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  1. Registriert seit
    23.09.2010
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Ich bin gerade auf der Suche nach einer Unterbringung für beide Elternteile, in der mein Vater mit seiner rasch zunehmenden Demenz betreut wird, und in der auch meine Mutter mit der für sie notwendigen Unterstützung wohnen kann, damit sie zusammen bleiben können bzw. zumindest nah beieinander.

    Nach meinem Eindruck fehlen für Ehepaare mit unterschiedlichem Pflegebedarf bzw. gerade auch bei vorliegender Demenz, gute Angebote. So selten können diese Fälle eigentlich doch gar nicht sein.
    Das Modell private Pflegekraft kann ich mir überhaupt nicht vorstellen. Für Demenzerkrankte muss ja immer jemand bereit stehen, weil nicht vorhersehbar ist, wann eingegriffen werden muss (als Beispiel nur mal das nächtliche Wandern). Um auch nicht mehr so belastbare alte Ehepartner wirksam zu entlasten, braucht man doch mindestens für 12 bis 16 Stunden täglich jemanden zu Hause, sieben Tage die Woche. Da braucht man doch auf jeden Fall mehrere Personen. Naja, und nicht jeder hat eine Einliegerwohnung im Haus, bei meinen Eltern gäbe es nur den Ausweichwohn-/Fernsehraum im Keller, nicht zumutbar.

    Meine Hoffnung ist, dass ich, wenn ich mal was Geeignetes mit freien Kapazitäten finden würde, meine Eltern überzeugen kann, zusammen aus dem Haus auszuziehen, meine Mutter merkt zumindest manchmal, dass sie mit Haus und Garten überfordert ist, mein Vater merkt davon eher nichts mehr.

    Nur das Finden eines solchen Angebots für beide ist nahezu aussichtslos, weil die Anbieter entsprechender Kombinationen gerade für das betreute Wohnen sehr lange Wartezeiten haben. In unserer Nähe (innerhalb einer Großstadt) gäbe es gerade mal zwei große Komplexe, die seniorengerechte Wohnungen in angenehmer, grüner Lage und Pflegeeinrichtungen einschl. Demenz-Wohngruppen auf einem Gelände anbieten. Wartezeit vier bis fünf Jahre bis zu einem Einzug in eine Wohnung (und dann nicht unbedingt die Wunschgröße und -lage der Wohneinheit). Soviel Zeit haben wir nicht mehr.

    Als Alternative bleibt der Umzug beider in ein Pflegeheim. Ich suche gerade nach Unterbringungsangeboten für Ehepaare, aber in getrennten Zimmern. Aber ob meine Mutter diesen Schritt jetzt mitgehen würde, kann ich nicht absehen. Aber ich möchte ihr gern einfach mal ein, zwei Pflegeheime zeigen, die auf mich einen guten Eindruck machen und vielleicht irgendwie durch das Umfeld punkten können.

    Okay, ich suche also weiter, wobei mir aufgefallen ist, dass die Bürozeiten in den Heimen überhaupt gar nicht auf berufstätige Angehörige ausgelegt sind.

    Kleiner Nebeneffekt: Mein Mann und ich sind jetzt schon mal auf der Warteliste für eine der großen seniorengerechten Wohnungen in einer der "schönen" kombinierten Anlagen, die ich mir angeschaut habe - vielleicht kommen wir damit zu einer bezahlbaren letzten Wohnstätte in "unserer" Stadt mit Park- und Wasserblick und Betreuungsangeboten für schlechte Zeiten. Wenn wir dann mal an die Reihe kommen und eine der richtig guten Wohnungen angeboten bekommen, müssen wir noch bereit sein, ja zu sagen - ich hoffe, wir können das dann auch rechtzeitig und sagen nicht zu lange, es ist doch noch zu früh.


