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  1. Registriert seit
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    Wunschliste für pflegenden Angehörigen

    Hallo,

    meine Eltern sind beide in einem Alter, wo das Thema Pflege recht bald eintreten kann. Daher würde ich mich gerne darauf vorbereiten. Gibt es Tipps oder Themen, die Ihr bei Euren zu pflegenden Personen gerne vorab gewußt, gehabt hättet. Was sind tolle Hilfen, Ideen um das Thema gut anzugehen. vielen Dank vorab


  2. Registriert seit
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    AW: Wunschliste für pflegenden Angehörigen

    Ich hätte den Erstantrag auf jeden Fall wesentlich früher stellen sollen, wir sind ja auch direkt mit Pflegegrad III eingestiegen.
    Ich wußte auch nicht, daß - jedenfalls ab Pflegegrad II - doch recht erhebliche Gelder zur Verfügung stehen und das aus verschiedenen Töpfen (zusätzlich zum Pflegegeld, z.B. Entlastungspflege und Verhinderungspflege), d.h. wir haben jahrelang z.B. Putzfrau und Vertretungen eher mühsam privat finanziert.
    Seniorengerechter Wohnungsumbau hat bislang mangels Masse einfach nicht stattgefunden, auch dafür können Gelder beantragt werden.
    Ich würde auch frühzeitiger Kontakt mit einem örtlichen Pflegestützpunkt aufnehmen, da sitzen in meinem Fall ganz engagierte Leute.
    Ich habe auch diese gesetzlichen Veränderungen (Pflegestärkungsgesetz seit Anfang 2017) etwas verschlafen, das für häusliche Pflege doch ein paar Verbesserungen gebracht hat.

    Um sich selbst als Pflegender einen guten Überblick über die evtl. Einschränkungen der Pflegebedürftigen zu verschaffen und das gegenüber einem Gutachter belegen zu können, ist es m.E. auch sinnvoll, Arztbriefe vom Hausarzt, den Fachärzten, ggf. aus Krankenhausaufenthalten einzusammeln und durchzusehen.
    Dafür braucht man wegen Datenschutz in der Regel eine Vollmacht.
    Überhaupt ist eine Vorsorgevollmacht sinnvoll, wenn abzusehen ist, wer sich im Fall der Pflegebedürftigkeit kümmern soll. Die sollte der (künftige) Pflegebedürftige auch frühzeitig genug unterzeichnen, sonst droht ggf. dass man einen amtlichen Betreuer bekommt, der evtl. Entscheidungen trifft, die gar nicht im Sinne des Pflegebedürftigen sind.

    lg lenita
    Je suis Charlie.
    Geändert von lenita (06.11.2018 um 17:27 Uhr)

  3. Avatar von Jedimeisterin
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    AW: Wunschliste für pflegenden Angehörigen

    Hallo Zusammen,

    ich pflege seit 14 Jahren meinen autistischen Sohn mit Pflegegrad 4. Was wünsche ich mir? Das die Pflegekasse einfach schneller arbeitet und man nicht Monate auf seine Anträge warten muss. Das geht uns im Moment so, wir haben wohnumfeldverbessernde Maßnahmen beantragt wegen der Weglauftendenz unseres jüngsten Sohnes. Und das dauert.
    Leider ist auch vieles schlechter geworden. Da unsere alte BKK Krankenkasse fusionierte mit einer großen Krankenkasse, dauern alle beanspruchten Leistungen sehr viel länger. Wenn ich Quittung für die Verhinderungspflege eingereicht hatte, dann hat es bei der alten Pflegekasse max. 14 Tage gedauert oder mal 3 Wochen, wenn man Anfang des Jahres noch fürs alte Jahre eingereicht hatte. Erstattungen dauern jetzt bis zu 8 Wochen. Ich arbeite schon mit Abtretungserklärungen beim Familienentlastenden Dienst (ist ein Pflegedienst).

    Ich wünsche mir, dass der Pflegenotstand weniger wird. Unser Sohn war in Kurzzeitpflege. Geplant waren 14 Tage und durften nur 11 Tage in Anspruch nehmen wegen Personalmangel. Das finde ich echt blöde, weil man nicht mehr richtig planen kann. Wir konnte gerade mal unsere Reise durchziehen, dass wars. Und eigentlich wollten wir noch Sachen in Ruhe nach der Reise erledigen, die schon lange auf dem Zettel standen. Um wenigsten das Notwendigste zu erledigen, durften wir ordentlich Hackengas geben. Ich wünsche mir mehr Planbarkeit und weniger Fremdbestimmung.


    LG Jedimeisterin


  4. Registriert seit
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    AW: Wunschliste für pflegenden Angehörigen

    aus meiner Erfahrung kann man sich nur sehr eingeschränkt vorbereiten, es sei denn, es handelt sich um chronische Erkrankungen, die sich langsam verschlechtern. Z.B. Demenz. Da gibt es z.B. Kurse für Angehörige.
    Aber auch das ist nicht planbar. Bei meinem Vater war die Demenz bekannt, meine Muttter plante nur in die Richtung "wenn er mal zum Liegen kommt"- sie hat ein Zimmer im Erdgeschoss eingerichtet, Bad direkt nebenan, schon einen Pflegedienst ausgeguckt. "Ins Heim kommt er nicht, da geht das ganze ersparte Geld drauf".
    Was ist jetzt: Pflegegrad 3, im Heim. Er liegt nicht ! Er läuft immer noch und zwar weg. Er ist verwirrt und aggressiv, war mehrfach in der Psychiatrie . Leider gibt es nicht die Pille, die ihn zu einem ruhigen, friedfertigen, bettlägerigen, "Pflegeleichten" Menschen macht- das hätte meine Mutter gerne.
    Und viele andere Erkrankungen kommen plötzlich: sturz mit Oberschenkelhalsbruch (bei meiner Mutter), plötzliche Erblindung,, Herzinfarkt , Krebs- wie will man das planen?
    Mein Schwiegervater ist im Urlaub umgefallen und war tot, die Schwiegermutter innerhalb von Stunden auf der Intensivstation an einem schweren Herzinfarkt verstorben, alle Planungen also überflüssig.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es im Ernstfall viele Beratungsangebote gibt, im Krankenhaus vor allem der Sozialdienst, Beratung durch Pflege- und Krankenkasse, Beratungsangebote durch Wohlfahrtsverbände, Caritas, Pflegedienste, bei Kreis oder der Stadt zu Pflege, zu Betreuung, Vorsorgevollmacht, finanzielle Angelegenheiten. Man muss sich aber kümmern und es kostet sehr viel Zeit, meine Erfahrung.

    Wichtig ist, dass es rechtzeitig eine Vorsorgevollmacht gibt- danach wird als erstes gefragt.
    Geändert von peka62 (07.11.2018 um 18:04 Uhr)


  5. Registriert seit
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    AW: Wunschliste für pflegenden Angehörigen

    wenn du selber in die Pflege einsteigen willst, gibt es auch diverse Kurse für Laien.

    Ansonsten frühzeitig sich beraten lassen.

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