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  1. Avatar von FrauSnuggles
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    Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Beide Eltern sind Ende 80, waren bis kürzlich gesund und haben sich selbst versorgt.

    Der Vater hat beginnende Demenz und wird nach einem Herzinfarkt und mehreren Infekten nun plötzlich zum Pflegefall. Er will um jeden Preis zuhause versorgt werden, am liebsten durch eine 24 Std. Pflege.
    Für die Mutter eine Horrorvorstellung nun rund um die Uhr eine fremde Person im Haus zu haben. Sie wehrt sich mit Händen und Füßen gegen diese Lösung.
    Alternativ stände noch eine Pflegekraft zur Verfügung, die im Rahmen einer Vollzeitstelle mehrere Stunden täglich die Versorgung des Vaters übernimmt. Nachts und an freien Stunden wäre die Mutter allerdings mit dem Vater allein, der sich aufgrund seiner Erkrankung nun ziemlich grantig ihr gegenüber verhält und auch gern mal auf unvernünftige Gedanken kommt wie zB aus dem Bett klettern.

    Die Kinder müssen nun versuchen eine Lösung zu finden. Uns wäre der Gedanke angenehmer zu wissen, das rund um die Uhr jemand im Haus ist und damit quasi auf beide aufpassen kann. Auf der anderen Seite wäre die zur Verfügung stehende Plegekraft ab sofort einsatzbereit, kennt beide Elternteile seit langem, ist 100% zuverlässig um im Notfall auch in 5 min vor Ort.
    Ich favorisiere diese Möglichkeit, mein Bruder die 24 Std. Pflege, dem Vater ist es egal hauptsache zu Hause und die Mutter wünscht sich am liebsten in eine eigene Wohnung, wo sie alle in Ruhe lassen.

    Wie kann man allen Seiten gerecht werden?

  2. Inaktiver User

    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Einer deiner Eltern wird die Kröte schlucken müssen...

    Ich würde deiner Mutter den Vorzug geben

  3. Avatar von brighid
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    dein vater verändert sich, auch durch seine hilflosigkeit. die meisten patienten in dieser situation werden den angehörigen gegenüber giftig. "fremden" gegenüber nicht.

    ich würde auch darauf bestehen dass deine mutter das nicht alleine, noch nicht mal ansatzweise stundenweise leisten kann.

    bei guter pflege kann dein vater noch ein paar jahre leben. deine mutter ist da ganz schnell körperlich wie auch seelisch am ende.

    nimm sie da aus der schussrichtung! sie mag etwas wollen- aber leisten kann sie es auch nicht. das ist kein böser wille von dir- sondern fürsorge deinerseits ihr gegenüber!

    mag ja sein, dass dein papa zuhause bleiben möchte- aber dann muss man/frau/kind ihm auch immer wieder klarmachen: nur wenn du dich benimmst. und deine ehefrau ist nicht dein putzabstreifer!

    stärke deiner mama den rücken!
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

  4. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Es stellen sich ganz viele Fragen.
    Wie ist das Haus/die Wohnung gelegen?
    Schafft deine Mutter den Haushalt alleine - unabhängig von deinem Vater? Sprich könnte sie alleine bleiben?
    Wie ist es mit Einkaufen etc?

    Habt ihr euch nach Möglichkeiten und Kosten eine Heimunterbringung erkundigt?
    Habt ihr ein gutes Heim in der Nähe?
    Muss im Haus/Wohnung etwas umgebaut werden um die Pflegekraft unterzubringen?

    Ich kann alle Beteiligten verstehen.

    Ich würde vermutlich dazu tendieren den Vater in einem nahegelegenen Heim unterzubringen, wo er professionelle Pflege hat und jeden Tage besucht werden kann - hängt aber auch davon ab, wie dement und wie pflegebedürftig er ist - und wie fit auf der anderen Seite deine Mutter ist.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

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  5. Avatar von brighid
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    nur ein bild:

    papa kommt in ein pflegeheim, in räumlicher nähe. die anstrengenden, körperlichen sachen werden abgedeckt. vermutlich kommt er dann auch weniger auf "dumme" gedanken.

    deine mama kann ihn jeden tag besuchen und die beiden können die zeit, die sie noch haben geniessen eben weil der alltagsdruck, -dreck nicht von deiner mama noch zuhause abgedeckt werden muss.




    was mir persönlich für meine eltern wichtig ist: dass derjenige elternteil der noch fitter ist (in deinem fall deine mama) sich eben nicht bis zum zahnfleischrand selbst runterschrubbt.
    hinfallen ist keine schande, liegenbleiben schon.

    das leben ist kostbar, lasst uns jeden tag gebührlich feiern

  6. Avatar von FrauSnuggles
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Mein Vater wird nicht in ein Heim gehen. Es ist damit zu rechnen das man ihn dort fixieren müsste damit er überhaupt da bliebe. Und gegen seinen Willen können wir ihn dort nicht einweisen lassen. Zudem dies auch niemand übers Herz brächte.

    Umgebaut werden müsste nicht viel. Neu tapeziert und gestrichen damit die Pflegekraft in einem netten Zimmer im Souterrain untergebracht ist. Sie hätte dann auch ein eigenes Bad und WC.
    Alles kein großer Aufwand. Trotzdem müsste die Mutter davon noch überzeugt werden.

    Sie hat auch schon jemanden der einkauft und putzt. Ansonsten kommt sie gut allein klar.

  7. Inaktiver User

    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Deine Mutter tut mir ehrlich gesagt leid. Sie will das so nicht aber das ist egal.

    Dann laß sie in eine eigene Wohnung ziehen.


