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  1. Avatar von FrauSnuggles
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Vielen Dank für die vielen Meinungen und Vorschläge!!

    Manchmal braucht man mal verschiedene Überlegungen um wieder klarer zu sehen. Also wir haben uns dazu entschieden eine Vollzeitpflege zu engagieren.
    Für die Mutter wächst der Haushalt sonst über den Kopf und die Verantwortung liegt nicht mehr bei ihr wenn mal nachts was passiert,
    Natürlich wird es eine Umstellung sein aber sie kann es sich jetzt auch gut vorstellen.

    Zeitgleich meldet sie sich in einem Seniorenhaus in der Nähe an, das ihr sehr gut gefällt. Es schadet ja nichts dort auf der Liste zu stehen. Wenn sie es garnicht aushält, könnte sie sich auch vorstellen allein dorthin zu ziehen.

    Jetzt schauen wir erstmal von Tag zu Tag

  2. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Ich halte das für eine gute Lösung.

    Und ich würde die Mutter sehr darin unterstützen auch alleine in das Seniorenhaus zu ziehen und ihren Lebensabend zu genießen.
    Man muss nicht über jedes Stöckchen springen ... jedenfalls nicht jeder.
    Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.

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  3. Registriert seit
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Zitat Zitat von FrauSnuggles Beitrag anzeigen
    Also wir haben uns dazu entschieden eine Vollzeitpflege zu engagieren.
    Mit "Vollzeitpflege" meinst du eine osteuropäische sog. 24-Std-Kraft? Wenn du Lust und Zeit hast dann erzähl hier doch bei Gelegenheit mal, ob und wie das bei euch so klappt.

    Zitat Zitat von FrauSnuggles Beitrag anzeigen
    Natürlich wird es eine Umstellung sein aber sie [Mutter] kann es sich jetzt auch gut vorstellen.
    Zeitgleich meldet sie sich in einem Seniorenhaus in der Nähe an, das ihr sehr gut gefällt. Es schadet ja nichts dort auf der Liste zu stehen.
    Ihr habt Möglichkeiten eröffnet. Es bewegt sich etwas in ihrem Kopf. Das ist sehr, sehr gut!

    Wäre es vom Seniorenhaus her denn auch möglich (Lage) und von ihr gewollt, dass sie sich noch ein ganz kleines bißchen - natürlich nur im Rahmen ihrer eigenen, alterseingeschränkten Möglichkeiten - weiter um euren Vater kümmert? Egal ob der Vater dann noch zu Hause oder in einem Pflegeheim lebt. Oder wäre der Bereich dann ganz und gar an euch delegiert?

    Letzteres ist übrigens aus eigener Erfahrung gefragt: Ich hab meinen Vater nach seinem Umzug in's Seniorenheim, obwohl ich 550 km entfernt lebe, deutlich öfter besucht als das meine weniger als 3km entfernt lebende, noch jahrelang per eigenem Kfz mobile, Mutter tat. Aus ihrer Sicht war Besuchen und Kümmern nach dem elterlichen Auseinanderziehen meine Verantwortung. Das fand ich überraschend und - für alle Beteiligten - nicht wirklich optimal.

    Zitat Zitat von FrauSnuggles Beitrag anzeigen
    Jetzt schauen wir erstmal von Tag zu Tag
    Ihr werdet dicht dran bleiben müssen. In dem Alter bzw. bei der gesundheitlichen Situation gibt es meist keine Lösung, die alle Bereiche 100% zuverlässig und auf Dauer abdeckt. Man hangelt sich eher von Station zu Station.