  2. Registriert seit
    03.12.2014
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Zitat Zitat von Vienna__ Beitrag anzeigen
    Trotzdem bin ich ganz klar für das Recht: Voll geschäftsfähige Personen - egal wie alt sie sind - sollten niemals das tun, was ihre Abkömmlinge / Pflegende meinen, was sie tun sollten, wenn sie da nicht wollen.
    Ja. Bei fast 90jährigen mit beginnender Demenz reden wir aber normalerweise nicht über "voll geschäftsfähige" Personen.

    Sondern da reden wir (auch rechtlich) eher über Personen, die "teilweise geschäftsfähig" (so der Fachbegriff) sind. Der Teil, den die Hauptbetroffenen nicht (oder nicht mehr vollständig) abdecken können, muß bei Bedarf von Menschen übernommen werden, die entweder vom Gericht bestellt (Betreuer) oder seitens der Hauptbetroffenen per Vorsorge- oder Generalvollmacht zum Handeln bei Bedarf ermächtigt wurden (Vollmachtnehmer, meist nahe Angehörige / Kinder).

    Ein Betreuer oder Bevollmächtigter muss übrigens auch den Willen von teilweise geschäftsfähigen Betreuten berücksichtigen. Sogar den Willen von schwer dementen etc., absolut nicht mehr geschäftsfähigen Menschen. Diese Berücksichtigung hat jedoch in Abwägung zu dem, was realistisch möglich ist, und in Abwägung zu dem, was der Betroffene, als er selbst noch voll zurechnungsfähig war, wahrscheinlich für sich gewünscht und entschieden hätte, stattzufinden.

    Unterm Strich kommt da meist ein Agieren im Übergangs- und Graubereich bei raus (ich habe es bei einem schwer psychisch Kranken und zwei Senioren durch, bzw. bei der einen Seniorin bin ich noch voll drin). Ganz lebenspraktisch habe ich dabei auch wiederholt die Erfahrung gemacht, dass es bisweilen seitens der Betroffenen als große Erleichterung wahrgenommen werden kann, wenn man ihnen bestimmte Entscheidungen abnimmt. Man muß nur (NUR, hach je ... !) das richtige Ziel bestimmen, den richtigen Zeitpunkt finden, und den richtigen Ton treffen.

    Zu schnell, zu früh oder zu entschieden handeln kann ein Griff in's Klo sein. Zu lange zu warten und sich "aber es ist doch ihr Wille!" einzureden, wo vielleicht schon längst kein Wille mehr, sondern nur noch verzweifeltes Beharren und Hilfsbedürftigkeit ist, kann auch ein Griff in's Klo sein. Manchmal ist ein ganz vorsichtig-diplomatisches "probier es doch einfach mal mit ..." gut. Manchmal eher ein "ich diskutier das nicht mehr, so wird es jetzt gemacht". Wir können uns da alle, denke ich, immer nur je nach bestem Wissen und Gewissen durchwursteln.

    @Frau Snuggles: Haben dir unsere Überlegungen und Erfahrungsberichte hier im Strang bisher ein wenig helfen können?

  3. Inaktiver User

    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Lea die Erfahrung haben wir auch gemacht, für Paare wird es schwierig, die Einrichtungen sind sehr oft auf Einzelpersonen ausgerichtet

  4. Avatar von elli07
    Registriert seit
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Zitat Zitat von Vienna__ Beitrag anzeigen
    ...Kein voll geschäftsfähiger Mensch sollte allein aufgrund seines Alters und den Umständen von irgendwelchen Menschen zu irgendwas gezwungen werden. Das geht gar nicht!
    Gut gebrüllt, Löwe . Wer würde dieser Aussage widersprechen ! ?

    Die Frage ist nur, was heisst "voll geschäftsfähig" ? Wer will bzw. kann das beurteilen ?

    Im Grunde war das meine Mutter schon seit Jahren nicht mehr, konnte das sehr lange sehr gut überspielen. Auch mir gegenüber, da wir uns nur zwei Mal im Jahr gesehen haben.

