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  1. Registriert seit
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    AW: Beginnender Pflegebedarf

    Solange man noch nicht dement ist, weigert man sich auch, psychologische Unterstützug in Anspruch zu nehmen.
    Ist man erst mal dement, wird eh alles anders.
    Das alles ist so gut nachvollziehbar und doch so schwer zu ertragen.


  2. Registriert seit
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    AW: Beginnender Pflegebedarf

    Die Eltern werden wieder zu Kindern und mit dem Blick kann es etwas leichter werden.
    Sie mitnehmen, überreden, ihnen etwas schmackhaft machen, .....können Wege sein, die es erleichtern.

    Es liest sich gerade so liebe TE, als ob du selbst noch gar keinen festen inneren Stand hast.
    Ob das so ist, kannst nur du sagen.
    Fakt ist, je unsicherer du bist, desto weniger wirst du dein Wollen durchsetzen können.
    Auch hier greift es- wie bei den Kindern- je klarer ich in mir bin desto leichter lässt sich etwas umsetzen.

    Leicht ist es nie- wer von uns wollte etwas vorgeschrieben bekommen?
    Das mit dem fertigen Essen fand ich auch immer schwierig- tiefgefroren, auftauen lassen und nicht den besten Geschmack..... welche Lösungen könnten anderweitig bestehen? sehr schwieirig und hier gehts jetzt nur ums Essen.....

    Wenn deine Mutter später einlenkt und das Thema einsieht- dann nehme genau DIE Situationen um Sätze zu prägen- wie "wir machen das Beste für dich/euch".
    Kommunikation- den anderen erreichen- wird bei Demenz immer schwieriger und wenn so ein Satz dann mal "drin" ist- dann kann es einfacher sein.
    Wichtig ist die positive "Belegung"- wir wollen dem geliebten Menschen doch gute Gefühle mitgeben und vermitteln- oder ihn in guten Gefühlen bei sich zurück lassen.

    Erinnere deine Mutter bei neuen Entscheidungen an das, was war........daran, wie GUT deine Entscheidung war und dann nimm den Satz.

    Wenn jemand grundstur ist, wird man nicht viel bewegen können- wie auch- dort ist ja das Grundprinzip "dagegen".

    ES bleibt eine große Herausforderung und eine Selbsthilfegruppe oder eine Austausch-Gruppe könnte dir sicher sehr helfen.
    Es treffen sich Angehörige von Demenz-Kranken und tauschen sich aus.
    Hier kann man auch wunderbare Tipps und Anregungen bekommen- oder sich nur mal ausk***........wie schlecht es einem geht.


  3. Registriert seit
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    AW: Beginnender Pflegebedarf

    Das mit dem festen Standpunkt finde ich in vielen Fragen wirklich schwierig. Die Unsicherheit betrifft insbesondere medizinische Entscheidungen, also welche diagnostischen Eingriffe und Behandlungen sind im Sinne meiner Mutter.

    Bei Kindern fand ich solche Angelegenheiten leichter zu regeln, da galt schlicht und ergreifend meine Einstellung, Und bei Krankheiten stand außer Frage, dass Lebensverlängerung unter Erhalt der Gesundheit das Ziel bei Behandlungen ist. So einfach ist das bei alten Menschen aber nicht mehr, um Lebensverlängerung geht es nicht mehr vorrangig.

    Meine Mutter steht schon ewig der Schulmedizin hochkritisch gegenüber, sie beharrte darauf, dass Medikamente/Eingriffe nur weitere Probleme nach sich ziehen und man es daher am besten gleich lässt. (Wir Kinder und mein Vater haben da oft Kritik eingesteckt, wenn wir uns klassisch medizinisch behandeln ließen ;-)) Wenn das noch so stehen würde, wäre die Richtung ja klar, aber so eindeutig verhält sich meine Mutter dann doch nicht mehr. Sie war noch nie in ihrem Leben ernsthaft krank, das ist jetzt für sie eine Zeit, in der das erste Mal eine Selbstheilung altersbedingt nicht mehr funktioniert, sich mancher „Verschleiß“ nicht mehr heilen lässt. Damit ist ihre Haltung gegenüber der Medizin aber gebröckelt, denn schlecht fühlen will sie sich auch nicht.

