgemeinplätze beigetragen, auf ein Thema eingehen konnte sie schon lange nicht mehr, aber auch ich habe das lange verdrängt. Nach wie vor ist es so, dass die Demenz Außenstehenden kaum oder garnicht auffällt, wenn man nur eine kurze Zeit zusammensitzt zum Beispiel. Small Talk funktioniert lange hervorragend, das interprtieren dann Außenstehende gerne falsch: "deine Mutter ist ja noch topfit". Meine Mutter hat sogar bis zuletzt ihre langjährige Hausärztin täuschen können.

    Gruß Elli
    Danke elli07. Ich sehe meine Mutter zur Zeit ca. 4 mal im Jahr und dann ist sie jeweils so einen Monat bei mir. Es wird schlimmer, sowohl körperlich, als auch mental. Ihren jetzt kleinen Haushalt schafft sie. Da sie sehr schlecht sieht ist es nicht so wie bei mir, aber ok. Sie redet oft von "ins Heim stecken" ... so von anderen und erwähnt dann jedes mal, dass sie sich eher umbringen würde, als in ein Pflegeheim zu gehen, das sie Siechenheim nennt. Sowieso ist sie noch viel sturer geworden, als sie schon immer war.
    Vollmachten habe ich schon lange.
    Hilfe von Fremden will sie absolut nicht, von mir aber jeder Zeit und so oft wie möglich und sie will auch immer überall hin mit, bleibt dann aber im Auto sitzen, manchmal stundenlang, auch wenn es kalt ist. Dafür nimmt sie sich dann dicke Jacken und Decken mit. Sie freut sich etwas zu sehen, sagt sie.

  9. Avatar von elli07
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    AW: Wie war es mit Euren Eltern? (Verdacht Demenz, oder ist das normal im Alter?)

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    .....Sie redet oft von "ins Heim stecken" ... so von anderen und erwähnt dann jedes mal, dass sie sich eher umbringen würde, als in ein Pflegeheim zu gehen, das sie Siechenheim nennt. Sowieso ist sie noch viel sturer geworden, als sie schon immer war.
    Vollmachten habe ich schon lange....
    Gut, dass du Vollmachten hast, das erleichtert vieles.

    Ja, den Jargon "ins Heim stecken", den pflegen viele, auch viele Außenstehende, wenn denn Mutter oder Vater in einem Heim leben. So hat meine Mutter auch geredet, aber am Ende gab es keine Alternative, sie hat mir die Entscheidung überlassen.

    Ich bin Vollzeit berufstätig und hätte nie und nimmer in 100 km Entfernung "bei Fuß" bei meiner Mutter aufschlagen können. Und auch nicht wollen, das gebe ich offen zu. Ich bin mit der Pflegeeinrichtung sehr zufrieden, meine Mutter ist mental richtig aufgeblüht: sie hat jetzt Ansprache und Kontakte, in ihrem Haus war sie völlig vereinsamt, Bekannte und Nachbarn von früher längst verstorben.
    Ich hole sie ein Mal pro Woche zu mir in die Wohnung zum essen und besuche sie ein weiteres Mal im Heim. Sie ist glücklich, sie sieht mich öfters als früher und sie weiss, dass ich im Notfall in der Nähe bin, das ist ihr inzwischen das Wichtigste.

    Es gibt Missstände in Heimen, das mag sein, aber ich kann das in keinster Weise bestätigen. Meine Mutter lebt nicht in einer noblen "Seniorenresidenz", sondern in einer ganz normalen Einrichtung der Samariterstiftung. Das Personal ist wirklich nett und zugewandt.

    Wenn es Spitze auf Knopf steht, wirst du agieren müssen, egal was die Mutter meint. Als wir Kinder waren, haben die Eltern entschieden, was für uns gut ist. Jetzt müssen wir für die Eltern Verantwortung übernehmen, auch gegen ihren Willen.

    Ich wünsche dir viel Kraft !

    Gruß Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

  10. Inaktiver User

    AW: Wie war es mit Euren Eltern? (Verdacht Demenz, oder ist das normal im Alter?)

    @elli07

    Danke für die Wünsche. Ich hoffe, ich werde viel Kraft noch nicht so bald benötigen, aber irgendwie sieht es schon danach aus.... Ich habe schon öfter gehört, dass alte Leute in einem Seniorenheim aufblühen. Meine Mutter hat immer gesagt, wenn sie nicht mehr alleine zurecht kommt "weiß sie schon was sie tut". Das macht mir einerseits etwas Angst, aber ich glaube nicht, dass sie sich wirklich etwas antun würde.

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