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  1. Registriert seit
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    AW: Beginnender Pflegebedarf

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...
    Mein Mann hatte mit ihnen einen Termin zur Besichtigung, war alles ausgemacht. Zumal die Plätze auch rar sind. Plötzlich will man nicht mehr alles Lug und Trug, usw....Sturheit halt.

    So ist er kurzerhand stinksauer nach Hause gefahren mit der Ansage, dann schaut wie ihr klar kommt

    ...

    Ich glaube wichtig ist, das frühzeitig reagiert wird hinsichtlich einer räumlichen Veränderung
    Nun, das es mal kracht, lässt sich manchmal wohl nicht verhindern. Grenzziehungen gab es bei uns auch schon, wenn sich Dinge zu sehr verhakt hatten.
    Allerdings muss man sich wohl keine Hoffnung mehr machen, dass daraus große Lernerfahrungen folgen. Anders als bei Kindern bewirkt konsequentes Auftreten oder Weggehen wohl keine Verhaltensänderung bei den Eltern mehr, es verschafft aber immerhin einem selbst mal Luft.

    Wenn ich mir die sehr schöne Wohnsituation meiner Eltern anschaue, kann ich aber auch nachvollziehen, warum man nicht frühzeitig über einen Wohnungswechsel nachdenkt. Und wäre es wirklich gut, sich vorzeitig vielleicht zu unterfordern?

    Bis vor sehr kurzer Zeit haben meine Eltern alles außer Putzen im Haus und Garten noch völlig autark erledigt. Sie laufen ja auch nach wie vor ihre drei Treppen im Haus rauf und runter, nur jetzt eben viel langsamer und mit Pausen. Und sie klettern auch auf den Dachboden oder auf eine Leiter, wenn das nötig ist. Sie sind bis vor wenigen Wochen nahezu täglich mindestens eine Stunde zu Fuß unterwegs gewesen, häufig deutlich länger.
    Meine Mutter wäre wohl kaum jemals zu Sportkursen zum Erhalt der Beweglichkeit gegangen, mit Sport hat sie für sich schon in der Schulzeit abgeschlossen. Aber im Alltag war sie überhaupt kein Bewegungsmuffel.

    Also wer weiß, wie es mit ihnen aussehen würde, wenn sie früher in eine "altersgerechte" Umgebung umgezogen wären. Unter Umständen wäre der körperliche und geistige Verfall wegen geringerer Anforderungen und natürlicher Anregungen nur schneller eingetreten, lässt sich nicht sagen.


  2. Registriert seit
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    AW: Beginnender Pflegebedarf

    Zitat Zitat von kenzia Beitrag anzeigen
    ...
    Vielleicht hilft dir ein wenig diese Sichtweise.
    soviel wie nötig und so wenig wie möglich- ist vielleicht die Devise bei deiner Mutter, wenn sie es ausdrücken könnte?

    Es gilt also gut zu trennen, was man als Kind möchte oder als Partner- oder derjenige selbst.
    Und sich an die Zeiten zu halten, die einst waren ist vielleicht ein möglicher Weg für dich?
    Ja, die Devise trifft es schon.

    Nur die Entscheidungen liegen ja manchmal zwischen Tod und Teufel, einfach auf Grund des Alters sind die Risiken bei vielem ja einfach wesentlich höher. Hier zu entscheiden, würde mir schon für mich selbst schwerfallen.

    Ich tendiere jetzt dazu, bei der Medikamenteneinnahme und einfachen, nicht invasiven Untersuchungen zuzuraten, aber alle Vorschläge von Ärzten, die mit Eingriffen verbunden sind, nicht aktiv zu befördern. Wäre natürlich blöd, wenn dann genau die Auswirkungen eintreten würden, denen die Ärzte vorbeugen wollten. Ob das eine oder andere Risiko, das mit dem Eingriff verbunden ist, eingetreten wäre, lässt sich dann ja nicht mehr absehen.