    Eine ablehnende Haltung gegenüber Medizin und Ärzten gibt es nach wie vor, aber Medikamente werden jetzt, soweit ich es überblicken kann, doch regelmäßig genommen. Es gab auch schon Vorfälle, in denen sie Behandlungen erst einmal abgelehnt hat, und sich hinterher beschwert hat, dass diese nicht erfolgt sind, sich keiner um ihre Beschwerden kümmert. Oder sie zunächst zugestimmt hat, aber dann den Aufklärungsbogen doch nicht unterschreiben wollte. (Das war unabhängig von meiner An- oder Abwesenheit der Fall. Ich hatte mich nämlich auch schon gefragt, ob ich vielleicht auch ein Problem dabei bin, aber so ist es nicht.)

    Aus dieser uneindeutigen Haltung erwachsen Fragen, wie ein geäußertes Nein zu einer Untersuchung zu bewerten ist. Ist das ihre frühere Abwehrhaltung oder nimmt sie die Konsequenzen, die aus einer unvollständigen Diagnostik entstehen können, wissentlich in Kauf? Braucht sie einfach für eine Entscheidung viel, viel länger als ihr Ärzte eigentlich an Zeit einräumen können und sind wir daher als Unterstützung gefragt?

    Da stehen auch Entscheidungen und Risikoabwägungen an, die einem Ärzte gar nicht abnehmen können. Wäre meine Mutter völlig entscheidungsunfähig, würde ich ihr mittlerweile alles ersparen, was sie spontan ablehnt, aber soweit ist es ja eben nicht.

    Ich frage mich auch schon, wie das bei Menschen in diesem Zwischenstadium läuft, die keine Angehörigen als Begleitung haben? Da kommt bei mir der Gedanke, ich muss mir eigentlich gar nicht soviele Gedanken machen, da geht das ja auch irgendwie. Aber aus seiner Haut kann man ja nicht raus.

    Bisher bin ich aus Zeitgründen vor Selbsthilfe-Gruppen oder ähnlichen Angeboten zurückgeschreckt. Nach meinem Gefühl komme ich neben Berufstätigkeit, Elternunterstütung, der Aufrechterhaltung von wenigstens einem Minimum an sonstigem Familien- und Sozialleben ohnehin kaum mal zum Auftanken. Meine sonstigen Freizeitaktivitäten ruhen im Moment komplett. Ich bin mir bewusst, dass so ein externer Austausch aber gerade dann helfen kann. Ich werde sehen.
    Geändert von Lea1958 (03.02.2019 um 15:36 Uhr) Grund: sprachliche Verbesserung


  4. Registriert seit
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    AW: Beginnender Pflegebedarf

    Was medizinische Entscheidungen angeht: Das würde ich gar nicht mal am Alter oder an der Demenz festmachen, denn so ergeht es doch auch vielen Jüngeren. Solange man keine Probleme hat, stellt man sich seine Reaktion im Fall der Fälle so und so vor, falls es dann tatsächlich dazu kommt, sieht die Realität dann plötzlich ganz anders aus.
    Ich kenne einige Leute, die für sich gesagt haben, "wenn ich mal Krebs bekomme, mache ich keine Chemo, da die meisten eher an den Folgen der Chemo als am Krebs selbst sterben", aber nur eine Person, die das auch tatsächlich so gemacht hat.

    Was ich sagen will: Zusätzlich zum Alter und zur Demenz kommen eben immer auch noch die "normalen" Unwägbarkeiten des Lebens dazu, das macht die Entscheidungen dann doppelt schwer.

  5. Avatar von elli07
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    AW: Beginnender Pflegebedarf

    Zitat Zitat von Lea1958 Beitrag anzeigen
    ..... Nach meinem Gefühl komme ich neben Berufstätigkeit, Elternunterstütung, der Aufrechterhaltung von wenigstens einem Minimum an sonstigem Familien- und Sozialleben ohnehin kaum mal zum Auftanken. Meine sonstigen Freizeitaktivitäten ruhen im Moment komplett. ...
    Nimm diese Befindlichkeit verdammt Ernst: so wie es jetzt ist wirst du auf Dauer nicht weitermachen können. Und deine Eltern können noch lange leben ! Wobei sich ihr Zustand eher nicht verbessern wird.