  4. Registriert seit
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Zitat Zitat von FrauSnuggles Beitrag anzeigen
    Mein Vater wird nicht in ein Heim gehen. Es ist damit zu rechnen das man ihn dort fixieren müsste damit er überhaupt da bliebe. Und gegen seinen Willen können wir ihn dort nicht einweisen lassen. Zudem dies auch niemand übers Herz brächte.
    Das würde ich im Rahmen einer Kurzzeitpflege erstmal ausprobieren. Meine Oma wollte das auch nicht. Sie wollte, dass die Familie zu ihr zieht und sie bei sich zu Hause pflegt. Die Familie hat angeboten, dass die Oma zu uns zieht. Das wollte die Oma nicht. In dieser Pattsituation erstmal Kurzzeitpflegeplatz gesucht. Die Oma ist in der ersten Woche ein paarmal spazierengegangen, hat das dann aber aufgegeben. Hat immer gemeckert, aber da die sonstige Pattsituation bestand, wurde aus der Kurzzeitpflege irgendwann ein Dauerplatz im Heim. Fixieren musste sie keiner, damit sie da blieb. Sie hat die Situation am Ende durch ihre Sturheit zementiert.


  5. Registriert seit
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Zitat Zitat von Tigerente Beitrag anzeigen
    Oma ist in der ersten Woche ein paarmal spazierengegangen, hat das dann aber aufgegeben. Hat immer gemeckert, aber da die sonstige Pattsituation bestand, wurde aus der Kurzzeitpflege irgendwann ein Dauerplatz im Heim. Fixieren musste sie keiner, damit sie da blieb. Sie hat die Situation am Ende durch ihre Sturheit zementiert.

  6. Avatar von FrauSnuggles
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Jetzt geht es rund :(
    Der Vater ist total ausgeflippt und will auf keinen Fall mehr eine Vollzeitpflege im Haus haben.
    Er treibt meine Mutter in den Wahnsinn, lässt sich bedienen und motzt rum. Zweimal hat er sich den Katheder selber gezogen.
    Wir haben versucht mit ihm zu reden, er ist soo uneinsichtigt.


  7. Registriert seit
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Zitat Zitat von FrauSnuggles Beitrag anzeigen
    Vater ist total ausgeflippt und will auf keinen Fall mehr eine Vollzeitpflege im Haus haben.
    Er treibt meine Mutter in den Wahnsinn, lässt sich bedienen und motzt rum. Zweimal hat er sich den Katheder selber gezogen.
    Ihr braucht Profis (Stichwort Katheter, Stichwort Demenz, beides sollte von qualifizierten Kräften gehandled werden). Die sog. 24-Std-Kräfte sind gewöhnlich keine Profis, sie haben meist keine medizinisch-pflegerische Ausbildung. Bzw. selbst wenn sie sie haben dürfen sie medizinische Tätigkeiten wie Katheter- oder Verbandswechsel in Deutschland gar nicht durchführen.

    Verkämpft euch nicht an der falschen Front: Wenn ihr eurem Vater gegen seinen Willen eine Osteuropäische 24-Stunden-Haushaltshilfe aufdrückt, die aufgrund mangelnder Qualifikation / Zulassung eh weder mit Kathetern noch mit Demenz umgehen kann, ist keinem geholfen. Die Werbetexte der Vermittlungsagenturen drücken sich um dieses Problem sehr geschickt herum. Man muss da echt zwischen den Zeilen lesen. Besser noch: Sich unabhängig beraten lassen, Stichwort Pflegestützpunkt.

    Die eigentliche Frage ist doch: In welchem Setting (Zuhause oder Heim) und mittels welcher Dienstleister bekommt euer Vater die qualifizierte Pflege, die er braucht. Bzw. durch welches Setting / welche Dienstleister bekommt eure Mutter die wirksame Entlastung, die sie braucht.

    Falls zuhause ist auf jeden Fall auf die entsprechenden Fachkenntnis und Befugnisse zu achten, sprich: Da braucht es zumindest für den Katheterwechsel einen regulären deutschen ambulanten Pflegedienst (plus entsprechende Pflegegrad-Einstufung). Wenn man den ohnehin schon hat, dann kann der auch die Grundpflege (Waschen, Ankleiden etc.) durchführen. Plus Haushaltshilfen, die muss man aber nicht aus Osteuropa holen: Putzfrau, Gartenhelfer etc. findet man meist auch hier. Plus evt. Betreuungskraft oder (meines Erachtens besser) Tagespflege für den Vater, damit die Mutter auch mal durchschnaufen und Sachen erledigen kann.