  3. Avatar von bienie
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    AW: Beginnender Pflegebedarf

    @Lea1958, willkommen im Club.

    Es ist eine psychische Belastung, wenn man genau sieht, wo die Eltern Hilfe brauchen, diese aber eine solche ablehnen.
    "Wozu? Das klappt schon - irgendwie" - genau und dann kommen die Kinder ins Spiel, in diesem Fall ich.
    Einerseits wird die Belastung wahr genommen, andererseits auch immer wieder vergessen, ganz besonders, dass diese Kinder auch ein eigenes Leben haben (wollen).

    Manchmal denke ich, es gibt keine wirkliche Lösung. Ich habe jetzt Notfallszenarien für mich durch gedacht und sämtliche Nummern, Hilfsmöglichkeiten etc. beisammen. Aufdrängen kann ich mich nicht und es gilt vermutlich, den eigenen Weg nicht zu vergessen, die Balance zu finden. Kein schlechtes Gewissen zu haben (sehr schwer), wenn man sie quasi "hilflos" zurück lässt.
    Tanzen ist wie träumen - nur mit den Füßen
    22.06.06 "Bienie" , 04.04.11 "King" , 24.05.17 "Raica"


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    AW: Beginnender Pflegebedarf

    Ich habe jetzt mal im Umgang mit den Eltern bzw. hauptsächlich der Mutter was dazugelernt. Mit sachlichen Informationen/Gesprächen komme ich nicht großartig weiter, dafür aber mit eher schlichten, die Emotionen bedienenden, bunt bebildertem Werbematerial.

    Der Vorschlag, Essen von einem Lieferdienst mal auszuprobieren wurde lange abgelehnt. Nachdem ich einen Katalog mit den so hübsch fotografierten Gerichten mitgebracht hatte, bekam ich nach kurzer Zeit ein lange Bestellliste in die Hand gedrückt und es wird nachbestellt.

    Über die Erkrankung meiner Mutter und den Umgang damit, Maßnahmen zur Vorbeugung von Schlimmerem war schwer zu reden, die Einnahme von Medikamenten und fachärztliche Untersuchungen war kaum durchzusetzen. Dann gab es einen Artikel dazu in der Apoteken Umschau, woraufhin mir meine Mutter erklärte, wie gefährlich ihre Erkrankung ist und dass medizinische Versorgung immens wichtig ist.

    Jetzt bringe ich ihr Werbematerial aus Pflegeheimen mit, in denen viele Fotos von strahlenden, relativ jung wirkenden Pflegeheim-Bewohnerinnen gezeigt werden, die an allen möglichen Ausflügen und Veranstaltungen teilnehmen. Mal sehen, ob das auch Neugier weckt und Vorbehalte abbaut.


  5. Registriert seit
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    AW: Beginnender Pflegebedarf

    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen
    Über die Erkrankung meiner Mutter und den Umgang damit, Maßnahmen zur Vorbeugung von Schlimmerem war schwer zu reden, die Einnahme von Medikamenten und fachärztliche Untersuchungen war kaum durchzusetzen. Dann gab es einen Artikel dazu in der Apoteken Umschau, woraufhin mir meine Mutter erklärte, wie gefährlich ihre Erkrankung ist und dass medizinische Versorgung immens wichtig ist.
    Oh ja, aus langjähriger Erfahrung dick unterstrichen: Die Apotheken-Umschau kann in solchen Situationen extrem hilfreich sein!

    Der Trick funktioniert (bei meiner Mutter zumindest) übrigens auch, wenn man zum jeweils akuten medizinischen Thema per Internet etwas ältere Artikel der Apotheken-Umschau heraussucht. Und sie ihr, schön mit Logo obendrauf, ausgedruckt hinlegt. Man muß nur darauf achten, dass der Artikel nicht allzuviele Hinweise zu kostspieliger Apotheken-Selbstmedikation enthält. Denn das kann sonst wieder kontraproduktiv werden.

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