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  1. Registriert seit
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Promethea, wie macht man das eigentlich gegen elterlichen Widerstand?
    Man kann ja nicht einfach einen Krankentransport rufen und der holt die Eltern dann schon ab, wenn die nicht mitwollen? Sie koennen doch nein sagen und sich weigern mitzugehen, und dann?
    Bin nicht Promethea, ich antworte mal aus meiner eigenen Erfahrung: Man macht den Rücken gerade und sagt, es tut mir leid, ich diskutiere das jetzt nicht mehr, es muß sein und es wird so gemacht. Das widerholt man dann oft bzw. so lange, wie man parallell dazu braucht, das Ganze im Hintergrund praktisch zu organisieren. Sofern möglich bindet man zusätzlich noch Personen ein, deren Meinung für die Betroffenen Gewicht hat oder die von ihnen als Autoritäten wahrgenommen werden (z. B. Freunde, Familienmitglieder, Ärzte). Wenn man dann alles organisiert hat (Heimplatz, Umzugsvorbereitung etc.), genug eigene Klarheit sowie evt. auch noch ein "Mehrheitsvotum" mitbringt, und den richtigen Zeitpunkt erwischt hat, wird es in der konkreten Situation keinen Widerstand geben.

    Promethea hat das schon ganz wunderbar beschrieben:

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Ich habe im Nachhinein das Gefühl gehabt, sie wollten das zwar alles nicht, aber letztlich waren sie froh, dass wir ihnen die Verantwortung und die Entscheidung abgenommen haben und einfach gemacht haben. Weil sie nicht zugeben wollten es nicht mehr zu schaffen, obwohl sie genau wussten, dass sie es nicht mehr schaffen.
    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Wir hatten mit sehr viel Widerstand gerechnet. Wir hatten auch damit gerechnet, dass sie im Heim Widerstand leistet. Aber hat sie nicht. Warum kann ich nur spekulieren, ich vermute in ihrem Innersten wusste sie, dass es keine echte Alternative gab, sie konnte das aber vorher nicht zugeben.
    Wirklich so ähnlich wie ein Kind, dass nicht ins Bett will, obwohl es todmüde ist und dann seelig einschläft, wenn es erst mal im Bett liegt.
    Verpasst man allerdings den richtigen Zeitpunkt dann kann es, wie bei einer guten Bekannten meiner Mutter, auch soweit kommen, dass man den Betroffenen mit Unterstützung der Polizei in's Heim transportieren lassen muss (ihr Ehemann war dement, sie hat die Pflege über Jahre selbst zuhause zu stemmen versucht, zur Krise kam es dann, als er aus seiner Demenz heraus massiv und anhaltend gewalttätig gegen sie wurde).

    Ärztliche Diagnosen und Vollmachten (oder einen Betreuerstatus) sollte man natürlich haben, das setze ich selbstverständlich voraus.

    Sorry @FrauSnuggles, solche krassen Fälle magst du jetzt wahrscheinlich jetzt nicht hören. Bin nach 14 Tagen bei meiner dementen Mutter nur grade mal wieder akut mit meinen Nerven am Ende und entsprechend etwas zynisch drauf. Ihr (überfälliger) Umzug in's Heim ist noch nicht ganz fertig organisiert (akut kam gerade eine aufwändige Zahnbehandlung bei ihr und ein überraschender Trauerfall in der Familie dazwischen, und da ich mich nunmal nicht zwischen drei Schauplätzen zerrreißen kann verschieben sich die Umzugsvorbereitungen erneut um 5-6 Wochen ).


  2. Registriert seit
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Zitat Zitat von britwi Beitrag anzeigen






    Ärztliche Diagnosen und Vollmachten (oder einen Betreuerstatus) sollte man natürlich haben, das setze ich selbstverständlich voraus.
    Ich gehe eher davon aus, dass man die Vollmachten eben gerade nicht hat.

  3. Avatar von Sneek
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Ich verstehe unter dem richtigen Moment ja auch was anderes, nämlich, dass man ins Heim bzw. eine Vorstufe umzieht, solange man noch alle seine Sinne halbwegs beisammen hat und das frei entscheiden und auch aktiv selbst begleiten kann.