    Sobald man ständig mehr als 3 Dienstleister im Boot hat wird die Organisation für die Angehörigen jedoch echt aufwendig. Und der Alltag der Hauptbetroffenen unruhig: Mal kommt der, mal kommt jener, meist nicht zu klar definierten Zeiten, sondern nur innerhalb eines mal mehr, mal weniger großen Zeitfensters (ungünstig bei Demenz). Sprich: Ich würde euch empfehlen, zweck kurzfristiger Überbrückung die im Eingangsbeitrag erwähnte euch bekannte Pflegekraft vor Ort hinzuzuziehen (jedenfalls wenn es sich bei ihr tatsächlich um eine qualifizierte Kraft handelt). Und mittelfristig eher über einen Umzug zumindest eures Vaters nachzudenken. Der Vorschlag, sowas evt. mal im Rahmen einer Kurzzeitpflege zu testen wurde ja schon gemacht.

  8. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Ich habe gestern schon mehrfach einen Beitrag angefangen, aber immer wieder gelöscht, weil es eine wirklich schwierige Situation ist.

    Bei mir waren es ja meine Großeltern. Meine Oma dement, mein Großvater blind, aber noch geistig beieinander. Sie wollten auch beide nichts, was wir vorschlugen. Und sie wollten ihr Haus erst "mit den Füßen voran" verlassen - also nach ihrem Tod. Wir haben dann irgendwann eine Kraft engagiert, die hauptsächlich den Haushalt gemacht hat - gegen den Widerstand beider .... drei Tage später waren sie glücklich und zufrieden, meinten es sei ihre Idee gewesen, und weshalb WIR so lange dagegen gewesen wären ....

    Irgendwann ging es nicht mehr und (mit Zustimmung meines Großvaters in einem lichten Moment) haben wir sie beide in ein Altersheim umgesiedelt, der Krankentransporter kam, beide haben sich bereitwillig (es waren ja nette fremde Männer) einladen lassen und meine Oma hat nie wieder nach ihrem Zuhause gefragt und sich im Heim durchaus wohl gefühlt, obwohl sie vorher dagegen gezetert und geschimpft hat.
    Und mein Großvater hat mir auch wenig später gesagt, wie dumm er war, dass er das nicht viel früher gemacht hat, und dass er es bereut so an dem Haus gehangen zu haben, statt lieber viel früher in unserer Nähe zu ziehen wie und wie viel gute gemeinsame Zeit er deswegen verpasst hat. (Uns trennten vorher 500 km und dann nur noch 2 km.)



    Ich habe im Nachhinein das Gefühl gehabt, sie wollten das zwar alles nicht, aber letztlich waren sie froh, dass wir ihnen die Verantwortung und die Entscheidung abgenommen haben und einfach gemacht haben. Weil sie nicht zugeben wollten es nicht mehr zu schaffen, obwohl sie genau wussten, dass sie es nicht mehr schaffen.
    Tatsächlich so wie bei kleinen Kindern, die maulig sind und nichts wollen und wo die Eltern klare Entscheidungen treffen müssen und die Kinder dann mit diesen Entscheidungen und Grenzen gut leben können.



    Für meine Eltern habe ich daher beschlossen, diese Verantwortung früher zu übernehmen und früher für sie Entscheidungen zu treffen - auch gegen ihren Widerstand. Wie und wann das passieren wird kann ich nicht sagen, aktuell sind sie ausgesprochen fit, aber das wird ja nicht immer so bleiben. Meine Eltern sind allerdings - auch aufgrund der Erfahrungen mit ihren Eltern - da durchaus zugänglich, jedenfalls im Moment.


    Langer Rede, kurzer Sinn.

