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    Aberglaube und Verfolgungswahn

    Guten Abend

    meine Familie ist recht "speziell". Die glauben an "Schwarze Magie", dass einem jemand mit irgendwelchen Zaubersprüchen oder sonstigem Krimeskrames irgendwas böses antun kann. Wenn irgendwas nicht so läuft wie es soll, wird immer gleich vermutet, dass da mal wieder schwarze Magie im Spiel ist.

    So hatte meine Oma (82)mal Blumen draußen am Haus, die wurden welk, die der Nachbarin (Doppelhaus) waren aber schön. Also hatte meine Oma den Verdacht, dass die Nachbarin was "gezaubert" hat, dass die Blumen von der Oma kaputt gehen.
    Oder einmal war die 25 Jahre alte Heckenschere meines Opa (89)kaputt, da war natürlich auch die Nachbarin mit ihrem bösen Zauber dran Schuld. Kann ja nicht sein, dass so ne Heckenschere nach 25 Jahren kaputt wird, gell.

    Oder es kommt das andere Extrem, das ist dann eher meine Mutter(60). Die hat einen regelrechten Verfolgungswahn. Immer denkt sie, dass irgendwer ihr mit Absicht was Böses tun will.
    Erst heute wieder so ein Vorfall.
    Meine Mutter wohnt bei meinen Großeltern im Haus. Das ist ein Doppelhaus. Daneben wohnt eben besagte Nachbarin, die der Oma angeblich die Blumen verhext hat.
    Der Sohn dieser Nachbarin hat wohl irgendwas gemacht und dabei die Telefonkabel rausgerissen oder sonstwie beschädigt.
    Jedenfalls geht bei meiner Mutter das Telefon nicht mehr. Sie ist total sauer darüber (was ich ja noch irgendwie nachvollziehen kann), sagt einerseits, das war keine Absicht und im nächsten Moment dreht sie es so hin, dass es der Wille des Nachbarn sei, dass sie ihr Festnetz-Telefon aufgibt und dass man ihr ja eh alles mit Absicht kaputt macht.
    Ich konnte mich heute nicht mehr zurückhalten und hab ihr gesagt, sie soll doch mal von dieser Denkweise wegkommen. Damit tut sie sich ja nichts gutes.
    Dann hockt sie dauernd vor dem TV und schaut so komische Astro- TV Sender, hat dort sogar schon angerufen und sich wahrsagen lassen und sich irgendeine Chakra- Reinigung machen lassen.
    Mich will sie auch dauernd dazu überreden, das zu machen, denn meine ganzen Probleme kämen auch nur daher, dass irgendwer mir was böses wünscht und mit meinem autistischen Sohn wollen mich sowohl meine Mutter als auch die Großeltern sogar zum Abbeten schicken, damit der Junge "das autistische Zeug" los wird.
    Manchmal denke ich echt, ich bin in einem Irrenhaus.
    Wie geht man bloß mit sowas um?

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    AW: Aberglaube und Verfolgungswahn

    Ausziehen falls du da wohnst und ansonsten ooohm denken und ignorieren, an solchen pathologischen Formen scheitert ein Laie, ganz besonders bei eigener emotionaler Beteiligung

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    AW: Aberglaube und Verfolgungswahn

    Im selben Haus wohne ich glücklicherweise nicht. Aber auch nicht arg weit weg. Luftlinie etwa 300 Meter?
    Ja das mit dem Ohhhmmmmm denke ich mir jedesmal, sag immer zu allem ja und Amen und schüttle innerlich den Kopf.

    Achja, das hab ich ja ganz vergessen beim Eingangspost. Der verstorbene Ehemann der Nachbarin war ein begeisterter Hobbybastler und Tüftler und hat auch eigene Sachen erfunden und Radios, Fernseher und ähnliche Elektrogeräte repariert. Meine Familie ist überzeugt, dass der verstorbene Nachbar da auch an den Telefonleitungen irgendwas gebastelt hat, dass man bei meiner Familie Telefongespräche abhören kann. Denn manchmal würde es in der Leitung so komisch knacken, da hört dann bestimmt die Nachbarin wieder mit. Klar, die besprechen auch total geheime und wichtige Sachen, die die Welt verändern.*Ironie

  4. Inaktiver User

    AW: Aberglaube und Verfolgungswahn

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    Geändert von Inaktiver User (21.11.2021 um 16:08 Uhr)

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    AW: Aberglaube und Verfolgungswahn

    Ich denke auch, zumindest deine Großeltern wirst du nicht mehr ändern. Deine Mutter womöglich auch nicht.