    Es ist keinem gedient, wenn du irgendwann selber am Boden liegst.

    Hast du Geschwister, mit denen du dich über die Eltern austauschen kannst ?

    Gruß Elli
    Auf der höchsten Stufe der Freundschaft offenbaren wir dem Freunde nicht unsere Fehler, sondern die seinen (F. de La Rouchefoucauld, 1613-1680)

    Fürchte dich nicht vor einem großen Schritt. Mit zwei kleinen lässt sich keine Schlucht überwinden (David Lloyd George)

  6. Inaktiver User

    AW: Beginnender Pflegebedarf

    ich glaube wichtig ist emotionale Abgrenzung, wo es notwendig ist.

    Mein Mann macht dies im Moment, ich könnte das glaube ich nicht.

    Die Eltern, beide Pflegestufe 1 - 2 waren einverstanden in ein betreutes Wohnen zu ziehen. Beide können nicht mehr allein in der Wohnung sein. Vater hat Lungenfibrose und ein Sauerstoffgerät muss viel liegen, und kann kaum noch Treppen steigen. Mutter ist nur im dem Rollator mobil. Beide aber voll im Besitz ihrer geistigen Kräfte.


    Mein Mann hatte mit ihnen einen Termin zur Besichtigung, war alles ausgemacht. Zumal die Plätze auch rar sind. Plötzlich will man nicht mehr alles Lug und Trug, usw....Sturheit halt.

    So ist er kurzerhand stinksauer nach Hause gefahren mit der Ansage, dann schaut wie ihr klar kommt

    Hilfe anbieten ist wichtig, aber man darf sich nicht erpressen lassen, dann geht man als Kind selbst vor die Hunde. Ich selbst bin voll berufstätig unterstütze ihn bei Bedarf, Mein Mann ist selbstständig mit freier Zeiteinteilung aber auch monatelang im Ausland unterwegs. Es muss ein Lösung her.

    Nun wird jemand organisert der wenigstens die Einkäufe oder die Fahrdienste erledigt, ..etc. Haushalt wird bereits übernommen.


    Ich glaube wichtig ist, das frühzeitig reagiert wird hinsichtlich einer räumlichen Veränderung


  7. Registriert seit
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    AW: Beginnender Pflegebedarf

    Ja, sich nicht erpressen lassen, ist ganz wichtig. Aber das ist bei vielen natürlich das Hauptproblem, erstaunlich viele Menschen (vor allem Frauen, leider) sind auch mit über 50 noch nicht richtig abgenabelt und viele Eltern (vor allem Mütter) wissen nur zu genau, welchen Knopf sie drücken müssen, um ihren Kopf durchzusetzen. Und viele Eltern sind auch erstaunlich unempfindlich, dabei zuzusehen, wie ihre Kinder bei der Pflege zugrunde gehen.

  8. Inaktiver User

    AW: Beginnender Pflegebedarf

    Zitat Zitat von carassia Beitrag anzeigen
    Ja, sich nicht erpressen lassen, ist ganz wichtig. Aber das ist bei vielen natürlich das Hauptproblem, erstaunlich viele Menschen (vor allem Frauen, leider) sind auch mit über 50 noch nicht richtig abgenabelt und viele Eltern (vor allem Mütter) wissen nur zu genau, welchen Knopf sie drücken müssen, um ihren Kopf durchzusetzen. Und viele Eltern sind auch erstaunlich unempfindlich, dabei zuzusehen, wie ihre Kinder bei der Pflege zugrunde gehen.
    ja genau das meine ich ..


  9. Registriert seit
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    AW: Beginnender Pflegebedarf

    Ich habe die Langfristigkeit sehr genau im Blick, darum ist mir auch klar, dass die derzeitige hohe innerfamiliäre Unterstützungsdichte nicht durchgehalten werden kann. Wir sind dabei, weitere externe Hilfe heranzuholen, aber diese werden eher praktischer Art sein. Immerhin kann man sich dann sicherer sein, dass die Grundversorgung nicht laufend überwacht werden muss.