    Ich habe keinen konkreten Rat, aber ich würde vermutlich versuchen deine Mutter in eine "Kur" zu schicken (am besten ärztlich verordnet) und deinen Vater für diese Zeit in ein Pflegeheim in Verhinderungspflege, weil eben niemand zuhause ist, der ihn da betreuen kann.
    Ich hätte auch keine Hemmungen ihn hinsichtlich der ärztlichen Verordnung der Kur deiner Mutter anzulügen und ihm begreiflich zu machen, dass es ja nur kurzfristig ist und er danach wieder nach Hause kommt.

    Das könnte deiner Mutter ermöglichen mal für drei Wochen durchzuatmen und herauszufinden, was sie wirklich will und ob sie es alleine ohne ihren Mann tatsächlich angenehmer findet.
    Dein Vater kann ebenfalls herausfinden, ob "Heim" wirklich so schlimm ist, wie er es sich vorstellt.

    Bestenfalls merken alle, dass es so besser ist und dein Vater bleibt im Heim und eine Mutter wohnt alleine - wo auch immer.
    Schlimmstenfalls habt ihr die gleiche Situation wie jetzt - aber ihr habt es zumindest probiert.
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Promethea, wie macht man das eigentlich gegen elterlichen Widerstand?

    Man kann ja nicht einfach einen Krankentransport rufen und der holt die Eltern dann schon ab, wenn die nicht mitwollen? Sie koennen doch nein sagen und sich weigern mitzugehen, und dann?

  10. Moderation Avatar von Promethea71
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Das ist sehr individuell.

    Bei meiner Großmutter hat es geklappt, weil wir nicht dabei waren und sie gegenüber "fremden Autoritäten" keinen Widerstand zeigte.
    Das ist schwer zu erklären, aber meine Großmutter war immer in Opposition zu ihrer Tochter, die blieb immer das Kind, auf das sie nie gehört hätte. Hingegen mein Vater war immer ihr Held, wenn das was gesagt hat, war das immer richtig und gefühlt hat sie das im Alter auch auf andere jüngere Männer übertragen.

    Wir haben da tatsächlich einfach gehofft, dass es klappt - und es hat wider Erwarten völlig problemlos geklappt - denn sie war noch nicht so dement, dass sie nichts mitbekommen hätte. Ihr wurde einfach gesagt, "Frau Promethea-Alt, ihr Krankentrasport ist jetzt da. Kommen Sie bitte mit" und genau das hat sie getan.

    Wir hatte ein paar Tage vorher schon das Notwendige gepackt und ihr Zimmer im Heim schon mit ein paar persönlichen Dingen und Bildern vorbereitet. Aufgrund ihrer Demenz und körperlichen Eingeschränktheit ging das, da sie im eigenen Haus nur noch das Erdgeschoss nutzen konnte, wo ihr Krankenbett stand.

    Wir hatten mit sehr viel Widerstand gerechnet. Wir hatten auch damit gerechnet, dass sie im Heim Widerstand leistet. Aber hat sie nicht. Warum kann ich nur spekulieren, ich vermute in ihrem Innersten wusste sie, dass es keine echte Alternative gab, sie konnte das aber vorher nicht zugeben.

    Wirklich so ähnlich wie ein Kind, dass nicht ins Bett will, obwohl es todmüde ist und dann seelig einschläft, wenn es erst mal im Bett liegt.



    Mein Großvater wollte zwar auch nie in ein Heim, aber den konnten wir noch überzeugen, dass eine Demente und ein Blinder nicht alleine in einem Haus mit mehreren Treppen wohnen können ....

    Ich bedauere heute sehr, dass wir diese Überzeugungsarbeit nicht früher geleistet haben, dann hätten wir nämlich wirklich noch gute Zeit zusammen verbringen können. Aber es ist zu spät für diese Bedauern und auch für die Vorwürfe gegenüber meiner Mutter, die die Konfrontation gescheut hat.
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