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  1. Avatar von rummelpuppe
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    Sohn (25) schwer krank - wie den Lebenswillen stärken und nicht selbst zerbrechen?

    Liebe Bri,

    mein Sohn war schon immer labil und vor zwei Jahren auch wegen Depressionen in stationärer Behandlung. In dieser Zeit ist er wieder für ein paar Monate nach Hause gezogen. Danach ging es ihm besser. Wieder eigene Wohnung, das Studium lief und er war erfolgreich in seinen Nebenjobs. Wir hatten alle das Gefühl, es geht bergauf und haben uns sehr für ihn gefreut.

    Im April diesen Jahres dann die erschütternde Diagnose Hirntumor. Bei dem Versuch, den Tumor operativ zu entfernen, wurden leider wichtige Nervenstrukturen zerstört. Seitdem ist mein Sohn inkomplett querschnittsgelähmt. Sprich, er kann seine Blasentätigkeiten nicht mehr steuern und muss sich alle 4-5 Stunden selbst kathetern.

    Der Resttumor wird zur Zeit bestrahlt. Durch die Bestrahlung ist er ziemlich geschwächt. Aber das eigentliche Problem ist für ihn der Gedanke, sich bis zum Ende seines Lebens selbst kathetern zu müssen. Er hofft im Moment noch, dass sich die Nerven wieder erholen - aber die Hoffnung sinkt von Tag zu Tag und die Ärzte schweigen sich aus.

    Kurzum: Er hat sehr große Ängste und ich habe berechtigte Sorge, dass er sich etwas antun könnte.

    Sicher sind diese Ängste und Sorgen normal und wenn man so schwer krank ist, muss man durch tiefe Täler gehen. Für mich als Mutter ist es wie ein Pulverfass auf dem ich sitze. Ich fühle mich schrecklich hilflos und stehe unter "Dauerstrom".

    Wer ist in einer ähnlichen Situation oder hat einen Ratschlag, was meinem Sohn oder mir helfen kann? Ich würde mich gerne austauschen. Natürlich habe ich schon einiges selbst recherchiert wie Selbsthilfegruppen, psychoonkologische Beratung (die er leider nicht machen will) und so weiter.

    Aber manchmal sind es die kleinen Ideen, die einen schritt weiterhelfen können. Lieben Dank
    OTTOS MOPS KOTZT...


  2. Registriert seit
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    AW: Sohn (25) schwer krank - wie den Lebenswillen stärken und nicht selbst zerbrechen

    puhhh.... eigentlich kann man da nicht viel raten....

    So viel Normalität wie möglich und soviel Rücksichtnahme wie nötig....

    Psychotherapeutische Unterstützung ist hier extrem von Nöten, wenn er sie zulässt... Unterschätze auch nicht die Angst das er es am Ende doch nicht schafft und der Tumor sein leben doch noch beendet...

    Ich kann mir kaum vorstellen wie es Dir gehen mag mit der Situation, das ist Anstrengend und schmerzhaft für Dich!

    Besuche von seinen besten Freunden könnten vielleicht gut tun... Krankengymnastik damit er sich bewegt mit dem was möglich ist...
    Das Leben macht was es will und ich auch!

  3. 14.08.2018, 13:14

    Grund
    AGB Verstoß gelöscht

  4. Avatar von BlueVelvet06
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    AW: Sohn (25) schwer krank - wie den Lebenswillen stärken und nicht selbst zerbrechen

    Selbst wenn sie es wäre, hat sie doch einen anderen Namen gewählt. Ich kann gut verstehen, dass man sich nicht allzu transparent machen möchte. Ich fänds besser, wenn du den Namen aus deinem Post entfernst.

    Liebe Rummelpuppe, ich kann leider nichts raten, mangels Erfahrung, wünsche dir aber, dass du bald Rückmeldungen von anderen bekommst, die sich mit einer solchen Situation auskennen. Du hast jedenfalls mein Mitgefühl.
    Klima? Läuft bei uns. Schließlich haben wir den ersten CO2 neutralen Flughafen der Welt gebaut.