    Bei meiner Schwester und mir bleiben dann halt die Regelungen genereller Art, was mal abgesehen von den uns belastenden schwerwiegenderen Entscheidungen gar nicht mal soviel wäre, wenn man uns nur machen ließe. Weil aber einiges nicht mehr so eingeordnet werden kann, wird auch manche Bagetelle zu einem Dauerthema. Man glaubt kaum, wie viele Monate man z. B. über eine unabänderliche, kleine Änderung in den Betriebsabläufen der Müllabfuhr reden kann. Es wird immer, immer wieder angesprochen und vermischt mit aufgeschnappten Halbinformationen hinterfragt. Noch ist es mit Geduld und Humor auszuhalten, aber bis zum wievielten Thema in Dauerschleife bleibt man gelassen.
    Ich sehe allerdings auch niemanden, der hierbei entlasten könnte. Man kann sich wohl nur zeitlich entziehen.

    Erpressbar? Sie spielen die teilweise Hilfslosigkeit nicht, die ist tatsächlich vorhanden und attestiert. Ja, und sie berührt mich. Für erpressbar halte ich mich nicht. Allerdings für pflichtbewusst, wenn ich Verantwortungen übernommen habe. Aber gut, darüber auch mal nachgedacht zu haben.

    Die Bindung zum Elternhaus war nach heftigen Kämpfen in der Pubertät und seit ich mit 18 von zu Hause ausgezogen bin, sehr locker. Bemerkt habe ich, dass mich Anschuldigungen ("Du willst bestimmen und weißt gar nicht, was für uns gut ist.") noch nicht persönlich betroffen gemacht haben. Ich ordne diese (bisher) immer der veränderten Situation zu, nicht meiner Person.
    Mein Eindruck ist auch, dass meine Mutter, soweit sie das noch steuern kann, mit mir vorsichtig umgeht. Vielleicht sitzt bei ihr unterbewusst auch eine gewisse Angst, dass ich, wenn es zwischen uns nicht gut läuft, wieder weggehen könnte, wie eben mit 18. Der Vater ist mein Stiefvater, eine Bindung aus der Kindheit/Jugend besteht zu ihm nicht.

    Ich halte aber meine Eltern nicht einmal ansatzweise für fähig, meine Belastung nachempfinden zu können. Dazu wissen sie schon seit Jahrzehnten zu wenig über mein alltägliches Leben und da es sich von ihrem Lebensentwurf deutlich unterschieden hat, macht es für keinen Sinn, hier noch irgendetwas erklären zu wollen.
    Geändert von Lea1958 (03.02.2019 um 17:44 Uhr)


  10. Registriert seit
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    AW: Beginnender Pflegebedarf

    Eine Idee zu den Kranken- Entscheidungen:

    Wir haben hier mit der Familie alle zusammen unsere Vorsorgevollmachten ausgefüllt.
    Und wir saßen zusammen und haben über all das geredet, was uns wichtig war- wie es jeder für sich gerne hätte.

    Genau das hatte uns im Beratungstermin die Dame gesagt, die uns alles erklärt hat.
    "Wie war die Einstellung im Leben zu dem Leben? Wie die Einstellung zum Thema Sterben und Tod?"
    Sie fand- und ich würde dem voll zustimmen- es ist dann leichter für einen anderen zu entscheiden, wenn man weiß, was in seinem Sinne ist. Selbst, wenn er selbst verwirrt ist oder gar nicht mehr kann- kann man doch die einstigen Einstellungen auch für Krankheit und Tod beibehalten.

    Vielleicht hilft dir ein wenig diese Sichtweise.
    soviel wie nötig und so wenig wie möglich- ist vielleicht die Devise bei deiner Mutter, wenn sie es ausdrücken könnte?

    Es gilt also gut zu trennen, was man als Kind möchte oder als Partner- oder derjenige selbst.
    Und sich an die Zeiten zu halten, die einst waren ist vielleicht ein möglicher Weg für dich?

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