    Sie hat noch ein Jahr vor ihrem Umzug ins Pflegeheim ein geerbtes Haus in 100 Kilometer Entfernung vermietet bekommen (ich hatte mich geweigert das zu organisieren in der Hoffnung, dass sie von dem Vorhaben abkommt). Mit Hilfe eines Maklers und von dort wohnenden Verwandten, die mir nicht geglaubt haben, als ich sie gebeten hatte, meiner Mutter in der Angelegenheit nicht zu helfen.

    Wenn Senioren nicht einsichtig sind, ihre Möglichkeiten nicht mehr einschätzen können, dann bleibt leider meist nichts anderes, als die Sache laufen zu lassen. Wenn es Spitze auf Knopf kommt, wird vom Amtsgericht ein Betreuer bestellt.
    Meine Mutter hat mir vor mehr als 10 Jahren eine notarielle Vollmacht gegeben, das war sehr hilfreich. Letztendlich in ihrem eigenen Interesse. Aber viele scheuen es, Vollmachten zu geben.

    Gruß Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

  5. Avatar von Simpleness2
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Hallo Lea,

    bei uns war das kein Problem. Als meine Mutter erkannte, dass sie die Pflege meines zunehmend dementen Vaters nicht mehr bewältigt, hat sie sich entschlossen zusammen mit ihm in eine Pflegeheim zu gehen.
    Der Platz war schnell gefunden. Sie hatten getrennte Zimmer.
    Als mein Vater starb ist sie geblieben, weil sie sich dort gut versorgt fühlte auch wenn sie sich nie ganz wohl unter den anderen alten Leuten gefühlt hat.


  6. Registriert seit
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen
    Ich bin gerade auf der Suche nach einer Unterbringung für beide Elternteile, in der mein Vater mit seiner rasch zunehmenden Demenz betreut wird, und in der auch meine Mutter mit der für sie notwendigen Unterstützung wohnen kann, damit sie zusammen bleiben können bzw. zumindest nah beieinander.

    Nach meinem Eindruck fehlen für Ehepaare mit unterschiedlichem Pflegebedarf bzw. gerade auch bei vorliegender Demenz, gute Angebote. So selten können diese Fälle eigentlich doch gar nicht sein.
    Das Problem wird sein, dass sich die meisten Paare dieses Modell gar nicht leisten können. Oder sie müssen erst Haus und Hof verkaufen.

  7. Avatar von Sneek
    Registriert seit
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Zitat Zitat von untitled Beitrag anzeigen
    Das Problem wird sein, dass sich die meisten Paare dieses Modell gar nicht leisten können. Oder sie müssen erst Haus und Hof verkaufen.
    Wofür braucht man noch Haus und Hof, wenn beide im Seniorenheim leben?


  8. Registriert seit
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Zitat Zitat von Sneek Beitrag anzeigen
    Wofür braucht man noch Haus und Hof, wenn beide im Seniorenheim leben?
    Vielleicht wollen sie es vererben. Soll gar nicht so selten sein.


  9. Registriert seit
    05.09.2018
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Erbe geht aber nunmal nicht vor Eigenversorgung, das ist auch sinnvoll so.
    Man kann nur vererben, was man nicht für sich selbst braucht.

  10. Avatar von Sneek
    Registriert seit
    24.02.2019
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    AW: Vater wird zum Pflegefall - Mutter gesund im selben Haushalt - wie abdecken?

    Zitat Zitat von Saetien2 Beitrag anzeigen
    Erbe geht aber nunmal nicht vor Eigenversorgung, das ist auch sinnvoll so.
    Man kann nur vererben, was man nicht für sich selbst braucht.
    Eben.

    Wenn das Haus unbedingt in der Familie bleiben soll, kann man es auch den Kindern überschreiben, und die zahlen dann die Kosten für die Heimunterbringung.

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