  5. Moderation Avatar von Margali62
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    AW: Sohn (25) schwer krank - wie den Lebenswillen stärken und nicht selbst zerbrechen

    Alles Gute für euch.

    Ich würde trotzdem zu einer Selbsthilfegruppe raten, so in Richtung Stomapatienten oder so. Oder Querschnitte, denn die Patienten haben das Problem ja auch. War dein Sohn in einer Reha?
    Moderatorin im Forum

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  6. Registriert seit
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    AW: Sohn (25) schwer krank - wie den Lebenswillen stärken und nicht selbst zerbrechen

    Hallo Rummelpuppe,

    solange alles noch so sehr mit Fragezeichen läuft, solange ist Ruhe oder innerer Frieden vermutlich kaum möglich.
    Es kann also nur Entlastung geben und die könnte ich mir über Gespräche vorstellen.
    Für dich selbst - wurde schon genannt- Gruppen oder such dir eine Beratungsstelle oder sogar Psychologen- oder Seelsorge- ganz egal, Hauptsache das was so schwer beschäftigt, kann losgelassen werden.

    Was dein Sohn in seinem Alter durchmacht, stelle ich mir ganz schlimm vor und wenn es keine Freunde gibt, die womöglich noch da sind und Abwechslung schaffen, dann sind es sicher die Eltern, die noch Halt geben können. Gibt es noch alte Freunde? könnten sie aktiviert werden?
    Und dann kommen wir wieder zu dir- such DU DIR Unterstützung, so dass du wenigstens Kraft und Energie hast um durchzuhalten.

    Vielleicht gibt es ja auch Seelsorger, die ins Haus kommen?

    ich wünsche euch das Allerbeste und ganz ganz ganz viel Kraft
    kenzia


  7. Registriert seit
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    AW: Sohn (25) schwer krank - wie den Lebenswillen stärken und nicht selbst zerbrechen

    Vermutlich kann im Moment niemand sagen, ob die Blasenstörung sich zurückbildet oder so bleibt.
    Wichtig wäre eine Reha- am sinnvollsten, wenn die Bestrahlung abgeschlossen ist- damit er wieder zu Kräften kommt, Kontakte zu anderen Betroffenen und auch psychologische Betreuung bekommt.
    Ich könnte mir vorstellen, dass du derzeit nicht viel machen kannst, um ihn aufzubauen.

    Ich wünsche ihm, dir und der ganzen Familie viel Kraft in dieser schwierigen Situation !


  8. Registriert seit
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    AW: Sohn (25) schwer krank - wie den Lebenswillen stärken und nicht selbst zerbrechen

    okay okay - sorry und stimmt!

    Ich war mir nicht sicher in welchem der beiden Stränge ich antworten soll. Gut, egal.

    Gibt es Kontakt zu Therapeuten? Von früher evtl.?
    Wissen die Onkologen wie es um seine Seelenlage bestellt ist?
    Wenn ja, was ist der Plan? Da kann man sich nicht drum herum "schweigen" - im Zweifelsfall muss! ein Therapeut vermittelt werden. Bei dem Tumor sollte auch darüber nachgedacht werden in wie weit die Depression eine Folge sein kann.

    Wenn nein - warum nicht? Dann unbedingt ansprechen. Weil: s. o.

    Zu dir: schwere Zeit!
    Richtig, dass du eine Therapeutin hast? Wäre sehr hilfreich...
    Versuch, dich einerseits selber zu schützen in dem du dir Hilfe holst und regelmäßig mehrere Stunden Auszeiten nimmst.
    Trainiere dich in diesen Auszeiten wirklich nicht "daran" zu denken. Mach dir Zeiten, in denen du dich sorgst - nur dann.

    Wenn gar nichts mehr geht, nehmt euch einander fest in den Arm.

    Alles Gute

  9. Inaktiver User

    AW: Sohn (25) schwer krank - wie den Lebenswillen stärken und nicht selbst zerbrechen

    Hallo TE,
    ich drücke Dir und Deinem Sohn die Daumen - vielleicht kann ich einen Anstoß geben - wenn das nix ist lass es an dir vorbeilaufen.