  8. Registriert seit
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Erstmal braucht Deine Mama einen Notfallknopf zu einem mobilen Pflegedientstleister, bestenfalls der, der auch 3-4 X am Tag kommt, wenn sie alleine sind und es passiert was kommt sofort jemand und hilft.

    Fixieren ist nur mit Gerichtsbeschluss erlaubt, ansonsten ist es ein Straftatbestand...

    Pflegebett eine Seite an die Wand, auf keinen Fall das Gitter hoch, die Herrschaften klettern darüber und verletzen sich schwer, das Bett ganz runterfahren und auf die offene Seite eine Sturzmatte legen mehr Schutz geht nicht!

    Versucht es erstmal mit einem mobilen Pflegedienst bevor ihr auf die 24 Std., Betreuung geht....

    Es gilt auch den Wunsch Deiner Mutter zu akzeptieren, oder möchtest Du bevormundet werden wenn Du alt bist und geistig fit?
    Das Leben macht was es will und ich auch!

  9. Avatar von Hobbit06
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Und erst mal ein paarmal Tagespflege probieren für deinen Vater?

    Vielleicht kann er sich darauf einlassen, für deine Mutter wäre es eine "Verschnaufpause". Und für ihn ein leichtes Herantasten an das Thema.
    Ist natürlich keine Lösung auf Dauer und nicht für nachts.

    Bei meinen Schwiegereltern stand das zur Option, Schwiegervater ist dann aber vorher verstorben.


  10. Registriert seit
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Eine 24-Stunden-Pflege (die faktisch nie 24 Std. abdecken kann - täte sie es wäre sie übelste Sklaverei, ansonsten ist das meist keine qualifizierte Pflege, sondern eher simple Haushaltshilfe) wird meinem Gefühl nach nicht funktionieren. Weil sich der Haupthilfsbedürftige (Vater) wahrscheinlich weiter, ganz wie bisher gewohnt, mit fast jedem Anliegen an an deine Mutter richten wird. Und zwar ganz besonders mit den wirklich stressigen Anliegen (dementielles Dauerdiskutieren, nachts aufstehen etc.). Das kann deine Mutter, speziell wenn er ihr gegenüber zunehmend ruppig wird, mittelfristig kaum schaffen.

    Ist das Haus denn senioren- und pflegegerecht: Keine oder kaum Treppen, Handläufe, ebenerdige Dusche, Türen, durch die man auch mit einem Rollator oder Rollstuhl durchkäme, unterfahrbare Waschbecken? Falls die Antwort darauf - wie fast immer - nein lautet (die meisten Häuser dieser Generation sind das definitiv nicht): Kann man das Haus mit vertretbarem Aufwand pflegegerecht umgestalten? Würden eure Eltern eine solche Umgestaltung überhaupt noch verkraften? Wenn die Antwort auf diese Fragen auch nein sein sollte würde ich an eurer Stelle lieber gleich Weichen in Richtung anderer, externer Lösungen stellen.

    Ich würde kurzfristig wohl versuchen, die Pflegekraft, die stundenweise kommen kann, mit herein zu nehmen. Und / oder den Vater tageweise in eine Tagespflege-Einrichtung zu geben, falls es das bei euch gibt. In einer guten(!) Tagespflege hätte dein Vater geistige und alltagspraktische Anregung (beides sehr wichtig bei Demenz). Eure Mutter hätte dann, während der Vater dort ist, Zeit zum Durchatmen und zum Erledigen praktischer Dinge.

    Mittelfristig (ich setze immer noch ein nicht barrierefreies Haus voraus) wäre bei fast 90jährigen wohl für beide ein Umzug sinnvoll. Z.B. in ein Seniorenheim, wo es sowohl betreutes Wohnen mit Serviceoptionen (für die Mutter) als auch stationäres Pflege-Wohnen (für den Vater) gibt. Diese Variante könnte auch den Vorteil haben, dass beide Elternteile eine "Kröte" (Umzug) schlucken müssen, es käme sich dann evt. keiner übermäßig benachteiligt vor.

    Mein Vater wollte übrigens auch um's Verrecken nicht in's Heim (wortwörtlich - er hat ganz konkret mit Suizid gedroht). Binnen 2,5 Monaten hatte er sich so gut eingewöhnt, und dort ganz neue Projekte und Lebensbereiche für sich entdeckt, dass er noch nicht einmal mehr besuchsweise nach Hause zu kriegen war.

    Aber ein Kampf ist es. Ich führe ihn auch gerade mit meiner bisher noch zuhause lebenden, dement werdenden Mutter. Wünsche akzeptieren und Selbstbestimmung, sicher, das klingt immer total toll. Wenn die Wünsche aber schlicht nicht mehr realistisch umzusetzen sind bzw. wenn die Angehörigen auf dem Zahnfleisch gehen, weil sie immer mehr zu ausgebrannten Sklaven der Wünschenden werden, dann ist eine Grenze erreicht, die nicht überschritten werden sollte.

    Der Starrsinn, keine Veränderungen zu wollen, kann auch Teil der Erkrankung sein (gerade dement werdende Menschen versuchen oft, koste es was es wolle, am bisher Bekannten festzuhalten). Obwohl ihnen Veränderung objektiv gut tun würde. Sie können das halt schlicht nicht mehr antizipieren.

    Immer dran denken: Gute Einrichtungen, egal ob ambulanter Pflegedienst, Tagespflege oder Heim, haben fast immer Wartelisten. Rechtzeitige Weichenstellung ist daher von Vorteil. Und rechtzeitig beraten lassen (Pflegestützpunkte).

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