    Die Frage ist doch, was macht man in der Situation, in der der/die Pflegebedürftige eben nicht unter Betreuung steht, trotzdem aber nicht die Einsicht hat, dass es so nicht weitergehen kann.


  4. Registriert seit
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Richtig, danke, genau das meinte ich.


  5. Registriert seit
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Ich gehe eher davon aus, dass man die Vollmachten eben gerade nicht hat.
    Wenn da Demenz im Spiel ist, kommt man relativ leicht an den Betreuerstatus.
    Manchmal sogar ohne. Bei uns war es so, dass meine Oma eine sehr kleine Rente hatte, aber gewisses Vermögen (Ausgleichszahlung wegen einer Straßenverbreiterung, bei der ein Teil ihres Bauernhofs dran glauben musste). Dieses Vermögen schmiss sie aber so nach und nach ihrem einen Sohn in den Rachen, der geschieden war und immer jammerte, er hätte kein Geld nach seiner Scheidung. Da ging das sehr schnell mit dem Betreuerstatus, da der entsprechenden Stelle klar war, dass am Ende der Staat=Sozialamt für sie zahlt, wenn das ganze Geld weg ist. Mein Vater (hat sein Verhältnis zum Bruder nicht gerade verbessert) wurde dann zum Betreuer bestellt und hat dafür gesorgt, dass das Vermögen eben nur für ihren eigenen Bedarf verwendet wurde, ebenso wie die Miete aus dem nun vermieteten eigenen Haus.

  6. Avatar von Sneek
    Registriert seit
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Dann müsste jeder unter Betreuung gestellt werden, der sein Geld zum Fenster rausschmeißt.


  7. Registriert seit
    05.09.2018
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Gerade ohne Demenz, wer ruiniert denn bitte das Verhältnis zu seinen Eltern dadurch dass er sowas beantragt?


  8. Registriert seit
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Das Verhältnis zur Mutter hat es nicht ruiniert - beim Verhältnis zum Bruder war nichts mehr zu ruinieren.

    Wir haben einen Fall im Bekanntenkreis, da haben Freunde die Betreuung einer befreundeten älteren Dame übernommen, die schon immer gutgläubig war, aber mit beginnender Demenz auch begann, ihr gesamtes für's Alter angesparte Vermögen Betrügern und nicht so wohlmeinenden angeheirateten Verwandten in den Rachen zu werfen (selbst hatte sie keine Verwandten mehr). So hat das Geld immerhin gereicht, ihr einen schönen Lebensabend zu bereiten, auch hier wieder, ohne das Sozialamt bemühen zu müssen.

    Aber anscheinend ist es besser, den Staat zu bemühen, als sich mit unverantwortlich handelnden Verwandten rumzustreiten.

    Bei meiner Oma war übrigens der Begriff "Demenz" noch nicht so in aller Munde (das war in den 80ern), vermutlich hätte man da sogar mit beginnender Demenz argumentieren können. Es gab da noch andere Dinge, die auch zum (durch uns erzwungenen) Umzug ins Altersheim führten. Z. B. konnte sie sich nichts mehr kochen, weigerte sich aber, die Mahlzeiten, die meine Mutter ihr kochte und vorbeibrachte, zu essen. Wir fanden das Essen oft Tage später verschimmelt in der Speisekammer, unangetastet. Kann man jetzt auch sagen, wenn ein Mensch freiwillig verhungern will, warum sollte man sich das Verhältnis mit ihm verderben? Soll er doch verhungern, dann wäre auch mehr Erbe zu verteilen gewesen.

    Unter Verantwortung übernehmen verstehe ich auch, sich notfalls mal unbeliebt zu machen, wie man das mit den eigenen Kindern auch tut.

  9. Avatar von Sneek
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    In den 80ern sagte man "verkalkt".

    Nee, ich glaube immer noch nicht, dass ein merkwürdiger Umgang mit Geld gleich eine Betreuung rechtfertigt.

  10. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Zitat Zitat von Sneek Beitrag anzeigen
    In den 80ern sagte man "verkalkt".

    Nee, ich glaube immer noch nicht, dass ein merkwürdiger Umgang mit Geld gleich eine Betreuung rechtfertigt.
    Sicher nicht - aber unter bestimmten Umständen eben schon.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

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