    Aber geh im Notfall auf Distanz, auch zum Wohl deines Sohnes. Das letzte, was dein Sohn braucht, wäre, ihn irgendwelchen Scharlatanen auszuliefern.

    Angst ist hier für mich keine Entschuldigung. Welche Bildung hat deine Mutter, interessiert sie sich für Wissenschaft bzw. akzeptiert sie überhaupt wissenschaftliche Denkweisen und Erklärungen? Das wäre gerade im Hinblick auf deinen Sohn sehr wichtig.

    Heute hat jeder die Möglichkeit, sich zu informieren und zu bilden und sich bei seelischen Problemen Hilfe zu holen. Wenn deine Mutter das nicht tut, muss sie eben die Konsequenzen tragen.
    Geändert von Killeshandra (09.12.2018 um 08:18 Uhr)

  6. Inaktiver User

    AW: Aberglaube und Verfolgungswahn

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    Geändert von Inaktiver User (21.11.2021 um 16:08 Uhr)

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    AW: Aberglaube und Verfolgungswahn

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das habe ich weder geschrieben noch gemeint.
    Du möchtest aber, dass die TE Empathie für diese Denkweise entwickelt. Während du den anderen Familienmitgliedern offenbar überhaupt nicht zumutest, sich zu hinterfragen und sich zu ändern.

    Haben die Großeltern und die Mutter mit der TE Empathie, die ja bereits mit dem Autismus des Sohnes eine große Belastung zu tragen hat? Warum informieren sie sich nicht über diese Erkrankung? Stattdessen schlagen sie irgendwelche Scharlatanereien vor.

    An der Stelle der TE wäre ich richtig sauer und hätte weder den Nerv noch die Lust dazu, für Mutter und Großeltern noch Empathie aufzubringen.

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    AW: Aberglaube und Verfolgungswahn

    In solchen Gedankenstrukturen Gefangene können diese Leistung gar nicht erbringen, bzw. nehmen es so nicht wahr. Da ist es empathisch ein Gesundbeten bei Authismus anzubieten. Da kommt man mit Logik und Realität nicht bei, da alles so umgedeutet wird, dass es ins Schema passt. Ich halte es deshalb auch für schwierig „gute“ Karten ins Spiel zu bringen, das ist ein bisschen so als ob man einem Alkoholiker Whisky statt Korn in die Hand drückt. Man kann sich da nur raus ziehen und hoffen, dass die Mutter irgendwann ansprechbarer wird wenn der Einfluss ihrer Eltern weg fällt. Ich habe beruflich manchmal mit ähnlichen Formen zu tun, diese Menschen stehen vor Bildern, die das Gegenteil von dem zeigen was sie behaupten und wiederholen unbeeinflusst die falsche Sichtweise, notfalls stundenlang. Und dabei beteiligen sich sehr oft auch alle anderen Familienmitglieder, wenn die wahnhafte Person eine wichtige Rolle in der Familie spielt. Das wird auch sehr wehement verteidigt, weil man sich sonst eingestehen müsste jahrelang pathologisch gehandelt zu haben.

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    AW: Aberglaube und Verfolgungswahn

    Es mag ja sein, dass die Mutter und die Eltern in diesen jahrelangen Strukturen "gefangen" sind und ein Gesundbeten als "empathisch" empfinden.

    Aber warum soll die TE das sozusagen ausbaden? Sie hat selbst genug an der Backe und braucht sicher nicht auch noch derartige Belastungen.

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    AW: Aberglaube und Verfolgungswahn

    Weshalb sie sich auch am Besten distanziert. Mir ging es um die Aussage die anderen Familienmitglieder sollten sich hinterfragen, genau das können sie nicht. Man sollte deshalb nicht den Fehler begehen sich selber daran abzuarbeiten sie dazu zu bewegen. Daran scheitern durchaus auch Profis.

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