    Gibt es Dinge, die deinem Sohn Freude machen wie Fernsehspiel gucken mit Chips und einer Flasche Bier - notfalls alkoholfrei ?

    Gibt es Musik / eine Band die dein Sohn gerne hört - einen Film den er sehen will - einen Schauspieler der ihm gefällt - DVD ins Haus und einen "Musikabend" machen.

    Spielt er gerne Karten- Würfelspiele sonstwas ??

    Was ist / sind seine Lieblingsessen - und wenn er nur eine kleine Portion schafft - mag - ein Bissen Currywurst ist ein Bissen Lebensfreude, auch wenn das "eigentlich" ungesund ist .

    Ziel von dem Ganzen - wenn man das so nennen kann- dass dein Sohn in der Familie nicht nur die Krankheit als Gesprächsthema und als Schweigethema hat sondern auch mal was anderes in der Familie passiert. Gibt es einen Onkel - eine Tante - oder Freunde der Eltern die mal zu Besuch kommen ? Ihn aktiv mit seiner "Peergroup" zusammenkuppelt würde ich momentan nicht !

    Für Dich ein Gespräch - Therapie oder was der Teufel auch mit einem spezialisierten Professionellen - gibt es für jugendliche Krebspatienten / querschnittsgelähmte Patienten denn keine Angehörigengruppen -oder ein Forum in Internet. Du musst - glaube ich- über einen längeren Zeitraum die Belastungen "auskotzen" - wegreden. Für dich auch wichtig - Bewegung - auspowern - Kraft tanken !!


  10. Registriert seit
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    AW: Sohn (25) schwer krank - wie den Lebenswillen stärken und nicht selbst zerbrechen

    Inwiefern handelt es sich um "inkompletten" Querschnitt? Hat er mit spastischer oder schlaffer Lähmung zu tun? Der Bruder einer Freundin"triggert" seine Blase, d.h., er schlägt mit leicht geballter Faust leicht auf die Blase und entleert diese dadurch. Kein Katheter!

    Die Nervenbahnen/"Straßen" im Gehirn sind bei "Ausfällen" in der Lage, sogenannte "Umleitungen" zu nehmen. Googelt mal nach "Sonja Wierk" im Internet, die nach ihrem Feldenkrais-Besuch ihre "So-Wi"-Therapie "erfunden" hat (sie selbst hat sich als bettlägerige MS-Patientin wieder bis zum Laufen gebracht, war mal bei "Fliege" im TV). Zieht am besten Euren Neurologen mit zu Rate.
    Ihr habt einen langen Weg vor Euch - die ersten zwei Jahre sind entscheidend für das Wiedererlangen von Fähigkeiten. Und sorgt für Euch beide auch für"angenehme" Stunden...mit "ich muss und will" nicht unter Druck setzen! Drücke Euch beide Daumen!


  11. Registriert seit
    22.02.2015
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    908

    AW: Sohn (25) schwer krank - wie den Lebenswillen stärken und nicht selbst zerbrechen

    Bei facebook oder insgesamt im netz gibt es so viele Selbsthilfegruppen. Relativ Anonym und von zuhause aus am Laptop sitzend. Vielleicht hilft es wenn du dich so einer Gruppe anschließt, mitliest, Fragen stellst, Kontakte knüpfst.Vielleicht sogar einen Kontakt zu deinem Sohn herstellen kannst. Mit jemandem, der ähnliches durchmachen musste und innerlich einen Schritt weiter ist.
    Vor einigen Jahren habe ich wiederholt junge Männer mit Querschnitt versorgt und habe bewundert, wie sie insbesondere mit dem Thema katheterisieren umgingen. Sicherlich ganz schwierig und dennoch- sie schienen gut damit umgehen zu können.

    Psychotherapeutische Begleitung wäre in jedem Fall angemessen. Vielleicht unterstützend auch eine medikamentöse Therapie.

    Und ich schließe mich den anderen an: hol auch du dir Hilfe für dich mit ins Boot. Ihr alle geht/seid durch schwierige Zeiten gegangen!

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